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rtdae« nimmt entgegen: .Lrvedttiond.BlatteS, Le v.Ännoncen-Bureaux j[;, Dietrich & Co. in m und Hannover; Th. »irich in Frankfurt a.SDt.; «afenftein & Vogler in Erfurt a. M., Berlin, Cöln ic.; Rudolf
X in Berlin, Frank- furt a. M. ic.
Marburg, Donnerstag, 17. Mai 1877.
WcheWk jritmi.
XII. Jatrgaig.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube fc Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C- Schlotte in Bremen.
feiten derart absorbirt werden, daß Oesterreich außerhalb seiner Grenzen kaum eine halbe Million Soldatm wird verwmden können.
Wie man uns au» zuverlässiger Quelle mitthM, würde die österreichische Regierung schon in der nächsten Zeit, vielleicht schon in der nächsten Woche, ein TruppencorpS nach Serbien schieben, weil die Actiouöpartei in Serbien immer stärker hervortritt und die Ruflen außerdem auf die Wünsche Oesterreichs, den Kriegsschauplatz nicht nach der kleinm Wallachei zu verlegen, keine Rücksicht genommen, vielmehr starke Truppenabthetlungen an die serbische Grenze abgeschickt haben, unzweifelhaft in der Absicht, der Kriegs- partei in Serbien dadurch Borschub zu leisten. Das Ber- hältniß der österreichischen Regierung zu der russischen wird sich demnach sehr bald klären.
Nach einer Meldung des Wiener .Fremdenblattes" finden .zwischen England und Rußland Pourparlers statt, behufs diplomatischer Präcistrung der Neuerungen, welche der Staatssekretär des Innern Kroß im Parlament über Englands Jnteresiepunkte im Ottent gethaa; eS soll womöglich eine Demarkationslinie bestimmt werden." An sich ist eS durchaus wahrscheinlich, daß Rußland eine Annäherung an England für wünschenSwerth Hilt und eS dürfte kaum zweifelhaft sein, daß Graf SLuwaloff berufen ist, die Verständigung zwischen den Kabtneteu von London und St. Petersburg anzubahnen. Wir betrachten die Reise des russischen Diplomaten als eine erfreuliche Garantie dafür, daß eS den Bemühungen der neutralen Mächte gelingen wird, dm Krieg im Orient zu localistren und eine Verständigung zwischen Rußland und England zu Stande zu bringen. Jeder derartigen Bestrebung wird die dmtsche Reichsregierung ihre eifrigste Unterstützung leih«.
Die Pforte hat folgmdm Bericht über dm Sieg der türkischen Truppen unter Ali Pascha bei Batum am 11. Mat erhalten: „Der Feind griff heute plötzlich die vorgeschobenen Posten an, welche unsere Truppen in den Dörfern Atschkoste, Valuba, Kcvara, Loghua und KalvaS besetzt hatten. Unsere Lmte empfingen die Angreifer mit bewuu- te nSwürdiger Entschlossenheit. Im Verlaufe deS blutigen und wüthenden Kampfes, welcher acht Stunden dauerte, waren die beiden Armeen mehrmals so nahe aneinander, daß unsere Soldatm mit dm Rusien ins Handgemmge geriethen. Nicht im Stande, der Heftigkeit der kaiserlichen Truppen zu widerstehen, mußte der Feind stch widerholt fechtend zurückziehm, griff aber immer wieder an mit heran- gezogmeu Verstärkungen. Inzwischen unterhielten seine Batterien ein scharfes Feuer. Trotz der beträchtlichen
Verluste, welche die russischen Colonnm erlitten, drängten sie hartnäckig vor, aber mit Hülfe des Allerhöchsten verblieb uns der Sieg. Die Russen ließen mehr als 4000 Todie und Verwundete auf dem Schlachtfelde." Ueber daffelbe Gefecht meldet der Berichterstatter des Daily Telegraph aus Batum vom 11.: „Etwa um 5 Uhr diesen Morgen rückten die Ruflen, welche sehr verstärkt worden waren, mit Feldbattetten vor und machten einen wüthenden angriff auf die Höhen, welche Batum auf der Landseite vertheioigen und die mit BaschibozukS besetzt waren. (Diese Bezeichnung ist nicht ganz genau, eS ist Localmiliz gemeint.) Die