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Marburg, Dienstag, 10. Juli 1877.

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Httoen nimmt entgegen: Expedition d.BlatteS, d-Ännoncen-Bureaux a , Th. Dietrich & Co. in ' M und Hannover; Th. Aich in Frankfurt a.M.; , Lenstem & Vogler in , Murt a. M., Berlin, ^ig, Cöln rc.; Rudolf * Mfe in Berlin, Frank- » furt a. M. rc.

©lirrljcffifdjf jfitimo.

Anzeigen nimmt entgegen : die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld' C. Schlotte in Bremen.

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Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilagegixfhrtrtel e»nnt«g»»l<tt" durch die Expedition (Koch'fche Bnchdrulierei) bezogen 24 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 5« Pf,. <exl. Bestellgebühr). - Jnsertionsaebühr für die gespaltene ZeUe 1» Pf,. Für in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Adreffen werd« 25 Pf,, berechnet.

fßr das ni. ßnartai wer- iquuuiljjiu den von allen Postanstalten h angenommen.

Der Abdruck des Tagebuchs eines Drei« lbachtzigers aas dem deutsch fra«zSst. pn Kriege beginnt in nächster Woche.

Die Exp. d. Oberh. Zeit.

Tage-dericht»

Aus Berlin wird unterm 7. d. gemeldet: Fürst Bis»

irck, welcher vorgestern Abend von Friedrichsruhe zntück- jlY) $tt, ist heute Morgen mit Gemahlin und Tochier nach iwl« Wjtn abgereist. Sein ältester Sohn, Graf Herbert m El ismarck bezieht sib heute Abend zu einer mehrwöchigen [176 nt nach St. Moritz.

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MW r Berg - Akademie Dr. Wedding, Professor an der Uni tt rstüt zu Berlin Dr. WichelhauS. Die erste constituirende ta chung des Collegiums wird am Donnerstag den 12. Juli 10; «finden.

---- Die Ernmnung der 18 nicht ständigen Mitglieder des 9efui «entamtes ist nunmehr vollzogen und ist bereits publizirt.

I find dies die Herren AdmiralttätSrath Brix, Ingenieur her. j btm General - Telegraphenamt Dr. Brix, Direktor der TL-- tastSdruckerei Busse, Lehrer an der Gewerbe-Akademie msentiuS, Dirigent der Versuchsstation des Vereins der Hesse rischen Spiritusfabrikanten Dr. Delbrück, Lehrer an der w- und G werbe Akademie Dr. Dörgens, Oberberg- und _ u i Math Gebauer, Professor am Polytechnikum zu Dresden t, t. Hartig, Professor an der Universität zu Bonn Dr. . . chnann, Prosesior an der Berg Akademie Kerl, Direktor r Gesellschaft für Anilinfabrikation zu Berlin Dr. Mar- _ ü, Fabrikdirektor Prtzold, Direktor der Gewerbe-Akademie vleeux, Direktor de» chemischen Laboratoriums des Bei » a für Rübenzucket-Jnvusttie Dr. Scheibler, Dr. Siemens, «feffor an der Gewerbe Akademie Dr. $8 6er, Lehrer an

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!eigmß" herabgesunken zu sein. Dieser Mißbrauch>de

a die wird

Vorsichtige Politiker haben sich daran gewöhnt, die Nach- 897 ften über den Gesu dheitSzustand des PapsteS mit det- star- Reserve aufzunehmen, wie die früheren Gerüchte über Rücktritt des ReichskanzlerS In regelmäßigen Zwischen- «en werden über den Gefundheiiszustand deS Papstes ---- inruhizende Gerüchte in Umlauf gef tzt, anscheinend nut » l dem Zweck, um die Presse zu beschäftigen oder um die l9c 1 i Vatikan herrschende Thäligk tt zu maSkiren und dergl 1 bu' i sogar zum bloßen Lückenbüßer für gewifie römische »respondenzen und Journale scheint daSEuropäische

eS vollständig rechtfertigen, wenn wir dergleichen Nachrichten von vorn herein jegliche Beachtung versagen würden. Die neueste Meldung erhält dadurch einen besonderen Anstrich, weil sie über Parts bezogen ist und auf diplomatische Quellen zuröckreführt wird. Eben dies macht aber die Sache bei nahe noch verdächtiger. Ob indeß unser Verdacht ein be­gründeter ist, kann lediglich die Folgezeit lehren.

