Einzelbild herunterladen
 

Marburg, Donnerstag, 24. Mai 1877.

xii. Jahrgang.

118

GeWschk jfitiiiiij

)r

Frankfurt a.'UL; "'Ich» Sfrtftein & Vogler in rer a. SJL, Berlin,

»eil kn Lg Cöln Rudolf btth W '« Berlin, Frank- WK a. M. ic.

furt a. HR- ic.

Tagesbericht.

tetj

)t v«

!S

lutal

en Hunde, haben sie mit jenem großen Heiligen ge-

od.

11877.

lebe.

)octot

Rat

it.

i f« ißt Bevö han

lZR D imeb sind

: lO.OOT Such tgefchi itafij dir

sind batu Sand ! op

-sien,

Wie zu erwarten stand, wird die Einnahme von Suchum» Kaleh für die Zwecke der türkischen Kriegsführung gehörig verwerthet. Dort werdm fortwährend von den Türken Truppen gelandet (im Ganzen bereits 10,000 Mann), welche dm Busstand der kaukasischen Bergvölker im Rückm der russi­schen Armee fördern sollen. Der Sohn Schawyls wird die (Kaukasier) Cirkasster, welche sich den Türken anschließen, kommandiren. Ueber das Armeekorps, welches die Türken

ich- L e,.- int

t Witt­lich »

dwtnd. In unfern Tagen habe ich von guten recht- ffenen Katholiken sagen hören, es mfifie einer kommen, die Völker, welche der Unthätlgkeit zu sehr ergeben , wiederauszuwecken. In der That hat sich Gott er n und eine Geißel geschwungen, wie er schon vor

Jahrhunderten gethan. Er bediente sich damals ,'», um die Völker aufzuwecken. Und heute hat er edle deutsche Volk durch einm neuen Attila wieder ckt. Dieser nme Attila glaubt zu zerstören, er erbaut

Dieser neue Attila wollte die Religion Jesu Christi der Erdoberfläche verschwinden lafim, aber er hat den heu an sie in Euch wieder gestärkt, und Eure ersten leuhirten haben unerschrocken wiederholt, waS der jge BonifaciuS vor so vielen Jahrhunderten auf einer

.««« nimmt entgegen: wrvedition d.Blatte», --«"Annoncen-Bureaux xh. Dietrich & Co. in »A und Hannover; Th.

Rach demOffervatore Romano* lauten die Haupt- drr Rede, welche der Papst jüngsthin an die n Pilger gehalten hat, folgendermaßen:Eure Nation, teste Söhne, war schon mehrmals schweren moralischen ,..ten unterworfen, welche die Welt kmnt und die verabscheut. Wenn aber Gott eine Nation von sol- Krankheitm heimgesucht steht, so kann er sich nicht en, die zu ihrer Heilung vöthigen Mittel anzuwea- und er spricht. Er spricht dann mit der Stimme sanften Lufthauches, welcher zum Herzen dringt; das aber nicht genügt, dann spricht er wie rasender

