Marburg, Sonnabend, 23. Juni 1877.
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Die protestantische „Kirchenzeitung" wird
pesten Nummer, welche in diesen Tagen zur
-f ; engen wird, eine Erklärung bezüglich der bekannten «stolikumSangelegenheit enthalten. Bei Redigirung btt»
itn hat ein Abgeordneter des preußischen Landtag« in
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chalt«, kvorragender Weise mitgewirkt.
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unter den gegenwärtigen schwierigen Umständm falsch be- urtheilt werden könnte.
Lage-bericht.
Der Minister der geistlichen re. rc. Angelegenheiten hat g Ober-Präsident« und Regierungen mittelst Circularerlaß । 7. d. M. Exemplare der Abhandlungen des Dr. med. ittfiabt, betreffend die Verbreitung des Hellpersonals, t Apotheken und Heilanstalten in Preußen nach dem ,nde vom 1. April 1876 neb8 historischen Rückblicken
vom 18. Juni auf die Stimmung der deutsch« Regierung ist und bleibt ein Curiosem auch angesichts des jetzt fest« gestellten Wortlauts der Aeußerungen des Herzogs. Zunächst fällt auf, daß die Correspondanee HavaS mit ausdrücklicher Bezeichnung des sranzöstfchen Botschafters und mit Nennung seines Namens Gontaut Biron berichtet: Der französische Minister deS Auswärtig« habe von einem Bericht de« Marquis v. Gontaut-Biron gesprochen. Auffallend ist auch, daß das Telegramm über die Sitzung sagte, der Minister habe einen solchen Bericht verlesen. Der jetzt vorliegende Bericht, von dem man annehmen darf, daß er der richtige ist, sagt an der betreffenden Stelle: „8m 18. Mai schrieb mir der Vertreter Frankreichs, der Staat«- secretär v. Bülow habe ihm erklärt, daß die Beziehungen Deutschlands zu Frankreich sehr befriedigende gewordm seien und in diesem Moment gar nicht beffer fein könnten und daß die deutsche Regierung annähme (considSrait), daß der Ministerwechsel nur auf die inner» Angelegenheiten Frankreichs Einfluß haben solle. Herr von Bülow habe htnzugesügt, daß in feinen Augen die Beibehaltung der Person de« bisherigen auswärtigen Minister« die beste Bürgschaft für die Richtigkeit jener Annahme sein würde." ES macht den Eindruck jener argen Spiegelfechterei, wenn man diese Aeußerungen des Herrn v. Bülow als einen Beweis darstellt, daß die deutsche Regierung auch zu dem französischen Ministerwechsel eine Frankreich g&aftige Stellung einnehme. Die richtige Auslegung der Bülow'schen Aeu ßerung kann nur dahin gehen, daß Herr v. Bülow dem Vertreter Frankreichs auf btffen Mittheilung in Bezug auf den dort stattgefundenen Mtnisterwechsel sag« wollte: »Unsere Beziehungen zu Frankreich hat!« sich gerade neuerdings sehr günstig gestaltet. Hoffentlich werden ste durch den stattgefunden« Mtnisterwechsel nicht berührt werden." Etwas anderes konnte Herr v. Bülow am 18. Mai, wo ihm noch jede nähere Kenntniß der Absichten der französischen Regierung fehlte, nicht wohl sagen, ohne sich vor- zngreif«. Was man am 17. und 18. Mai früh hier wußte, beschränkte sich auf die Thatsache, daß ein Ministerwechsel stattgefunden habe, über den Charakter des neuen Ministeriums war man noch völlig im Unflaten. Erst im Laufe des 18. Mai und an den folgend« Tag« bekam man Licht über die ultramvntanen Einflüsse, welche den Ministerwechsel herbetgeführt hatten, und erst als jeder Zweifel darüber geschwunden war, gab man den Bedenken Raum in Bezug auf die Folg«, welche dieser Minister- Wechsel auch auf die Stellung Frankreichs zu Deutschland nach sich ziehen kann. — Die am Schluffe de« 1. Quartals 1877 verbliebenen, erst int EtatSjahre 1877/78 der Reichskafle zur Verfügung zu stellenden Credite zerfallen 1) in solche, an welchen die sämmtlichm Bundes Regierungen Theil nehmen, und 2) in solche, an welchen nur Bayern, Württemberg und Baden participiren. Beide zusammen betragen 87,134,092 Mk. 96 