lenikr. toi
Marburg, Freitag, 13. Juli 1877.
XIL )atzrga«g
ieiig, Köln rc.; Rudolf H in Berlin, Frank
furt a. M. rc.
.«iaen nimmt entgegen: Expedition d.Blatte-, ^g.Annoncen-Burcaux , xh. Dietrich & Co. in jm und Hannover; Th.
in Frankfurt a.M.; Arnstein & Vogler in
OIittlicUcht ZkitiiW.
Anzeigen nimmt entgegen: die Gpredttion d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jägerische Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn» und Feiettagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „3I*fhrtirtei «,u«ta,»»latt" durch die Expedition («och'sche Buch drucke reis bezogen t\ Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches t Mark 59 Pf,, sexl. Bestellgebühr). - JnserttonSgebühr für di« gespaltene Zelle 1» Pf, Für in der Exveditto» zu crtheileud« Auskunft und Annahme von Adreffen werden Ai Pf,, berechnet.
Ba, -■ - ---------
II litt Hf li für baS m vaartal Iver- den von allen Postanstalten angenommen.
"Nd J Der Abdruck des Tageb«chs eines Drei' um dachtzigers ans dem dentsch-sranzSst» Uun Kriege beginnt in nächster Woche.
’ Die Exp. d. Oberh. Zeit.
sächsische Regierung verpflichtet fei, zu dem zwischen der preußischen Regierung und der Eisenbahngesellschaft abge schloffenen Vertrag ihre Zustimmung zu ertheilen. Ein einziger, übrigens ganz selbstverständlicher Vorbehalt ist dabei zu Gunsten SachsenS gemacht. Der § 12 deS Vertrages welcher die preußische Regierung berechtigt, alle auS dem Vertrage hervorgchenten Rechte und Verpflichtungen auf dcS Reich zu übertragen, darf nicht ohne specielle Einwilligung SachsenS in Wirksamkeit treten.
kunst
usen.
fernt, einen Abfall von den während der letzten Jahre
st Denkenden, in Religions - Dingen erfahrenen Mann liselhafi sein, daß die Herrschaft deS KatholiciSmu« schließ»
nur dabet gewinnen könnte, wenn in der protcstantlschen
96;
t Schein betzuwohnen.
94i
52* 981 1031
vA 64 98 246
84
7.
w«ld.
101s
SSj
i Ansprache des evangelischen Ober - Sirchenraih« an die :empst etlichen vom 3. Ncvember 1876 und die Erklärungen Mg I «Kultusministers im Abgeordnetenhause Bezug und schließt' Preni , Artikel mit folgenden Sätzen: AuS dem Allem ergibt tister, unwiderleglich, daß die vom Kirchen • Regiment neuer
ig, zu den hervorgetretenen Symptomen deS Unglaubens ---- b der Glaubens Fälschung eingenommene Stellung, weit
" lkündeten Bestrebungen und Grundsätzen zu bezeichnen, Lieht mit denselben in vollkommenster Uebereinstimmung 7°' t. WaS die Beziehungen der in Rede stehenden Ent- schast- gangen auf evangelischer Seite zu den Bestrebungen und «fichten der katholischen Kirche betrifft, so kann für keinen
kche auflösende Bestrebungen das Uebergewicht erhalten, - h dagegen die evangelische Kirche Deutschland« ihn große 1 cfgck nur dann erfolgreich weiter erfüllen kann, wenn ' t t SuSbau auf Grund deS positiven reformatorischen Be
wtnisteS kräftig durchgeführt wird. — Die „Prov. Corr " reibt bezüglich der Reisen deS Kaisers: Die Rückreise 1 Gastein erfolge vermuthlich am 8. August über Salz- ltz und die Ankunft in Berlin am 10. August. Im Laufe I genannten MonatS gedenke der Kaiser den Hebungen I Gardekorps und im September den großen Manövern
r«s-»b-richt.
