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Marburg, Freitag, 1. Juni 1877.

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Der falsche Czar.

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Der Abenteurer, welcher in so verwegener Weise seine

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Wo soll ich hin?" fragte ste angsterfüllt, als sie bleich

»Hier her 1" rief die Letztere von Mitleid ergriffen ihrer

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durch ein Wunder blieb Martoa uneuideckt und ent-

, von allen Glocken Moskaus läutet rS Sturm und kann mau das wilde Geheul der anstürmenden Menge

DaS amtliche türkische Jahrbuch (Sal Name) für daS Jahr 1294 (1877) enthält zum ersten Mal eine detaillirte Statistik über die Bevölkerung des ottomanifchen Reichs. Nach den Angaben des statistischen BüreauS im Unterrichts­ministerium zählt die europäische Türkei, ausgenommen Konstantinopel mit seinen Umgebungen 4,700,182 Seelen. Das Vilayet Bosnien zeigt die größte Zahl der Einwohner: 1,013,068; das Douauvtlayct 907 774, da» Vilayet

Historische Erzählung von Carl v. Kessel.

(Schluß).

Erschrocken fährt Otrepjew aus den Daunei-kiste« empor,

Was wir vor einiger Zeit über die Stellung Oester» reich» zu Rußland gesagt haben, hat sich inzwischen voll, kommen bestätigt. Die österreichische Regierung läßt Ruß» land vollkommen freie Hand in seinen Operationen gegen die Türket, dagegen hat sich Rußland verpflichtet, die Serben von der Theilnahme an dem Kriege fern zu halten, und es hat denn auch die serbische Regierung die bündigsten Erklärungen darüber abgegeben, daß sie neutral bleiben und die Bildung bewaffneter Banden an der türkischen Grenze verhindern werde. Wie lange aber wird Serbien einer solchen Verpflichtung Genüge leisten und was wird Rußland thun, wenn es entscheidende Siege an der Donau erfochten hat. Wie Rumänien sich mit Hülfe Rußland» von der Türkei ganz unabhängig gemacht hat, so wird auch Serbien sein tributpflichtiges Berhältniß zu der Türket gewiß aufheben, und die europäische Diplomatie wird sicher solche Thatsachen nicht rückgängig machen wollen und können. Oesterreich wird also den Kürzeren ziehen und durch Ruß­land überlistet werden, das nach der Hegemonie auf der Balkanhalbinsel trachtet, die Oesterreich ihm nur dann hätte streitig machen können, wenn eS vor einem Jahre die staat­lichen Neubildungen begünstigt hätte, auf welche die slavische Welt in der Türkei von jeher hindrang. Jetzt, wo Oester­reich die Dinge gehm läßt, wie ste eben gehen, wird eS auch die Eretgniffe acceptiren wüsten, wie ste sich eben aus der kriegerischen Aktion Rußlands herauSbilden. Daß eS dabei Idne materielle Eroberungen Rußland» in der Türket zu dulden braucht, ist felbstverständltch, da Deutschland seine gleichen Inten sten mit Oesterreich hat und darum Ruß­land auch von vornherein auf solche Verzicht geleistet hat. Aber der moralische Gewinn wird lediglich Rußland zu­fallen, daS auf der Baikanhalbinfel die Mission erfüllt, welche wohlgesinnte österreichische Politiker von jeher dem österreichischen Kaiserstaate als demDonaustaate" zuge» schrieben haben.

Herkunft aufgestellt. Amerika, Belgien, Frankreich, Groß­britannien, Rom und die Schweiz haben je einen, Deutsch­land zwei und Italien vier Säle gefüllt. Man braucht aber nur einen Saal zu besuchen, da der Inhalt der Säle mehr oder weniger derselbe ist. Meßgewänder und alle Arten von priesterlichem Schmuck, Bischofsstäbe, Mitren, Altardecken, Meßbücher, Reliquienschreine, Monstranzen, Kreuze, Lamp?«, Leuchter, Weihrauchfäster, Büchsen und Schachteln, kurz, alles was zur Meste und auf den Hoch­altar gehört. Die deutschen Geschenke zeichnen sich nicht nur durch ihre Menge, sondern auch durch ihre Qualität auS, namentlich die aus den Fabriken von Reeder in Augs­burg und Merz in München hervorgegangenen. Die Aus­stellung soll einen Monat, also bis zum 24. Juni dauern.

