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Markurg, Sonnabend, 21. Juli 1877.

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Schurke in mein Leben eingriff und durch seine Büberei mein Familienglück cernilteul A.s ich meine Einwilligung zu Deiner Heiraih mit dem Grafen gab, geschah dies nicht aus Stolz und Eitelkeit von mir, sondern ich that eS mit der Freude innerer Genuglhuung, denn ich glaubte, der Himmel wolle durch Knüpfung diejeö Eh.bandes eine Süh­nung jener Thal an mir vollziehen. Ich wurde bald schr>cklich enttäuscht! Zch beklagte Dich, mein armeü Kind, als das Opfer meiner Verblendung! Zch beklagte Dich, aiS eS leider zu spät war!"

Der Alte stützte sein greises Haupt in beide Hände und schwieg eine Weile, gleichsam um Kraft zu sammeln ,ür daS, was Nachfolgen sollte. Endlich hob er den gebeugten Kopf wieder und begann von Neuem:

»Ich lebte still und friedlich als wohlhabender Han. delsherr in der Hauptstadt Mährens, beglückt durch die Liebe eines seltenen WeibeS, meiner ewig theuren Esther. O ste war ein Weib von seltener Schönheit, aber auch von seltenen vortrefflichen Eigenschaften des H-rzenS! Zhre große Schönheit sollte ihr Verderben und mein Unglück werden!

Wir warm etwas über ein Jahr verheirathet, da wurde unser eheliches Glück noch erhöht durch Deine Geburt, meine Tochter, meine Esther. Einige Jahre vergingen uns in unferm Glücke als wären es eben fo viel Stunden gewesen I Ach ja, wir waren zu glücklich als daß unser Leben hätte so rein und von Leiden ungetrübt bleiben können!

Der Statthalter von Mähren, der in jener Stadt re- stdirte, starb und ein anderer kam an seine Stelle. Der neue Statthalter war verheirathet und bereits Vater eine« Töchterchens, da« mit Dir, meine Esther, in gleichem Alter fein mochte. Ich weiß eigentlich nicht recht wie eS kam, der neue Statthalter, der einige Male in Wechsel Angelegen­sten mein Geschäft besuchte, schien meine Freundschaft zu

DerReichs- und St.-Anz.* enthält folgenden Aller- An Erlaß:

Aus Ihren Bericht vorn 30. v. Mts. habe Ich nach

tufbleten werde, diese durch alle und jede Mittel zu eiben und wenn irgend thunlich, unmöglich zu machen, Maßstab für seine, Kerelys, Handlungsweise gewesen, zur höchsten Vorsicht gcnöthigt habe.

rlich, meinte er weiter, hätte er erst die Gewißheit . daß seine Tochter noch am Leben und überhaupt offe anwesmd sei, würde er unbedingt mit aller und allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln gegen en eingeschritten sein. Daß er von den Äuteu

118 Anlage beifolgenden Kirchengemeinde, und Syno kdaung für die evangelischen Gemeinden des gedachten ks kraft der Mir als Träger des landesherrlichen aregiments zustehenden Befugnisse Meine Sanktion ntheilen und verkünde dieselbe als kirchliche Ordnung, erflehe den Segen des barmherzigen Gottes, daß er Ordnung zum Heile der durch sie verbundenen Ge den wirken laste, daß in ihr und durch ste christlicher und Wandel belebt, die Treue im Glauben der Kirche t, die Gemeinschaft der Liebe, die Ehre Gottes und Hckl der Seelen gefördert werde. Mit der AuSfüh dieser Sirchengemeinde- und Synodalordnung ist, so- dicselbe nicht zu ihrer Regelung vorher noch einer ftkung der Landesvertretung bedar', unverzüglich vor en und beauftrage Ich Sie, unter Benehmung mit Konsistorium zu Wiesbaden das Weitere zu veran- er gegenwärtige Erlaß ist durch die Gesetz - Samm zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.

v Ems, den 4. Juli 1877.

Wilhelm.