Die„Prov Corr." weist in einem längeren Artikel die Ne, ihauplung zurück, daß in der neuerdings betonten Stellung I Kirchen Regiments zu den auflösenden Bestrebungen perhalb der evangelischen Kirche irgend eine Veränderung
Dt'l r kirchlichen Richtung der Regierung eingetreten sei. Sie 1 Mi dabei aus die Bestimmungen der Synodal Ordnung,
Die gestern erwähnte Nachricht deS „Berl. Börs. Cour/
Hecker OberappellationS-GerichtS lautet dahin, daß die
1391:
9911
6 die Entscheidung des Lübecker Ober BppellationSgertchtS Lachen der Berltn-DreSdener Eisenbahn wird unS jetzt 1871. 6 unterrichteter Seite bestätigt. Der Schiedsspruch des
AbM
jDie Waise hi Seuueuthul.
. Juli.
iwische Novelle aus dem Kriege im Jahre 1866 von Rudolf Mellnau.
(Fortsetzung.)
50,
li 2?
99,7$
98,-
78,i
8r
zum Besuch deS GeisterthurmeS benutzt und zwar läßig nur zur Nachtzeit um die Stunde der Mittet- Diese nächtlichen Besuche, so geheim sie auch immer
103,i 95,3« 92,K
247,1
Jener Eingang, gnädigste Gräfin, wurde niemals dazu zt," berichtete Rosa, ,0 ja, er hätte nicht einmal bewerben können, da, wie mir Wenzel gesagt hat, der lge Herr Graf aus Vorsicht den Schlüffe! dazu an genommen und erst wieder bei seiner Abreise in den !g an Wenzel zurückgegeben hat. Aber eS giebt noch U zweiten unterirdischen Eingang von bett Kellergewölben . Dieser kann jedoch nur von dem ausgefunden und
707« säet werben, der^biN GehetmniH kennt. Der btoße 75> fiüffel dazu nützt nichts. Dieser Eingang wurde fort- 90FMiend von mir, von Wenzel und von dem Herrn Grafen
E« ttfonben," sind gleichwohl hin und wieder von ben im 98,'7$ vterrain schlafenden Dienstleuten bemerkt worben unb 103,2 ring bat lick jener Aberalaube gebildet, daß eS im Geifter-
gz^ diese Ansicht unter den Leuten noch mehr gepflegt, —1 jenen Besuchen um so größeren Vorschub zu leisten 98,* b sie desto sicherer zu machen."
»Nun, tch danke Dir 'vorläufig, liebe Rosa, für Deine
Heilung," sagte die Gräfin nach einer Pause, »wir 18 Een der Gefangenen noch heute unfern Besuch abstatten J,- ich werde Dich dazu rufen laffen. Wir wollten eben 77,4ö 9t ben Eingang zum Grtsterthurm erbrechen, was nun M ^thig iß.-
| Ich hörte davon, gnädigste Gräfin, «ad wollte eia
\\ k«us hat sich jener Aberglaube gebildet, daß es im Geister- \ *m umgehe und nicht geheuer M. Von mir wurde na-
Jn Bezug auf uafere vor Kurzem gegebene Notiz über die Stellung der politischen Parteien in Sachsen zu einan» der und der daran geknüpften Bemerkung, daß die sächsischen Conservativen in einem Falle, in dem eS sich um die Wahl zwischen einem Nationalliberalen und einem Socialdewokraten handelt sich lieber für den letzteren entscheiden werden — nplicirt die in Dresden ertscheinende „Neue Reichszeitung" taS Organ der sächsischen Conservativen in iolgender Weise: Sie schreibt: „Diese Mitiheilung bedarf der Richtigstellung. ES ist durchaus unrichtig, daß die konservative Partei jemals mit den Socialdemvcratev pactirt habe, der Vorstand de« „Conservativen Verein« für da« Königreich Sachsen" hat vielmehr bei ter letzten Reichstagswahl die Mitglieder deS Vereins offiziell aufgefordert, in allen Wahlkreisen in denen eine Stichwahl zwischen einem Ratio aalliberalen und einem Socialdemokiaten stattfand, für den Ersteren zu stimmen. Wo e« sich nicht darum handelte, gegen einen Socialremocraten auszntreten, find die Conservativen selbstverständlich nie mit den Nationalliberalen gegangen und werden eS auch in Zukunft nicht thun."