Pf. Davon stad im ersten Quartal des laufenden Etaisjahre« fällig 67,812,354 Mk. 34 Pf., im zweiten Quartal 19,321,703 Mk. 62 Pfg. Zu diesen aus Zöllen und Verbrauchssteuern bestehenden Crediten von 87,734,096 Mk. 86 Pf. kommen noch die außerhalb bet Zollgrenze liegenden Gebiete 1,292 483 Mk., sodaß die ganze Summe der am Schluffe des 1. Quartals 1877 verbliebenen, an die Reichskaffe einzuzahlend« Eredite 88,429,928 Mk. 90 Pf. beträgt. — Auf Grund bet älteren von bet Postvetwoltung mit VersicherungS Gesellschaften für ihre Beamten abgeschloffenen Verträgen zu Stande gekommenen Lebensversicherungen belaufen sich auf 2639 mit einer Versicherungssumme von 2,561,300 Mk. Davon fallen 125 mit einer Versicherungssumme von 161,700 M. auf die Zeit vom 1. Januar 1876 bis Ende März 1877. Für biefe Versicherungen wirb ein Zuschuß von 14 o/o der tarifmäßigen Prämien aus Postmitteln gewährt. Die Ber- sicherungen auf Grund neuerer Verträge belief« sich Ende 1876 auf 2876 mit einer VersicherungS - Summe von 1,838,372 Mk., wozu bi« Ende März 1877 noch 841 Versicherung« mit 2,686,362 Mark Gesammtversicherung kommen.
Hamburg, 20. Juni Pastor Gustav Ritter von der MichaeltSktrche hat feine kirchlich-statistischen Nachrichten au« den Stadt» und d« Landgemeinden de« Staates Hamburg fortgesetzt und neuerdings den 12. Jahrgang derselben erscheinen taffen. Derselbe konstatirt ein« enormen Zuwachs unetngefegnct gebliebener Ehen in der Stadt Hamburg, wogegen in den rein ländlich« Distrikten der Marsch- und Geestlande und in den Sendern Bergedorf und Ritzebüttel sich gar keine »ungetrantm" Ehen gcfun» dm hab« Der Berfaffer berechnet die Zahl der hier nngetrout geblieben« Eh« auf etwa *1 pCt. und stellt
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Deutsche» Reich.
•• Berlin, 21. Juni. Die Bezugnahme de« Herzog« von Decaze« in bet Sitzung der Deputirtenkammer
Vom Kriegsschauplatz erfährt man, daß daS Bombardement von Kars energisch fortgesetzt wird und die Türk« bet der Erwiderung deS Feuers erhebliche Verluste erlitt« haben. Ferner stellt eS sich immer mehr heraus, daß die aufständische Bewegung unter den kaukasisch« Bergvölkern dem Erlöschen nahe ist. Dagegen sind die Stellungen der Türken bei Saturn wie bei Erzerum wesentlich durch Trup pentheile verstärkt, und ist damit die Entscheidung für Armenien bedeutend hinauSgefchob«. Auf dem Kriegsschauplatz an der Donau scheint jetzt der strategische Aufmarsch der Ruffen vollendet zu sein, nachdem daS bisher noch auf dem Marsche befindliche vierte Corp« seine Stellungen bezogen hat. ES stehen nun zusammen 8 Armeekorps und außerdem ein fliegendes Corps, das au« der bulgarischen Legion, 7 Kosakenregimentern und einer Anzahl rettender Batterien zusammengesetzt ist, den Türken gegenüber.
Neueste KrtegSnachrichtm:
Wien, 21. Juni. ES ist eine doppelte Action in Aussicht genommen worden, nämlich die Aufstellung eines Beobachtungscorps in Siebenbürgen mit der Front gegen Rumänien und eine« ebensolchen im Süden gegen Serbien und Bosnien. Serbien ist aber dabei recht eigentlich mehr genannt, al« gemeint, lieber den Commandant« diese« Corps werd« verschiedene Meinungen laut und eine Entscheidung ist bisher jedenfalls noch nicht getroffen worden Baron Rodich, der bekannte geistige Urheber der dalmatiuer Kaiferreife, soll als Slavenfreund aus Courtoiste gegen die Türkei durch Mollinaty ersetzt werden, doch glauben Wenig; hieran. Wahrscheinlich ist es, daß Rodich im Süden und Molinary in Siebenbürgen commandiren wird, oder auch Mollinary im Süden, wobei ihm bann Rodich an zweiter Stelle beigegeben werden würde. Der Einmarsch ist nicht unmittelbar in Aussicht genommen, sondern nur der Aufmarsch der betreffenden Truppen. Deßhalb glaubt man auch vorläufig da« Ersuchen um die sormelle Einwilligung der Türkei noch umerlaffen zu dürfen.
