IrieT*166
JRarfiucg, Donnerstag, 19. Juli 1877.
XII. Za-rgsig-
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Brattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Für r» der «xpeditrou ,u erlheüeude Auskunft und »»nähme vo» »dreffen werde» 85 Pf,, betedfaet W --IPallene «eile 1» ff,.
«„eigen nimmt entgegen: Expedition d.Blatte«, f-yie d.Annoncen-Bureaux vn Th. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. ms all Dietrich in Frankfurt a.M.;
’^gafenftein & Vogler in untfurt a. M., Berlin.
^zig, Köln rc.; Rudolf
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Die Waise hi« Sonnenthal.
mische Novelle auS dem Kriege im Jahre 1866 von Rudolf Wellnau.
«ppencoip« von 20,000 Mann zur Verfügung zu stellen. pragSmSßig ist Aegypten nur zur Stellung eines HülsS- «ingcnts von 15,000 Mann für die Türkei verpflichtet; Anbetracht aber der J dereflcngemeinschaft zwischen Acgyp ! »nd dem übrigen Theile der Tülkei hat der Khcdive ÄS Anordnungen getroffen, ein neues TruppencoipS in ! oben beregten Stärke zu formtreu. Dabet soll der zur edive, wie uns mitgrthetlt wird, der türkischen Regie, ung [246 Aussicht auf wettere HülfSleistungen zur Rettung der
längten Türkei eröffnet haben, sofern die türkische Re
Im sozial-demokratischen Lager herrscht seit einer Zeit ।tw ungewöhnliche Rührigkeit, eS werden fortwährend neue Beiträge erhoben, Reiseapostel ausgeschickt und Schriften schellt. Diese Thütigkcit hat eine erhöhte Wachsamkeit ne Seiten der Regierung und Behörden veranlaßt. Im ^gemeinen scheint sich bei den Behörden die Meinung
ldet zu haben, daß die Handhabung des Vereinsgesetzes Grund der bisherigen Gesetze und Vorschriften kaum tchend sei, um dm Ausschreitungen der Agitation zu
hren, und daß dm Verwaltungsbehörden ein größerer ielraum bei der Beortheilung der Frage von der Ge- jngesährlichkeit einzelner Versammlungen einzuräuwen sei.
man uns mittheilt, wird die Frage bezüglich einer ifikation deS BereinSgesetzeS demnächst in ernste Betz gezogen werden.
Die Nachrichten der osficiösm rstsstchen „Agence Russe", Fürst Bismarck erklärt habe, gegenwärtig sei jede Me- on unmöglich, daß zwischen Rumänien und Serbien lei Lonventton bestehe und daß Rußland und Oester- darin einig seien, den genannten Ländern ihre guten lhschläge zu ertheilm sich aber einer weiteren Jnter- lion zu enthalten, findet in Berliner offiziösen und hl unterrichteten Kreisen gar keinen Glauben. Man ifelt, daß Fürst BiSmarck der fich in dieser Frage aus nmtral und ganz zurückhaltend gezeigt in so befb »er Weise sein Urtheil abgegebm habe, umsomehr als auch hierzu, wie man glaubt keine GelegenheÜ geboten i n dürfte, welche eine derartige Arußerung deS ReichS-
rS an solche Personen Hervorrufen konnte, die tu so Beziehung zu der russischen Preffe stehen.
Die wiederholt von den englischen Journalen angekün räuberischen Absichten Englands auf Aegypten, das te Engländer für dm Fall der Zerreißung des osmanischen eicheS in Europa anuectirm zu wollen erklärten, haben «Khedive von Aegypten veranlaßt, die militärischen An- mgungen Aegyptens zu erhöhen und dem Sultan ein
(Fortsetzung.)