Vom Kriegsschauplätze liegen heute keine wichtigen Nach­richten vor, entscheidende Ereignisie sind überhaupt in den nächsten Tagen nicht zu erwarten, da die Russen auf dem rechten Donauufer sich erst sammeln und concentrirea müsien, bevor sie die regelrechte Belagerung der Festungen beginnen und die Türken in ihren wohlbefestigten Stellungen unweit des Balkan bei Tirnowa u. s. w. angreifen können. Die lctzreren werden etwa» verstärkt werden, da ein Theil der Truppen, welche bisher in Montenegro kämpften, bet türkischen Donauarmee zugesellt wird. In Asien dauert der Stillstand in den russischen Operationen fort, da die erwarteten Verstärkungen noch immer nicht angekommen sind. Rach türkischen Berichten sollen die Ruffen im vollen Rückzüge sich befinden, was jedenfalls übertrieben und in seiner Allgemeinheit unrichtig ist, nur die Rio-Armee, die nördlich von Ardahan steht, hat sich bis zur russischen Grenze zurückgezogen.

Daß das russisch rumänische Bündniß, deffen Borhan- densetn wir schon vor mehreren Tagen trotz aller Dementis meldeten, jetzt perfect geworden sei, wird nun auch von den der russischen Regierung nahe stehenden Blättern zugestan­den. Den Rumänen ist nicht nur die vollständige Unab­hängigkeit von der Türkei Seitens Rußlands zugestchert, Rußland hat sich noch verpflichtet für einen Gebietszuwachs feinen Einfluß etnsctzen zu wollen bei dem Friedensschluffe. Worin dieser Gebietszuwachs bestehen soll, darüber wird man nicht im Zweifel sein können; eS ist die Dobrudscha gemeint, während die Ruffen die Inseln deS Donaudeltas, die sie im Frieden von Adrianopel erhalten und im Krim­kriege wieder verloren haben, in Anspruch nehmen. Es scheint uns jedoch sehr zweifelhaft zu sein, ob die übrigen Mächte, namentlich Oesterreich, ihre Zustimmung hierzu geben werden.

Die Hellenen machen jetzt außerordentliche Anstrengungen, um sobald als möglich mit einer respektablen Macht auf dem Kriegsschauplätze zu erscheinen, auch macht die aufstän­dische Bewegung im EpiruS und namentlich in Thessalien bedeutende Fortschritte. Nach Thessalien sind von den Truppen, weiche bisher in Montenegro standen, erhebliche Theile abkommandirt worden, cS geht hieraus he-vor, daß

der Rath, der vor Kurzem von einer befreundeten Macht der Türkei ertheilt worden ist, EpiruS und Theffalien wie Candia freiwillig den Griechen zu überlasten, um die dort stehenden Truppen an der Donau bezw. Balkan verwenden zu können, gar nicht beachtet worden ist. Der Hochmuth und die Halsstarrigkeit der Tücken will sich nicht gut min besten Concefston herbeilasten; die Früchte hiervon werden natürlich nicht ausbleiben.

Aus Bukarest wird gemeldet, daß bis jetzt bereits 120,000 Rusten, darunter 20,000 Mann Kavallerie und 250 Geschütze, sowie ein BelagerungStrain, die Donau bei Sistowa pasflrt haben. Zwischen Simnitza und Turn- magurelli stehen etwa 80,000 Mann. Der Oberbefehls­haber, Großfürst Nicolaus, habe mit dem General Jgna- titff und dem Generolstab die Donau vorgestern über­schritten und das Haupl quartier nach Sistowa verlegt. Von Gefechten wird noch nicht gemeldet. Wie dem Standard von feinem Spezial-Correfpondeoten aus Orsowa gemeldet wird, haben sich russische Kavallerieabtheilungen, welche von Sistowa vocgegangen waren, auf der Straße von Nustschuk nach RaSgrad, der türkischen RückzugSlinte ge­zeigt. Die Brücke bei Simnitza, die seit dem 3. d. M. fertig ist, besteht, da zwei inmitten der Donau gelegene Eilande eine willkommene Unterstützung beim Bau boten, aus drei Theilen von denen der erstere 305, der zweite 48 und der dritte 188 Pontons zählt. Die Breite der Brücke soll aber nach einem Berichterstatter deS Standard eine so geringe sein, daß besonders breite Wagen sie nicht würden benutzen können. Es würde daher schwer halten, allein auf dieser Brücke die nöthigen Zufuhren für eine Armee von 300,000 Mann hinüber zu schaffen, falls eine solche einmal vollzählig auf türkischem Boden stehen sollte.

