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Marburg, Mittwoch, 4. Juli 1877.
XII. Jairgaig.
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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jüger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in
Elberfeld; C. Schlotte in
Bremen. •
Erscheint tiiglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wScheutlicheu Beilage „3I*trtrM durck di- «rv-ditiun
bezogen Sh «ark durch di- Postämter des Deutschen Reiches 3 «art 5« ff," (erf. !*’SS R flÄ« 8X1S U *
W in der Expedition zu ertherlende Auskunft und Annahme von Adressen «erden 35 ff,, berechnet. °
«Mcigcn nimmt entgegen: yt Expedition d.Blattes, fovit d.Annoncen-Bureaux Wn Th. Dietrich & Co. in jkffel und Hannover; Th. ' Dietrich in Frankfurt a.M.;
L-asenstein & Vogler in Kankfurt a. M., Berlin, Senzig, Köln rc.; Rudolf Mise in Berlin, Frank- furt a. M. rc.
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Tage-bericht.
Die 4prozentige deutsche Reichsanleihe hat einen sehr
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J tie „Moskauer Zeitung* brachte kürzlich die absonder- y I klingende Nachricht, daß der Papst an Ka.ser Alexander -tcn Wl drief gerichtet habe, Vorschläge für e ne griechtsch- chloj
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tonen sehr entgegen seien. Die Majorität für eine cre Forderung set keinesfalls sicher. Unter solchen Um- >den hob Lord Beaconsfield die Sitzung auf.
Derby und ich fett fechS Monaten abzu «enden verhoben.* Lord Beaconsfield, höchlichst erzürnt, wollte nachgeben. Aber der Schatzkanzler bewies, daß selbst den konservativen Mitgliedern des Unterhauses recht der Forderung eines Credit'S von mehr als 2Vr
Die Waise tz,a Souarnthal.
Novelle aus dem Kriege im Jahre 1866 von Rudolf Wellnau.
(Fortsetzung.)
einS aber möchte ich Sie noch bitten, Fra«
DaS „Memorial diplomatique* erhält aus London Bericht über die „letzte* Sitzung des englischen isterraths, der sich durch eine sehr lebendige Debatte gezeichnet haben soll. Lord Beaconsfield habe erklärt, ß von dem Hause der Gemeinen ein Kredit von 10 iüionen Pfd. St. gefordert werden müffe, während Lord rby der Ansicht war, daß 5 M llionen hinreichend seien, a erhob sich Lord SaliSbuiy sehr ungestüm und sagte: Wenn mehr geford rt wird als 2*/2 Millionen, trete ich i.Lck; Sie beschleunigen den Heretnfiurz einer KrisiS, die
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jggern des GcistrrthurmeS darauf geantwortet. Es habe 76 * jedesmal eine Stunde gedauert, dann sei Alles wieder
OlicheS Aechzeu und Stöhnen in der Nähe dcü soze- .j tuten Geisterthurm.s gehört hätten. Auch set Ihnen 1 'j8 gekommen, als habe eia leises Wimmern aus len t&78g*tn deS GcistrrthurmeS darauf geantwortet. Es habe
hastigen Erfolg gehabt, indem der aufgelegte Bettag von keter 13 Millionen nahezu achtfach überzeichnet wurde. Die der, Zeichnungen machten einen Betrag von 335 Millionen mS. Die Anleihe ist wohl lediglich im Jnlande plecirt r ^Morden. ES mag die» ein Beweis fein, daß für sichere t Jc‘ ßalagen Geld genug im Lande vorhanden ist und eS wäre 1671 Meicht für den Wohlstand des Landes ganz gut, wenn ... vaS Reich oder Preußen von feinem Credit einen unfang- 'rrtcheren Gebrauch machen würde. — Wenn das viel ^verbreitete Gerücht, es werde ein Pferde Ausfuhrverbot X Erfolgen, sich bestätigen sollte, so würde der Anlaß zu !Kt' solchem Verbote nicht in politischen, sondern in landwirth- I Lich-ftlichen Jnteresien liegen.
