XII. Jajirgaig.
Marburg, Donnerstag, 14. Juni 1877.
186
GtthkM jritiiiig
logier in
[1
7.
,756
>50 « ;
>5N<
i hat lütter.
- b. - k ,-L 75 b. 6
s s
den bil
vban 1502
* güt in bet Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden L5 Pst, berechnet.
,30 b.
,25 d.^
,90
-6
,75 b. I
en, allen
ückblickcn und Winken mit Händen und Tüchern zu Zurückbleibendeo, dann stimmte der unverwüstliche tjricdel ein Marschlied an, la das alle sofort begeistert mwteu und unter besten rauschenden kräftigen Klängen Zug sich ununterbrochen fortbewegte. Sie sangen:
bis Srestantinoff im Osten des Schwarzen Meeres ist noch immer insurgirt und eS finden stch hier gleichfalls reguläre Truppe>-abtheilungen in Thältgkeit, um deS Aufstandes Herr zu werden. Trotzdem ist die rufstfche Armee der türkischen in Asten bedeutend überlegen und eS gewinnt immer mehr den Anschein, daß Armenien, wenigstens Hoch« armenien bald ganz in der Gewalt der Rusten stch befinden wird. Auf dem europäischen Kriegsschauplatz wird eS noch immer nicht zu größeren Schlägen kommen, da die Voraussetzung zu einer erfolgreichen Operation gegen die Türken der Donauübergang noch nicht stattgefunden hat. UebrigenS besteht die rufstsche Donauarmee nicht aus neun, sondern nur aus steben ArmeecorpS, da zwei ArmeccorpS in Rumänien und den nördlichen Küstengebieten des PontuS zu« rückgeblieben find. Man darf daher die russische Offenstv- Armce zu der die rumänische nicht mitgezählt werden kann, da durch eine Bestimmung des Kaisers Alexander die Rumänen auf dem linken Donauufer Wacht halten sollen, einschlteß« ltch der bulgarischen Freiwilligen nicht höher als auf 200,000 Mann Streiter anschlagen.
Neueste Kriegsnachrichten:
Petersburg, 12. Juui. Ein Telegramm des Großfürsten Nicolaus vom 10 Juni berichtet Folgendes: Gestern früh und gestern Abend unterhielten die Türken eine Kanonade von Rustfchuk aus auf die bet Kalarasch in der Nähe von Gturgrwo in Ausführung begriffeoeu Sappeur-Arbeiten. Wir erlitten keinen Verlust, Alles steht gut. Die Donau fällt. — Lin Telegramm deö Großfürsten Michael aus Küruckvara vom 9. Juni meldet: Wir recognoSctren die Vorwerke von KarS. DaS Geschützfeuer der Fort« von Karö verursacht keinen Schaden. Ich habe heute persönlich die nördliche Umgebung von KarS recognoSeirt. Die Ael- testen der Kurden von Chamur und die Bewohner von Alaschkert haben dem General Tergukasoff ihre Unterwerfung anzezetgt. In den besetzten Provinzen ist die russische Verwaltung eingesührt. Nach dem Bericht deS Generals Alchazoff steht bei Jngourdet Achement Alles gut. General Oklobschio ist den Fluß Atschkout aufwärts marschirt. Die Bewohner haben ihre Unterwerfung angezeigt. Die Truppen legten Straßen und Brücken über den Kintrischi an. Daghestan und die Terek Provinz sind ruhig. Auf dem Wege hieher besichtigte ich die Truppen und fand dieselben bei gutem Gesundheitszustand und vortrefflicher Stimmung.
Konstantinopel, 11. Juni. Gestern hat stch die Kanonade zwischen den Positionen von Glurgewo und Rust- schuk wiederholt. Vom astatischen Kriegsschauplätze liegen
keine neuen Nachrichten vor. Mukhtar Pascha steht noch vor Erzerum. Die hiesigen Zeitungen find aufgefordert worden, ihre Sprache gegenüber Griechenland zu mäßigen.
