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Jliarfiutg, Dienstag, 26. Juni 1877.
xn. ^alrgaii.
m nimmt entgegen: Edition d.BlatteS, Annoncen-Bureaux |t Dietrich & Co. in ,nd Hannover; Th.
in Frankfurt a.M.; Kein & Vogler in <rt a. M., Berlin, , Cöln rc.; Rudolf in Berlin, Frank- igrt a. M. rc.
GMUchk jfitimg.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
xscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn, und Feiettagen. PrriS für daS Quattal mit der wöchentlichen Betloge ,,31«Wrtrte< Sonnt«,«»latt durch die «rveditton («ochfche »uchdruckereii bezogen 2!i Kart, durch die Postämter deS Deutschen Reiche« 2 Kart 50 Pf,, (exl. Bestellgebühr). - JnserttonSgebühr für die gespaltene geile 10 Pf,.
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«striktes Sonntagsblatt
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Die Waise ßg, Sounrnthal.
1866 von
Rudolf Mellnau.
(Fortsetzung.)
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^sßberheffische Zeitung
und beten Gratisbeilage
eMm vollständige Exemplare zu erhalten, er» mt L wir die Bestellungen für das dritte Quartal
■ V LageSbericht.
Iler deutsche Botschafter bei der französischen Regierung, Clodwig von Hohenlohe - Schillingsfürst, wird dem I chmen nach in nicht ferner Zeit Paris mit Urlaub ver-
I, Zunächst dürfte derselbe aber noch auf seinem dor- - Posten verbleiben, um die ersten Schritte abzuwarten, I > von Seiten des französischen Gouvernements der | eintretenden Auflösung der Deputirtenkammer folgen. |)a« wir gleich nach der ersten Botschaft des Präst-
i der französischen Republik behaupteten, daß die Bona- len ausschließlich den Vortheil au« der neuesten Wen. der Dinge ziehen würden, scheint jetzt die Ansicht aller ätschen Sübinete zu sein. Die österreichischen, wie dir chm Journale, zumal solche, welche ihrer Regierung stehen, prognosticiren den Sieg des BonopartiSmuS, rn Mac Mahon im Einverständnisse mit dem letzteren e und die Republikaner keine hinreichende WiverstandS besitzen, um den Staatsstreich zur Wiederherstellung kaiserreichs zu verhindern. Daß die letztere eine beide Rückwirkung auf die Constellation der europäischen mmtlage auSüben werde, ist der allgemein vorherrschende nie, da man nicht anzunehmen steint, daß die deutsche wung die Conscquenzen deS französischen Staatsstreichs big abwarten werde. In der That trifft denn auch mische R'ichSregierung alle Vorbereitungen, um, sofern abermaliger Zusammenstoß der deutschen und franzö» n Waffen nicht sollte vermieden werden können, den en den Sieg zustchern. Wie wir auS guter Quelle
ml dem 28. Juni gefälligst machen zu wollen. ueUM Die Exp. d. Oberh. Zeit.
Anfang Juli beginnt im Fevilletv» der rheMsche« Zeit««-:
ar lieben Jahren.
Litifi eines Dreiundachtzigers ans dem deutsch- } französischen Kriege 1870 71.
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ten, rische Novelle aus dem Kriege im Jahre
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,3a. ja," rief der Sohn mit frivolem spöttischem ,Xt m, »wie der Tod des alten Schäfer» Lorenz, freilich kann einen Garde-Lieutenant in Berlin schon inte* — --n!" „ . „
barer ^llnd gerade war jener Todesfall die Beranlaffung,
entgegnete in Seinen
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4. Kapitel.
«aterfluch und Muttersegen.
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oieseü die schöne Elsbeth zu uns auf« Gut kam; fagte der
-L,Unb ich wäre auch jetzt nicht gekommen," und aufgeräumt der Sohn, „wenn Du
’S fen mir den Mund nicht gar zu wäfferig nach der
1 n Wtrthschaftsmamsell gemacht hättest, Papa. Dl-sen ndm |Unb Don Schönheit und Liebenswürdigkeit mußte ich m lernen, weShalb ich mich entschloß, einige laugwei- Tage daran zu wenden."