, R und Weise und der Gestalt gewacht, unter welcher Clw”™ besaht drohe. Wollen Sie daher Nicht die Güte Tften, mich etwas Bestimmte» darüber reiften zu lassen, D>it ich im Stande bin, meine Maßnahmen danach zu rotW<ifen ?“
। Den Statistiken de» „Büreau Derita»* zufolge gingen i M Monat Mai cr. 141 Segelschiffe verloren, worunter mglischr, 33 amerikanische, 20 französische, 12 norische, 7 deutsche, 6 italienische, 3 dänische, 3 griechische, isterreichische, 2 spanische, 2 portugiesische, 1 holländisches, schwedische», ein« au8 Nicaragua und 8 deren Nativnali unbekannt geblieben ist. Ja der obigen Anzahl befin- stch 15 Fahrzeuge, die als vermißt gemeldet werden. Dampfer gingen drei verloren, und zwar 1 englischer, norwegischer und 1 portugiesischer.
-g~i™,* nahm Richard weiter da» Wort; wie mir von [1^ »Rem Vorgesetzten, dem commandirenden General, witge- eiit wurde, haben Sie bereits eine Andeutung von der
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,O gewiß werde ich das und würde wich auch ohne He Aufforderung für v.rpfl chtel halten, Ihnen über das ® m ch für meine Sicherheit besorgt macht, m ine 2 K ^tn hmungen und Vermuthungen, mtizuthetlen; erwi- zndiz die Gräfin. „Aber freilich, es sind eben nur Vergeb jungen, und außer den Wahrnehmungen fehlt mir Altt 3 Anhalt, Ihnen etwas Bestimmtes eröffnen zu können, ief. *4, hören Siel Kurz nach der Abreise meines Gat en [17 l Armee wurde mir durch unsere Mädchen hinterbracht
■““be im Erdgeschoß unter Ihrer gegenwärtigen Wohnung Schlaskammer haben, wie sie um Mitternacht ein
1 Uno ruhig gewesen. Um mich nun selbst von der j Ortzeit der Aussage der Mädchen zu überzeugen, habe r. «Al in Gegenwart meiner Gesellschafterin, meines Stu- —' Mädchens und de» alten Wenzel, unseres Kastellan«,
orthodoxe und römisch-katholische Allianz gegen den Protestantismus und den Unglauben enthaltend. Der römische Korrespondent der „Times* erklärt diesen Brief für apokryph, was jedoch die Möglichkeit nicht ausschließt, daß der Bries dennoch ächt ist. Das Moskauer Blatt kann wohl kaum zu der Sensationsprefte gezählt werden. Wir möchten daher, ehe wir den Brief für apogryph halten, ein zuverlässigere» Dementi abwarlen.
Die Situation auf dem Kriegschauplatz au der Donau hat sich in den letzten Tagen nicht wesentlich verändert. Der Uebergang der Russen über die Donau bei Simnitza dauert ununterbrochen fort, russische Plänkler sollen sogar Lon bis in die Nähe von Tirnova vorgedrungen sein. DaS Bombardement zwischen Rustschuk und Giurgewo wird unablässig fortgesetzt. Wir entnehmen hierüber noch folgende Mtttheilungen d. d. Rustschuk, 28. Juni, der „N. Fr. Pt.*: Gestern Nachmittags um halb 6 Uhr eröffneten d e Russen abermals ein verheerendes Bombardement gegen Rustschuk. Sie überschütteten die Stadt mit Brandgeschossen, die sofort Brände hervorriesen. Die Häuser bis zum österreichischen Consulat brannten nieder; die Bomben schlugen auch in letztens, ohne jedoch Jemanden zu verwunden. Das Telegraphen - Bureau uns ein Spital wurden zerstört. ES gibt viele Toste und Verwundete. Aus Giurgewo, 28. Juni, meldet dasselbe Blatt: Heute wurde das Bombardement neucroings, und zwar in sehr heftiger Weise eröffnet und dabet Brandgeschosse verwendet. Die mit den schwersten Geschützen atmltten russischen Batterien oberhalb der Insel Ramadan beschossen sowohl Rustschuk, wo mehrere Gebäude in Flammen aufgingen und daS nächst dem Landungsplätze befindliche englische Consulat vollständig zerstört wurde, al« auch die türkischen Befestigungen südlich der Festung. Die neuen türkischen Werke auf dem Hügel nächst Marat in