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Marburg, Freitag, 29. Juni 1877.
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nimmt entgegen:
[2^7 »stein & Vogler in nl. 7 surt a. M., Berlin. Dteb V Cöln ic.; Rudolf „ in Berlin, Frank- *’♦ furt a. M- ic.
^fAeint tSali» anker den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für d°S Quartal mit der wöchentlichen Beilage „31*WjrtrM «'»««»"lütt" durch Me fcnebition (Äo*1*e ^^ Buchdru/erTi) bHogeT^Äer? durch die Postömt« deS Deutsch» Reiches 3 Mark 5« »ft. (exl. Bestellgebühr). - MetHon^ebMje für die gespaltene Bede 1» »ft.
1 Mr in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Äbteffen werden 35 »ft. berechnet.
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dem 28. Juni gefälligst machen zu wollen. Die Exp. d. Oberh. Zeit.
yebition d.Blattes, ^Ännvncen-Bureaux J. Dietrich & Co. in und Hannover; Th. ch in Frankfurt a.M.;
dem Erfolge durchgesührt worden. Bei Braila, an der unteren Donau, ist dieser erste Uebergang erfolgt, die Rusten hatten dort schon seit mehreren Tagen eine Schiffbrücke geschlagen. Die Türken, welche die gegenüber liegenden Höhen von Matscht« besetzt hielten, mochten der Zu- verficht sein, von da auS den Uebergang Über die Brücke mit Leichtigkeit zu hindern, — aber unerwartet wurden ste von russischen Abtheilungen, welche unbemerkt weiter nördlich auf Dampfern und kleinen Barken über dir Donau übergesetzt und auf den Straßen jenseits der Berge vorgerückt waren, plötzlich im Rücken angegriffen und nach tapferer Gegenwehr zum fluchtartigen Rückzüge genöthigt. Die Rusten gaben nun Feuersiguale von den Höhen, um Ber- fiirkung von Braila zu erhalten, und fetzten sich in der gewonnenen Position fest. Unter dem Schutze derselben wurde nun Malschin befetzt. Am folgenden Tage (23.) begann sodann der Uebergang de« ganzen bet Braila stehenden russischen Armee Corps, und in diesem Augenblicke dürften die Rusten dort und bet Hirsowa bereit« mit mehr als 50,000 Mann jenseits der Donau stehen und die Do- brudscha beherrschen. Die nächsten Tage werden voraussichtlich Nachrichten von dem Uebergange an der oberen Donau Bringen, wo einstweilen von den russischen und rumänischen Batterien ein heftiger Geschützkampf auf der ganzen Linie eröffnet ist. — Inzwischen haben die Türken mit größerem Glück den Kampf gegen Montenegro fortgesetzt; ihre beiden erfolgreich vorgedrungenen Abtheilungen sollen bereit« ihre Vereinigung durchgeführt haben.
