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für. 160.

Marburg, Donnerstag, 12. Juli 1877.

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Das so eben zusammengetretene ReichS-Patentamt hat i einer an die gleichartigen BehSrden des Auslandes ge, ichteten Zuschrift die Grundsätze seines Verfahrens aus-

Rach einer allerdings noch der anderweiten Bestätigung enden Mittheilung des Berliner Börsen-Courier hat Ober-AppellationSgericht zu Lübeck als Austrägal- z am Sonnabend die Streitfrage zwischen der König- sächsischen und der Königlich preußischen Regierung legen der Berlin Dresdener Eisenbahn-Angelegenheit dahin ieden, daß Preußen nach den vorhandenen Verträgen Bestimmungen berechtigt sei, den Betrieb auf der Berlin- dener Bahn zu übernehmen. Danach würden die andenen Abmachungen zwischen der preußischen Siaats-

Anzeigm nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

wird uns vielmehr hinzugefügt, daß die Stellung des Grafen Beust in letzter Zeit sich befestigt habe.

In der gcsammten politischen Welt hat die Aeußerung deS Fürsten Gortschakvff, daß Rußland jede Intervention der Mächte während der Dauer deS Feldzuges zurück­weisen werde, großes Aufsehen erregt. Da Rußland nicht entfernt die Macht besitzt, ein Eingreifen anderer Mächte in die Angelegenheiten der Türkei zu verhindern und seine eigenen Kräfte kaum auSreichen, um die Türkei in Europa und Asien zu besiegen, so nimmt man natürlich an, daß die russische Regierung auf Bundesgenossen in Europa rechnet. Wie uns mitgetheilt wird, so soll die italienische Regierung dem Petersburger Cabinet die bündigsten Zu- stcherungm darüber gegeben haben, daß wenn Ocherreich mit England zu Gunsten der Pforte interveniren werde, Italien mit seiner ganzen Armee einen Angriff auf Jstricen und Welschtyrol machen werde. Daß Frankreich in diesem Falle Italien nicht mit einer Invasion bedrohen wird, ist ganz zweifellos, da Deutschland sich moralisch verpflichtet fühlt, die italienische Einheit, um deren Zustandekommen cS unleugbare Verdienste sich erworben har, aufrecht zu erhalten. Es scheint uns demnach beinah gewiß zu fein, daß Oesterreich auch ferner aus feiner Neutralität nicht heraustreten und die Ruffen ganz ruhig über den Balkan nach Konstantinop-l marschiren lassen wird, ohne auch nur einen Schuß abzufeuern.

Die Einnahme von Tirnova, auf dessen hohe strategische Wichtigkeit schon wiederholt hingewiesen wurde, ist nun bestätigt, die Russen haben sogar über Tirnova hinaus mehrere Städte occupirt und da die Avantgarde der russi­schen Süvarmee, die aus den besten Truppentheilen gebildet, eine verhältnißmäßig starke ist (sie bestehl aus 2 Infanterie- Divisionen, 1 Schützenbrtgade und 4 dontsche Kosaken- Regimenter) so wäre eS nicht unmöglich, daß die Balkan­pässe von den Russen sehr bald genommen und damit dem Vordringen der Russen nach Konstantinopel die Wege geebnet.werden. Ob indessen das schnelle siegreiche Vor» rücken auf die türkische Hauptstadt, den Sultan zum Frieden veranlassen wird, steht noch sehr dahin, da die türkische Macht an der Donau außerordentlich stark ist und von den Russen selbst aus 165,000 Mann angegeben wird. Der rechte und der linke Ftüget der Ruffm an der Donau ist zur Zeit noch bedeutend schwächer, doch haben zwei Divisionen der Garde in Petersburg bereits Befehl erhal­ten, nach Rumänien abzumarfchiren, wo sie mit einem dort stehenden Armeecorps die Reserve bitten sollen.

