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Marburg, Sonntag, 15. Juli 1877. '
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und bei Simnitza noch an keinem anderen Punkte über die Donau gegangen. Von Simnitza au- entsandte man eine Colonne gegm Nikopoli, eine zweite gegen Rustschuk und eine dritte gegen Ttrnowa, welcher Ort am 3. d. von der Vorhut besetzt wurde. Zu einer Schlacht ist es weder hier noch in der Dobrudscha gekommen. Die Rumänen haben ihr Hauptquartier nach Pojana in der Nähe von Kalafat verlegt. In Asten hat sich daS Glück auch in der verflossenen Woche wieder gegen Rußland erklärt. Mukh- tar Pascha^ist in Kar« eingerückt und JSmatl Pascha steht
In der se r b i s ch e n Kammer ist e« letzthin sehr stürmisch hergegangen, indem ein Theil der Oppositionspartei aus- trat, ohne dadurch die gehoffte B-schlußunfähigkett zu Wege bringen zu können. Der Versuch, in Paris eine Anleihe abzuschließcn, kann als gescheitert gelten.
geleitet.
Oesterreich-Ungarn führt seine gesteigerte Krieg«' slschaft inS Leben und die Meinung befestigt stch, daß e lleberschreitung der Reichsgrenzen nach Bosnien nicht y. lange werde auf stch warten lasten. Hierbei würde i die Regierung wohl unzweideutiger Farbe bekennen xn, al« sie bisher für gut findet. Die offiziösen Eorre- vwzen geben den Ungarn noch die Versicherung, eS handle am eine Action, die ihre Spche gegen Rußland kehre,
h Gastein zur Nachkur reifen. Für die Rückreise ist in chburg, auf den 8. August, eine Begegnung mit dem lisn Franz Joseph in Aussicht genommen. Die preußi e innere Politik hat Sommerferien. Für die vom preu- chw Staatsministerium angeregte Vorsichtsmaßregel eines Meinen deutschen Pferde»Ausfuhrverbotes ist die Zu- imung der übrigen Bundes - Regierungen durch direkte ,Handlungen sehr rasch erlangt worden, so daß die bk- sfende Verordnung schon am Sonntag Abend in EmS e Kaiser vollzogen und am Montag im Reichsgesetzblatt fändet werden konnte. Die Verordnung ist lediglich eine Hchtsmaßregel, wie sie zur Sicherung des eigenen Pserde- «fs für das Reichsheer den Rüstungen der Nachbar- tttn gegenüber durchaus geboten erschien, ohne alle be-
1. Re- hwei- lussi- !ll In- 1614
1 (Fortsetzung.)
»Dasttlbe, waS Ihnen ein Recht geben wird, ein Gleiche« Mo, sobald Sie erfahren haben, «er ich bin 1" entgeg- I out flammenden Blicken die Dame. .Doch," fuhr sie I fort, „ich will sie keinen Augenblick über meine Per» 1 *a Ungewißheit lasten und so vernchmen Sie denn, daß i ich die Gemahlin des Grusen, des Herrn diesig Gute«, ki Schlosses bin und zwar, wenn man will, mit größerem F als Sie, da meine Ehe mit ihm bereits zwei und h halbes Jahr bestehl I Run was sagen Sie?* Über Gräfin Thekla sagte gar nichts. Ein leichter Ri entfuhr ihren Lippen und ohnmächtig sank ste in
mme ClaristaS. Eine lauge Pause trat ein. Auch -Dame deS Geisterthurms hatte stch erschöpft in einen *»tt gouteutl niedergelassen, während Rosa aus einer Mll-Karaffe der Gräfin Thrkla ein Gla« Waffer bot. Wem Ciartsta Die Gräfin besprengt, erholte diese stch WA wieder und blickte fragend auf Rosa.