Falk, den Minister der geistlichen rc. Angelegenheiten.

hin und wieder sind Beschwerden darüber laut geworden, m manchen Gegendm ein Ueberflnß an kleinen Reichs - nzen vorhanden fei. Diese Klagen haben sich nach ein­ender Prüfung nicht als begründet herausgestellt, und > konnte füglich nicht der Fall sein, weil bei der Ver-

ihm nichts übrig böhmischen Volkes |

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Die Waise na» Souneuthal.

rische Novelle aus dem Kriege im Jahre 1866 von Rudolf Wellnau.

(Fortsetzung.)

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Brattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hennann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

DieWiener Presse" stellt die Nachrichten über den valkanübergang und die Einnahme von Nikopolis zusam­men und sagt dazu:Man muß sich nur die Nachrichten gegenwärtig halten, welche seit Monaten über die von englischen Offizieren ansgesührten Fortifikationen der Bal- kanpäste, über die Uneinnehmbar keit des von Feldschanzen und Monitors umgebenen Nikopolis, über die Herstellung einesverschanzten Lagers* bei Medschidie von Konstant! nopel aus verbreitet wurden, um den Zustand zu beurteilen, in dem sich die türkische HeereSleilung befindet. Wir hielten nie viel von den eben erwähnten Nachrichten, aber nichts­destoweniger find uns die Erfolge der Russen während der lctzten Tag nur durch eine vollkommene Un ähigkeit und Unverläßlichkeit deS Paschas zu erklären. Die wichtigsten Balkaopäffe waren nicht besetzt, bei Nikopolis kapitulirte eine Brigade ohne jede Bedingung und die Türken ver- lasien die vielgerühmte Vertheidigungslinie Tschernawoda- Küstcndsche scheinbar ohne alle Umstände, denn das Lon­doner T legramm meldet die einfache Besetzung nach vorher erfolgter Räumung durch die Türken. So überläßt Abdul Kerim Pascha, mit einem unfehlbaren Kriegsplan in der Tasche, den Ruffen eine wichtige Vertheidigungslinie nach der andern und die türkische Armee erwartet in der denkbar passivsten Desenstve in den Festungen und zwischen densel den die von zwei Seiten vorrückenden Rusten.*

Aus Simniza gehen derDaily News* intereflante Mittheilungen über das tägliche Leben des daselbst weilen« den russischen Kaisers zu. Vor einigen Tagen ließ sich der Czar nach Tische alle türkischen Kriegsgefangenen vorsühren. Eine Wache russischer Infanterie mit aufgesteckten Bajo­netten und geöffneten Patronentaschen bildete einen Kreis um die Gefangenen, welche ohne Zweifel glaubten, daß st- herauSgeführt würden, nm erschossen zu werden, und daß ihr letztes Stündlein geschlagen habe. Der Kaiser, begleitet von feinen Dragonern, mffchte sich unter sie, plau­derte familiär mit ihnen und richtete Fragen an diesen ober j-nen. Die NizamS antworteten rhm mit großem Freimuthe. Sie sagten ihm, daß ste seit den letzten 26 Monaten nicht einen Pfennig Solo erhallen hätten. Auf deS Kaisers Frage, ob ste mit ihrer Beköstigung zufrieden seien, erwiederten ste, daß sie in ihrem ganzen Leben nie­mals so gut gelebt hätten, und einer der Burschen fügte hinzu, er fei herzlich froh, zum Gefangenen gemacht wor­den zu fein, denn er sei des harten Lebens und keiner Besoldung müde. Die Offiziere der Suite venheilten Eigne- reten unter die Gefangenen, welche dieselb e mit vollstän­digster GemüthSruhe an den Cigarren im Munde der Of­fiziere anzünde en.