längs der Donau und nordöstlich von Rustschuk verursachten den russischen Batterien große Verluste, da diese von Maratin aus eufilirt wurden. Die Werke von Rustschuk haben sehr wenig, die Stadt hingegen hat sehr stark gelitten. DaS genannte Blatt läßt sich aus Rustschuk te(r grephiren, daß die Türken die Stadt Giurgewo selbst schonten; trotzdem meldet es aus Bukarest, daß Giurgewo durch das Bombardemeut beinahe gänzlich zeistvit ist. Der Uebergang bei Sistowa wurde, wie die „Presse* meldet, durch eine Demonstration eingcleitet, die bereit» am 26. d. mit einer mörderischen Kanonade von Turnu - Magurelli, Flamunda und Siaka aus auf Nikopolis eröffnet wurde. Am selben Tage Abends wurden in auffallender Weise ein Poutontrain nach Turnu • Magur.lli gebracht und große Truppenmassen auf den Höhen gezeigt. In der Nacht vom 26. zum 27 Juni fand dann die Frontveränderung gegen
mich in l ächster Nacht auf die Lauer gestellt, um daS seit same Abenteuer zu beobachten. Die Nacht war meinem Unternehmen günstig; hell und klar schien der Mond auf die Erde und beleuchtete grade de r Raum um und in der Nähe de» GeisterthurmS ausnehmend schön, so daß man genau wahrnehmen konnte, was dort vorgehe. Wenige Minuten, nachdem die Glocke der Uhr im Schloßthurm Mitternacht verkündet, erschien tu der Thal auS der Gegend von Prag herkoaimend mit langsam fast feierlich gemessenen Schritten eine Gestalt in langen schleppenden Gewändern mit vermummtem Gesicht. Dir Gestalt ging gradeS Wege» auf den Geisterthurm zu und umschlich diesen spähend und lauernd nach allen Seiten. Nachdem di°S mehrere Male stumm und lautlos geschehen war, begann sie zu stöhnen und zu ächzen in gar seltsamen klagenden Tönen, doch hörte man eS diesen an, daß sie aus irgend einen bestimmten Zweck berechnet, daß es nicht reine Naturlaute, nicht reine, natüiliche Klagetöne waren. Nach einigen Wiederholungen der seltsamen Töne kam e» nie selbst vor, al» würden diese au« dem Innern de» Geisterchnrme» durch ein leises W.mmern beantwortet.
So ging eS eine Zeit lang fort, ohne daß eine Abwechslung irgend welcher Art in den Klagen und Gegenklagen zu bemerken war. Dann wurde Alles wieder still. Die Gestalt unten am Geisterthurm ging endlich wie sie gekommen, mit langsam schleichenden Schritten wieder der Richtung nach Prag zu und war bald unser« Augen entschwunden. Ich fragte nun den alten Wenzel, der feine ganze Lebenszeit im Schlosse zugebracht, indem schon sein Baker dasselbe Amt vor ihm b.kleidet und er selbst hier geboren und erzogen ist, waS eS mit dem G.isterthurm für eine Bewandtniß habe unb ob vielleicht irgend Jemand gefangen darin sitz-. Er betheuerte mir, d:ß seine» Wissen» sich Niemand im Thurme befinde, daß ihm aber VOS ge-
Simnitza statt, wo am Morgen des 27. auch die im Geheimen erbauten Batterien demasktrt wurden. Nikopolis ist zerstört.
Aus der Dobrndfcha liegt nicht» Neue» vor. Die zwei im Matschin - «anal blockirten türkischen Monitor» sind, wie man dem „N. W. T." auS Bukarest unter dem 27. d. schreibt, von den Russen aufgefordert worden, sich zn ergeben. Sie haben noch nicht geantwortet, doch wird ihnen nichts Anderes übrig bleiben, al» vor den Russen zu kapituliren, e» fei denn, daß die Commandanten der zwei Kriegsfahrzeuge dieselben lieber in die Luft sprengen wollten.
Die Dinge in Kieinasten liegen für die Russen an scheinend nicht besonder» günstig, Bei Datum sollen sie aus ihren Positionen verdrängt worden sein; übertrieben ist e» wohl, wenn aus Konstantinopel den W ener Blättern gemeldet wird, daß die Russen in Kleinasien an mehreren Punkten ihren Rückzug bewerkstelligen.