.ES ist Wahrheit, gnädigste Gräfin", sagte diese, die sagenden Blick verstandest, „was Frau Gräfin Esther W gesagt. Auch ste ist die rechtmäßige Gemahlin Ihre« F>! Es war mir unmöglich, Ihnen auch die« entsetz- 'Teheimniß zu offenbaren, darum führte ich Sie hier- 'tonit Ste e« hier erfahren möchten!" Min wohl, Frau Gräfin", sagte Gräfin Thekla und Pjuif Gräfin Esther, wie Rosa die Bewohnerin de« «tthurmö genannt hatte, zu, die noch immer mit in Md gestütztem Haupte in tiefem Sinnen dasaß, „da« Kfol hat «ns auf eine entsetzliche Weise zusammeuge»
tnaea nimmt entgegen: tz^editiond.BlatteS, w s.Annoncrn-Bureaux , Th. Dietrich & Co. in u und Hannover; Th. «ich in Frankfurt a.M.; prnftein & Logier in Jfuit a. M., Berlin, uig, Cöln rc.; Rudolf re in Berlin, Frank
furt a. M. rc.
für das in. vuartal wer- lllHuUlly l II den von allen Postanstalten sh angenommen.
Der Abdruck des Tagebuchs eines Drei' chachtzigers aas dem beaisch'fraazSst. st» Kriege beginnt in nächster Woche.
, Die Exp. d. Oberh, .Zeit.
। führt und unS gleich unglücklich gemacht. Lasten Sie un« Freundinnen sein und uns trösten über den Verlust eines I Mannes, der un« zu gleicher Zeit verrathen und betrogen hat und der nicht wetth ist, daß wir ihm auch nur einen Gedanken der Erinnerung wechen! Folgen Sie mit aus Ihrer einfamen Klosterzelle und lasten Sie un« gemetn- schajtlich berathe» und überlegen, was uns in unserrn seltsamen Verhältniß zu einander zu thun bleibt!"
»Wa« uns zu chun bleibt?" rief Gräfin Esther, sprang wild empor, wie die gereizte Löwin und blickte Thekla mit flammenden Augen an. „Sind Sie ein Weib und fragen, was uns thun zu bleibt? Zch will es Ihnen sagen: Rachel Rache an dem Vrcräther, der zwei liebende Herzen vergiftet und gebrochen, Rache an dem Betrüger, der un« um unser Alle» betrogen, Rache au dem Nichtswürdigen, der über unser Leben nur Jammer und Elend gebracht, der unser Dasein, unsere Ehre mit Schande und Schmach besudelt und beschmutzt hat! Nur der Tod kann so ungeheure Fre vel sühnen! Führen Sie mich zu ihm und efl wird mir Wollust fein, falsches Blut zu vergießen."
Hochaufgerichtet stand st« da einer Rachegöttin gleich, mit flammenden Augen deren drohende Strahlen gleich rächenden Blitzen zuckten und glühten, ungeduldig ih, Op- sser erwartend; aber schön war ste auch in diesem wildto- beuden und doch so erhabenen Zorne, dem gerechten Ausdruck des tief beleidigten Weibe«, des in seinem Allerhei- ligsten beltioigten Weibe« — in feiner Lieb«:
»Zügeln Sie Ihre Leidenschaftlichkeit," sagte Gräfin Thekla, „mäßigen Sie den wilden Ausbruch Ihres immerhin gerechten Zornes, jene Frevel find bereits gesühnt, der Himmel hat schon sein Gericht gehalten — der Gras ist tobt!"
So wild und verheerend noch eben der Sturm der .Gefühl« bA Gräfin Esther getobt, so ruhig wnroe fie nach
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t chfcheint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage IhhirtH
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1 ________________________________________Sür in der Expedit,o» ,u erttietlenbe Auskunft und Annahme von Adreffen werden 45 Pf,, berechnet/ °
emt< Pelittsche Wachen, Uetznficht.
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PfenH Unser Kaiser hat am Sonntag seine Kur in EmS be tifter, btt und stch am Montag zum Besuche der Kaiserin nach Ülenz begeben, von wo er am Mittwoch nach der Insel ------ iinau abgereist ist. Von dort wird er am 16 d. M.
nicht zu ernstlichen Befürchtungen Anlaß geben, ist aber trotzdem ein nichts weniger als gutes. Große« Aufsehen erregt in Rom ein Prozeß, den eine Dame, die sich al« eine natürliche Tochter des verstorbenen Cardinal« Antonelli ausgibt, gegen besten Erben angestrengt hat.