Die Prahlereien, mit welchen die Engländer , die Welt seit dem Wiederauftauchen der orientalischen Frage erfüllt haben, hören noch immer nicht auf. Die Engländer, die nicht dulden wollten, daß die Rusten den Pruth über­schritten, und dann, als dies geschehen, dm Balkan al- die Linie bezeichneten, vor welcher die Rusten Halt machen müßten, verkünden hmte schon der Welt, daß, wenn, die übrigen Mächte die Türkei theilen wollten, ste den Theil der Türkei nehmen werden, der ihnen am meisten zusagen und den sie dann gegen die ga-ze Welt vertherdigen wür­den. Die englische Krämerpolillk ist also wie immer nur eine für die nächste Zeit berechnete, während die russische Politik die Zukunft besagt. Heute wird noch Niemand die Verbindung Indiens mit England stören, aber wen« Ruß­land erst Kleinasien gewonnen, dann dürste ihnen die Bertheidigung ihrer Mittelmeerstationen schon etwas schwerer werden.

ging dem saft gewisten Tode; später wurde ste Nebst an» deren vornehmen Personen von dem Fürsten Wastljt Schuiski gegen die Wuth des eutfestclten Volkes tu Schutz genom­men, weil er sich ein hohe» Lösegelb versprach.

Bei der Erstürmung des Schlosses war man übrigen- gleichzeitig über die in der Stadt zerstreut wohnenden Polen hergefallm. Im bloßen Hemde zog man ste unter den Dächern und au- den Kellern hervor, fortwährend ertönte der Ruf:Schlagt tobt schlagt tobt die Schufte/ und erst nach sechs Stunden, gegen zehn Uhr des Vormittags, hörte das Morden auf.

Man sollte meinen, die Anstifter dieser Tragödie hätten genug daran gehabt. Ein Verbrechen war von ihnen be­gangen worden, .indem ste einen elenden Abenteurer auf den alten Thron der Rnrit's setzten und dadurch das dieser Ty rastte anhängende Volk auf'S Gröblichste täuschten, aber dennoch wollte man diese- mit so großer Kühnheit auSge- sührte Unternehmen auch jetzt noch nicht ausgeben, und eS mußt« also Rath geschafft wervm, um in einem Nachspiel den verunglückten Versuch zu erneuern. Um dieses Nach­spiel kennen zu lernen, muffen wir die Leser abermals in da- Schloß des Fürsten MniSchek nach Galizien führm. ES ist j tzt im Frühjahr des Jahres 1608 und wir finden abermals eineu Kreis von vornehmen Polen dort versam­melt. DaS Wort sührt auch jetzt wieder der Jesuit, Pater Ignaz, uud auch Marina, die ehemalige Czariu, ist gegen- . Bärtig.

Ein Mann tritt rin, er ist in) reiche russische Tracht gekleidet.Wunderbar spielen die Schicksale der Menschen," beginnt der Pater,hier ist der Czar Demetri, welchen Gott zweimal auS Mördrrhänden errettet hat, denn au» dem Blutbade im Kreml entkam er und jetzt erscheint er, um die Hilie Polen» behufs der Zurückeroberung feine» Reiches in Anspruch zu nehmen."

r (z"> Im Vatikan hat am 24. d. die Ausstellung der Ge- mke begonnen, welche dem Papst zu seinem BischostS- , tiiiutii von nahe und fern geschickt worden stad. Sie TT. Im eine ganze Reihe von Sälen und sind je nach ihrer

In diesem Augenblick stürzt auch Marina vor, und da- Taschentuch vor den Augen, ruft ste:Oh mein Gemahl, wie glücklich bin ich, Euch wieder zu finden; wie vielt Thränen habe ich um Euch geweint und jetzt ja, ich erkenne Euch vollständig, Ihr seid der in Moskau gekrönte Czar, Ihr seid mein Gatte, der Fürst Demetrius!"