türkischen Truppen waren in ihrer gewöhnlichen wirk- (amen Weise auf den Abhängen dieser Hügel verschanzt und eröffnete auf die anrückende Eolonne ein schreckicheS und woh unterhaltene« Artillerie und Gew-Hrseuer, welches die Ruflen im wörtlichsten Sinne niedermähte. Sie fielen zu Hunderten auf der Ebene unter der türkischen Position, und während ihrer Versuche gegen dieses Feuer vorzugehen, machte eine Abtheilung türkischer Infanterie und Cavallerie unter dem Schutze des dichten Waldes a rf der vergfeite eine Flankenbewegung gegen die russische Colonne und brachte ihnen große Verluste bei, da die Ruflen auf ganz tffenem Terrain standen und nur fechten oder fliehen konnten. Ja Kurzem war der Platz, wo dieser Flankenangriff Statt fand, mit Todteu oder Verwundeten bedeckt, aber der Feind brachte schnell Verstärkungen heran und die Schlacht ward mit großer Entschlossenheit wieder ausgenommen. Mehrere Stunden lang wurden die Angriffe auf das wüthenste fortgesetzt, doch gegen Mittag ließ ihr Artilleriefeuer allmählich nach und zuletzt zogen fie sich mit beträchtlichen Verlusten zurück. Ich selbst war Augen» zeuge dieses wichtigen Gefechtes von Anfang bis zu Ende und kann bezeugen, daß die türkischen Truppen mit bewundernswürdiger Tapferkeit fochten. Sie hatten indeflen während eines großen TheilS de« Kamp-e- den Voriheil ihrer verfchanzien Stellung auf der Höhe, und diesem Umstande ist es zuzufchreiben, daß ihre Verluste, im Vergleich mit denen des Feindes unbedeutend waren." Born Morgen des 12. berichtet derselbe Correspordent: „Der Sieg den die Türken auf der Laudseite gewonnen haben, bewährt fich als ein großer Erfolg. El ist dem außerordentlichen Mulhe und Eifer der genannten BaschibozukS zu verdanken, welche sowohl in ihren Positionen, als auch im Angriff und Handgemenge alles Lob verdimten. Die Todtm und Verwundeten auf russischer Seite werden die schon gemeldete Zahl übersteigen. DaS Gefecht dauerte länger als acht Stunden, uns erst gegen Dunkel zogen die letzim feindlichen Truppen ab. Der Verlust der Türken ist sehr gering. Die Ruflen haben mehrere Geschütze verloren, aber k in einziges türkisches ist gewonnen wor en; die
Als dctve, der Pfarrer und der Schultheiß, einige Minuten nachdenklich geschwiegen hatten, kehrten ihnen die Worte zurück und beide Männer erschöpstm fich in Ver- muthungen aller Art, was dem Pächter in der Stadt doch wohl Besonderes könne begegnet sein, gelangten aber gleichwohl zu keinem einigermaßen stichhaltigen Resultate. Doch sollte ihre Spannung und Ungewißheit nur von kurzer Dauer sein, denn indem ste noch davon sprachen, ließ st h draußen im Flur abermals die Stimme Käthi's hören und gleich daraus öffnete fie die Thür und führte dm Pächter Ebermeyer selbst ein, der nun, nachdem er Platz genommen, den' Empfang Gotthold's am gestrigen Abend hn H use der WmdtSmutter und die darauf erfolgte betrübende Erfahrung, sowie seine Flucht und was damit zusammenhing, mittheilte, zugleich aber auch der Berestwilligkeit deS ata» demischeo Senats Erwähnung that, durch dessen V-rmitte- Itt-ig eS vielleicht noch gelingen möchte, dem frevelhaften beginnen seines leichtsinnigen Sohne« Einhalt zu thun und feinen weiteren Verirrungen ein Ziel zu setz-n. Dieser, so zu sagen, einzige Weg zur Rettung Gotthold'» sei bereit« angebahnt und er hoffe zuv rstchtlich, daß e« Derjenige sei, der ihn ohne Aussehen zu erregen und die ganze Geschichte in der Leute Mäuler zu bringen zu Recht und Pflicht zurückführen werden. Ja, vielleicht sei seine Rückkehr näher als man glaube, denn es fei kaum anzunehmen, daß er schon außer Landes gewesen, al« seine Entweichung bekannt gewordm sei.