DerPresse" entnehmen wir die nachfolgenden bio­graphischen Skizzen der bet dem Donan-Uebergange bei Sistowa mehrfach genannten Generale Dragomirow und Richtet. Generalmajor Dragomirow hat sich bisher nur als Theoretiker einen Namen gemacht. Er war Professor an der russischen Kriegsakademie und ihr eigentlicher Leiter; verfaßte mehrere militärische Werke, die von den Fachkreisen so hoch geschätzt wurden, daß Dragomirow als eine Auto­rität in der Kriegsliteratur gilt. Als militärischer Autor hat er Über die Grenzen Rußlands hinaus Geltung erlangt und namentlich hat auch sein Werk über den preußisch- österreichischen Krieg im Jahre 1866, den er im preußi­schen Gcneralstabe mttmachte, große Anerkennung gesunden. Er ist jetzt eigentlich zum ersten Male in den Krieg ge­zogen und ihm wurde die große. Aufgabe zu Theil, daß er den Hauptüberganz einleiten folle. Als nach der KriegS- erkläru-lg der Erzbischof die Armee segnete, trat er an

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erfahren und ihr mit biifet Nachricht

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Unb that er eS nicht, wie wollte et

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Pf Aber was jetzt thun? DaS war nunmehr eine schwere V» oge für Richard. Sollte er bet Gräfin mittheilen, waS [flf6on dem Grafen erfahren unb ihr mit biifet Nachricht j# tob geben? Unb that er eS nicht, wie wollte et

Die Waise Ian Sonnenthal.

irrische Novelle auS dem Kriege im Jahre 1866 von Rudolf Wellnau.

(Fortsetzung.)

k hörte, daß dieser sehr gut geschlafen und sein Zustand h sonst p t, merklich gebessert habe. Richard war sehr ttt tu; lennoch vermied er eS, zu ihm zu gehen 61 zu einem'u.iern Gange entschloß er sich. Er ließ bei der Gräfin Thekia anmelden unb »at sofort von

1 «wpfangen.

»Nun, wie geht eS meinem Gatten?" kam ihm die G» entgegen.

tt Aufsehen zu erregen in daS Innere des GeisterlhurmeS lagen? WaS sollte auS der Unglücklichen werben, die rin schmachtete, wenn nicht Anstalten gemacht würben, ! ihr zu gelangen? Wenzel, bet bis jetzt für sie gesorgt f war tobt! Wer weiß, wie lange jetzt schon die Arme ohne Nahrung war. WaS sollte auch westet bet Unglücklichen geschehen, wenn Richard die Gräfin

ii in daS Geheimniß einweihte. Er konnte also un- glich schweigen, selbst wenn er gewollt hätte! ES war kk ein Verbrechen begangen, das an» Tageslicht gezogen mußte, mochten im Uebrigen die Folgen fein,

sie wollten.

Das war das endliche Resultat von Richard's Be- tv, f^UlNgM.

M s Während ihm dies Alle» durch den Kipf gegangen, e» Morgen geworden. Richard erkundigte sich bei Wärter de» Barons Oskar nach deffen Befinden

Ich verließ ihn, aiS er eingefchlummert war, Fran Gräfin," entgegnete Richard,den och bitte ich, sich nicht schon vor der Zeit großen Hoffnungen hinzugeben, von benen leicht das Gegenteil erfüllt werden möchte."

