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Marburg, Mittwoch, 20. Juni 1877.

. IM.

xii. Jalrgaig.

tet.

nimmt entgegen: II Kpedttion d.Blattes, le Wlnnoncen-Bureaux Dietrich & Co. in Li und Hannover; Th. Mch in Frankfurt a.M.;

aU). Änftein & Vogler in 1 Surt a- M., Berlin, «g, Cöln rc.; Rudolf K in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

WWW Jritmiii.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; SB. Thienes in Elberfeld; C- Schlotte in Bremen.

"chknd, griffe eint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen BeilageJlnftrtrt»« E»mtt«g»felatt" durch die Expedition (kkoch'fche

ragen. Buchdruckerei) bezogen $4 Mark, durch die Postämter de? Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«, (exl. Bestellgebühr). JnfertionSaebühr für die gespaltene Zeile 10 Pf,.

Für in der Expedition zn ertherlende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pftz. berechnet.

[1587

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Anfang Juli beginnt im Fevilleion der heehesfische« Zeitnag:

jor sieben Jahren.

gtbuch eines Dreinndachtzigers aus dem deutsch- franzöfischen Kriege 1870 71.

Um VOkstän-ige Exemplare zu erhalten, er- hen wir die Bestellungen für das dritte Quartal die

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»t zu vor­

bei M Pf.

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Derhellische Zeitung

und deren Gratisbeilage llnstrirtes Sonntagsblatt : dem 28. Juni gefälligst machen zu wollen. Die Exp. d. Oberh. Zeit.

Tage-bericht.

kDerReichs-Anzeiger" publtcirt dm vom Fürsten Wmarck gegengezeichneten kaiserlichen Erlaß, betreffend die nähme der Reichsanleihe im Betrage von 77,731,321 , Die Verzinsung erfolgt mit 4 pCt. am 1. April und Oktober. Die Schuldverschreibungen lauten aus 200, - 1000, 2000 und 5000 Mark.

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en, be Kam' irraum- [1594

Was nach der neuesten Wendung der Politik des irschall-Präsidentev in Frankreich erwartet werden mußte, geschehen, die Auflösung der Nationalversammlung ist f dem Senate beantragt und es kann keinem Zweifel terworfen sein, daß letzterer derselben seine Genehmigung heilen wird. In der Nationalversammlung wird eS «der zu stürmischen Scenen kommen und die Politik i gegenwärtigen Machthaber wird eine nahezu vernichtende Pk erfahren, indeß werden die Steuern bewilligt werden i die Staatsmaschine wird keinen Augenblick stecken.

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18 französische Volk wird den Geschäften nachgeheo und i einer außerordentlichen politischen Erregung unter der Äefitl chen Mehrheit der Bevölkerung wird auch künftig nicht

! Rede sein. Fragt man danach, welche Partei vorzuz«- ife au« den reactiouSren Maßregeln der Regierung Vor- il ziehen wird, so erhält man von den meisten unbe-

lai bi» 6£ncn Politikern in Frankreich die Antwort, daß die Köni-, «apartiften, deren Anhang seit dem Sturze ThierS Im * hre 1873 sich bedeutend verstärkt, mit der Zeit die zahl- _____ chfte und mächtigste Partei bilden werden. Die weitaus ißte Zahl der Verwaltungsbeamten besteht auS Bona. Uisten und die Armee, worauf eS koch hauplsächlich j tzk kommt, ist der Wiederherstellung des Kaiserreichs außer- . deutlich sympathisch. Ucbrigen« hat auch die französische -- Htje die neueste Botschaft Mac Mahon'o mit einer Hmsst

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Die Mehrzahl der im «Hotel Marbach" logirenden

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AlS ich im Herbste 1876 von Biedenkopf au« über chenau, Kalbern und den Görzhäuser Wald nach der rbach kam und am Eingänge des OrteS nach einem se fragte, in dem man die lech gewordene Kehle -mit m frischen Trünke anseuchten könne, da wies man mich ach in dasHotel" und richtig, ich fand auch in einer ernung von kaum 200 Schritten, am Rande des ge- nten schönen WiesengrundeS, einen nagelneuen, wenn nicht großartigen, doch elegant und comsoctable ein­tet en Gasthof, dasHotel Marbach," der von en aus Marburg und fremden Penstooären ganz über­war. Der damalige Inhaber, Herr Kexel, ist ge- n, unter der Leitung des jetzigen, eines Herrn S ch a r ch

Die Marbach bei Marbarg.