Fast in dumpfem Hinbrüten versunken, hatte Pfarrer Hunold den erschütternden Bericht Ebermeiyer'S mit angehört. Sein erster lichter Gedanke war sein Kind, seine Ma.garethe, die dem Schmerze über das Verschwindm Gotthold'» aufs Reue erliegen mußte, wmn ste daffelbe in dieser LetdmSzest erführe, weshalb et dem Schultheißen und dem Pächter, vor allem aber der Kächt da» tiefste
Sttlllchweig n auserlegte, damit es nicht auch ein G rede gebe im Dorfe.
Inzwischen war der Abend völlig hereingebrochen und mahnte ans Heimgehen. Als fie aber von einander fchiedm, nahm ein Jeder von ihnen neues Leid mit hinweg.
Nur eine kleine Stunde entfernt von der Residenz des Großherzogs liegt das kleine unscheinbare Städtchen Dur- lach, woselbst der Zusammenfluß derjenigen stattfand, die vurch die v rschiedenen poetischen Agenten angeworben und zu dem Hauptverein, der fih in CarlSruhe gebildet und an dessen Spitze Hecker und Struwe standen, stoßen sollten. Von vmchsal war am Tage vorher, von dem wir erzählen, ein kleiner Trupp Neu ingewvrbener eingetroffen und hatte stch ebenfalls i > Turlach Quartier gesucht, um der dort stattfindmdm Bo'ksversammlung beizuwohnen.
Gotthold Eberrneyer, der an d.m verhängnißvollen Abend, wo wir denselben mit dem p Mischen Agent Dähne vor einem der Thorr Tübingens verließen, auf defl n Rath eingegangen und von diesem mit hinreichenden Mitteln versehen, nach CarlSruhe abgereist war, hatte fich ebenfalls in Durlach io einem weniger frequenten Gasthof etnlogirt und daselbst unter den eingetroffenen Freischärlern einen Bekannten von der Universität, der rin Jahr vorher Tübingen vrrlaflcn, gefunden.
31 völlige Sicherheit eingewiegt, nur rn't anderer Kleidung versehen und dir st ldrntische BebindungSmütze mit drrn Heckerhute vertauscht, begab et sich am besagten Tage am Arme seine» Freundes nach dem Orte, wo die durch ellenlange P »täte ongetinbigte Volksversammlung abgehalten werben sollte. Eine ungeheure Menschenmenge bei« Derlei Geschlechts hatte sich hier bereit« eingefunden und wogte lustig plaudernd durcheinander. Der Tumult und da« Gedränge waren so groß, daß e« Mühe kostete, fich
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Schwäbische Dorf-Novelle von Rudolf Well»au.
(Fortsetzung.)
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fciieint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage „SlgfhrtrtH Tsuitta,»Statt" durch die Erpedition (Koch'fchr Buchdruckerei) bezogen 81 Start, durch die Postämter deS D«ttsche» Reiches 8 Start 5» Pfn. (exl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr für dir gespaltene Zette !• Ws». Für in der Erpedition zu ettbeilend« AuStunst und Annahme von Adressen werden 85 Pf«, berechnet.
- !$r gebe die in Falten gekräuselte Stirn der Besorgniß »rrmn, daß irgend etwa« Betrübende« feine Brust beun> "chige.