Wien, 12. Juni. Das „Neue Tageblatt" enthält folgende Mittheilungen aus Cettioje: Alt Satb Pascha hat Rosiowa«Glavitza wieder besetzt. — Aus Odessa: Die hiesigen Ufer-Batterien sind verstärkt und die Stattonö« Schiffe verwehrt.
Alexandrien, 11. Juni. Zehn ägyptische Dampfer mit den HülsS «Truppen unter dem Befehle deS Prinzen Hassan find, von türkischen Panzerschiffen begleitet, in See gegangen.
Wien, 12 Juni. Meldungen deS „Wiener Tagebl." aus Kalarasch: Die Donau ist um drei Schuh gefallen. — AuS Turn-Severin: Das türkische Lager bei Florentin ist mit passageren Werken stark befestigt worden.
L o a d o n, 12. Juni. DaS „Reuter'jche Bureau" meldet aus Achen: Die Nationalversammlung von Caudia hat, nachdem die Pforte ihre Forderungen abgelchnt hat, be- schlossen, ihre Rechte mit den Waffen zu vertheidigen; eS stehe ein allgemeiner Aufstand bevor. In EpiiuS seien gleichfalls einzelne aufständische Bewegungen zum AuSbruch gekommen, die an Consistenz gewännen.
Die erste Gpeetal-Au-stellung von Heizung-, und Ventilations-Anlage» in Kassel.
Wenn die Weltausstellungen in Folge ihrer stet» wachsenden Dimensionen, wie der sich zu Unsummen steigern« den Kosten immer mehr a« Anhängern verlieren, so giebt stch hauptsächlich in industriellen Kreisen, gegenwärtig ein größeres Bedürfniß und darum auch ein größeres Verlangen nach Special« Ausstellungen kund. Auf den, alle Zweige des menschlichen Wissens und Könnens, die Erzeugnisse aller civilistrtev Völker umfassenden riesenhaften Expositionen, wird eS dem Besucher unmöglich, stch ein klares Bild des Ausgestellten zu verschaffen; vermag doch
Die Waise do» Sonnenthal.
rische Novelle aus dem Kriege im Jahre 1866 von Rudolf Mellnau.
(Fortsetzung.)
:19«.
82,6t.
Lgn nimmt entgegen: >N«dition d.Blattes, sMunoncen-Bureaux "jj. Dietrich & Co. in ■„i «nd Hannover; Th. ^inikrantturta.M.:
Tagesbericht.
Der 11. Juni war, wie wohl hervorgehobeu zu werden Mt, der Hochzeitstag unseres KaiserpaareS — der 48ste. tat eS dem hohen Paare Vorbehalten bleiben, über zwei £ das schöne Fest der goldenen Hochzeit zu begehen.
$ ■ Der Kaiser wird seine Reise nach EmS am 14. d. MtS. 5 I ytttt. In den letzten Tagen hat der Kaiser auf bringen« ■I ! -nraihen seines Leibarztes Dr. v. Lauer stch von aller ~ -rengcnden Thätigkeit serngehalten und namentlich bereits
. Sonntag Nachmittage dem General-Commando deS j“' nde CorpS die Mittheilung zugehen lassen, daß er den
; Montag, Dienstag und Mittwoch in Aussicht genom- M Truppenbestchtigungm nicht beiwohnen werde. AuS /oigt- jem Grunde hielt sich auch der Kaiser Montag von der raben. Mbahn zu Hoppegarten fern und sendete den Kron- ' und toen zu seiner Vertretung, um die in dem Armee-Jagd- 'owÄ ausgesetzten Ehrenpreise an die Sieger zu ver- riegel: ÜM. -
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annonceu-Bureaux von G- L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl- ♦ daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
_ „Vorwärts! Marsch!" kommandirte der Bartfriedel, ni. 1 t sich an die Spitze deS Zuges gestellt, und vorwärts —— »egte sich die ganze Coloune von Männern und Jüng-
«een, während Frauen und Mädchen, wie eS vorher be- 10b.’ wchen war, zurückblieben und nur die Männer und '-bJ «gln Burschen den Abziehenden das Geleit eine Meile oq)$ zu geben. Nur eine kurze Strecke noch dauerte daS
- .... Der neue türkische Botschafter am berNner Hofe Turkhan- ') Die . h<,t feine Thätigkeit mit folgender Bitte an daS große /„i“ jstkum begonnen: „Im Verträum auf den wohlthätigm katen- w der deutschen Nation beehrt stch die Kaiserlich tür- homas Et® tschaft hiermit zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, selige i ihr vom Central-Comite der ottomanischen Vereine r vnd I die Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger, »octor icheS auf Grundlage der Genfer Convention steht, ein zwöi sdschreiben zugegangen ist, in welchem stch dasselbe an gams- , öffentliche Mildthätigkeit wmdet. Indem sich die MM. -Brüche Botschaft beehrt, diese Mittheilung zu machm, 11498 lt fie sich gleichzeitig zur Verfügung der hochherzigen 1 ftr, um deren Spenden ihrer Bestimmung zuzuführen. ' .. j jajj können Gelder auch direkt an das Comite (administra- tt » ganitaire centrale de l’empire Ottoman ä Galata) ,or-i Konstantinopel adressirt werden.
