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Marburg, Donnerstag, 5. Juli 1877.

XII. Jahrgang.

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^ihrmd dieser Erzählung war man zum Eingang bet pkrthurmeS gelangt. Wenzel blieb davor stehen, ohne ! Miene zu machen, denselben zu öffnen. Richard hatte »end dem Muße, die Bemerkung zu machen, daß der P»g zu diesem Thurm viel fester und stchrrer verwahrt zu dm andern. Die koloffale eichene Bohlenthür mrk mit Eism beschlagen, und ein ungeheuerer eiserner P zog sich in der Mitte quer über dieselbe hinweg, hefige- Vorhängeschloß hing daran und das Ganze * ta der That rin so veraltertes AuSsehm, al» ob Decmnien Niemand den Eingang passtet habe.

«evzel wollte jetzt weiter geh«. Richard aber, der tat nicht der Meinung war, daß sich da» Verbot Aasm auch auf ihn beziehe, sagte:

noch viel bester, die Berwickelungm, welche vorbereitet werden, auf der richtigen Basis zu reagiren, al» wenn sie ouf unvorbereitetem Boden verpuffen und dann ungehört und unbekannt verhallm. Un» scheint al» ob dieKrieg, in Sicht-Artikel" der Post heute viel mehr am Platze wären al» zu jener Zeit, als ste die Wellen ohne Grund sehr hoch gehen ließen.

Die Anrede, welche Mac Mahon an die Garnison von Paris gehalten, und in welcher derselbe auf die ihm ge­wordene Mission, d. h. den Staatsstreich zur Beseitigung der Republik hinweist, hat in der politischen Welt natür­lich eine große Sensation erregt. Man zweifelt nun nicht länger daran, daß der Marschall, mögen auch die Wahlen im republikanischen oder monarchischm Sinne ausfallen, zur Herstellung des Kaiserreichs schreiten und Napoleon IV. auf den Schild erheben wird, nachdem die Bonapartisten in der Hrmee und Verwaltung alle Hauptstellen eingenommen haben werden. An der Regenerirung der Verwaltung von den republikanischen Beamten wird noch fortwährmd gearbeitet. Da« französische Volk tu seiner Mehrheit steht der Ent­wickelung der Dinge mit großer Gleichgültigkeit zu.

Alle Nachrichten, die vorn astatischen Kriegsschauplätze vorliegcn, lauten für die Ruffen äußerst ungünstig. Ueberall, wo e« zu Kämpfen zwischen Ruflen und Türken gckommm ist, haben die ersteren den Kürzerm gezogen, in der Nähe von Erzerum, wie bei Batum und Bajazid, welche« von den Türkm eingrschlosten und noch immer nicht von den Ruffen entsetzt worden ist. Allerdings haben die Rusten mit Ausnahme von Bajazid ihre früherm Positionen nicht verloren und werden ste auch wohl noch behaupten, indessen während die Türken in letzter Zeit au« Aaatolien nicht unerhebliche Verstärkimgeu erhalten habm, sind einzelne rusfische Trnppenlheile in dm letzten 14 Tagen in Folge der starken Verluste, die ste erlitten, ziemlich zusammen ge> schmolzen, so daß eine schleunige Verstärkung der russtschen KaukasuSarmee dringmd nothwmdig ist. Man schätzt zwar die Zahl der russtschen Troppm noch hmte auf mehr al» 90,000 Mann stark, indessen hiervon gehm mindesten« 1520,000 Mann ab, die zur Bewältigung bez. N edec- haltuug der aufständischen Bergvölker verwendet werden wüsten. Mit den übrig bleibendm Truppen können aber die Aufgaben nicht erfüllt werden, welche sich die russtiche Kriegführung in Asten gestellt hat. E« sollen denn auch schon zwei Divisionen out dem Innern Rußland« zur Ver­stärkung der KaukasuSarmee anrücken, ob dieselben aber uo h in diesem Moment auf dem Kriegsschauplatz ankommen werden, scheint zweifelhaft zu sein. WaS die Lage auf dem europäischen Kriegsschauplatz anlangt, so ist der Douau-

Nun, wollen wir nicht eintteten?"