Wa« sprichst Du, Unglückselige 1* fuhr die Gräfin d und entsetzt ans,Du kannst kein« Mord be- ? Wer heißt Dich, Jemand morden? Und wen Du morden?"

»Dort dort im Geisterthurm der gnädige Graf der Wenzel o mein Gott! Sie wissen ädigfie Gräfin, Sie wissen ja!" brachte Rosa in ab. «nm Sätzen hervor.

»Ich verstehe Dich nicht/ sagte die Gräfin mit gräß Ahnung, »von wem redest Da? So beruhige Dich und sprich vernünftig und deutlich!"

.Eie wissen es nicht, o mein Himmel 1" ries Rosa und sich die perlenden Schweißtropfen von Stirn und m.Sie wissen-eS nicht? O Gott und Sie es auch niemals erfahren! Darum sollte ich sie i damit Alle- begraben und vergessen sei l Aber ich

« Nicht, ich kann nicht zur Mörderin werden! Und

[Die Wnise t» Sanneuthal.

irische Novelle aus dem Kriege im Jahre 1866 von gmül Rudolf Welluau.

t (Fortsetzung.)

[7 No.

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Du solch', ich möchte sagen, närrisches Zeug durcheinander redest! Setze Dich zu mir und erzähle wir ruh-g und ver­nünftig, was Dich zu mir geführt. Sei versichert, daß ich Dir nur Dank wissen werde für Deine Mittheilungen, welcher Art dieselben immer fein mögen!"

Diese freundlichen herzgewinnenden Worte der selbst im höchsten Grade erregten Gräfin schienen endlich einen be- sänftigenden und beruhigenden Eindruck auf Rosas Gemüth zu machen, sie setzte sich zur Seite der Gräfin auf den ihr bedeuteten Sessel und begann:

fftdlltttflPlt für das in. Ouartal wer- den von allen Postanstalten ch angenommen.

Der Abdruck des Tagebuchs eines Drei« tzachtzigers aus dem deutsch>frauzöfi« Kriege beginnt in nächster Woche.

Die Exp. d. Oberh. Zeit.

. st- ist auch noch so jung und schön wie Gräfin, und doch auch so unglücklich!"

Liebe Rosa," sagte die Gräfin bewegt und gewinnendsten Tone,wir werden zu »einem «noe kommen, wenn Du so fortfährst. Wie kann ich erfahren, was Du eigentlich willst und von wem Du

Wie Sie wissen, gnädigste Gräfin, warm ich und Wmzel schon von K ndheit auf immer gute Freunde und so blteb es auch in späteren Jahren bis in unser Alter hinein. Er wußte Manche«, was ich nicht wußte und cheilte es mir mit, und ich erzählte chm Vieles dafür, wa« er wieder nicht erfahrm hatte. Was wir aber auch wußtm, erfuhr kein Anderer, in unseren Herzen war es verschwiegen und begrabm. ES wögen jetzt zwei und ein halbes Jahr her fein, als Wmzel eines Abends ziemlich bestürzt zu mir kam. Ich merkte et ihm gleich an, daß etwas ganz Be fovdereS vorgefallen fein mußte, obgleich er stch die größte Mühe gab, so harmlos zu erscheinen wie immer."

Nun was giebt's Neues, Wenzel?" fragte ich ihn.

Nichts Absonderliches!" mtgegnete er mürrisch und wortkarg.

Nichts Absonderliches?" fragte ich in pikirtem Tone zurück;das Absonderliche ist, daß Du mich Etwas weiß machen willst; ich sehe es Dir an der Rase an, daß Etwas

[fit Der telegraphische Verkehr zwischen dem russischen - jenen und dem deutschen Kaiser ifi ein außerordentlich ° dHafter. Kaiser Alexander hat in den letzten Tagen täg- f über die Erfolge und Bewegungen der russischen Trup i in Asien und Europa Bericht erstattet und vom Kaiser bkM Shelm die lebhastestm Beglückwünschungen erhaltm.