Sie fürchten also doch?" fragte die Gräfin mit ängst­licher Hast.

Ich fürchte nichts, Frau Gräfin," wat Richards Aut wort,nur möchte ich Sie gern auf Alles, selbst auf da» Schlimmste gefaßt und vorbereitet sehen!"

Sie sagen das in so eigenthümlichem mysteriösem Tone, daß eS mir fast wie eine düstere Ahnung überkömmt und Ihre geheimriißvollcu Worte mich mit leisem Schauer be» rühteu," sagte die Gräfin und suchte in Richards Mienen zu erforschen, was er hinter seinen Worten verberge.Sie haben ein neues Geheimniß," fuhr sie dann fort,was ist es, lasten Sie mich wiffen, was Ihnen begegnet ist, was Sie erfahren haben!"

Frau Gräfin," begann Richard in feierlichem Ton?, Sie haben recht, ich habe ein neues Geheimniß oder auch, ich bin der Enthüllung de- alten auf der Spur! Ja diesem Augenblicke möchte ich wohl wünschen, ich hätte die» Schloß, die» gehiimnißvolle Schloß nie gesehen! Es würde mich die Erfüllung dieses Wunsches der leidigen Pflicht übet- hoben haben, der liebenswürdigsten Frau eine Nachricht mstthe>len zu müflen, die ihre Brust mit Schmerz und Gram, ihr Herz mit Jammer und Wih erfüllen muß!"

Allmächtiger (Bott, was werde ich hören!" schrie die Gräfin auf,was haben Sie, tebeu Sie!"

Seiber muß ich teben, Frau Gräfin," sagte Richard, aber bitte, bleiben Sie ruhig I Ich habe Ihnen allerdings ein Unglück mitzutheilen, aber es wird nur größer, wenn Sie es ohne Faflung vernehmen!"

Ich bin gefaßt auf Alles, nur reden Siel" rief die

Gräfin unb konnte gleichwohl ihre Spannung uns Unge bulb kaum noch verbergen.

Richard erzählte nun bet Gräfin vollständig wortgetreu, was er während bet Nacht von ihrem Gatten erfahren. Gefaßt und ruhig, wie sie versprochen, hatte die Gräfin zugehört; als aber Richard das letzte Wort ausgesprochen, entrang sich ein dumpfer Schrei ihrer Brust und lodesbieich, mit, erloschenen Augen sank sie ohnmächtig in das Sopha zurück, auf das sie sich nieder geloffen. Richard, um nicht die Dienerschaft herbeizurufen, blieb noch mehrere Minuten und bemühte sich, die Gräfin wieder zu beleben. Als dies gelungen war und die Gräfin die Augen aufschlug, dankte fie Richard für die Diskretion unb bat ihn, ihr Zeit zum Sammeln und zum Ueberlegen zu geben, damit sie einen Entschluß fasten könne, was ihr unter so bewandten Um­ständen zu thun bleibe.

Als Richard sich zu dem Grafen begab, hatte sich besten Zustand bedeutend verschlimmert. Die Fieber - Phantasten waren in verstärktem Maaße zurückgekehrt und regten ihn so aus, baß ihm fortwährenb das Blut aus dem Munde floß, wie es auch die Brnstwunbe fortwährend bluten machte. Richard wollte ihn beruhigen eS war nicht möglich. AuS seinen Reden war nicht mehr klug zu werden, so wirr durcheinander kamen die wunderlichsten Worte und selt­samsten Namen zu Tage. Vorzugsweise waren eS zwei jüdische Namen, die er immer und immer auf den Lippen hatte unb bei allen anbeten Worten mit erwähnte. Es waten bie Namen Abraham unb Esther, bie et in den vetfchiebensten Variationen zum Ausdruck brachte.

Richard sah aus dem ganzen Wesen und Gebähten des Grafen, daß bei ihm keine Rettung möglich fei, daß e» mit ihm in Wahrheit zu Ende ging. Er hätte nun gor zu gern von ihm noch einige Aufschlüsse übet den Geistet- -thurm und feine Bewohnerin gehabt; ober nie er auch feine