nach dem Kaukasus entsenden wollen, wird Fazil Pascha den Oberbefehl übernehmen. Zum Berständniß der Lage wollen wir hier noch einige historische und statistische Be­merkungen anfügen. Fast unmittelbar nach Beendigung des KrtmkriegeS nahm der zum Oberbefehlshaber der kaukasischen Armee ernannte Fürst BagatinSky den Kampf gegen die noch nicht unterworfenen Stämme der Gebirgslandschaft wieder auf, denn nur, wenn es gelang den Rest des von den Höhen geleisteten Widerstandes gegen die russische Macht zu brechen, konnte diese darauf rechnen, dauernd im Besitz der Ostküste keS Pontus zu bleiben. Im August des Jahres 1858 wurde Schamyl geschlagen. Ein Jahr später war alles Land bis zur türkischen Grenze in den Händen der Ruflen, die seitdem die unumschränkten Herren deS Kauka­sus geblieben und die Bewohner des Flachlandes mindestens mit der neuen Ordnung der Dinge ausgesöhnt haben. Von den Bergbewohnern ist bekanntlich ein großer Theil, wenn nicht der größere auf türkisches Gebiet auSgewandert. Die Abesiaen haben ihr Vaterland vollständig verlast en, 77,000 Tschetschenzen, Abchasen und Tscherkesten schifften sich 1864 und 1865 ein, während die Rusten allein während der Jahre 1861 und 1862 55,000 Menschen in Transkaukasien anstedelten und zum Schutz derselben einige sechSzig Forts (sog. Stanistzen) erbauten. Die Summe aller transkau­kasischen Bergbewohner wohamedanischen Glaubens soll andert­halb Millionen betragen, von denen kaum eine halbe Million auf die eigentliche Gebirgsbevölkerung kommt, und Denen etwa 1,600,000 Christen gegenüberst-hen. Angesichts der großen Zahl russischer Colonisten und der nahezu Über­wiegenden Bevölkerung der Christen im Kaukasus darf man wohl annehmen, daß die Versuche, die kaukasischen Berg­völker zur Lostrennung von Rußland zu bewegen, schließlich scheitern werden, zumal die Rusten bedeutende Truppenwaffen nach dem Kaukasus senden und die dortigen Garnisonen binnen Kurzem um 2030,000 Mann verstärkt werden. Auch würden die Türken schwerlich mehr als 10,000 Mann den Kaukasiern zu Hülfe senden können, da durch die Ein­nahme von Ardahan ihr Verlust ein sehr bedeutender ge­worden, und im Uebrigen die Operationen der Ruffen in Europa ihre sämmtlichen Truppenkräfte absorbiren.

Ueber die Eroberung von Ardahan durch die Rusten weiß man von Konstantinopel aus noch immer nichts zu melden. Dafür gießt man dort wieder Nachrichten von türkischen Siegen aus, freilich in einer Form, welche ihre Glaubhaftigkeit in ein zweideutiges Licht stellt; sowohl wieder bei Sechum Kaleh, wie zwischen Ardahan und KarS haben Kämpfe stattgesunden. Die türkische PontuS- flotte bereitet den Rusten viel Unannehmlichkeiten, der von ihr angezettelte Ausstand in Abchasien wird durch Zufuhr

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

luptung t, dH Kauers enae j,

ein Herz und entfaltete nun mit immer zunehmender Be­geisterung den Vorbehalt bet Sache in ihrem Heimathdorfe, unb um derentwillen sie den Weg hierher gemacht und die Worte, die sie gar zierlich sich zurecht gelegt, fielen ihr nur so zu. Mit wahrhafter Hingabe fprach sie von dem be­tagten Vater Gotthold'S, der durch die unüberlegten Schritte seines Kindes dem Abgrunde der Verzweifelung nahe ge- lommen sei und bereits den Versuch gemacht habe, Hand an sein eigene« Leben zu legen, um der Schande zu ent­gehen, die man aus sein greises Haupt häufen möchte. All' diesem unsäglichen Jammer und Elende ein Ende zu machen, sei sie aufgebrochen, den leichistnnigen Sohn, Gott- hold Ebermkyrr, ausfindig zu machen, um ihn dem Vater­hause und der trostlosen, sehnsüchttg harrenden Jugendge­liebten wieder zuzuführen. Bitten und Beschwörungen, Thränen und, Seufzer hätten endlich da» sonst gefühlvolle Herz des verirrten Jünglings gerührt und er habe sich bereit erklärt, umzukehren und ihr zu folgen in die Heimath, in die Arme des Vater», an da» liebende Herz der Geliebten, wenn die Männer, die sich an die Spitze der Freischaaren gestellt, zu welchen et seit wenigen Tagen erst gehöre, ihn seine» gegebenen Worte» und Handschlags entbinden möchten.

Unb da bin ich nun zu Euch herangetreten, hoher Herr,* schloß Kithi mit eindringlicher, bewegter Stimme, und bitte Euch, Übt Großmuth und Edelfinn an Gott­hold, bet im jugenblicheu Uebermuthe bie Folgen seine» leichtsinnigen Handelns nicht bebachte, barmherzig aber seid gegen einen alten unglücklichen Vater, schonend und milde gegen eine vom Sturme zerknickte Blüthe, die der Pflege und Wartung, vor Allem ober de» Trostes und der Hoff­nung bedarf und deren kaum erwachte Lebenstriebe bei der Nachricht:Er ist verloren für dich!" im Keime wieder ersticken und ersterben müßten 1"

(SonfdKM folgt.)

den Zweck ihres Kommens erzählt, als ihr dieser die Mit- theilung gemacht, daß Hecker erst um zehn Uhr Vormittags von einem Ausflüge zurückkehren würde. Lange schon war die bestimmte Stunde vorüber, als endlich die Ankunft des Erwarteten erfolgte und Kithi, ängstlich und beklommen in ihrem Innern, bie Stufen bet Treppe emporstieg, um bie ihr bezeichneten Zimmer zu erreichen.