tn Bezirkssynode für die evangelischen Gemeinden im tag i t-bezitke des Konsistoriums zu Wiesbaden beschloffen, erich ------- ahn

füllten, worauf er jene Mummerei zur Nachtzeit vor Mos-<a°ctt' Ein unerklärtes G fühl habe ihm eingegeben, rbeta n die glößte Vorsicht anwenden müffe, wolle er den fand rchalt feiner Tochter ausfindig machen. Denn, daß der ihr Gatte nichs Gutes mit derselben im Schilde führe, W> daraus fast zur Gewißheit geworden, daß er keine Michl weder von ihm noch von ihr empfing. Überhaupt U fich der Graf in ein so undurchdringliches Dunkel M, daß er, Abraham Kerely, erst vor ungefähr drei Dten ganz entfernt von einer Helrath vernommen, die M neuerdings eingezangen,

l^t schwierige Frage sei bei alledem immer die gewesen, tan Grafen beikommen, ohne vielleicht Alles zu . Die Beantwortung dieser Frage, daß der Graf, seine zweite Verheirathung Wahrheit, allen Grund die Entdeckung der ersten zu fürchten, und er somit

raj amlung der fraglichen Münzen an einzelnen Otten * beugen, sind die RegierungS Hauptkaffen und die Kreis- 1 «ttkaffen angewiesen, bis auf Weiteres auf Verlangen A tsmünzen vom Zwanzigpfennigstücke einschließlich ab» ,V, W gegen größere ReichSmünzen, beziehungsweise gegen

Quoten oder ReichSkaffenscheine einzu wechseln, wenn die

im Schlöffe, denen er Geld über Geld geboten, nichts weiter hatte erfahren können, als daß feit zwei Jahren der Graf verheirathet sei und die junge Gräfin Thekla heiß', erkläre sich j tzt sehr natürlich aus dem Umstande, datz von der Anwesenheit Esthers im Schlöffe eben nur Wenzel und Rosa gewußt haben.

«Ich preise laut Jehovah,* schloß der Greis vorläufig, baß ich Dich lebend wiederhabe, meine atme Tochter! Aber ich beklage tief, baß der Graf tobt ist und feinen Lohn dahin hat! Er hätte der weltlichen Strafe, er hätte meiner Rache nicht entgehen sollen, für seine Schurkereien, so wahr Jehova lebt und ich Abraham Kerely heiße! Hätte ich aber eines Christen wegen, denen schor mein Weib, meine Esther und mein zweites Kind zum Opfer gefallen ist, auch mein erstes, Dich meine Esther, verloren, ich hätte Rache genommen an der ganzen Christenheit, so wahr Je­hova lebt und ich Abraham Kerely bin!*

Furchtbar flammten die Augen des Greises, und der ganze Ausdruck seines bleichen Gesichts bei diesen Worten, die jedenfalls sehr schmerzliche Erinnerungen in seinem In­neren weckten, war ein so drohender, daß die beiden Gräfin­nen unwillkürlich zusammenschreckten und Esther sich nicht erinnerte, ihren Vater jemals so schrecklich gesehen zu haben.

O laß doch d ese Erinnerungen, mein Vater", rief sie daher angstvoll,Du hast niemals ohne große und schmerz­liche Erregung daran denken können^ warum ste also gerade freute auffrischen!*

«Ja,* entgegnete Kerely mit lauter, zitternder Stimme, laß mich, meine Tochter, ich will freute den ganzen Schmerz der Vergangenheit aufroüfrlen, ich will heute vor Fimde über Dein Wiederfinden die alten Wunden aufreißen und sollte ich daran verbluten 1 Du sollst es wiffen, mein Kind, und die Frau Gräfin Thekla hat, als Deine Unglücks- Schwester, ein Recht, es zu erfahren, daß schon eimal ein

wehmütig des Gutachtens der in Folge Meines Erlasses tirdi 8 November 1875 zusammengetretenen außerordent»

vschemt tfifllich außer den Werktage« nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen BeilageSlehirte« «aunta.Sülatt" dur» die Orbebition Buchdruckere.) bezogen 3% «-'k durch die Post-mier de- Deutschen Reiches 3 Mark 5« Pf«, lexl Besteller)?'-Mti-LZw A die * *

M m der epebition ,u ertderleude Auskunft und Annahme von Adresse» werde» 35 Pf«. betonet v,e*

i in der Natur der Verhältnisse, daß sich bei manchen es 8 «betreibenden die gedachten Münzen in gewissen Mengen sch« Ameln. Insofern der Verkehr dieselben nicht in andere ität. ilt zu leiten vermag, und um der etwaigen zufälligen