Obschon die numerische Ucberlegenhett der Rusten au der Donau gegenüber den ^Türken keinen Zweifel unter- «orfin sein kann, so hat die russische Regierung dach vor- fichtShalber noch ein weiteres Armeikorp« mobil gemacht, das bestimmt ist, der russischen Südarmee sich anzuschließen. Letztere wird dann mindesten« 250,000 Combattantea zählen ohne dir Bulgaren, welche 6000 Mann stark sind und ohne die Rumänen, deren acttve Streitmacht auf 40,000 Mann angegeben wird. Einer solchen HeereSmacht kann die Türkei keinen andauernden Widerstand entgegen setzen, zumal die Serben trotz aller Dementis In mindesten« 6 Wochen an dem Kriege Theil nehmen werden und die Griechen gleichfalls bis zum Herbst kriegsbereit geworden und immerhin 30,000 Mann in« Feld stellen werden, um die von griechischer Bevölkerung bewohnten Landstriche Eptius, Thestalien, Creta ihrer Monarchie einzuverleiben. Dazu kommt dann noch, daß die Gunst der politischen Berhältniste, namecitltch da« Berhältniß zu Oesterreich wesentlich dazu mitwirkt, die Schwierigkeiten der territorialen Verhältnifle einigermaßen zu paralystren. Denn e« darf als ausgemacht gelten, daß die Hauptmacht der Rusten
Am 16. Juni übeischritten preußische Truppen zugleich die hannöverfqe, kurhessijche und sächsische Grenze. General Manteuffel drang, nachdem er mit seinem Corp« schon in aller Frühe bei Harburg aus Pontoutrain« über die Elbe gesetzt war, von Norden her in Hannover ein. General Vogel von Falkenstein rückte nach einem zwölfstündigen Marsche von Minden au« bereits am Abend des 17. Juni in die Hauptstadt ein. Ein Füsilier - Bataillon des 25. Regiment« fuhr auf Kanonenbooten und zwar auf „Lorelei" und „Cyklop," sowie auf einem Privatdampfer bi« nach Stade, überrumpelten in der Frühe des 18. Juni diefe Festung, schickten die geringe Besatzung nach Hause und nahmen daselbst ungeheure« Kriegsmaterial al« gute Beute in B.sttz. In der Nacht zum 17. Juni waren auch die Strandbatterien von Brunshausen von der Mannschaft der Kanonenboote „AtmtniuS" und „Cyklop" erobert und die Kanonen vernagelt worden. Nachdem die Generale Manteuffel und Falkenstein sich am 19. Juni vereinigt, und da« Kanonenboot „Tiger" am 22. Juni die Stadt Emden mit den Strandbatterien genommen hatte, war ganz Hannover, mit Ausnahme de« Götting'schen GcbietSlheileS, wo sich die gefammte hannöversche Armee roneentrtrt hatte, im Besitze der Preußen. Die hessische Grenze war am 16. Juni vom General Bayer überschritten worden, der am 19. Juni K-sftl besetzte, beo Kurfürsten gefangen nahm und ihn nach Stettin schickte.
Nun gingen die CorpS der Generale Manteuffel, Falken- stein und Bayer mit Hülfe de« Coburg-Gothaischen Regiment« unter dem Befehle seine« Herzog« daran, die hannöversche Armee etnzuschließen und zur Kapitulation zu zwingm.
Nach vielen vergeblichen Verhandlungen, während deren die Hannoveraner wiederholt durchzubrechen versuchten, aber stet« zurückgeschlagen wurden, kam e« am 27. Juni zwischen der preußischen Brigade Flie«, dir mit Einschluß de« gotha-
5. Kapitel.
I« Feindes Land.
Die Einberufenen bi« Dorfes Sounevthal, ben Sohn be« Altbauern, Inspektor Richarb an bet Spitze, waren in ber betreffenden Garnlsonsstabt angelangt. Nachdem sie verlesen und befragt, ob Jemand unter ihnen sei, der glaube dienstuntauglich zu fein, und sich Niemand gemeldet hatte, wurden ste eingetleibet und in die betreffenden Trup- pentheile elnranglrt.
Daß es bitterer Ernst mit dem Kriege sei, konnten ste sich nicht mehr verhehlen; darauf deutete Alle« hin, namentlich auch die große Raschheit und Geschwindigkeit, mit der Alle« betrieben wurde. An ein lange« Weilen in der Garnison war unter solchen Umständen durchaus nicht zu denken und Richard Alt benutzte die wenige freie Zeit, um noch einen herzlichen Brief voll Liebe, Trost und Hoffnung an feine Frau zu schreiben, mit dem Bemerken, ihm jtzt nicht antworten zu wollen, da ihn ihr Bries jedenfalls nicht mehr treffen würde. So war es auch.
Schon am nächsten Morgen nach Abfendung des Briefes befanden sich sämmtliche Truppen auf dem Marsche.