In her deutschen und europäischen Preffe ist hier und da die Vermuthung ausgesprochen, der Präsident der französischen Republik habe mit der römischen Curie ein Schutz- und Trutzbündniß abgeschloffen. Wie man unS versichert, so hat sich Frankreich verpflichtet, bei bet nächsten Papst. wähl ben in btefer Beziehung von ben Mächten zu erwartenden Schritten die eine Beeinträchtigung bet Wahl in Aussicht genommen, sich nicht anzuschließen, wie überhaupt daS Jntereffe des PapstthumS nach jeder Richtung hin zu wahren. Daß die Spitze deS BündntffeS gegen daS deutsche Reich gerichtet ist, darüber ist kein Zweifel. Leider begegnen wir In Deutschland in dieser Beziehung einer Sorglosigkeit, die in der Lage der Dinge wenig begründet ist. Frankreich gegenüber wäre eine weit größere Wachsamkeit nökhig, da auch der französische Einfluß in Belgien augenblicklich die Oberhand zu gewinnen scheint. Der Clerus in Belgien ist augerordentlich lhätig in der Verdächtigung der deutschen Politik, welche letztere der belgischen Unob hängigkeit weit gefährlicher sein soll, als die notorischen
gewaltsames Eindringen eben übeiflüsstg machen," entgegnete Rosa, küßte der Gräfin die Hand und ging.
Als Rosa sich entfernt, brach btt der Gräfin bet gewaltsam zurückgehaltene Sturm bet Gefühle um so heftiger hervor.
„O mein Gott, mein Gott!" tief sie schmerzlich und von Neuern in Thränen auSbrechend, „was werbe ich noch Alles hören, was noch Alles erfahren muffen! Ach, liebe Clariffa," wandte sie sich zu ihrem Kammerfräuletn, vor dem sie kein Geheimniß hatte unb bas schon von Kindheil auf der Gräfin Herzens VePraute war, „wo sind wir hin- gerathen! Mit welchen Hoffnungen kamen wir hierher und wie haben sich diese erfüllt I Ist das nur denkbar? O mein Gott, mein Gott, wie hart und schwer prüfst Du mich!"
Born heftigsten Schmerze übermannt, warf sie sich laut schluchzend und jammernd in die Arme Clariffa'S, die ihre eigenen Thränen mit denen der Gräfin fließen ließ.
„Beruhigen Sie sich, Frau Gräfin," sagte Clariffa, „der Berräther, der mit arglosen liebenden Mädchenherzen sein Spiel getrieben, ist Ihrer Thränen nicht werth l Gott hat ihn bereits gerichtet, er hat seinen Lohn dafür!"
„Du hast recht, Clariffa," entgegnete die Gräfin stch ermannend, „ich werde suchen ihn zu vergeffen, der so einer erbärmlichen Handlungsweise fähig war! Doch zu ihr zieht es mich, Clariffa, zu ihr, dem zweiten Opfer seiner Nichtswürdigkeit! O die Arme darf keinen Augenblick mehr in ihrem öden Gefängniß bleiben !*
Mit diesen Worten eilte fie von Clariffa gefolgt hinaus, um Richard aufzusuchen und diesem die neue Kunde zu überbringen, sowie dann in Gemeinschaft mit ihm endlich dem geheirnnißvollen Geistetthurme einen Besuch abzustatten.
Sie fand Richard mit einigen feiner Leute vor dem Eingänge des Thurmes, wo er mit diesen berathschlagte, auf welche leichteste Weise der Eingang zu erzwingen sei.
Bestr.buogen Frankreichs, die belgischen Bertheidi^ungs- waffen in AngriffSwaffen gegen Deutschland zu verwandeln.
Wie unS mftgelheilt wird, so hat die englische Regierung in Veranlaffung deS CirculaischteibenS des türkischen Ministers deS Auswärtigen bezüglich der von den Ruffen in Asten und Bulgarien verübten Grausamkeiten an das Wiener Cabinet die Anfrage gerichtet, ob daffelbe geneigt fei mit England gemeinschaftliche Schritte der europäischen Mächte vorzubereiten, um der russischen Regierung Vorstellungen wegen deS Völkerrechts unb bte Priocipieu der Menschlichkeit verletzende Kriegführung zu machen. Das Wiener Cabinet soll darauf die Antwort gegeben haben, daß es bereits den österreichischen Gonfuln und Agenten in Kleinasien wie in der Bulgare! die Weisung habe zukommen laffen, über die behaupteten Grausamkeiten der Ruffen schleunigst Bericht zu erstatten. Wenn das letztere geschehen unb coastatirt worben, baß die türkischerseits behaupteten Thal- fachen in bet Thai begrünbet feien, werbe die österreichische Regierung stch den von der englischen Regierung beabsichtigten Schritten anschließen. WaS die deutsche Regierung anbetrifft, so scheint diese ben Schilberungen brr türkischen Behörden wenig Glauben zu schenken, Berichte von den deutschen Consuln übet von den Russen verüble Grausamkeiten sind bi« jetzt nicht eingelaufen, eine Aufforderung an die deutschen Agenten in Kleinasien unb an ber Donau zur Berichterstattung über die behaupteten Gräuel wird schwerlich erlaffen werden.