»Ich habe ihnen eben den Befehl deS Grafen mitge- geihetlt und finde deshalb ihre Frage sehr verwunderlich entgegnete Wenzel.

»34 will doch nicht hoffen, daß Du mit dm Eintritt in den Thurm wehren willst?" fragte Richard eben so verwundert, wie eS anscheinend der alte Diener war.

»Ich kann nur dem gemeffenen strengen Befehl meines Herrn nachkommm und muß Ihnen somit erklären, daß ich auch Ihnen dm Thurm nicht öffnen barfl" sagte im bestimmten Tone und mit Achselzucken Wenzel.

»Hat Dir die Frau Gräfin nicht mitgetheilt, daß Du meinen Anordnungen und Besehlm Dich unweigerlich zu unterwerfen hast, al« ob e« ihre eigenen wären?" fragte Richard weiter.

Gewiß hat ste d»Sl" antwortete Wenzel.

So befehle ich Dir im Namen der Frau Gräfin unverzüglich und unweigerlich den Thurm zu öffnen I" be­fahl Richard weiter.

Ich sehe mich außer Stande, diesem Befehle der Frau Gräfin, auch mit eigenem Munde mir ertheilt, Folge zu geben l" erwiderte mit größter Ruhe und zähester Hartnäckig- kett der alte Wenzel.

Wa« sollte Richard thun? Es wäre ihm ein Leichtes gewesm, dem alten Manne gegenüber Gewalt anzuweudm und dm Eingang zu erzwingen. Dennoch nahm er An­stand dies zu thun, um es nicht von vornherein gleich aufs Aeußerste zu treiben. Daß aber die zähe Wider- fpmstigkeit des Alten feine Neugier nur um so mehr reizte, auch das Zrmere dieses Thurrne« zu besichtigen, ist begreif­lich. Deutete nicht schon die sonderbare Benennung de«- selben, wenn auch nur im Munde deS Volks, auf ein Ge heirnniß? Dazu der Befehl des Grafen und die ängstliche Gorge de» Dimer», diese« ans da» Pünktlichste uachzu-

inii arbui Anzet ru i Den

Di

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Btattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in

DaS Reichs-Patentamt hat kaum einen Tag feiner amt« en Thätigkeit hinter sich und schon liegen ihm gegen 400 tmtgesuche vor. Da diese neue Behörde noch nicht voll- Mmen conftituitt ist, so wird auch voraussichtlich foscheidung über die vorliegenden Gesuche erst nach Witiven Constituirung erfolgen können.

ä: daß e« im Werke sei, ein Pferdeausfuhr Verbot zu >ffm. Nach dm un« auf unsere eingezogenrn Jnfor- tionen zugegangenen Mittheilnuzm ist allerdings diese «chncht vollkommen richtig. Die von dm verschiedensten *a angestellten Ermittelung« haben ergeben, daß nicht die Pferbe-Ausfuhr in einer Weise, sondern auch ittde 4 solchen Richtungen hin zur Ausführung gelangt ist, 1, s< ich« selbst einer weniger aufmerksamen wie die deutsche C« zierung, Veranlaffung geben könnte, in entschiedmer n m list den Riegel vor eine Situation vorzuschieben, welche lade j Stande ist, dem gefammten Reich und seiner Sicherheit ta empfindlichen Schaden zuzuführen. Das Pferde- , «fuhr-Verbot wird, wie wir hören, schon in der aller- hften Zeit proklamirt werden, und wir wünschm ____. daß dadurch der Zweck erreicht wird, um die Wehr- iizkeit deS Lande- ganz abgesehen von den land« l lhschaftltchen Bedürfniffen auch nach keiner Seite

ia Frage zu stellen. Die Revanche Gelüste der fran- chm Nation werden bei dem deutschen Volke nicht auf i ide unvorbereiteten ®oten fallen. Aber es ist eben

wische Novelle au« dem Kriege im Jahre 1866 von Rudolf Welluau.