Ehe wir jedoch die Begebenheiten unserer Erzählung und gegenwärtig den Hauptträzer derselben, ben Sohn beS Altbauern, Richarb Alt, weiter verfolgen, rnüffen wir bvch, wenn auch nur im Großen unb Allgemeinen, ben kriegerischen Ereignissen Rechnung tragen, ba bieselben, wenn auch nut eine Nebenrolle splelenb, dennoch immer durch Beziehungen auf Zustände unserer Geschichte zum Verständ- ntß de» Ganzen und zur Vervollständigung deS Gesarnrnt- bilde« nothwendiger Weise gehöre».
Nach dem meisterhaften FeldzngSplave der Preußen galt es vor allen Dingen, die Verbindung der West- mit den Osiprovinzen herzustellen unb somit die Conceutriruug ber Gegner zu verhindern.
(Fortsetzung.)
4. Kapitel.
Baterflnch und Muttersege».
Wir haben gestern auf die hohe Bedeutung der Zusammenkunft deS baierischen Ministerpräsidenten mit dem Fürsten BiSmarck hingewiesen. Heute können wir ergänzend hinzusügen, daß Fürst BiSmarck die Gewißheit erlangt habe, Baiern werde den baierischen Gesandtschaftsposten in Versailles, der durch die Abbeeufung des derzeitigen Gesandten Herrn v. Rudhart und deffen Ernennung zum Gesandtm am Berliner Hofe erledigt ist, nicht wieder besetzen. Dieser vorn ächt nationalen Geiste dictirte Schritt der baierischen Regierung wird auf Würtemberg unb Sachsen nicht ohne Rückwirkung bleiben. Würtemberg hat zwar keinen Gesandten in Paris, wohl aber in Wien und St. Petersburg, desgleichen Sachsen. Nun hat aber ein großer Theil der würtcmbergischen und sächsischen Depntirten gegen die Ausübung dieses diplomatischen HoheilSrechteS als dem Geiste der ReichSverfaffung entgegen protesttrt. Wir werden daher nicht fehlgehen, wenn wir behaupten, daß künftig die Partei in der würtembergifchen unb sächsischen Kammer, welche neben dem Reiche keine diplomatische Sondervertretung will, die Oberhand gewinnen wird.
Die neueste „Provinzial-Corr." beschäftigt sich mit der Auflösung der französischen Abgeordnetenkammer. Sie giebt einen Auszug der Aeußerungen von JuleS Simon unb be« Herzog« v. Broglie bei ber Debatte biefer Frage im Senat unb fügt bem bann hinzu: Die Abgeordnetenkammer hatte inzwischen mit 354 gegen 160 Stimmen bie Berathung ber Finanzvorlage ber Regierung abgelehnt — bogegen wurde die Forderung von 200 Millionen Franc« für die Armee und Marine von 517 Abgeordneten mit Einstimmigkeit bewilligt. Auch inmitten dieser heftigen inneren Krist« unb bei bem denkbar schärfsten Zwiespalt zwischen der Regiecung und der Kammer bewährte sich, daß eö in Allem was die Stärkung der Wehrkraft deS Lande« betrifft, in Frankreich keine Parteipolitik, sondern nur eine nationale Politik giebt. — Der Auflösungsbeschluß wurde der Kammer am Montag (25) mitgethetlt; sie trennte sich unter dem Rufe: „eS lebe die Republik" l von der einen Seite, „es lebe Frankreich"! von der andern Seite. Die wettere Entscheidung ist nun in die Hand des frauzöfischen Volkes gelegt, eine Entscheidung, wie sie von gleich groß r unb weitragenber Bedeutung feit ben Wahlen zur Nationalversammlung von Bordeaux nicht stattgefunben hat.
