xn. Jeirgeig.
Marburg, Dienstag, 5. Juni 1877.
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n Gastein & Vogler in , ffl M., Berlin.
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Türken begingen, indem sie die Seretbbrücke nicht bei Zeiten zerstörten, ist schon so viel geschrieben worden, daß ich mich beschränken kann, hier zu erwähnen, daß stch die Zerstörung der Brücke mit sehr wenigen wohlgezielten Schüssen hätte bewerkstelligen lassen; aber freilich hat man sich in Konstantinopel bis zum Einmarsch der Russen zu viel von politischen Gesichtspunkten leiten lassen und darüber die einfachsten militärischen Pflichten versäumt. Barbospt und Kalasat sind bis heute zwei schwarze Punkte; sollte vielleicht Kladowa der dritte uerdm?
den Donau Arm beschäftigte. Auf diesem liegen noch jetzt zwei kleine türkische Kriegsschiffe, die als nahezu verloren betrachtet werden müssen und vielleicht nur zum unmittelbaren Uferschutz verwendet werden sollen. Abgeschnitten von jeder Wasserverbindung mit dem Meere find ste durch die russischen Torpedos jedenfalls.
Am Nachmittag machte ich einen Ausflug nach Bar- bvschi, das mit der Bahn nur bet sehr ungünstigen An schiüssen zu erreichen ist. Zch fuhr zunächst zu der vielgenannten Eisenbohabrücke über den Sereth. Der Fluß selbst ist rin wildrs, schmutziges, gelbes Wasser mit ungemein starken Gefällen, das in unheimlichem Rauschen dir schweren Steinpfeiler der Brücke umspült. Die Brücke besteht auS zehn gußeisernen Bogen, von denen aber nur die beiden in der Mitte über den Fluß selbst gespannt und auch von größerer Construction sind al» die übrigen. Wenngleich kleiner und keineswegs so elegant und sicher gebaut, so erinnert doch die Serethbrücke bei Barbojchi einigermaßen an die neue Rheinbrücke bei W.sel. Bewacht war sie von einer ziemlich starken Abtheilung, welche hier bivouakirte.
Gefahr für eine Zerstörung durch türkische Monitor» ist aber durchaus nicht mehr vorhandm, denn eineStheilS verhindern die zahlreichen Monitors jedwede Annäherung und anderntheils beherrschen die Häfen unmittelbar hinter dem Bahnhofsgebäude, auf denen die Russen einige noth- dürftige Schanzen aufgeworfen und ein paar Geschütze in Posttwn gebracht haben, den Fluß auf eine so weite Strecke, daß ste jeden Feind in vothwendiger Entfernung halten können. Eine strategische Wichtigkeit hat demnach Bar- boschi nicht mehr und kommt in Zukunst nur mehr als Knotenpunkt der von Galatz und Roman hier zusammen- treffenven Bahnen in Bettacht. Ein größeres Lager, welches bis jetzt bei Barbojchi bestand, ist in Folge dessen nunmehr aufgegeben. Die Truppen marschiren landeinwärts ab. Uebcr die höchst strafbare militärische Sünde, welche die
^Nnnoncen-Bureaux Ty,.Dietrich & Co. in und Hannover; Th. in Frankfurt a.M.;
Tagesbericht.
Die heutige Nummer der preußischen Gesetzsammlung die Verordnung bett, den Wegfall verschiedener in der Provinz Schleswig Holstein vom 7. April
Vorbilde des deutschen HrndelStageS, der gleichfalls aus der freien Initiative des deutschen Handelsstande- hervorgegangen ist.
Der verhaftete Redakteur der iu Berlin erscheinende« »Freien Presse" wurde wegm Aufreizung zu Gewaltthä- ttAeieu in neunzehn Fällen zu einer Gefängnißstrafe von' nenn Monaten verurthetlt.