(Fortsetzung.)

hjtigen nimmt entgegen: ^gfliebttiD« d.Blatte«, .ied.Annoncen-Bureaux ne Tb- Dietrich & Co. in lejs-l nd Hannover; Th. jtttrid) in Frankfurt a.M.; Eisenstein & Vogler in onikfurt a. M., Berlin, yijig, Cöln ic.; Rudolf hffe in Berlin, Frank-

Frankfurt a. M.; Jäger'sche

Buchhandlung daselbst;

Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in

Berlin; SB. Thienes in

Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

---1 Wie wir hören, hat ber erste dortragmbe Rath ie,*iglichm Staatsministerium, Wirkliche Geh. Ober Reg.-

1 -ch Z'telmann seine Entlaflung bei ber Staatsregierung angen gereicht, und ist biefelbe genehmigt worden. Geh. Rath Iteimann tritt in Ruhestand, den er in mehr als 40 Jahren Bank chl reichlich erworben hat.

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Übergang noch immer nicht vollständig bewerkstelligt wordm Jedoch wird da« bislang noch nicht möglich Gewesene wohl noch im Laufe dieser Woche möglich werden, und die Ruffen werden alsdann mit ihrer ganzen Macht auf dem rechten Donau Ufer stehen. Daß die Hauptmacht der Ruflen in der Stärke von mehr als 100,000 Mann mit Umgehung des Festungsvierecks direkt auf den Balkan zu operirt, haben wir schon früher gemeldet; das nächste Ziel der Ruflen ist das unweit deS Balkan gelegene Tumova, wohin sich die Türken in starker Anzahl zurückziehe, und mit defleu Ein- nähme der Feldzug über den Balkan schon halb und halb gewottnen wäre.

Neueste KriegSnachrichtm:

Konstantinopel, 3 Juli. Der Minister deS Aus­wärtigen hat den Vertretern der Pforte im Auslande Fol­gendes mitgetheilt: Der Commandant von Suchum Kale telezraphirt: 15,000 Ruflen griffen am 26. Juni in drei Solennen die Türken bei Oischamtschira an. Trotzdem die Ruflen stch noch weiter verstärkten, wurden sie nach einem langen und hartnäckigen Kampfe doch zum Rückzug ge­zwungen, der ungeordnet und unter Zurücklassung einer außerordentlich großen Anzahl von Todtm und Verwun« bete« vor sich ging. Die russische Division, die im Gebiete »laschgert operirt, beging auf ihrem gezwungenen Rückzüge überall Grausamkeiten. Die von ihnen durch­zogenen muselmännischen und christlichen Dörfer wurden angezündet, die Einwohner geplündert. Diese Meldung wird auch anbertoeitig bestätigt.

Konstantinopel, 3.Juli. Die Abreise beSKriegs- Ministers Rebif Pascha nach Schumla in Begleitung Na mit Pascha'« erfolgte auf Beschluß be« Ministerraths. geht bad Gerücht, bie Belagerung von Kars sei auf- gehoben» i

Wien, 3. Juli. Einem Telegramm betNeven fr. «e* au« Widdin vom 2 Juli zufolge hätte ba« tür­kische Casematt-KauonenbootPodgorizza" bei Rahowa einen russischen, mit Munition belabrneu Dampfer in ben i Grund gebohrt.

Krakau, 2. Juli. DemCzaS" wirb au« Abria­nopel gemelbet, daß im Balkan Gebiete, besonder« bei Sofia, Slivno, Schubko, Philippopel und Adrianopel, desgleichen in Konstantinopel aufs Eiligste Befestigungen vorgenommen wurden. Konstantinopel solle aus der ganzen Strecke vom Marmora-Meere bis zum Schwarzen Meere durch Be­festigungen gedeckt werden.