Wien, 21. Juni. DaS „Tel. Corr.-Bureau" erfährt authentisch, daß die Nachricht deS „Wiener Tageblatts" und andere Zeitungen über eine bevorstehende österreichische Occupation türkischer Gebietstheile durchaus unbegründet ist. Ebenso repräsentirt der heutige Artikel deS „Fremdenblatts", welcher die Aufstellung zweier ArmeecorpS als unerläßlich bezeichnet, lediglich eine subjektive, den maßgebenden Kreisen durchaus fernstehende Ansicht deS genannten Blattes. Der beste Beweis für die durchaus individuelle Eigenschaft dieser Anstcht de« „Fremdenblattes" biete der soeben erfolgte Antritt eines vierwöchentlichen Urlaubs des commanbtrenben Generals in Dalmatien, Feldzeug- meisterS v. Robic.
Wien, 21. Juni. Die „Presse" meldet auS Tifli«: Ueberläuser auS KrrS theilen mit, daß die Festung nur eine Besatzung von 15,000 Mann und Proviant nur bi« Mitte Juli habe.
Konstantinopel, 21. Juni. Es bestätigt sich, daß Suleiman Pascha die Pässe von Dftrog überschritten hat. Wie ver sichert wird, hätten sich Ali Saib Pascha und Suleiman bereit igt. Mehemed Ali sitzt seinen Vormarsch in Montenegro fort. Die Ruffen sollen in der Umgegend von Wan geschlagen und biö B-jazib verfolgt worden sein. Die russische Garnison dieses Platzes soll capitulirt hrben. — Der serbische Agent hat die Neutralitätserklärung Serbiens hier erneuert. Er stellt in Abrede, daß Serbien den Durchzug russischer Truppen bewilligen würde. — Man glaubt, die Ruffen würden den Donauübergang bei Nikopoli« versuchen. — Ein türkisches Schiff auf dem See von Skutari hat da« von den Montenegrinern besetzte Fort Zabiah beschoffen. — Prinz Haffan ist noch nicht abgereift. — Man bezweifelt, daß die Kammer eine Permanenz Commission einsetz« werde.
Das „Bureau Hirsch" bringt folgende Depeschen:
Wien, 21. Juni. Wie dem „N. W. T." aus Dr» sowa telegraphirt wird, empfing der Präfekt von Negotin ein Telegramm de« serbischen Ministeriums, durch welche« die Ankunft russischer Truppen in Turn-Severin avifirt wird.
Dstrowo, 21. Juni. Die ganze rumänische Armee bezieht an der ffebenbürgischen Grenze eine Devenflvstellung, welche eine Reserve durch zwei russische Corps erhält.
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ihren wir, daß dem Dr. Sigl bei seiner Anwesenheit Rom die unzweideutigste Anerkennung seiner Thätigkeit Theil geworden und im Batik« die Hoffnung Sigl's, ■ Baiern ein ultramontane« Ministerium Herstellen zu tuen, getheilt wird. Sigl hat hiervon den Vertraums- fonen seiner Partei Miltheilung gemacht und daher er- ten sich auch die massenhaft« Beitritts«tiärungen der holischen Priester zu der Sigl'jch« Volk.partei. In i goubernementalen Kreisen Münchens scheint man übrigens |en dieser neuesten Spaltungen im katholischen Lager «e Besorgnisse zu hegen, ganz im Gegentheil glaubt mat^ Folge der extrem« Richtung der katholischen Voik«- ttei einen größeren Einfluß bei all« gemäßigten Eie-
i« auswärtige Amt hat bereits über den Thatbestand stelegraphischem Wege genaue Erkundigungen ei -gezogen, rb aber schwerlich im Stande sein, eine Bestrafung der
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6 Beiträgen für die Apothekenfrage, sowie ferner Exem» " ne eines Separatabdrucks der Zusammenstellung« über । Ergebnisse der Irrenanstalts-Statistik: „Die Jrren- stalten im Jahre 1875" zugehen laffen, damit festge fit werden kann, ob resp. welche Irrenanstalten die vor- jchrieben« Materialien zur Statistik geliefert haben. J gleich wird daraus aufmerksam gemacht, daß das den tgierungen mittels Verfügung vom 13. Juli 1875 über- freie Berzeichniß der preußischen Irrenanstalten nicht j jr richtig ist, und deshalb allgemein die Regierungen auch jmt zu beauftragen feien, alle Anstalten, Siechenhäuser, ;e nn- sdarmenhäuser und Krankenhäuser, welche Geisteskranke Pfleg«, zur Einsendung von statistischen Nachricht« iter Anwendung von Zählkarten ans Grund der Ber- ung vom 13. Juli 1875 zu veranlassen.