von Daß es unter folchm Umständen ost zu sehr heftigen KabiMritteu zwischen UNS kommm mußte, ist selbstverständlich. FxpHvn sich jedoch der Graf nicht anders mehr zu helfen
[l8We, sank er mir zu Füßen und beschwor mich, ihm —-4”< Liebe nicht jir entziehen, was mit seinem gänzlichen ine tPo gleichbedeutend wäre. ES handle sich nur noch um läh i-t kurze Zeit Geduld, dann seien seine Angelegmhettm
[IW seinen Berwaudtm so wett geordnet und geregelt, daß I*ichlS mehr nach ihrem Zorne zu fragen habe. Dann NNMe er mich frei und öffmlltch als seine Gemahlin zeige»
Faller Welt beweism, wie er stolz darauf fei, mich zur on MWistn zu haben. Wollte ich ihn aber jetzt verlaffeo, wo beneMb-wußten Verhandlungen noch zu keinen genügendem Ab SchMß gelangt find, so würde vaS fein Unglück fein und [Weine Kugel fei sein LooSl Er habe fich bisher geschämt, log ja gestehen daß dir Berhältniffe seiner Familie nicht arawtWänzend feien, wie eS dm Anschein habe. Seine Eltern, 877. Innen ungeheurm, mehr als fürstlichen Aufwand gemacht, ihr Schloß und Gut in Böhmen nicht nur dreifav irmrißMuldet, sondern auch noch gegen hunderttausend Gulden
Schuldm hinterlaflen. Er habe stch bis jrtzl be diese Schuldenlast zu verrtngem und habe bereits 877. Ivummm darauf verwendet, die er von meinem Vater .. ^uimen. Die Haupt-Gläubiger des Gutes aber feien stine Verwandten und es komme jetzt darauf an, über ü vorcheilhafteS und günstiges Arrangement, wel-
F ne ihm angeboten, mit ihnen einig zu »erben. Ge ta-Jt dies, so sei Alle« gut und da» dauerndste Glück sei
gierung fich zu einer Revision der Verträge über da« Ver- hältniß Aegyptens zur Pforte verstehen werde. Der Khedive strebt unzweifelhaft die vollständige Unabhängigkest AegyptmS von der Pforte an, glaubt aber zur Erreichung diese« Ziel« nicht den Weg bet Verständigung mit Rußland, sondern mit der Türkei selbst einschlagen zu müffen.
Da« Ereigniß de« TageS ist der Uebergang der Ruflen über den Ba'kan. In der Stärke von 18 Bataillonen haben sie, von Bulgaren geführt, auf der Linie von Tirnowa nach Kesanlink den Tschipcapaß überschritten und sind in Jeni» Zagra. Verluste haben sie dabei nicht erlitten, indem die Türken, stch ohne zu feuern zurückgezogen haben, da sie zum Widerstande zu schwach waren. In Konstantinopel hat diese H obSpost selbstverständlich Schrecken hervorgerusen und sind sofort alle verfügbaren Kräfte nah Adrianopel geschickt worden. Daß die Ruflen sich die Linie von Sistowa nach Kesanlink gesichert haben, scheint außer Zweifel zu sein, da auch Nikopolis von ihnen genommen ist und zwei Armeekorps fich auf der eben genannten Linie bewegen. So wäre denn der vor langer Hand vorbereitete und mit großer Kühnheit durchgetührte Plan der Ruflen, den Balkan mit Umgehung des bekannten F-stungSvierecks zu überschreiten, einstweilen gelungen unter der Voraussetzung natürlich, daß die Ruflen bei lhrem Vorwärtsschteitm nach Adrianopel nicht euf unüberwindliche Hindernisse stoßen und im Rücken deS Balkans nicht von überlegenen türkischen Kräften angegriffen werden. Die nä hste Zeit wird uns natürlich über beioeS Gewißheit bringen.
Neueste KriegSnachrichtm:
Konstantinopel, 16. Juli. Der Direktor der rumelischen Eisenbahnen traf in Adrianopel ein, um alles Bahnmaterial wegzuschaffen. — Mchemed Alt Pascha ist in Risch eingetroffen. — Die Russen rücken auch tu der Dobrudscha vor.