____ lang insbesondere auch der kleinen Reichsmünzen mit sachlichsten Vorsicht verfahren ist. Nun liegt es aller-

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ziehet im sich nun über die Anwesenheit seiner Tochter im emei afft Auskunft zu verschaffen, sei »ste« Am, alS auf den Aberglauben des

neiaen nimmt entgegen:

; Spedition d.Blattes, t^je d.Annoncen-Bureaux . xh. Dietrich & Co. in u und Hannover; Th.

^rich in Frankfurt a.M.; alenftein & Bögler in Jtfurt a. M., Berlin, nn<* teig, Cöln rc.; Rudolf X in Berlin, Frank- furt a. M. rc.

Zwanzigpfennigstücke und N ckelmünzen in Beträgen von mindestens 20 Mark und Reichskupfermünzen in Beträgen von mindestens 10 Mark dazu angeboten werden.

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurde nach Deutschland an Pferden eingeiührt 19.609 Stück, und aus geführt 19,034. die Mehreinfuhr betrug also 575 Stück. Nach dieser Thatsache scheint das Pferde - Ausfuhrverbot eine sonderbare Maßregel zu sein, allein diese Daten geben keines Maßstab für Beurtheilung der Gefährlichkeit oder Ungefähilichkeit unserer Lage in Bezug auf Pferdebedarf. Vergleichen wir die Daten ans dem Jahre 1877 mit Daten MS früheren Jahren, so finden wir allerdings, daß die Lage des PfctdehanbelS eine durchaus andere im Jahre 1877 ist, als in irgend einem der fünf Vorjahre 1872 bis 1876. Im Durchschnitt dieser Jahre war die Einfuhr jährlich 68.692, die Ausfuhr aber nur 32.185, so daß eine durchschnittliche Mehreinfuhr von 36.507 Siück oder 113 Proceut sich hecausstellt. Der Unterschied deS Jahres 1877 gegen jedes der Vorjahre ist also sehr auffallend, da wir in jedem Jahre früher eine Mehreinfuhr zwischen 30 000 und 40,000 Stück, 1877 nur von etwa 1400 hatten, resp. haben würden.

Der Uebergang bet Russen über die Donau hat zwar eine äußerst lebhafte Thätigkeit in den europäischen Cabi- neten heivorgerusen, nirgends aber zu einer bestimmten Be schlußnahme geführt. In England fehlt eS zwar an großen Worten nicht, indeffen werden die Thaten sehr auf sich warten lasten. Die englische Flotte ist noch nicht einmal von der Bestkabai in die Dardanellen beordert worden und mit dem LandungScorps wird man warten, bis es zu spät ge­worden. llebrigens ist cS noch immer sehr fraglich, zu westen Gunsten das KriegSglück entscheidet wenigstens für die nächste Zeit, denn die Nachrichten bezüglich deS VorrückenS der russischen Heere sind sehr übertrieben gewesen, es sind zu­nächst nur schwache Abtheilungen in's Thal der Maritza gelangt. Die zu erwartenden Verstärkungen auf diesem Theile des Kri gSschaupletzeS werden jedenfalls mit großen Schwie­rigkeiten zu kämpfen haben, da der türkische Oberbefehls­haber von Konstantinopel kategorisch angewiesen ist, mit seiner in dem Festungsviereck stehenden Armee von 150,000 Mann den heranrückenden Rusten sich entgegen zu werfen. 3m Ganzen stehen noch 230,000 türkische Streiter auf der Balkanhalbinsel, während die Rusten auf dem rechten Donau ufer kaum über 200,000 Mann (Kombattanten verfügen, von denen allerdings 120,000 Mann in der offenen gelb, schlacht zur Verwendung kommen können, während die Türken hierzu nur höchst nS 80,000 Mann übrig haben und die russische Heeresleitung in Europa wenigstens unleugbar der türkischen überlegen ist.

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