Die f r a n z S f i s ch e Regierung hält den Tag, auf welchen ste die Wahlen zur neuen Dcputirlenkammer anberaumen will, noch immer geheim, rüstet stch aber aus voller Macht, um mit ihren officiellen Candidaten in« Feld zu rücken und die große Schlacht zu schlagen, welche die republikanische Phalanx zertrümmern soll. Jndesten die Zerfahrenheit ihrer eigenen Getreuen erschwert ihr die Rüstungen um so mehr, al« ste in sich selbst nicht« weniger al« einig ist. In der von Fourtou entworfenen Liste figuriren nicht weniger als 330 Bonapartisten neben 150 Legitimisten und einem kleinen Bruchtheil von Orleanisten. Die Anhänger be« „Roy" und die Abkömmlinge des JnlikönigthumS wollen aber mit den Kaiserlichen nicht« gemein haben und die Clerikaleu geben ihre Stimme keinem, der nicht auf die vatikanische Kirche und SyllabuS schwört. Diese Widerhaarigkeit macht der Regierung viel Kopfbrecheu«, so daß die Minister des Innern, deS Unterrichts, der Arbeiten rc. alle möglichen Droh- und «Schreckmittel versuchen, um die ihnen untergebenen Beamten unter der allgemeinen Fahne Mac Mahou'S beisammen zu halten. Die Republikaner sind dagegen guten MutheS. Sind von chren 363 Protestmännern auch drei abgefallen, einer gestorben und einer verdorben (nämlich Ordtnaire, der stch schlimmer al« sein Name besagt ausgeführt und recht schurkische Diuge begangen hat), so HStt die Maffe doch fest zusammen, so daß ThierS die Hoffnung hat aussprechen können, durch die Neuwahlen würden mindesten« 380 Gegner der Regierung in die Kammer kommen.
s Der spanische Congreß hat da« Budget mit 121 gegen 25 Stimmen angenommen. In der Rede, welche der Abstimmung vorauSgtng, erklärte Herr CanovaS bei Castillo, daß die Finanzlage sich beffere. Die Regierung habe auf fca« System der Anleihen zur Zahlung der Coupons verzichtet, da baffelbe für die Zukunft nur schlimme folgen haben könne.
n Der Zwiespalt, welcher in Bezug auf die orientalische Politik offenbar im englischen Cabinet herrschte, gilt für ausgeglichen; die Minister Salisbury und Carnarvon haben sich, wie versichert wird, der Mehrheit ihrer AmiSgenoflen angeschloffen, so daß die Regierung einträchtig an dem früher ausgestellten Programme unbedingten Schutzes der britischen Jntereffen festhält. Mau schließt aus dieser Annäherung, daß die Minister neuerdings vermehtte Gewißheit von weitgehenden Plänen Rußlands, nameallich von dessin Absicht, Konstantinopel zu besetzen erhalten habe.
Die Russen find außer bei Galatz-Braila-Hirsowa
Wend ste nach anderen Seiten nur von einer ruffen- >, »blichen „Parallel-Action" reden. Dieses doppelzüngige - Ä wirv sich nicht lange mehr fortsetzen lasten.
lufro $)a8 B stnven des Papstes soll zwar einstweilen noch
Neuntes Kapitel. --M- ...
Der Jude v»n Prag.
Ehe Thekla und Esther sich nach dem Ziünner der ersteren begaben, führte biefe Esther in das Sterbezimmer de« Grafen, wo besten Leiche bereit« be« Sarges wartete bet im Laufe des Tages von Prag eintreff en sollte.