Vom russisch - türkischen Kriegsschauplätze, schreibt bie „Prov.-Corresp.", stnb in ben letzten Tagen wichtige Nach, richten eingegangen. Der Übergang bet Russen über bie Donau hat zunächst an einer Stelle begonnen, unb ist ba mit ebenso groß r Umsicht wie Bravour unb mit glänzen
Dberhessische Zeitung
und bereu Gratisbeilage
Durch bie Zeitungen gehen schon wieber einmal Ge hte, welche von einer Auflösung be« Reichstag« wissen Um. E« bürste überflüssig sein, barauf hinzuweisen, I biese Gerüchte rein aus der Luft gegriffen find, und h ein irgend greifbarer Grund für eine solche Maßregel wur- Haus nicht vorliegt. — Dagegen gewinnt die Meinung, -und > der Reichstag noch vor dem Beginn bet preußischen —i ndtagSsesflon zu einer kurzen Heibstsesston einberufen inrig iben soll, immer mehr an Wahrscheinlichkeit; e« heißt, Einberufung werde zu dem Zweck erfolgen, um den mdelsvertrag mit Oesterreich Ungarn, an deffen Znstan- k — ommen jetzt nicht mehr gezweis.lt wird, vor dem In ifttreten von der Volksvertretung genehmigen zu lassen.
Nachdem in ber am Mittwoch statt gehabten Minister - ärnem uferen; bie hervorragendsten Bestimmungen und Be- de far rangen sestgestellt find, an welchen bie nach Wien zu fenbenben Delegieren be« deutschen Reiche« festhalten Raum en, werden nun bie zu entfenbenben diesseitigen Bevoll- chtigten für bie Verhandlungen über bie Handelsverträge : Oesterreich-Ungarn schon in den nächsten Tagen nach — österreichischen Hauptstadt abgehen. Wenn über diese n Kimmungen bisher nichts verlautet ist, so ist dies selbst- stündlich, unb find alle Mitthellnngen, welche in dieser ziehung seither in die Presse gedrungen sind, in das biet der Combinationen unb tendenziösen Erfindungen
Anfang Juli beginnt im Fettillet»» der
7 Uhr, erh-Wcherr Zeitung:
tor sieben Jahren.
'• itbuch eines Dreiundachtzigers ans dem deutsch- A T; französischen Kriege 1870 71.
--ftorifdbe Novelle aus dem Kriege im Jahre 1866 von den gift Rudolf Wellnau.
Um »oLftändige Exemplare zu erhalten, er- unent m wir die Bestellungen für das brüte Quartal
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte«, sowie d.Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Friede und Liebe beglückte beider Ehe. Die Mutter j ichard'S besuchte fie oft. Der Altbauer duldete es. Ob 1 : Reue fühlen mochte? Vielleicht im Innern, äußerlich lieb sein Herz hart und fein Sinn verstockt. Alle Ver- s odet |$e Sühne blieben fruchtlos.
Die kleine Familie im Hitteuhause spürte nichts von 17. en Folgen des Vaterfluchs, aber der Muttersegen waltete -i tsto sichtbarer bei ihnen l . u
Da« war die Familie, in welcher die Marsch. Ordre n ersten Kapitel unserer Erzählung den ersten Schrecken .12*5 rächte. Die überaus schöne junge Frau war Elsbeth, 79,31 le Waise von Sonnenthal, die ältere Mutter Babet, unb j tr Jvspector Richard Alt «ar der Sohn de» hartköpfigen —-fRb verstockten Altbauern.
Eine» Vaters Fluch auf ber einen, dreifacher Muiter- ______ gen auf bet anberen Seite war ihr HochzeitSgefchenk. n find lernt auch bie leibliche Mutter Elsbeths schaute aewiß
3 gnend auf ihr Kinb herab, als fcafielbe an feinem Ehren ige betenb zu bet Verklärten emporblickte. Vaterfluch und ' »utterfegen — welche Macht von beiden wirb bie stärkere fowli $
t sink Bis zur Ankunft beS ersten KinbeS, bei welchem bet laron unb die Baronin von Hartenfeld auf eigene» Bitten 227 Lthcnstcllen einnahmen, verblieb Elsbeth in ihrer Stellung TTT" if bem Gute. Das junge Paar war gleich nach ber
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chlas JU Mutter Babet in’« HirtenhäuSchen gezogen }.en bc nb dort wohnte es noch jetzt, tu, < - - - ' “