Hört Ihr das Marsch-Commandowott? Auf, Brüder, auf, wir müssen fort! Stärkt kühn das Herz, stärkt kübn die Hand Zum Kampf für Recht und Vaterland! Herzliebchen stebt mit feuchtem Blick, Muß bleiben nun allein zurück: Herzliebchen, meine nicht so sehr Mach' uns das Herz nicht banz und schwer! Wir hören Deine Sehnsuchtslteder:
O kehre wieder, wieder, wieder!
Tambour die Trommel frisch gerührt! Ihr Brüder, rüstig fortmarschtrt! Ein muntres Lied dazu stimmt an : Ein ftohes Lied, ein froher Mann! • Und fröhlich sind wir bald am Ziel, Und fröhlich gehts zum blutigen Spiel, Kühn in den Kampf, kühn auf den Fetnd, Daß Liebchen nicht zu lange weint; Denn liegt der Feind besiegt darnieder: Wir kehren wieder, wieder, wieder!
Und wenn mich in der blut'gen Schlacht Umfängt des Todes finstre Rächt,
Während die russische Hauptarmee im Kaukasus sich «ntrisch gegen Erzerum zuwendet, und hier in der «ptstadt Hocharmeniens in einigen Wochen die Entschei- l tu für den astatischen Feldzug erwartet wird, ist der ___l Gand unter den kaukasischen Bergvölkern namentlich im Uhr, mckgebiete noch längst nicht erloschen. Neuerdings sind eltzt, tu 10,000 Mann von der regulären Armee abgezDeigt, , feder i im Tereckgebiete zur Unterwetsung der Aufständischen > un> Wendet werden sollen. Auch der Küstenstrich von Pv i
Deutscher Reich.