Eben war sie an bie erste rechts gelegene Thür gelangt unb hatte bie zitternde Hand zögernd auf den Drücker ge­legt, al» von innen bie Thür geöffnet würbe unb ein hoher, stattlicher Herr im schlichten Bürgerkleide, mit Ulrrenbcn Sporen an bett Stieseln, ihr entgegen trat

Zu wem wünschen Sie?" fragte bet Herr in kurzem, barschem Tone.Diese Zimmer werben von mir bewohnt unb mein Name ist Hecker, wenn die» von Jntereffe für Sie sein kann."

O, da bin ich am Rechten, hoher Herr," erwiderte Käthi dreist,hab seit zwei Stunden Ihrer Zurückkunst gewartet und bin des weiten Wegs daher gekommen, um eine Bitte an Ihr edle», menschenfreundliches Herz zu legen, von beten Erfüllung Glück unb Wohlfahrt zweier Familien abhängen!"

Kaum hatte bie Maid ausgesprochen, als Hecker in feiner barschen Redeweise antwortete, wie e» in dieser auf­geregten und bewegten Zeit kaum rathsam erscheine, fich mit Bitten und Wünschen zu beschäftigen.

Dennoch," fuhr er etwas gemäßigter und milder fort, will ich, obgleich meine Zeit gemessen ist und von jeder Stunde Versäumniß viel abhingt, Dein Anliegen nicht nn- gehört lasten, zumal Du Deiner Tracht nach dem lieben herzigen Schwabenlande angehörst! Komm, setze Dich zu mir und laß hören, wa» Dich hierher geführt!"

Durch diese Freundlichkeit zutraulicher gemacht und nach­dem ste neben Hecker Platz genommen, nahm sich Kithi

«ithi, leS Schultheißen Enkelin.

Schwäbische Dorf-Novelle von Rudolf Wellna«.

(Fortsetzung.)

Die Base aber schwieg. Ihr lag» noch in allen Glie , denn solch ein Lärmen war ihr in ihrem sttedsamen, ktablen Hanse noch nicht vollsührt worden, selbst zu ten ihres Seligen nicht. Und als der Alte aufbrach,

heim zu gehen, da konnte sie es sich nicht versagen, statt jeder ferneren Antwort noch einen Stich zu

, denn sie fragte mit schlechtverhehlter Schadeu-

Mattheö, soll Euch der Bastian vor'» Oberamt oder tim nach Sundelfingen ba» Geleit geben?"

sagt, wir streiten für bett Herrn, wir leben in schwierigen Zeiten, unb wollen, wenn cs Roth thut, für die heiligen Satzungen unserer Väter sterben." Wir wollen die Rechte Gottes und des heiligen Stuhles aufrecht halten; wir sind zu jeder Verurtheilung bereit, zu jeder Strafe, aber fest in der Erfüllung unserer Pflichten. Und nun wurden Bischöfe abgesetzt, eing» kerkert, verbannt, ebenso wurden Laien in» Gesängniß geworfen, der katholischen Religion ergebene Männer zur Zielscheibe genommen und dem Haste und der schändlichen Wuth mächtiger Personen preisgegeben. Aber die Kirche ist, wie ich schon andere Male gesagt habe, aus einen Felsen gebaut, der keinen Untergang fürchtet. Dieser Fels ist mitunter Beschmutzungen unterworfen, aber die Wuth der Winde unb bet schreckliche Anprall ber Wellen reinigen bett Felsen wieder von allen Flecken. Der Fel» aber bleibt fest, wie bie Kirche feststeht, unb macht sich so neuer, fruchtbarer Segnungen seines göttlichen Gründers würdig."