Ein Blatt aus dem Reise-Skizzenbuche von Emil Ohly.

(Schluß).

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-- 4 Darmstadt, scheint das Gasthaus ebenso gut vcr- i M tzt zu jein. ES enthält 16 vortrefflich eingerichteterem

«zimmer und einen großen, geschmackooll decorirten Sp.-ffe

6 I nebst gemächlichen Nebenzimmern. Anlagen um das iblifiement sind erst im Entstehen begriffen, berechtigen » zu den besten Erwartungen. Ich fand bei zweimaligem 71H -suche des Hauses Speisen und Getränke vorzüglich gut b--ganz außerordentlich billig. So kostet der ganze

lütagstisch nur 12 Sgr., die Pension für die ganze Wote Thlr. 24 Mark. Ein einzelne« Zimmer wird pr.

beglückt, woraus immerhin so viel hervorgeht, daß die li­beralen Zeitungsstimmen, welche dm Sturz der Republik al« den Ruin Frankreichs hinstellen, keineswegs durchweg von den Liberalen getheilt werden.

Der ministerielleStandard" von London bringt eine Korrespondenz über die zunehmende Erkaltung zwischen dem englischen Botschafter in Konstantinopel, Sir Layard, und der Pforte. Selbst in weniger wichtigen Fällen, in welchen die Pforte den Vorstellungen irgend eines früheren Bot­schafters (!) nachgegeben haben würde, vernachlässigte sie die Vorstellungen Sir Layerrd'S. Am BemerkenSwerlhesten ist der Schluß der Korrespondenz, welcher lautet:Es ist mein Glaube, daß die Pforte aufgehört hat nach der Mei­nung England's zu fragen, da sie der Ansicht ist, daß England nur von selbstsüchtigen Motiven beseelt ist. Die Pforte erwartet nun von Deutschland allein freundschast. liehen Rath, und wenn die Zett kommt, wo eS nöthig sein wird um Frieden zu bitten, wird sie sich in erster Reihe an Fürst Bismarck wenden. Der Sultan ist sehr nieder­gedrückt und mehr als je geneigt Frieden zu schließen. Er steht in häufigem Verkehr mit dem neuen deutschen Bot- schafter." Dasselbe Organ war eS, welches vor einiger Zeit über eineErkaltung" zwischen dem Prinzen Reaß und Eohem Pascha zu berichten wußte, noch ehe überhaupt Prinz Reuß in Konstantinopel warm geworden war. Die ganze Auslastung scheint darauf hinauSzulaufen, daß die englische Regierung mit ihrer gegenwärtigen Vertretung in Konstantinopel unzufriedm ist, und nach einem Vorwand sucht, einen Personenwechsel eintreten zu lasten, wahrschein lich zu Gunstenirgmd eine« früheren Botschast.-rS" (Sir H. Ell'ot).