Th. Dietrich & Co. in ffel und Hannover; Th. ietrich in Frankfurt a.M.; wfenstein & Vogler in kfurt a. M., Berlin, ipjig, Cöln rc.; Rudolf ffe in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

ung und der Berlin-DreSdener Bahn, welche vom lHwdtage genehmigt sind (ZinSgarantie für die PrioritätS-

»Mir hat eS immer das Herz fast abgedrückt, gnädigste tstn ann Rosa von Nmem, die sich immer noch i beruhigen konnte,aber der Wmzel und der gnä 1 Herr Graf, ich durste ja nicht reden, so gern ich auch , l »echt hätte, ich durfte Ihnen nichts sagen, es wäre ~ i v Unglück, mein Tod gewesen! Jetzt aber, nun Beide * 'f i find, jetzt konnte ich nicht länger schweigen, eS trieb ' zu Ihnen, ich kann mein Gehelmniß nicht mehr allein ! Sie sollen es wissm, Sie sollen All.S erfahren!

kann das Schrecklichste nicht vollbringm, nein, nein, toten, gnädigste Gräfin, ich kann keinen Mord be-

, vmdergesetzt und zugleich den Wunsch auSgesprochm, mit 'KP6- m Patentbehörden deS Auslandes in Verbindung zu treten, m die Beschlüsse und Entscheidungen auf dem Gebiete deS 900S alent-WesenS, sowie die Veröffentlichung patevtirter Er- nbungen gegenseitig auszutauschen. Seitens der Patent» soll einPatentblatt" veröffentlicht werden.

Erfcheint täglich außer den Werttageu nach Soun-und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der»entli»en Xlwfrrivt.* Z~TT7?

Buchdruckerei) bezogen 8! «-rt, durch die Postümter des Deutschen Reiches t Mark 50 Pf,7 ^BestAlgebLhr).^-Mtwn»°N"r " geÄ^Brik 10°*f, °* f*e gftt in der Expedition zu -rtheüende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pf,, berechnet/ 8 m öeUe "*

...r' In verschiedenen Blättern begegnen wir der Nachricht nglifj 1 österreichische Botschafter in London werde binnen tig, ii «zem abberufen werden, weil seine Wirksamkeit in Lon s Tq > mit den Instructionen des Grafen Andrassy, dessen 'en i Ziehungen zum Fürsten BiSmarck noch immer als sehr tion' ,m bezeichnet werdm, in Widerspruch ständen. Wie

[11 »erfahren, entbehrt diese Nachricht der Begründung, eS

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fk, ««eigen nimmt entgegen: ^Expedition d.BlatteS,

Neueste KriegSnachrichten:

SSien, 10. Juli. DasTagblatt" meldet aus Bel­grad: Die Regierung hat in Paris eine Anleihe im Betrage von 2 Millionen Ducatm abgeschlossen. Fürst Milan inspicirte die in Negottn unter General Horvatovic stehen­den Truppen. Serbien schloß am 4. d. einen Allianzver­trag mit Rumänien ab. Der Zeitpunkt der Cooperation ist auf Mitte August festgesetzt.

Konstantinopel, 9. Juli. Ein Telegramm Der­wisch Paschas aus Saturn von gestern bestätigt, daß eine türkische Fregatte St. Nikolaus (Schefket'l) bombardirt hat. Die Türken landeten und vertrieben die Garnison, worauf die Expedition nach Datum zurückkehrte. Der Marinemi- nister Reuf Pascha ist zur I.spicirung dec Balkanbefestigun- abgereist. Das Corps Suleimann Paschas wird nach der Donau abgehen.