ezvgen Wie wir hören, hat der Bremer Smat weg« der !5 Pf. »z unerhörten Behandlung, welche einem der geachtelten rger der freien Hansastadt von Seit« der Ruff« in iminien zu Theil geworden, das auswärtige Amt in Ain ersucht, mit all« Mitteln auf eine Genugthuung l Seiten der russischen Regierung hinwirken zu wollen...
geigen nimmt entgegen: ,Expedition d.Blattes, jte d.Annoncen-Bureaux , Th. Dietrich & Co. in W mb Hannover; Th. ^kich in Frankfurt a.M.; Meristem & Vogler in intfurt a. M., Berlin, Ewig, Cöln rc.; Rudolf Ege in Berlin, Frank- F furt a. M. rc.
Anzeigen nimmt entgegen: dir Expedition b.SBlatte«, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jüger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. ♦ daselbst; Jnvalidendank in
Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in
Bremen.
hrung Jörg's entschied« «tgegentreten und es wird _ j ht lange währen, bis die Patriot« in Baiern das — hicksal der Fortschrittler in Berlin ereilt hab« wird, an im Phrasen die Maffe der Bevölkerung ebensowenig 971 schmack findet, al« das baierische Volk für die politischen imbinationen deS Dr. Jörg Vecständniß besitzt. UebrigenS
t größere Vorsicht anromben werden.
Die katholische Volkspartei in Baiern, welche von den hrern der Centrumspartei seit ihrem Entstehen auf« siigste angegriffen worden, hat bereits einest solchen An- ng unter allen Schichten der kaiholisch« Bevö.kerung in dern gewonnen, daß die baierische Regierung wie die Ütischen Partei« in Deutschland mit diesem Factor iftig werd« rechnen müff«. Dr. Sigl, welcher bekannt- । jene Partei in's Leben gerufen, übt, trotzdem er öffent- von der römischen Kurie deöavouirt worden, heutzutage en Einfluß au«, wie nie zuvor, und man darf versichert i, daß schon bei dem in Kurzem bevorstehenden Zusam- »tritt deS Landtages, die Spuren dieses EirfluffeS sich der baierischen Kammer merklich zeigen werden. Unter : Führung des Landtagsabgeordneten Rittler werden die remen Klerikalen den gemäßigten Patrioten unter der
Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertag«. Preis für daS Quartal mit der wöchentlich« Beilage „JluftrtrteS durch die Expedition (Koch'sche
Buchdruckerei) bezogen 31 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 3 Mark 50 Pfg. (exl. Bestellgebühr). — JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeue 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertbrileude Auskunft und Amrahme von Adreff« werden 35 Pfg. berechnet.
iß für
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tenten» ir an instadt ck, be> n und
ihause, ilitärbehörden, welche die Verhaftung der der Spionage s, ist mächtig« Personen vorgenommen, veranlaffen zu können, fliest- »merhin wird eine energische Reclamation von Seiten können r Reichsregierung daS Gute haben, daß künftig die rus- öblirt, hen Behörden in der Behandlung deutscher Untertanen
18- g. Uten im Lande erlangen zu können. 81,91. -------------
Nach einer Mittheilung der „Corr. Stefan!" hat der
»schall Mac Mahon die Anncchme de« PiuSorden« in ----«jo enischiedmer, nie höflicher Weise abgelehnt, weil ste