MV- «Ich habe daS durchaus nicht damit sagen wollen Ite» Oskar", antwortete sehr ernst der Vater; „ich habe da« eben al» Neuigkeit mitgetheilt, wie ich eS stet« mit andern Dingen hielt, von denen ich glaubte, sie
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^Richtig, richtig, Elsbeth, da» ist ja der Name hochberühmten Schönheit von Sonnenthal, lachte ar wieder. „Aber warum nicht Lisbeth, das t doch ländlich sittlicher gewesen. Elsbeth, samoS, aus ^3l U — Und sie ist wohl auS gutem ölten, ächt dors- n Geschlecht? Ist wohl gar die leibhaftige Tochter alten Schäfer Lorenz?"
„Die leibhaftige Tochter nicht, wohl aber die Pflege-
Hören, hat der deutsche Gesandte tu Brüffel angesichts der neuesten Vorgänge in Frankreich in seinen Conferenzen mit dem belgischen Minister deS Auswärtigen wiederholt daS Gespräch auf die mögliche ober vielmehr wahrscheinliche Eventualität gelenkt, daß Frankreich Belgien als Paffage- land in dem nächsten Kriege mit Deutschland benutzen werde und daran die Frage geknüpft, ob wohl Aussicht vorhanden fei, daß die belgischen Kammern den zur Behauptung der belgischen Neutralität erforderlichen Vorkehrungen zustimmen werden. ES scheint hiernach also von deutscher Seite als ganz selbstverständlich angenommen zu werden, daß die bei« gische Regierung ernstlich daran denke, ihre Wehrkraft zu vervollständigen und ihre Festungen an der französischen Grenze in einen solchen Stand zu versetzen, daß dem Vor« rücken der französischen Heere so lange gewehrt wird, big Hülfe von Deutschland kommt. Der Kötrig von Belgien soll denn auch bereits seinen Ministern den Wunsch zu erkennen gegeben haben, eine Vorlage den belgischen Kammern in dem oben gedachten Sinne zu machen. Ob aber die letzteren eine solche Vorlage genehmigen werden, steht sehr dahin, denn tn der belgischen Volksvertretung haben die Clerikalen die Majorität und diese sind von je her bestrebt gewesen, die Solidarität der katholischen Jntereffen zwischen Frankreich und Belgien auf feste Grundlagen zu stelleu. Auch hat fich die cletilale Presse in Belgien bereits dahin ausgesprochen, daß gegenwärtig gar kein Bedürfniß zur Verstärkung der belgischen Wehrkraft vorliege, die neue französische Regierung fei nicht weniger friedliebend als ihre Vorgängerin u. f. w. Dieselben Argumente würde man g- den Kammern zu hören bekommen, und die Maßregeln zur Sicherung der belgischen Neutralität werden voraussichtlich so lange unterbleiben, bis sie überflüssig geworden.
Am Sonnabend sind genau zwei Monate verfloffen, seitdem Rußland der Türkei den Krieg erklärt hat. Ist auch der Donauübergang erst von einem kleinen Theile der Armee ausgeführt, so sind doch die Resultate auf dem asiatischen Kriegsschauplätze im Großen und Ganzen zufriedenstellend für die Ruffen. Die Tüiken haben fo ziemlich überall in Kleinasien den Kürzeren gezogen, die strategifch wichtigste Festungslinie Kars - Erzerum, Batum ist ernstlich bedroht und Armenien wird schwerlich durch die Nachschübe, welche die Türken j tzi erhalten, gerettet werden. Sollte diese Provinz aber verloren gehen, so wäre die Erwerbung derselben - für die Ruffen beinahe schon ein hinreichender Siegespreis für ihre milttärifchen Anstrengungen in Europa und Asten.