Die Haltung der österreichischen Regierung gegenüber Rußland scheint nach den neuesten Vorgängen in Prag, die mit den von der russischen Regierung prolegtrten Slaven- comtls's in Zusammenhang gebracht werden, in der That einer Veränderung zu unterliegen. Man will in Wien genau Kunde darüber haben, daß die russische Regierung, nachdtM ste stch über die ungeheure Widerstandskraft der Türket getäuscht, alle Hebel tu Bewegung setzt, um nicht nur die slavtscheu Völker auf der Balkanhalbinsel zur Hilfeleistung heranzuzieh«, sondern auch iudtreet auf die österreichischen Slaven einen Druck auSübt, um einen eventuellen Widerstand Oesterreichs gegen die russischen Pläne zu brechen. Man ist außerdem in Wien um so mehr verstimmt, als die Abmachungen der russtschen Regierung von einer serbischen Action nicht ernst gemeint stad, wa- auch aus den Operationen an der serbischen Grenze hervorgeht. Dcßhalb hat stch denn auch die österreichische Regierung schlüssig gemacht, die Theilnahme Serbien» an dem russisch- türkischen Kriege mit einer Besetzung Serbiens zu beantworten. Für die weitere Entwickelung der Orientwirren wäre dies allerdings sehr verhängnißvoll, aber die Lage Rutziand» macht e» sehr erklärlich, daß dasselbe auch den gewagtesten Schritt nicht scheut, um feine Chancen in dem gegenwärtigen Kriege zu verbessern. Sowie die Dinge heute liefen, könnte dem St. Petersburger Cabinett eine allglmeine und europäische Conflagration nur erwünscht kommen, da es sehr sraglich ist, ob mit den gegenwärtigen Streukräflen Rußland die Aufgabe, die es sich in der orientalischen Frage vorgesetzt hat, erreichen wird. Denn der Muth der Verzweiflung führt noch fortwährend der Türkei neue Hilfskräfte zu. Die Hingebung der osmanischen Bevölkerung in Asten wie in Europa ist eine allgemeine, und die aufständische Bewegung unter den Tscher- keffen im Kaukasus kommt der türkischen Kriegsührung in Asien sehr zu Statten.
Die Pariser »France", — bekannttich ein unabhängig konservative» Organ, das mit den augenblicklich domiuirenden Parteien wohl kaum in Verbindung steht — meldet, daß
BetUart Namen.
Alles Aufgebot der Obrigkeit und alle Anstrengung jener rührigen Organe, welche stch am 1. Dezember 1875 mit der Volkszählung in Berlin zu befassen hatten, vermochten nicht die heiß ersehnte Million von Einwohnern für die junge Kaiserstadt aufzubringen. Man weiß, wie sehr die» von dem großstädtsüchtigen Theile der Bevölkerung bedauert und betrauert wurde. Dtt Mütter der Stadt tras ein leiser Vorwurf, die Väter der Stadt wurden beschuldigt, dem Wohnungsmangel nicht mit einer den Zuwachs ber Bevöllerung genügend fördernden Energie gesteuert zu haben. Aber die, derm Unwillen jo nach allen Richtung« ausschlug, waren, auf allen Linien im Unrecht. Was ist eine Millian gegen das Weltall? Und das Weltall ist in Berlin wohn- und seßhaft. Wer daran zweifett, hat das Berliner Adreßbuch für 1876 nicht zu Gesicht bekommen. Sie habm da», lieber Leser und noch liebere Leserin? Za, aber Les« und Lesen ist zweierlei. Sie haben nach einem, zwei, drei Namm gesucht und warm froh, sie zu finden. Aber sie habm nicht alle Namen im Berliner Adreßbuch gesucht und gesund« wie wir, Sie haben ste nicht unter einander geworfen und von einander gesondert, sie nicht gesiebt und geläutert, nicht besichttgt, beschaut, gewählt und gezählt und in Systeme gebracht wie wir. Sie können
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Bei >« Russen und Rumänen.