•• Berlin. 12 Juni. Heute findet eine Sitzung des StaatSmtatsteriumS statt. ES dürfte stch unter anderem um verschiedene Fragen handeln, weiche noch vor der Abreise deS Kaisers zu vorläufiger Entscheidung gebracht werden müssen. — Die neueren Mittheilungen der Zeitungen über die Wiederbesetzung der Stelle deS Regie- rungsprästdenten in Düsseldorf sind irrthümltch. Die betreffende Entscheidung ist noch nicht getroffen. — In Betreff der Befugntß der Unterbeamten zur Erhebung der Sporteln herrscht in den einzelnen Landestheilen vollständig verschiedene Praxis, je nachdem die geschriebene oder ungeschriebene Verfassung, welche bei Erlaß der Sporteltaxe von 1825 zu Recht bestand, den Unterbehörden die Befttgniß, Sporteln zu erheben, einräumte. Schon vor einiger Zeit wurde die Frage aufgeworfen, ob das Sportelwesen nicht generell zu reguliren und ob nicht evknluell die Aushebung des ungleichen Rechtszustande« in Aussicht zu nehmen sei. Im Jahre 1875 schon hat der Minister deS Innern bet den Provtnzialbehörden eine Enq^s.e über die Sporteln veranlaßt. Die in Folge davon erstatteten Berichte haben wettere Erörterungen namentlich über die
Sinnes und Charakter-, von einer Energie und Entschiedenheit des Willens, daß er eher zu Grunde ging, als auch nur ein Jota von einem einmal gefaßten Entschlüsse abzulassea. Diesen eijenfesten Willen, dieses entschiedene Wesen hatte er tu den öffentlichen Gemeinde - Angelegenheiten oft genug Gelegenheit gehabt, durchzusetzeu, da man auf seine Stimme eine ganz besondere Wichtigkeit legte und fie daher sehr oft den Ausschlag geben ließ. Seit langen, langen Jahren hatte er das Schulzenamt bekleidet und in dieser Stellung verwöge seiner hervorstechenden Eigenschaften in Bezug auf öffentliche Gemeinde Angelegenheiten viel GuteS für die Gemeinde gestiftet. Seit seinem Famtlieu-Zerwürfniß hatte er das Amt aufgegcben. Von allen Seiten war er zwar bestürmt, Schulze zu bleiben, aber vergeblich. Man sagte ihm, s.ine Familien-Angelegcn. heil habe mit diesem Amte gar nichts zu schaffen, er blieb bei seinem Entschlüsse.
„Maa hat mir Ungerechtigkeit in meiner Familie vor- geworfen, man möchte sie mir auch in meinem Amte verwerfen,* sagte er und trat ab. —
„Er hat einen harten Kopf,* sagten die Bauern, „laßt ihn gewähren!*
(Fortsetzung Mit.)
jfart a- M., Berlin, A, Cöln rc.; Rudolf Ein Berlin, Frank- ”furt a. M. rc.
Der Mund vermummt, das Auge bricht: Ich starb für Ehre, Recht und Pflicht! Dem Liebchen bringt den letzten Gruß, Der treuen Liebe Scheidekuß! O Brüder, welch ein süßer Tod! Lebt wohl! — Im ew'gen Morgenroth, Doch sieggekrönt allein, Ihr Brüder, Sehn wir uns wieder, wieder, wieder!
Und ist der stolze Feind gedämpft, Der Sieg für's Vaterland erkämpft, Dann eilen wir mit Ruhm und Glück, Zur theureu Heimath froh zurück! Herzliebchen, still des Herzens Wehn — Herzliedchen welch ein Wiedersehn! Fehlt auch ein Bein, fehlt auch ein Arm. Schlägt doch das Herz noch treu und warm, Empfängt uns Liebchen treu und bieder:
Mein bist Du wieder, wieder, wieder!
2. Kapitel.
Eine verhängnitzvolle Nacht.
Obwohl, wie wir gesehen haben, im Dorfe Sonnenthal überall die größte Friedfertigkeit und Eintracht herrschte, so gab es dennoch eine Familie darinnen, welche in allen Theilen nicht so friedlich und einig lebte, wie dies bei fast allen Insassen deS Dorfes der Fall war, aber bis in die Gerichte kam auch der Unfriede dieser Familie nicht.
Der größte, schönste und reichste Bauernhof im Dorfe «ar der Althof, so genannt, weil seit undenklichen Zeiten die Besitzer desselben Alt hießen und man könnte füglich hinzusetzen, weil er aub der älteste Hof im Dorfe war. Der gegenwärtige Besitzer desselben, ein Mann in den sechSziger Jahren, war eS, welcher einen Zwist in feiner Familie heraufbeschworen, der, wie eS den Anschein hatte, bei seinen Lebzeiten nicht wieder geschlichtet werden sollte.
Der Altbauer, wie man den jedesmaligen Besitzer deS AlthvfeS nannte und unter welchem Namen wir denselben auch schon in der Schenke kennen gelernt haben, war nach ichter LandmannS Art und Weise schlicht und derb.
Dabei war er von einer Zähigkeit und Festigkeit deS