Neueste KriegSnachrichten:
Petersburg, 23. Juni. Officiell. Der Stabschef der KaukafuSarmee telegraphirt auS Mazra vom 22. Juni:
tochterentgegnete der Vater. „Sie wird aber gerade al« solche erst rechte» Jntereffe für Dich gewinnen, wenn ich Dir sage, daß Elsbeth das Kind jener Unglücklichen ist, die vor langen Jahren in einer Nacht Schutz und Obdach suchend vor LorenzeS HauSthür zufammengefunken war. Man hat niemals ermitteln können, wer sie gewesen ist. Du warst erst vier Jahr alt zu jener Zeit."
„So, so," machte der Lieutenant leichthin, „also ein Findelkind noch obendrein."
„Aber in der That ein seltener Fund, Oskar; doch komm und übe-zmge Dich selbst!" antwortete der Baron.
Der Vater führte nunmehr den Sohn zu Elsbeth, der ersten Mamsell des Gutes. Diese war eben bei der Frau Baronin anwesend, mit der sie eine wirthschastliche Angelegenheit zu besprechen hatte. Der Vater that, als ob er nur zufällig mit dem Sohne eingetreten wäre, nahm aber, da die Baronin das Gespräch adbrach, sofort Gelegenheit, die Mamfell dem jungen Herrn vorzustellen.
Der Lieu enant, der eben noch ein spöttisches, verächtliches Lächeln auf den Lippen hatte, zuckte unwillkürlich zusammen vor der wunderbaren Erscheinung Elsbeths. Eine höhere Gewalt schien ihn plötzlich gebannt und in Feffeln geschlagen zu Haden. Seine Augen hafteten starr auf Elsbeths strahlendem Gesichte, die hierüber hoch erröthete und den Blick verschämt zu Boden schlug. Oskar wollte etwas sage«, aber er vermochte eS nicht. Ein fieberhafte» Zfttern befiel feinen ganzen Kö-p.-r und eine dunkle unheimliche Gluth blitzte au» feinen dämonisch rollenden Augen. Er erwiderte Elsbeth» höchst ungezwungene, aber nichts desto weniger graziöse Verneigung und schwieg. Elsbeth empfing einen Wink von der Baronin und empfahl fich.
„Nun?" fragte der Vater den Sohn, als Elsbeth da» Zimmer verließ und sah ihn mit ttlumphirendem Lächeln an.
„Papa," tief der Sohn mit großer Begeisterung, „Du
Die Bornbardirung von KarS dauert fort. Unser Verlust betrug heute 3 Tobte und 6 Verwundete.
Petersburg, 23. Juni. Die „Agcnce ruffe" meldet aus Plojesti: Die Nachricht von gegenteiligen Truppenbewegungen an der ruPfch-österreichifchen Grenze sind unbegründet. Die „Agence ruffe" versichert ferner wiederholt, daß Serbien stricte Neulralität bewahren werde.
Plojesti, 22 Juni. Der Zar empfing am Donnerstag eine Deputation altgläubiger Ruffen aus der Do- brudfcha. Der Fürst von Serbien dejennirte vorgestern bei dem Zaren und und verabschiedete sich darauf. Der Großfürst Alexas ist hier eingetrcffen.
Wien, 23. Juni. Meldungen des „Tagblatts": Ragufa, 21. Juni. Die letzten Kämpfe haben den Montenegrinern über ein Siebent ! ihrer Truppen gekostet. Die herzegowinifchen Freifchaaren wurden fast gänzlich aufgerieben. — Rustfchuk, 21. Juni. Gestern Abend beschoß die Batterie Salb Pascha's den Schiffspark bet Giurgewo, worauf die russische Batterie in Swbozia mit Granatwürfen erwiderte. Die Batterien von Tunahkaleh beschoffen nun Slobozla und brachten den Gegner zum Schweigen. — Heute Morgen wollten russische Boote auf der Moka Insel landen, eines derselben wurde jedoch von der ägyptischen Batterie in den Grund geschossen und die andern zum Rückzug gezwungen.