(Bon dem Special-Berichterstatt« b« »Köln. Zrg ") ' i (Schluß).
Graf von Ehambord dm Don EarloS zu seinem präsumtiven Erben der französischen Krone gewählt hat. Ein demnächst erscheinendes Manifest des »Roy" würde diese Wahl und derm Gründe darlegen. Wir können hinzufügen, daß Don Carlos auch ohne eine solche .Wahl" der präsumtive Erbe deS Grafen von Chambord ist, mit dem die ältere französische Hauptlinie der Bourbons erlischt. In nicht sehr ferner Zeit wird wird Don EarloS also auch „Pritmdant von Frankreich" fein.
Von Seiten der russischen Regierung werden jetzt die größten Anstrengungen gemacht, die englische Regierung in dm Bahnen der bisherigen NmtralitälSpolitik festzuhatten. Diese Bestrebungen sollen, wie man unS miitheilt, Aussicht auf Erfolg haben, nicht nur weil die Mehrheit der eng- tischen Bevölkerung für den Frieden ist, sondern weil auch die dmtsche Regierung ihren ganzen Ei'fluß in London äusbielet, um England von einer Action gegen Rußland abzuhalte«. Der österreichische Botschafter Graf Bmst durch, kreuzt allerdings diese FriedenSpolittk, indessen sein Einfluß ist iu London sehr in's Sinken gekommen, nachdem man sich überzeugt, daß die Versprechungen, die er gemacht, nicht erfüllt und die Hoffnungen, die er erregt, gescheitert sind.
Die Wiedereroberung von Ardahau durch die Türken bestätigt sich nicht; dies ist aus einem Constantin opler Telegramm zu ersehen, wenngleich dasselbe die Frage immer noch offen zu lassen bestrebt ist; für uns ist es unzweifelhaft, daß die Nachricht zur Befchwichttgung der Gemüther erfunden wär. Mau schreibt der Ä. Z au» Wien: Man hört nicht viel von der Thättgkeit deS Par lammt» in Konstantinopel, allein e» scheint denn doch, daß ste der Regierung arge Verlegenheiten bereitet. Diese hegt die Abficht, sich deS unangenehmen Dräager» «ährmd der - KriegSzett zu entledigen, Obwohl wichtige Arbeiten der Kammer noch nicht zum Abschluß gekommen stad, z. B. da» Budget noch der Prüfung und Genehmigung entgegen- steht. Doch fleht die Pforte ein, daß ste die Abgeordneten nicht einfach zu Hause schicken kann. Sie hat ihren Widerstand gegen die europäischen Forderung« theilweise damit begründet, daß ste eine verfassungsmäßige RegierungS- form angenommen habe und ohne Zustimmung der Lan- deSvertreter nichts thun könne. Durch einen autokratischen Akt gegen das Parlammt würde fle mit flch selbst in Widerspmch geralhen. Sie wird daher Aufsehen erregende Maßregel unterlassen. Zu einer Unterbrechung der Thä- tigkeit der Kammern bietet ihr der EinberufungS-Fermau die beste Handhabe, denn er stellt eine dreimonatliche Si-
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M in Hinsicht auf die handelspolitischen Beziehungen, J «s bie Tran Spor! frage und aus die Verhältnisse der Ge- UMV, mrbegesetzgebung, sowie die in Zoll- und HandelSverttaaS - ilngelegmheitm sonst zu unternehmendm Schritte. 2 Die
Nahrung industrieller und gewerblicher Interessen durch Wung von Industrie- und Gewerbe Kammern, eventuell tinch Umwandlung der jetzigen Handels Kammern in Handels», Industrie und Gewerbe-Kammern mit einer noch zu schaffen-
