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Marburg, Sonntag, 13. Mai 1877.

XII. Mrgarg.

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liaen nimmt entgegen: Leditivnd.BlatttS, ®7ännoncen.®ureau? jb Dietrich & Co. in -l und Hannover; Th.

^rhirt'a. M., Berlin, !s Rech L CSln -c.; Rudolf RZ L in Berlin, Fran!- ern. flirt a. M- rc.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von ®. L. Daube & Co. in Frankfurt a. Ri.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl- daselbst; Invalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C- Schlotte in Bremen.

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deffeli, 'T7x,int täali» außer den Werttagen nach Somi- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageSlnftrirte« G«uut»»l«ttt" durch die «xveditio» («och'sche 8,1 Buchdruckerei) bezogen 3i Watt, durch die Postämter des Deutschen Reiches 3 Warf 5« Pf,, lexl. Bestellgebühr). - JusertiouSgebühr für die gespatteue Zeile 1» Pf«.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pf», berechnet.

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Schwäbische Dorf-Novelle von Rudolf Wellna«.

(Fortsetzung.)

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habung der Gesetze verlangt wurde, um die Entwick- einer Lage zu verhindern, welche den inoern Frieden die auswärtige Sicherheit Frankreichs bedrohe. Der fcilspräsidmt Simon erklärte in der Sitzung vom 2.

die Ehrfurcht der Regierung vor der Religion und guten Willen, die Geistlichkeit nicht über ihre geistli- Rechte hinauSgreifen zu lasten, vor Allem aber jeden ff auf ein Nachbarland zu verhindern. Diese Se­ng fiel aber so farbloS und zahm aus, daß die Ichheit beschloß, der Sache noch eine Sitzung widmen i vollen. Diese ward ganz von der maßvollen, doch ein

."".t I88«6tit gar k ä'lig in« Gewissen geredet. Die reuige [1179 W hatte Besserung gelobt, alles Gute verfprochm und ' lh hierrauf nach dem Kuhstall begeben.

ftaurn war sie hinausgegangen, so ward an die Thür Ädftl cklvpst und herein trat der Pfarrer, den der Schultheiß Ti. wt an der Stimme erkannte. Nachdem Pfarrer Hunold nt «ü tust seiner Margarethe gedacht und mit wahrhafter Be

ftnung von deren zustrdmender Lebenskraft gesprochen, 181 j tzt in den Vordergrund seiner Rede Käthi, welche tgTl ^ischm ihr Geschäft draußen beendet und nun schüchtern eingetreten war, um nachzuschauen, wer Fremde« kommen fei. Als nun be« Rühmens und Lobens au« tt.9'1 8 Pfarrer« Munde kein Ende war, al« der Piarrer

«er und immer wieder von der Beherztheit und dem 7561 6et Maid sprach, da konnte der Schultheiß auch ' St länger an sich halten und er frug den ersteren, ob

'ftun auch schon wiste, daß Käthi Braut sei.

llnd al« der Pfarrer darob seine höchste Verwunderung Drückte, da beichtete der redselig gewordene Alte haar« ; * den Vorgang von heute Morgen and wa« stch daran

Und Käthi, deren selig strahlende- Gestchtchen

"ich bi Unser Kaiser ist am Donnerstag Morgen aus den [12# ^gianben wieder in die Hauptstadt des Reich« zurück- tiit. Die Reise de« Kaisers durch Elsaß - Lothringen sich über alle« Erwarten zu einem Triumphzuge gestaltet, k dürfen hoffen, daß die herzliche Annäherung der Be. k-iung de« ReichSlande« an da« alte Mutterland durch Besuch de« Kaisers erleichtert, und da« erst seither »olütionSzeit gelockerte nationale Band wieder ange knüpft ritii ist. Eine Störung erfuhr die festliche Stimmung Metz durch den Braud de« Dome«. Die näheren Um- Bbe dieses Ereignisse« machen e« erfreulicher Weise utfitn Kreisen zur Unmöglichkeit, dastelbe, al« einen inget Gotte«" auszubeuten.