Konstantinopel, 16. Juli. Rens Pascha, Com- mandeur der Armee von Adrianoprl, schickt sich an, die Russm, welche die Eisenbahnstation Jenizagta besetzt halten, anzugreifen.
Konstantinopel, 17. Juli. Der Minister deS Auswärtigen hat den Vertretern der Pforte im Auslände folgende Mittheilung zugesendet: Nach den der Pforte zn- gegangenen Depeschen haben die Russen mit einigen Bataillonen de« Balkan bei Bonghaz überschritten, wo nur ein Bataillon Türken zur Stelle war. Dasselbe mußte sich zurückziehen, nachdem es den Russen in heroischem zweistündigem Kampfe den Uebergang streitig gemacht hatte. Der Marin«Minister Reuf Pascha, welcher im Balkan gegen- wällig ist und nicht erwartete, daß die Ruflen an dem genann- ihm unv mir für die Zukunft gesichert. Nur dürsten sei e Verwandten nicht von Neuem erfahren, daß seine MeS- alliai $• trotz seines Versprechens noch sortbestehe. Sie würden sofort alle Verhandlungen abbrechen und Alles sei verloren 1 Darum noch eine kurze Zeit Geduld und der Sieg sei gewonnen l
Wa« sollte ich nach solchm Betheurungen thun? Ich glaubte dem Heuchler immer wieder von Neuem, der stch hoch und theuer verschwor und vermaß, daß Alles in Wahr- Jjdt fo sei, wie er mir mitgecheilt, daß die« die einzigen Gründe meiner Haft seien, wogegen er daran, daß mein Vater weder selbst komme, noch auf meine und seine, de« Grafen, Briefe antworte, keinerlei Schuld trage. Wir versöhnten UN«, um beim nächsten Zusammenkommen UNS wieder zu erzürnen. Immer jedoch hatte er neue Ausflüchte der Verzögerung, immer neue Versicherungen, daß Alle« bald zu Ende sei. Und so verstrich die Zeit, ohne daß eine «enderung meine« Verhältnisse« ober überhaupt eine Entscheidung meine« Geschicke« eintrat
Da, vor mehreren Wochen, sagte mir bet Graf, daß er abermals und zwar aus unbestimmte Zeit eine Reife nach Wien unternehmen müsse und hoffte er von dieser die endgültige Regelung seiner Angelegenheiten. Mit seiner Rückkehr würde Alles abgethan sein und wolle er mit dann doppelt versüßen, was ich bis jetzt erduldet. Lis dahin aber möchte ich noch Geduld Hatzen und mich ruhig und still wie bisher verhalten.
Ich versprach ihm das unter der einzigen Bedingung, bttfc feine Rückkunft aber gewiß und wahrhaftig der letzte Termin meiner Geduld fein würde und ich von da ab kein Mittel unverfucht lassen würde, die Fesseln meines Schicksal« zu brechen und mir Recht und Freiheit zu verschaffen l
Damit war et einverstanden. Er nahm den zärtlichsten
ten Orte übergehen würden, begab sich eiligst an jene Stelle' griff den Feind an und warf ihn zurück.
Alexandrien, 16. Juli. Ein weiteret Transport von 3000 Mann ägyptischer Truppen ist nach Konstantinopel abgegangen.
Athen, 16. Juli. Ein Dekret des König« ordnet die Schließung der Kammer an.
Wien, 17. Juli. Aus die Anfrage der rumänischen Regierung, ob Oesterreich gegen die Ucberschreitung der Donau durch zwei rumänische Armeekorps etwas einzuwenden habe, erfolgte der .Presse" zufolge die Antwort: Oesterreich wolle stch nicht in die mililärifcken Dispositionen Rumäniens einmifchen, gebe jedoch zu bemerken, daß es auf dem rechten Donau-Ufer absolut kein Gebiet für Seiten« Rumänien« zu machende Eroberungen gebe. — Ferner meldet die .Presse" au« Bukarest, 16 Juli. Heute Nachmittag wurde in Giurgewo von der entgegengesetzten Seite von Rustschuk her, starker Kanonendonner gebört. Die türkische Polen-Legion hat sich aufgelöst. — Da« »Wien. Tagbl." meldet aus Odessa: Vier türkische Monitor« haben in der Nähe von Sebastopol Anker geworfen.