a dem Anschluß an Rumänien und der Herstellung eines >r Wpoßrumänischen Reich» ihre Aufgabe suchen, sowie die Ge- f c.yliße der Italiener in Tyoi und Triest nach der Vereini- 1 Mo? r»lig mit dem Königreich Italien hierher zu rechne». Mit _L_ ilen diesen Parteien und Nationalitäten muß die österret >st 8t tische Politik heut zu Tage mehr al» je rechnen, und eS sicht 11 schwer anzunehmen, daß die Verschiedenheit der Interessen wler den zahlreichen Völkerschaften der österreich-ungarischen
"Monarchie keinen Einfluß auf die Haltung der österrei Wischen Armee hn Kriege äußern sollte. Die 800,000 Sombattanten der österreichischen Armee, welche nn» gegen ,iiktig so häufig in der offiziösen österreichischen Prefle [lÄisdorgessthrt werben, stehen allerdings nicht auf dem Papiere, ~Tjiber fie werden doch zum Theile durch die inneren Schwierig-
Die Orientkrifi» hat auf feinen Staat in Europa eine jjj, Wirkung hervorgebracht als auf die österreich ungarische t Anarchie. Alle Parteien und Nationalitäten in Cislei-
1 ttoien wie in der ungarischen ReichShSlste sind äußerst
^iftfg, den russisch-türkischen Krieg zum Ausgangspunkt die Verwirklichung ihrer politischen Ziele zu machen. Polen in Galizien agitiren sür die Wiederherstellung lkvS, wenn auch nicht in den Grenzen von 1772, so in den Grenzen deS sogenanntm CongreßpolenS und imS, vielleicht auch Posen«. Diese Pläne werden auch den österreichischen Ultramontanen unterstützt, welche Haß der Polen gegen Ruß'and und Preußen für dir irklichung ihrer alten groß-oeutschen Pläne verwerthen schien, um den Sturz des protestantischen KaiserthumS ^d den Anschluß Oesterreichs an Deutschland herbeizu- „ ’ fiibrm. Neben ihnen find die Ungarn am meisten darin ff. gl t&ätig, um Oesterreich in dm Krieg gegen Rußland zu treiben, ™ «dl fie von einem siegreichen Vordringen der Ruflm in da Türkei eine Vernichtung der ungarischen Selbstständig- t017| ck befürchten. Polen (2*/2 Millionen), Deutsche (91/2 —— Billionen) und Magyaren (5V2 Millionen) bilden aber mm die Hälfte der österreichischen Gesammtbevölkerung. Allen gegenüber, welche die ruflmfeiudlichen Elemente bilden, ppin* sichen die slavischen Elemente, die Czechm und Mähren 1 Mill.), Slovmm und Kroaten (3 Mill.), Rutheneu in Galizien (3 Mill.). Die Ezechen wollen aus Oesterreich „ einen Föderativstaat machen und kämpfen für den Anschluß der rserretchtschen Politik an die russische, die Slovenen ieme« ab Kroaten erstreben die Lostrennung von Ungarn und ide töi te Herstellung eine« selbstständigen slavischen Staate« unter « habsburgischen Dynastie, die Ruthenen wollen die Gleich- J“““ ttechligung mit den Polen, deren Hegemonie in Galizien „beten : bekämpfen. Endlich sind auch die Sonderbestrebungen ranco ttt Rumünm in der Bukowina und Siebenbürgen, welche
An demselbm Tage und um die nämliche Stunde biel# leicht, wo der Pächter Eberweyer in Tübingen mit widerstreitenden Gefühlen und sich kreuzenden Gedanken die Straßen _ bet Stabt durchschritten, um be» flüchtig gewordenen Sohne« i«! siebet habhaft zu werben, um die nämliche Zeit ward im Pfatrhause zu Sunbelft tgen Rath gehalten. Mit Blitz'». K Atolle hatte stch nämlich bie Nachricht von einem nahe * ^vorstehenden Aufstande in Baden, von dem man lange äfe&it schon im Stillen gemunkelt, verbreitet und Furcht tob Angst malte sich auf den Gesichtern Derjenigm, die Me EchreckenSkunbe weiter trugen.
1Ä Pfarrer Hunold in Sunbelfingen, im Vertrauen auf H ®°tt ruhig unb gefaßt der Dinge harrend, die im Anzuge tottni, begab sich gegen Abend des erwähnten Tage» in ~ tte Behausung de« Schultheißen, nm im Verein mit diesem - tie Angelegenheit und ihr Verhalten, welches st- in Ge« 13 1« 'toivschaft mit dm übrigen Dorfbewohnern dabei zu beob -3 - ^ten hättm, zu besprechm und ihre gegmseiiigm Ansichten >l trüber auSzutauschm. Noch warm sie in vielen Punkten 'S >^chht einig miteinander, als Käthi von einer Besorgung im ®tofe zurückkam und die Kunde mit heimbrachte, daß der Pächter Ebermey-r mit seinem Gespanne soeben aus He nau .1 ^lenke und im Borbeisahrm gar hastig gefragt habe. ob r* Schultheiß daheim. AuS feinem ganzen Wesen, setzt- v^ Maid hinzu, fei zu schließen, daß er jedenfalls keine Wünschte Botschaft mit zurückbrächte auS der Stadt, viel
7r. 8s cHavH esachi