Sistowa, 5. Juli. Heute rückt hier das russische Haupiqnartier ein und wahrscheinlich auch mit diesem der Zar, welcher in dem Hause des Agenten der österreichischen Donau. Dampsschiffahrts. Gesellschaft wohnen wird. Der übrige Hofstaat wie die höchsten Generale wohnen in Zelten die so einfach sind, als eS das Leben im Felde erfordert' Drei Zelte sind von besonderer Größe die Speisezelte; alle anderm haben höchstens zwei Quadratklafter Flächen» raum Sie sind in Doppelrechm nebeneinander ausgestellt, so daß sie zwei Gaffenreihen bilden. Diese regelmäßige Gruppirung aber ist nur bei den Zelten jener Persönlich­keiten eingehalten, die zum unmittelbarsten Hofstaat zählen; den anderen ist eS freigestellt, die ihrigen dort aufzuschlagen, wo eS ihnen gut dünkt natürlich immer in der Nähe, aber ohne strenge Ordnung und Ranggliederung. Jever hat sich s unter einem Baume bequem zu machen gesucht um noch einen, wenn auch geringen Schutz gegen die glü­henden Sonnenstrahlen zu haben; selbst die Doppelleinwand der Zelte wehrt nicht die Glnih ab. Am besten ist noch der Großfürst-Thronfolger daran, der stch eine Kibitka hat anfschlagm lassen. Der Filz hält wirklich die Hitze ab und da durch Fenster und Lucken die Ventilation ermöglicht ist bietet die Kibitka noch den angenehmsten Aufenthalt. In Sistowa werden die Großfürsten wol wieder in Häusern übernachten können, denn Sistowa ist eine große Stadt unb die Bulgarenhäuser zeichnen stch durch solide Bauart vor dm rumänischen Häusern wohlthuend aus. Die Türken Häuser sind zwar auch leer, aber in diesen wird Niemand wohnen wollen. Einstweilen wurden sie der bulgarischen Legion zugewiesen, die nun in den Harems lagert. Die reicheren Türken find schon seit drei Wochen von Sistowa fort. Sie haben ihre Weiber und Schätze nach den großen Städten im Lande, nach Philippopel und Abrianopel, gebracht nur die ärmeren und der Kadi waren zurückgeblieben.

geschehen ist und es ist Unrecht von Dir, daß Du eS vor mir geheim gehalten willst! Womit habe ich Dein Mifi, trauen schon verdient?" W B

»Von Mißtrauen ist ja hier durchaus keine Rede, liebe Rosa, antwortete er begütigend.Aber eS giebt ein Un- ' glück im Schlosse, gieb Acht, Rosa, gieb Acht!"

Warum und womit sollte eS ein Unglück geben?" meinte ich.

SRun, so höre mir zu!" sagte Wenzel und begann zu erzählen:Unser Herr Graf hat in seiner früheren Gar- nifon ein junges schönes Mädchen kennen gelernt, das er heftig liebte und welches ihn eben so leidenschaftlich wieder liebte. Die Eltern des jungen Mädchens wollten aber, wie btH^Cre^tof mk "zählt, von dieser Liebe nichts wissen, weil sie bürgerlichen Standes find und unser Herr Graf keine bürgerliche Fran haben dürfe. Hierin hatten die guten LE wohl recht; denn wenn die Eltern des Herrn Grafen noch gelebt hätten, sie würden eine solche Heiruth ihres Sohnes im Leben nicht zugegeben haben. Aber kam noch etwas Anderes hinzu, was die Eltern jenes Mädchens nicht wissen konnten, wie diese es selbst auch nicht wukle bobm61^« ft iCbeffl°Df sündhaft ihr Herz verweigert unb 4®« m t einem bflen ia8en unb schönen Fräulein, wie t ötllo6t anb "beneiu war diese seine eben so gutem und altem «del wie der Herr

|Jber- konnte somit Ehrenhalber die« Brrhättniß Sjl, um jenes einzugehen, konnte aber auch von einer Liebe zu dem schönen bürgerlichen Mädchen nicht ab-

Er entschloß stch daher mit ihrer Einwilligung, sie zu entführen und hat ste am heutigen Abende hierher auf'- Schloß in Sicherheit gebracht!"

DaS war's, was dem armen Wmzel durch den Kopf ging und als er mir sagte, eS gäbe ein Unglück im Schlosse,