[imeI Central-Instanz. Bis zur gesetzlichen Umgestattung der Handels - Kammern constituirt sich der Centralverband dmscher Industrieller al» provisorischer Mittelpunkt einer 8mrttung der gesamwten deutschen Industrie nach dem
Aon dem Zimmer meines Hotels aus — wenn dieses fioUau» den Namen eines Hotels verdient — hatte ich rtNkv prächtigen Blick auf die Donau und die gegenüber ütgenben Hügel der Dobrudfcha. Die Donau ist hier weit W ihrem Bette ausgetreten, in einer Ausdehnung, die ich nahezu eine deutsche Meile schätze, und hat das ganze «ttmzende Terrain noch auf weit größere Entfernungen ’ 'Mändiz versumpft. Einige Wohnungen von türkischen und Hafenarbeitern, welche stch ans einer kleinen LMl in der Donau befinden, find von ihren Bewohnern >fl(. i W der Nachricht von dem Anmarsch der Russen Knall und verlassen worden. Eine Schaar Kosaken, welche auf __-: Eähnen übersetzten, fanden noch größere Quantitäten Tabak [«»Kaffee vor; einer brachte froh des leichten Fanges die Mvmmene Beute heim. Etwas oberhalb von Galatz zieht stch ein Arm der Donau nach Matschin herauf, welches lh ebenfalls mit dem Fernglas deutlich von meinem Fenster erkennen kann. Dasselbe soll von feinen Bewohnern
it «fr ^ständig verlassen fein und nur noch wenige türkische ^nrppm al» Besatzung haben; man scheint mit Recht im '«"schen Generalstabe einen direkten Ü bergang der Russen »in kaum zu befürchten, und was in den Zeitungen von »tocentrirungra der beiderseitigen Armeen in ber Dobrudscha I Grieben worb«, ist ettel Taub. Die Türken w ssen ' die gefährdeten Punkte an anderer Stelle lieg«; die dagegen befördern täglich mit einigen hier in Galatz /JJJ'Mten, sehr flach gehenden Schleppdampfern Holz In 'ii# die Donau aufwärts. Ich bemerkte noch vor etwa ' t?* Stunde ein derartige» Schiff, welches langsam und Wx den Fluß hinauf dampfte. Kurze Zeit nachher folgte W- ** ^kleiner rumänischer Monitor, der sich längere Zeit mit __> ’t® Leg« von Torpedo» vor dem «ach Matschin abgehm-
l*ituD|$ Ljyw nimmt entgegen:
BjugeMtion ».Blatte»,
' Cöln -c.; Rudolf etc,: Stn Berlin, Frank-
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, den Allerhöchsten Erlaß betr. eine «enderung de» zlivS über dm Geschäftsgang bei bet OberrechnungS „t vom 11 Mai 1877; ben StaatSvertrag zwischen |en unb Hessen wegen ber Anlage von Eisenbahnen Ito. 7,&b Frankfmt a. M. nach ber Riedbahn unb von Hanau Babmhausen von 4. Februar 1877 unb den Staats- zwischen Preußen unb Bayern wegen Herstellung It*« Eisenbahnverbindung zwischen St. Ingbert nach Sa« I Men vom 23. April 1877.
m Gk- jgg Mm Postanstalten Bestellungen entgegenge- L252 Mmen.
feil.
I DIe Schutzzöllner find jetzt sehr thätig unb suchen die y# bis zum Beginn ber parlamentarisch« Kampagne nach »Dzlichkeit zu Agitationen zu benutzen. Der Centrolver- I jab deutscher Industrieller hat eine General-Versammlung I Wer Vereine, Delegierten unb directen unb inbirccten Ein- EjBeber zum 16. Juni b. I. Vormittags 11 Uhr nach furt a. M. in ben großen Saal be» Frankfmter ausgeschrieben unb auf deren Tagesordnung gesetzt:
I t Die Herbeiführung einer eingehend« Enquetv über bk Äp ber dmtschm Industrie im Vergleich zu ben Berhält- Hm ber concurrtrenben Industrie des Auslandes, unb
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