Wien, 23. Juni. Die „Presse" dementirt im Morgenblatte an leitender Stelle neuerdings alle Gerüchte von für die nächste Zeit bevorstehenden KriegSrüstungen und Mobilmachungen. Es stehe weder eine allgemeine noch partielle Mobilmachung unmittelbar bevor, noch handle eS sich um Verstärkung der Garnisonen an der Militärgrenze und tn Dalmatien.
Wien, 23. Juni. Die „N. Fr. Prefle" meldet auS Ragusa vom 22. b.: Die Vereinigung Suleiman Pascha's mit Ali Salb Pascha soll heute statlfinden. Gestern standen beide Corps zwei Stunden ton einander. Dem nämlichen Blatte wird aus Bukarest vom 22. d. gemeldet: Bei Ghezit haben mehrere RecognoScirungen stattgesunben. Gestern überschritten 200 Ruffen in Barken die Donau bei Galatz. Bemerkenswerth war, daß das jenseftige User von den Türken nichts besetzt war.
Konstantinopel, 22. Juni. Die „Agenre HavaS" meldet; Die Pforte Übergab heute den Vertretern der fremden Mächte eine Note, worin sie erklärt, daß die Schifffahrt auf dem Suez Canal für neutrale Schiffe frei fei. Die Pforte werde aber Maßnahmen gegen feindliche Schiffe treffen. — Von der Donau wurde gestern ein lebhaftes Bombardement zwischen Widdin und Kalafat gemeldet Die Ruffen wurden gelungen, die Jnfel gegenüber Pirgos zu räumen, die fooann von den Tücken besetzt
hast wahrlich nicht zu viel gejagt! Diese Elsbeth ist eine göttliche Schönheit, auf Ehre!"
„El, seht mir doch den jungen Feuerkopf," rief jetzt die Baronin mit spöttischem Nasenrümpsen, „Du bist ja gleich ganz Feuer und Flamme! Du wirst aber nicht Der» geffen, daß Du ein Baron von Hartenfeld bist, verstehst Du mich, Oskar?"
„Nie, nie, liebste Mama," verstcherte Oskar und küßte zärtlich der Mama die Hand. „Aber Du wiist mir doch erlauben, mich mit der schönen Elsbeth während meines Hierseins ein wenig zu awüstren und nur die Zeit zu verkürzen ?"
„Immerhin, Du Wildfang," entgegnete die Moma und strich dem Sohne mütterlich zärtlich die welkenden Wangen, die jetzt von innerer Aufregung krankhaft gerölhet waren; „amüstre Dich so viel Du willst, nur vergieb dabei Deinem Stande und Deinem Namen nichts!"
„Ich danke Dir, liebste Mama; sei ganz außer Sorge ich gehe nicht weiter, als es die Grenzen des Anstandes und der Ehre erlauben," beschwichtigte Oskar lächelnd die Mutter.
„Und ich glaube, daß Du das in Berlin bereits voll, ständig profitirt hast," meinte der Baron, OSkarS Vater.
Damit hatte die Unterredung ein Ende.
Elsbeth fühlte feit dem Zusammentreffen mit dem jungen Baron eine sonderbare Unruhe, von der sie sich den eigentlichen Grund nicht zu erklären vermochte. ES war ihr wie die Vorahnung von etwas Fürchterlichem, welche plötzlich ihre bangende Seele beschlich. Sie hätte e» sich fo gern ausgeredet und ihre rätselhafte Angst als ein Phantom, als ein krankhaftes Gebilde ihrer fortwährend zum Geheimnißvollen unv Schwermüthigen geneigten Phantasie angesehen, aber e» gelang Ihr nicht sich zu beruhigen. Namentlich aber wenn sie dem Lieutenant Oskar begegnete