Galatz, 2. Juli. Die englischen Consul« in den Plätzen an der unteren Donau sind von ihrer Regierung angewiesen worden, wegen der von den Türken behaupteten, kommen. Das Alle« deutete auf ein Mysterium, vor welchem Richard stand, das aber zu enthüllen und vollständig zu erforschen er den festen Willen hatte. Vielleicht stand das­selbe zu der nächtlichen Erscheinung geradezu in nächster Beziehung, vielleicht lieferte eS ihm den Schlüffe! zu j-ner. Diese Annahme schien ihm mit jeder Minute mehr Ueber- zeugung zu werden, wie ihm zugleich klar wurde, daß er e» mit dem alten Wenzel jetzt nicht verderben dürfe, da dieser jedenfalls nach dieser Seite hin die wichtigste Person im Schlöffe war.

Rach diesen Bettachiungm, die in rascher Folge durch Richards Kopf gingen, entschloß er stch, unverzüglich zur Gräfin zu gchm, dieser die hartnäckige Weigerung deS alten Wenzel mitzutheilen und sie zu verqchgen, entweder dem Wenzel das Oeffien deS Thurmes selbst zu befehlen oder aber ihm selbst Eclaubniß erteilen, sich gewaltsam Eingang in das Innere deS Thurmes verschaffen zu dürfeu.

Gräfin Thekla erstaunte nicht wenig, al« et aber ge- enbet, »ar ste selbst unschlüssig, was ste beginnen sollte. Sie erzählte Richarb, baß ihr j tzt alletding« Manches in bem Benehmen ihre« Gatten bezüglich be« Geisterthurms fonbetbar vorkomme, worauf ste früher nicht geachtet. Als sie bei ihrer Verheirathung vor etwa zwei Jahren ihren Einzug im Schlöffe gehalten, habe ihr Gatte ste ebenfalls überall Hemmgeführt, aber j nen Thurm habe auch ste nicht betreten. Aber auch «Lhreub ihre» ganzen Aufenthalt- auf

P »och nicht ein einzige- Mal in ben Grtfterthurm gekommen. Sie habe natürlich burchau- vicht» baimtf gegeben nnb fei bet Meinung gewesm, daß da- Jnnere deflelbm keineswegs etwas SehenwertheS enthalte und dabei sei eS verbliebm. Gleichwohl erinnere sie sich daß öfter schon unter ben Litten im Schlöffe die Rebe bavon gewesm, wie e- manchmal zur Nachtzeit im Geister­thurm laut gewesen fei unb wie man ben Grafen, «einen

L®rei Eckthürme unb ben Haupthurm hatte man besucht t war jetzt auf bem Wege zum vierten, dem sogenannten Verthurm. Mit diesem nun, berichtete Wenzel auf dem » dahin, habe es seine eigme Bewandtniß; er sei das gliche Schloßgefängniß gewesm, werde auch gegen- ttig noch zeitweise dazu benutzt und stehe somit immer ^venig in Verruf. Man habe ihn dm Geisterthurm »t, weil bie gemeinen Leute beS Schlöffe« von jeher wpttt habm, e« fei in seinem Innern nicht ganz ge­

rn ganz vorzüglich scheue man aber zur Abend- und Hobe, hizeit feine unheimliche Nähe. Der Herr Graf habe unb! 1 auch ein für alle Mal den strengen Befehl ertheilt, e« » .Thurm niemals ohne feine ausdrückliche Erlaubniß

Wm und Niemand den Eintritt in da« Innere zu «tten.

Die politischen Verhältnisse liegen im Augenblicke höchst iunba mthümlich. Diesaure Gurke" Hot stch in der überaus tz«, Zeit in einet Weise herauSgebildet, daß ste nichts ehmei! i wünschen übrig läßt. Und weil die Zeit der politischen ebene mbinationm hierdurch viel früher eintritt, als ste sonst - Mich zu erwarten wat, so muß man auch wiederum schrih »Verhältnissen Rechnung tragen. Wenn man nach dm ymblicklich vorliegenden Verhältnissen die Situation Mg beurteilen will, so liegen bie Verhältnisse äugen« ist Mlich so, baß baS bmtsche Reich vermöge der tief durch- Cbtt htm Politik seines Reichskanzlers in bet Lage gewesen b auch noch heute ist, ben europäischen Großmächten