Neueste KriegSnachrichteu:
Konstantinopel, 2 Juli. Am Mittwoch wurden die türkischen Truppen, die bei Tschamtschova Befestigungen errichteten, von 15,000 Russen angegriffen. Nay einem erbitterten Kampfe, während dessen die Türken Beestär kungen erhielten und in welchem st: durch das Feuer mehrerer Panzerfregatten uaterstützt wurvea, mußten sich die Russen zurückziehen. Ihr Verlust wird auf 2000 Tobte angegeben. Der Verlust ber Türken ist relativ gering. — Emer Depesche au« Wddin zufolge ist die nächst Sistowa von den Russen geschlagene Brücke zerstört worden. — Die Russen wurden in bet Umgebung von Bjela geschlagen.
Wien, 2. Juli. Meldungen deS „Tagblatts': Rustschuk, 1. Juli. Die in West-Bulgarien zerstreuten T uppen« theile ziehen sich auf Timowa und Sofia zurück, wo ein Armeekorps zur Bewachung be» Balkanpaff.s zufammen- gezogen wird. Konstantinopel, 1. Juli. Der Sohn Schamyl's verläßt demnächst den Kaukasus, um als entleer Offizier in die anatolische Armee eingutteten.
Wien, 2. Juli. Die Presse meldet aus Bukarest: Die Russen drangen unter Vorposten-Gefechten von Sistowa bis Timowa vor. — Drei türkische Monitors liefen in bet Sulina-Mündung ein unb bombatbirten die User orte
Petersburg, 2. Juli. O stziell. Au» Simnitza wird vom 24. Juni gemeldet: G stetn ist da» Haup quartier des Kaiser« unb be« Großfürsten Nikolaus nach Simnitza verlegt worden. Heute Morgen besuchten bet Kaiser und der Groß irrst die Verwundeten in ben Sp täftrn. Der Verlust der Russen ist noch nicht genau bekannt. Bi« j tzt sind 100 tobte und 360 Verwundete aufg zählt, darunter einige O'siziete.. Der Kaiser verlieh b.n Georgsorden dem Ipenstische nächtliche Treiben allervings auch räihselhaft vor- komme, daß er sich dasselbe aber nicht ander» zu erklären vermöchte, als daß Diebe die Abwesenheit des Gutsherrn benützen wollten, um einen Raub auszumhr n. Die nächtliche Erscheinung werbe nichts anderes fein, als ein Kundschafter, ber erst irgend etwas auSsp onireu wolle, ehe das Berdtechca wirklich zur Ausführung komme.
Die« nun, da ich eben auch nicht« andere» annehmen konnte, was ber nächtliche gespenstische Besuch zum Zwecke haben sollte, bestimmte mich, jene Bitte um Schutz an Ihren Kommanbirenben zu richten, als beten Folge dieser die Freundschaft hatte, Sie j« meinem Schirme hierher zu senden. I tzt wissen Sie, wa» ich weiß, mein Herr,* schloß bie Gräfin ihre Erzählung, „und i ua vc.fahren Sie ganz nach Ihrem Ermessen, um vielleicht zu ermitteln, ob dennoch ein Zauderet Zweck ber Grund jener nächtlichen Störungen
•Unb Sie geben mir unbeschränkte Vollmacht, vollständig frei nach meinem Willen hier handeln zu dürfen Frau Gräfin?' fragte Richard nach einigem Sinnen. ' »Da e» im Interesse meinet und unser Aller Sicherheit geschieht — gewiß!' entgegnete G.üfin Thekla.
„Wohlan,* sagte Richard, „so werde ich versuchen, ob eO mit gelingen wirb, hinter ba» Geheimniß zu kommen, welche« sich ohne Zweifel hinlet bet auffallenden nächtlichen Erscheinung birgt*
„Unb ich verlasse Sie, mein Herr, tun bem alten Wenzel 8U geben, sich unbedingt Ihren Anordnungen zu fügen und Ihren Befehlen so nachzukommen, al« ob e» meine eigenen wären,' sagte bie Gräfin, inbem sie Miene machte, sich zu entfernen.
„Ich banke Ihnen, Frau G äfi ,* antwortete Richard, „unb will nur wünschen, daß ber Erfolg meiner vemühun-