Wie derCourier b' Italic" ein au» beut Vatikan in ber Regel gut informirte» Blatt bestätigt erteilte ber Kardinal Staatssekretär Simeoni, unmittelbar nach den Erklärungen des Exministers Jule» Simon vom 4. Mai dem Nuntiu» in Paris Msgr. Meglia kategorische unb sehr bestimmte Instruktionen. Auf Grund derselben traten sowohl ber Nuntius Meglia wie ber Kardinal- Erzbischof von Paris in direkte Verhandlungen mit dem Marschall Mae Mahon, um eine Veränderung der Politik herbeizujühren. So viel ist sicher, daß der Vatikan den erzwungenen Rücktritt des Herrn I. Simon al» eine Ge- nugthnung für sich sich betrachtet.

Mehrere Blätter haben die Meldung, daß von Seiten Englands und Oesterreich's gegen bie UnabhingigkeitSer- kiärung Rumänien'S protestirt worben fei, als unrichtig bezeichnet. Dieses Dementi ist bem Buchstaben nach rich­tig. Die belben Mächte konnten bisher nicht protestiren, weil bie Unabhängigkeit Rümänien» noch nicht proklamirt ist. Daß inbeß zwischen ben Kabinetten von Wien unb Lonbon in bieser Angelegenheit ein Einvernehmen besteht, wird unS als sichere Thatsache bezeichnet.

Athe«, stisch» bejoi selbes lrsetbi, äutzae Zeit b»

nm a der itze n.

sich v

Tür

ajBn|ammhing von Bischöfen beteuerte:Wir sind keine ejchie - * *

[1

ten hatte. Hier also, in der Gegend deS Eisen huchvreS, finden wir Käthi wieder, um Hecker's Wohnung liMfuchen unb sehen ste vor bem Hause deS Beutler» in Ritt.: ebanfen versunken dastehen. Sie hatte endlich ben Bitten . Beschwörungen Gotthold'S nothgedrnngen nachgegeben,

z. hatte allein ben wichtigen Schritt, bet Hecker um Ent­lang Gotthold'S zu bitten, unternehmen müssen, wogegen letzterer hoch unb theuer gelobt, imRauschenbusch"

tt Rückkehr zu warten. Der freundlichen Einladung l Beutlers Folge leistend, war Käthi in die Wohnstube gelben eingetreten.

Kithi, welche bereit» fett einer Stunde in der Woh *6 des Beutlers geseffeu, hatte unverhohlen demselben

Ohnweit des EisenbahnthoreS in Karlsruhe, zunächst Wache daselbst, stand das stattliche Gebäude eines --- tichen Beutler», in welchem Friedrich Hecker sein Quartier

Der Schultheiß aber lehnte beide» ab und entgegnete Eia^chr beschämt al» aufgebracht, er fände fich schon allein

Sirst Bismarck ist plötzlich am Sonntag Abend in g-jtn angekommen. Da der Reichskanzler erst Ende dieser Itt* <>A( nach Kisstngen abzureisen gedenkt, so bringt man das Semen unseres leitenden Staatsmannes mit der Ein- og des klerikalen Ministeriums in Frankreich in Ver- ä?"ibDung. Möglicherweise haben auch die Ministerbera- ;Ott (jungen in Wien, an denen auch Andraffy und Tisza Theil t JrEfoen, und welche die zur Zeit wichtigste Frage zum staube haben sollen, nämlich ob Serbien von ber chIschen Armee occupirt werden soll, den Fürsten af$l, sich nach Berlin zu begeben. Wie man un» lt, sollen bie Russen beabsichtigen, mit ihrer Haupt durch Serbien an ber Banater Grenze zwischen ber unb bem Timok zu rnarschiren unb mit Umgehung bulgarischen Festungsvierecks nach Sofia und von da nach Adrianopel zu operiren. Es läßt sich kaum men, baß bie Russen ohne bie Zustimmung Oesterreichs

OrfSeint täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wSchentlichen BeilageAlnftrtrteS GvUUtagStlatt" durch die Expedition (Koch'sche BuchdruSerei) bezogen Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 8 Mark 50 Psg. (eil. Bestellgebühr). JnserttonSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf». Für in der Expeditton zu erthellende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 85 Pf», berechnet.

_ Ahr Schritte unternehmen werden. Die nächsten Tage jaben jedenfalls darüber Gewißheit geben, ob Oesterreich direkt für Rußland gegen die Türkei Partei genommen hat.