DieTimes" veröffentlicht einen ausguter Quelle" herrührenden Brief aus Plojeschti, welcher den Inhalt der von Graf Schuwaloff überbrachten russischen Note ergänzt. Fürst Gortschakoff'S Antwort, schreibt der Gewährsmann derTimes" ist versöhnlich und fest. Der Fürst erklärt in derselben, daß die Jnteresim, die in dem Suezkanal involvirt sind, zu ernster Natur stnd, um dieselben zu beein­trächtigen. Er erklärt auch, daß Rußland den Krieg weder nach Aegypten, noch nach dem Persischen Meerbusen tragen werde. WaS Konstantinopel anbelangt, so kann Niemand sagt der Fürst den Verlauf oder AuSgang des Krieges vvrausbcstimmen. Aber weder die Frage Konstan­tinopels noch die der Dardanellen, an welcher die ganze Welt interefstrt ist, kann abgesondert von Eurcpa gelöst werden. Der Kaiser wünscht nicht von Konstantinopel Besitz zu nehmen, da« keiner der europäischen Mächte ge­hören sollte. JedeSmal, fügt die Note hinzu, wenn eine neue Krisis in vm orientalische» Angelegenheiten eingetreten, ist die Politik Rußland« mißverstanden worden und stnd ihm Hintergedanken zuzeschrieben worden, die eS nicht ge­hegt. Durch dies S drohende Mißtrauen, ist fein Handel

Fremden sind Kurgäste und daS Dorf besitzt auch seit Jahren eine unter der trefflichen Leitung be« Herrn Dr. Abse in Marburg stehende Kaltwafferanstalt, in der bereit« die erfreulichsten Erfolge stnd erzielt worden.

Die Heilanstalt ist von dem Herrn Landwirth Schneider gegründet und deffen Eigenthum. Und in der That, wenn zur Heilung körperlicher Leiden außer der paffenden ratio­nellen ärztlichen Behandlung und der vernünftigen Diät auch eine gesunde Luft gehört und ein reine« frisches Quell- wafser zum Trünke, so findet sich daS alles in der Marbach, wie nicht leicht in einem anderen Orte vereinigt.

Auch im Dorfe werden recht saubere und nette Zimmer, mit Sopha und gutem Belte, schon um den wöchentlichen Preis von 34 Mark an Fremde abgegeben.

Der Fremde, der in der Marbach auf einige Wochen Hütten baut, wird sich nicht einsam fühlen und gelangweilt. Allabendlich pilgert ja au« dem nahen Marburg eine zahl­reiche Gesellschaft nach dem Dörflein hin, um sich dort im Hotel" an einem guten einfachen Abmdbrode und einem vortrefflichen Glase Bier oder Wein zu erlaben. Der Mar bürget ist gemächlicher Natur und es fällt dem Gaste nicht schwer, Bekanntschaften anzuknüpfen. Die Stadt Marburg selbst, die auf drei Pfaden, einmal durch unser Thälchen, dann über den Damme!«« und Schloßberg, und zuletzt über die Augustenruhe und die sogenanntenBrunnenröhren" in 20 höchstens 30 Min. zu erreichen ist, bietet des SehenS- werthen so unendlich viel, daß man sich gut für 23 Wochen, tagtäglich auf das Angenehmste und Lehrreichste unterhalten kann. Die reiche Universitätsbibliothek ist auch den Fremde» unter Erfüllung der gesetzlichen Formalitäten

und seine Industrie lahmgelegt worden. Dieser Zustand der Dinge muß aufhören, und da wider seinen Willen die Ereignisse und die mala fides der Türken den Kaiser ge­zwungen sein Schwert zu ziehen, wird er es nicht eher in die Scheide stecken, bis sämmtliche streitige Fragen gelöst sind und da« Programm Rußlands völlig durchgeführt worden ist.

Wie dasMemorials diplomatique" bestätigt, hat die englische Regierung dem König von Griechenland in der formellsten Weife erklärt, England würde nicht.dulden, daß Griechenland dem Sultan den Krieg erkläre, ober in Thessa­lien und in Epirus Akte der Feindseligkeit begehe. Auch Rußland sei weit davon entfernt, Griechenland zur Aktion gegen die Tütkei zu ermu higen. Eine in diesem Sinne erfaßte Note des Fürsten Gortschakoff ist an den russischen Minister - Residenten in Athen abgegangen.