Der also Angeredete war allerdings nur ein Schul­meister, Namens Iwan, aber er sah dem getöoteten Otrepjew sprechend ähnlich und die» genügte den Verbündeten. Hin- läaglich instruirt erwiderte er mit anscheinender Innigkeit die Umarmung der angeblichen Gattin und dann wendete er sich au die Versammelten.

Ja, edle Herren," rief er,ich bin in der Thal der dem Blutbade von Moskau entronnene Demetrius! E» gelang mir, nach der Krim zu flüchten uud jetzt stehe ich vor Euch, um Eure Hülfe anzurufen. Viele treue Ruffen harrm meiner Rückkehr, die Kosaken rege« stch, um den Thronräuber Schuiski zu vertreiben. Kann ich auf Euren Beistand rechnen!"

Es bedurfte natürlich bei einer Versammlung, die schon im Voraus instruirt war, keiner großen Bitten, und schon in wenigen Wochen befand stch der Schulmeister Iwan unter dem starken Zulauf beutelustiger Polen, auf dem Wege nach Seweriu, dem Hauptsttz des neuen Aufstande».

Monate lang beobachteten sich beide Gegner, ohne daß der Eine dem Anderen etwa- anzuhaben vermochte. Schuiski hielt sich in Moskau eingefchloffen und Jwau hatte zwei Meilen von der Hauptstadt, bei Tuschino, ein festes Lager bezogen. Hier ernährte er seine Banden durch Plünderungs­züge, die er nach allen Seite« hin unternahm und welche ihm bald den Titel:Der Dieb von Tuschino" eintrugen. An der Spitze dieser Wegelagerer bemerkte man häufig die Amazone Marina. Zu Manne-tracht, Beinkleider und Rock von rothr« Sammet, gestiefelt u«b gespornt, die viereckige

Bgnt Bündntß hinaus. Wenn ungeachtet de- wirklichen AgU MucheS de» türkisch - russischen Kriege- die Aussichten . Erhaltung de- europäischen Frieden- in den letzten 1 ; irhen eher gestiegen als verringert feien, so habe die

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>8,00' Nehmen.

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Sir Stafford Nordcothe, der bekannte englische Schatz, kaozler, befindet stch gegenwärtig tu Part», und hatte am 28. d. eine längere Zusammenkunft mit dem Herzog von Decaze«.

Ueber die Folgen der rumänischen Unabhängigteüs» erklärung bemerkt der LondonerObserver":Da- Ereig- niß hat thatjächlich Anlaß für einen Meinungsaustausch zwischen Gras Andraffy und Lord Derby gegeben, und obwohl demselben keine unmittelbare Aktion folgen dürfte, ist eS bemerkenSwerth, daß zum ersten Mal seit mehreren Jahren das österreichisch-ungarische Kabinet stch in direkte Verbindung mit dem Kabinet von St. James über eine internationale Frage gesetzt hat, ohne vorher in Ueberein- stimmung mit den Prinzipien der Tripelallianz die Ansich­ten der Kanzleien von Berlin und St. Petersburg ermit­telt zu habm (?) Diese und andere Zwischenfälle zeigen klar den Wunsch des Grafen Andraffy, sich der Politik Englands zu nähern, und man erwartet, daß, wenn immer die Zeit für die Feststellung der FriedenSbedinguugen zwi­schen Rußland und der Türkei erscheint, gesunden werden wird , daß England und Oesterreich identische Jntereffen verfolgen."

Erscheint t»glich außer den Werktagen nach Sonn- uud Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageIlustrtrte» L»uuta,4öl«tt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 3H Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiche- 3 Mark 50 Pf». (e$L Bestellgebühr). JnsertiouSgebühr für die gespaltene Zelle 19 Pf».

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Ldreffeu werden 35 Pf», berechnet.