Neueste KriegSuachrichten:
Petersburg, 11. Juli. Officiell. Eupatotia, 9. Juli. Biet türkische Monitors beschoffen Eupatotia wäh renb 3^2 Stunden und gaben 62 Schüsse ab, ohne jedoch irgend einen Schaden zu verursachen. Die Ruffen etwider- ttn au« vier neunpfündigen Geschützen mit 36 Granat» schüfftn, worunter 6 Treffer waren. Nach bet Beschießung gingen die Monitor« wieder in See.
Wien, 11.Juli. Meldungen de« „Wien.Tagbl.": Turn- Severin, 10. Juli. Einet Meldung aus Negotin zufolge ist Widdin schwach besetzt, weil ein Thcil des Corps Osman Pascha'« zur Verstärkung der Besatzung von Nikopol! abgegangen. In Widdin wird Zuzug aus Sofia erwartet. . — Slatina, 10. Juli. Nlkopoli befindet stch noch in ben Hänben ber Türken. Zwischen Rahova unb Jglaz bauert die Kanonade ununterbrochen fort — Krajova, 10. Juli. Der Uebergong eines TheilS ber regulären rumänischen Armee über die Donau wird für morgen vorbereitet.
Wien, 11. Juli. DaS „Fremdenblatt" bringt eine Aufsehen erregende russische Zuschrift, worin Oesterreichs Erlaubniß zur Einbeziehung des serbischen G bieis in die
„Zerbrechen Sie stch den Kopf nicht weiter, mein Freund," sagte Gräfin Thekla zu Richard, „wie wir in den Thurm gelangen, wir haben bereit« einen Eingang gefunden, ber unS ohne alle Schwierigkeiten hinaufführt. Kommen Sie mit mit unb Sie werden das Nähere erfahren!"
Richard sah die Gräfin verwundert an, ließ seine Leute stehen und folgte Thekla in ihr Zimmer. Hier theilte bkfe dem Hochaufhorchendenden mit, was fie von Rosa erfahren und als sie zu Ende war, drang sie darauf, sofort die Befreiung bet unglücklichen Gefangenen vorzunehmen unb in Ausführung zu bringen.
Richard war natürlich gern einberftanben unb 81« ließ Rosa rufen. Al« Clariffa stch zu di" dem Zimmer entfernt hatte, fagte Richard^" Cer Belei- „Au der ganzen Mtttheitung, Frau tzverurtheilt den dieselbe von Rosa gehört, ist mir ein UmflaiM M.hr ahl verstorbener Herr Gemahl hat in jener Nachten in een für Wenzel hielt, feinen Reden nach, Wenzel v von 500 ten Befehl gegeben, die Gefangene des Gcisterlygte sofort seinem etwaige« Tode sofort in Freiheit zu setzen mehr von ihrer Ermordung zu reden. Daß von----
Mordanschlage gegen das Leben jener Unglücklichen u di« Rede gewesen ist, geht bestimmt ans dieser Andeutung hervor. Aber dm Auslastungen Ihres Herrn Gemahls zufolge wäre der Gedanke und die Anregung dazu nicht von ihm, sondern von Wenzel ausgegangen. Die Mitthei- lungen Rosas dagegen behaupten geradezu das Gegentheil. Wie dem aber auch fei, mir wollen die Auslastung Ihre« Herrn Gemahls, die derselbe kurz vor seinem Tode machte, für Wahrheit nehmen und fällt fomit wenigstens dieser blutige Schatten auf Wenzel zurück, dem ich eine solche grausige Thal Übrigens auch viel mehr zutraue, als dem Herm Grafen!"
„Ich danke Ihnen ffir Ihre güte und vortheilhaste