Stumm und schweigend standen beide Frauen dem Tobten gegenüber, der bei seinen Lebzeiten beide so Unglück» lich, so namenlos elend gemacht hatte. Kein Wort der Klage, kein Laut des Schmerzes kam über Beider L ppen nur ihre Hände, die sich fest verschlungen gelten, zitterten krampfhaft ineinander und führten eine beredtere Sprache als ihre Lippen es vermocht hätten. '
„Gnade chm dort oben!" hauchte leise Gräfin Esther. Beide wandten stch ab und verließen das Todtengemach. In Tekla« Zimmer angetommen, warfen sich Beide
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lklichc Spitze gegen irgend eine besondere (Seite. Fürst t SBH mixet hat sich am Freitag in aller Ruhe auf längere chausn t mindestens sechs Wochen, mit Frau und Kinder nach 7 Tara Barzin begeben. Das feit dem 1. Juli in Thäiig<
Ättxel£ne Reichs-Patentamt hat unter dem 7. Juli d.n x f°"^tmttehöcden de« Auslandes seine Conffltuirung angezeigt d damit seine internationalen Beziehungen mit denselben
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition ».Blattes, ° sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co- in Frankfurt«. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl- ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C- Schlotte in Bremen.
, „ msche Noveste aus dem Kriege im Jahre 1866 von feflk Rudolf Wellnau.
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Tage-bericht.
Der „Reichs - Anzeiger" veröffentlicht eine Bekanni- machung des Patent-Amts, betreffend die HerauSgebung des im Vorlage von Karl Heymann erscheinenden amtlichen i „Patent-BlaUeS". ’>
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Neueste Kriegsnachrichten:
Konstantinopel, 13.Juli. EineDepescheMukhtar Paschas vom 11. Juli ntelret: „Heute verließ der Feind 1 daS Lager vor Kars und zog stch nach Cheipakil, Karragal und Sedikdire zurück; unsere Truppen haben da« Lager besetzt." — Die türkische Division bet Bajazid hat den Grenz- ort Skdir besetzt. — Außer den Militär- und Civil Gon- vrrnruren von Sistowa und Ttrnowa ist auch der Com- manbant von OSmanbazar nach Konstantinopel berufen, um vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden.
Petersburg, 13. Juli. Es betätigt sich, daß Ge- = netal Tergukaffoff, welcher nach türkischen Meldungen bereit« kapiinlirt haben sollte, Bajazid entsetzte, nachdem er die Türken geschlagen und 4 Geschütze erbeutet hatte.
London, 13 Juli. Das „Reuter'sche Bü.eau" ver- ' offentlicht folgende Depeschen: Ans Skutari. Der hiesige brstische Consul hat sich nach Cettinje begeben, um einen Waffenstillstand zwischen der Pforte und Montenegro in Vorschlag zu bringen. — An« Erzernm: Ismail Pascha hat mit Faik Pascha bei Thoparis die Verbindung herge- stellt. Da die Pest in Bagdad erloschen, ist bas dort zu sarnmengezogene Armee-SorpS mit einer Abtheiluug von Freiwilligen nach Mofful aufgebrochen, um von da nach Erzerum zu rnarfchiren. — Aus Varna: Eine türkische Fregatte hat Simferopol bombardirt; die übrigen türkischen Schiffe sind nach Sebastopol gesegelt.
diesen Worten. Sie roaif stch still bewegt in den Divan, bedeckte da« Gesicht mit beiden Händen, unter denen sitzt ihre Thränen heivoiflossm, und saß still und ruhig oa. Sie hatte also den Grafen tief und aufrichtig geliebt; dieser Moment de« stillen Schmerzes, der Theilnahme und RÜH ruug bei der plötzlichen und unerwarteten Kunde von seinem Tode bezeugte es.
„So ist er tobt," sagte ste endlich, ihre Thränen trocknend, „und ich habe auch da« nicht gewußt!"
„kommen Sie," forderte von Neuem Gräfin Thekla auf, „folgen Sie mit, Sie sollen Alles erfahren!"
Whcr hüllte sich in einen prachtvollen indischen Shaw! und zeigte sich bereit, zu folgen.
Alle verließen da« Gemach und den Geisterthurm, von deffen Geheimniffen man noch wenige Tage vorher sich so ganz andere, so ganz entgegengesetzte Vorstellungen gemacht hatte.