100 ooWo soll Ich ym t fragte pe angnetsuul, ote sie vteny >8,50 k der Tod mit aufgelöstem Haar in eines der nächsten »8'50 Mächer stürzte. Dort waren die jungen Hofdamen um 03,-7 e alte Oberhofmeisterin wie eiugkschüchterte Tauben zit x2*_\ wd versammelt.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blattes, sowie d.Annoneen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

'7,80* m nach einer Krone ausgestreckt, hatte eben nur noch > 10b 1,1' ln die Kleider zu fahren, und seinem Beispiel folgte Acti» ** Gattin. Aber schon war sein Schicksal entschieden. >2 30b Wn erleuchteten die inneren Höfe der Burg, Waffeu- '4,90 b Arr ertönte und bereit» vernahm man daS Wuthgeschrei '0,70 b i dngebtungentn Volkes ganz in der Nähe. Ohne auf trv Gemahl zu achten, floh die junge Fürstin, dloS aus 'nu w Rettung Bedacht nehmend.

tm- r-rr i*. 1.1.9» tr.lt. «.ta n. W.1X.

Es folgte nun ein Akt der rohsten Brutalität und der Men Ausschweifung. Demetrius wurde, indem er den Huch machte, aus dem Fenster zu springe«, von dem 19,- Kn harrende« Pzhri ergriffen und in Stücken zerriffen.

rt Ulanen Regiment Nr. 7 in CantonnementS zwischen sitz und Straßburg; das rheinische Jäger-Bataillon nach ____ Mu; der Stab und da- erste Bataillon des rheinischen -Srtillerie Regiment- nach Metz. Die auf den 30. fest ptzte Frühjahrsparade auf dem Tempelhofer Felde ist in ilze regnerischen Wetter- abbefohlen worden.

Für den Monat Juni werden auf die

Merhessische Zettung

und deren Beiblatt

Mustrirtes Sonntagsblatt

ro allen Postanstalten Bestellungen entgegenge-

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>0,25 Wigen Gebieterin zu, und im nächsten Augenblick war

«7,k0 ottna unter den wetten Kleidern der alten Dame ver-

«usche Politik hieran ihren redlichen Antheil. In diesem dsaßtscin und in dem darauf beruhenden Vertrauen stch daS deutsche Volk nicht beirren lasten.

wvincn nimmt entgegen: Spedition d.BlatteS, AdÄnnoncen-Bureaux ab. Dietrich & Co. in

L und Hannover; Th. Ach in Frankfurt a.M.; ^nstein & Logier in s Sud a. M., Berlin, ' 1 £jg, Cöln IC.; Rudolf

1«. X in Berlin, Frank-

DieProv.-Corr." schreibt am Schlnste einer Be» Akkchung der von dem Landtags-Abgeordneten Dr. Virchow glich im Berliner Bezirks verein gehaltenen, auf den Wch-türkischen Krieg bezüglichen Rede: Die Bestrebungen H 0 deutschen Politik, die nach dem letzten Kriege Ausdruck p ch fiste Grundlage iu dem Drei Kaiser-Bund gefunden, ' r, oc< nährten stch auch in der jetzigen schwierigen KrifiS als L o Bürgschaft friedlicher Vermittlung weit über jene-

»alrigk Da»Armee-Berordnungöblatt" enthält die in unserem [859, Hitzen Artikel -Berlin erwähnte kaiserliche CabinelS-

Sxt vom 25. Mai, betreffend die Verstärkung der in 0 Reichslande garnifonirenden Truppen. Im Eingänge Ordre heißt eS: Nachdem Ich während Meiner Amve

M im Reichslande Mich überzeugt habe, daß die zeitige Atzung destelben den Anforderungen de» Frierensdienstes

, zu genügen vermag, bestimme Ich: Außer DiSloca- estellte mn der bereits im Reichslande stehenden Truppen sind »en. * preußischen Garnisonen verlegt das Infanterie-Regiment \ t. 29 nach Metz; daS Dragoner Regiment Nr. 13 und

i lauter Angstruf entringt stch gleichzeitig der ebenfalls 03,1« «achten Marina. Beide horchen hoch auf und in der 15,10t*1 ~ - - - - -