London, 17. Juli. Der .Standard" schließt eine Bespr chung de« Balkan-Uebergang« Seitens der Russen mit der Versicherung, England werde gegenüber einer Bedrohung Konstantinopels durch die Russen nicht passiv bleiben und eine Besetzung Konstantinopels durch die Russen niemals zugeben.
Wien, 17. Juli. Einet Meldung der .Presse" aus Giurgewo zufolge ist die Bahnlinie Küstendsche-Czetnawoda sowie die Linie Jamboli-Karapunat unterbrochen.
»atyW Reich.
•• Berlin, 17. Juli Unter den Nachrichtm übet die auswärtige Politik macht augenblicklich hier die von bet Uebetschteitung be« Balkan durch die Russen den tiefsten Eindruck. Es ist allerdings abzuwarlen, ob die Haupt- macht den vorangehenden Truppen wird folgen können. Das türkische Telegraürm, welche« den Uebergang her Russen fiber den Balkan konstatlrt, aber dieselben als zurückge worfen erscheinen lassen will, erregt in Bezug auf seinen zweiten Thetl durch die absichtliche Zweideutigkeit der Fassung starken Zweifel an dem, was dasselbe behauptet. Die Ope rationen bet russischen Donauarmee zeugten bisher von einer so umsichtigen und vorsichtigen ßdtung, daß man nicht wohl annehmen kann, es habe stch bet dem lieber» gange über den Balkan nut um eine kühne Demonstration gehandelt. Sollte es der rujstschen Armee wirklich gelingen, n?ch Adrianopel vorzubringen, so können wir uns auf einen Schwarm von JnterventionSgerüchten gefaßt machen. In Abschied von mir, reifte ab und — als Leiche sehe h me ich ihn wieder I*
Beide Frauen, Esther vom Erzählen, Thekla vom Hö.en, waren so erschöpft, daß stch jetzt ihre Wünsche, für heute die Peinliche Unterhaltung au'zugeben, entgegen kamen, lieber dies wat es Abend geworden und Esther wollte stch an- fchicken, in ihre Wohnung im Geisterthurm zurückzukehren Hierüber aber erhob stch ein edler Streit zwischen Beiden, da Thekla unter keinen Umständen zugeben wollte, daß Esther in ihren Kerker zmückkehre, sondern von jetzr ab die Räumlichkeiten im Schlosse, aus die sie die unbeftrittensten Rechte ganz allein habe, wenigstens bis nach ausgemachter Sache mit ihr theile.
Noch waren Beide nicht einig geworden, als Richard stch melden ließ und der Gräfin Thekla die Mitch ilung machte, daß die Beisetzung der sterblichen Ueberrefte des Grafen nach alten Brauch um Mitternacht in das Erbbe- gräbniß der gräflichen Familie in der Schloßkapelle erfolgen könne, wenn sie, die Gräfin nicht anderer Meinung geworden fei. “
Gräfin Thekla machte Richard darauf aufmerksam, daß fie unter den fetzigen veränderten Umständen «ich: mehr allein darüber zu bestimmen habe, sei jedoch Frau Gräfin Esther damit einverstanden, so möge die Beisetzung geschehen, wie ste, Thekla, dieselbe mit Richard besprochen.
— Sie erklärte hierauf der Gräfin Esther, wie ste mit St<$atb beim Tode be« Grafen Übereingekommen sei, bie Beerdigung desselben in allen Ehren vor fich gehen zu lassen, um kein unnützes wldetwärtiges Gerede u ter bie Leute zu bringen und Esther erklärte sich gern mit allen Anorbnun- gen bieserhalb einverstanden.
treffen “m bk letzte« Anordnungen zu
^ekla unb Esther aber besprachen in aller Kürze chre