Auf dem Kriegsschauplatz in Asten wird die Entschei­dung, die vielfach für die nächsten Tage erwartet worden ist, noch geraume Zeit in Anspruch nehmen, da die Türken bedeutende Verstärkungen aus Anatolien, Syrien und Egyp­ten an sich gezogen und die Ruffen sich sehr langsam fort­bewegen. Ein großer Theil der russischen «Streitkräfte muß leider noch immer zur Niederhaltung der aufständischen Bewegung im Kcukasuö verwendet werden. Letzterer ist im Wachsen begriffen, wenngleich die Nachricht, daß eS den Aufständischen gelungen sei, die Eisenbahnlinie von Poti nach Tiflis zu zerstören, unwahr, ober boch jedenfalls sehr übertrieben ist. An der Donau stnd die Ruffen in der Herstellung ihrer Userbatterien wenig gestört worden; die Zahl der errichteten Batterien ist bedeutend vermehrt und e« dürfte nunmehr nach Ablauf der nächsten Woche ge­lingen, den Uebergang über die Donau zu forciren. DaS verhältnißmißig stätkste Corps der Ruffen befindet sich an der serbischen Grenze, deren Überschreitung von den Türken nicht verhindert werden kann.

Neueste KriegSnachrichten:

Wien, 17. Juni. DasTagblatt" meldet av« Bu­karest : Ristic hatte eine einstündige Besprechung mit Fürst Gortschakoff, welcher den Rath ertheilte, Serbien möge in seiner Neutralität verharren. In diesem Falle könne Ruß­land seiner Zeit für Serbiens Jntereffen wirken. Der Czar het den Fürsten Milan sehr wohlwollend empfangen, ließ jedoch die Frage einer etwaigen Beteiligung Serbien« am Krieg unberührt. DaSTagblatt" meldet ferner auS Bel­grad, daß der französische Consul Patin in Serajewo an» gekommen ist.

Ragusa, 17. Juni. Nikstc wurde gestern durch 3000 mit Lebensrnitteln bipadre Pferde verproviantirt. Meherned Ali Pascha wurde von den Montenegrinern vollständig ge­schlagen und wird von ih ren verfolgt Alle kifchen Dörfer

zugänglich. Die Umgebung von Marburg ist reizend. Wir werden in einem demnächstigen Aufsätze unsere freundlichen Leser durch die altehrwürdige Stadt durch und durch ihre Umgebungen hinsühren und wollen hier nur als Zielpunkte lohnender Ausflüge da« von Studenten viel besuchte, durch seine guten Pfannkuchen einst berühmte Dörflein Ockerö- hausen, die Spiegelslust und den Dammelsberg nennen. Ist einer gut zu Fuße und ein frischer rüstiger Wanderer, dann schlagen wir ihm eine wahre Prachttour vor, auf die er ober 23 Tage verwenden sollte. Sie gcht über den Görzhäuser Wald, da« romantisch gelegene Dörflein Kalbern, bem Ufer ber Lahn entlang über Äern- bad), Elmshausen, Buchenau, die romantisch gelegene KarlS- hütte dis hinauf nach Biebenkopf und Laasphe.

Wer aber nach Biedenkopf kommt, ber suche, wie der alteRodensteiner" in Heidelberg in bemHirschen" sich einkneipte, baS altberühmte Stapp'scheGasthaus zum Hirschen" am Marktplatz auf unb versäume auch nicht bei Balbach sich das Bier einmal anzusehen.

Wenn ich nun wollte von Biedenkopf unb Umgebung, meiner alten thenren Heimaih, zu reben anfangen, bann würbe ich zum Ersten von ber Aufgabe abschweifen, bie ich mit für heute gestellt hatte; ich würbe aber zum Zweiten mir selbst voreilig vorgreifen; denn ich beabsichtige bie ver­ehrten Leser dieser Blätter demnächst zu einem Spaziergang von Marburg bis hinauf nach Biedenkopf einzuladen, nm ihnen mein Hinterland so lieb und thener zu machen, wie e« mir selber lieb und thener ist. Bis dahin Gott befohlen I