Zi Oesterreich-Ungarn hat der Mai eine Reihe nm . Znterp Kationen gebracht, welche beweisen, daß mit der roden Aufregung da« Bedürfniß der ruhigen Haltung geltend macht. Im ungarischen Reichstage wurden 2. Mai drei Interpellationen gestellt, eine vierte an» digt; im österreichischen ReichSrathe forderten Herbst, fra und vierzig Gleichgesinnte Auskunft über die küns- Haltnng der Regierung. Die Antworten waren zwi- bdten Regierungen offenbar verabredet worden; der TU derselben ist, daß die einzige gute Politik sei, daß nicht vorzeitig die eigene Kraft vergeude; ActionSfrei- fd die Hauptsache; weder eine Cooperation mit Ruß- jd möglich, noch ein geheimer Vertrag mit demselben nben. Diese Erklärung erfolgte gleichzeitig am 4. d. P-st und Wim in vollständig identischer Weise.

Der italienische Senat hat da« Gesetz über die Luche der Geistlichkeit in seiner Gesammtheit mit gegen 92 Stimmen abgelehnt, nachdem er fast alle jelnen Artikel genehmigt hatte. Zu dem auf den 13. i fallenden 85. Geburtstag de« Papste- sind zahlreiche erscharen in Rom eingetroffen.

Die französische Deputirienkammer war am 2. 3. Mai mit der Interpellation Leblond« über die «montanen Umtriebe beschäftigt, in welcher strenge

ihr die Pflichten einer bravm Hausfrau zu Gemüthe dührt, sowie auch sonst wegen ihrer leichtsinnigen Ver-

lerhaf« ich feil' eidev 21 an

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Der Tag hatte stch bereits geneigt und die abendliche 452. iimmetung brach herein, al« endlich auch der Schultheiß ;", it fib einig geworden war, nachzuqeben und der Heirath Mtat E:,kclin mit dem Sebastian Stailinger seinen Segen l-eben. Er hatte die« der überglücklichen Käthi ver- U^1 übet, war mit ihr allen Ernstes zu Rathe gegangen,

schneidenden Rede Gambetta'« auSgesüllt, die Simon noch einmal auf die Tribüne führte und da« Cabinet zwang, sich einer Tagesordnung anzuschließen, in welcher die Re­gie' ung aufgefordert wurde, den Kundgebungen der Ultra- montanen,bie eine Gefahr für ben Innern unb äußern Frieden sind", mit allen Mitteln entgegm zu treten. Diese motivirte Tagesordnung wurde mit 361 gegen 121 Stimmen angenommen und erregte die Helle Wuth der Ultramontanen; Franclieu zeigte eine Interpellation im Senate an, nahm dieselbe jedoch zurück, weil die Rechte sie noch für unzeitgemäß Hilt. Der Justizminister richtete an den Bischof von Revers, der Mac Mahon aufgefordert hatte, für ben Gefangenen im Baticau gegen Italien ben Degen zu ziehen, ein Schreiben, worin dem Prälaten be« meikt wird, daß er gethan, wa« nicht seines Amtes sei. Dccazes ließ am 7. Mai die Neutralität- Erklärung Frank- reid)< in bim orientalischen Streite durch da- Amtsblatt verkündigen, worin zugleich alle im Auslande lebenden Franzosen aufgefordert werden, sich jeder fe redseligen Hand- lung gegen die eine oder bie anbete bet kriegführenden Parteien zu enthalten.

Seit Jahren hat bie englische Regierung keine so scharfe D-pesche geschrieben, wie bie Antwort, welche Lord Derby aus das Rundschreiben Gortschakoff'« erthetlt hat, und gleichfalls seit Jahren da« englische Unterhaus keine so heftige Debatte erlebt, wie diejenige, welche durch Glad- stoncs Resolutionen angeregt, am Montag begonnen, am Dienstag unb Donnerstag fortgesetzt wurde. Zum Theil hat Gladstone selbst erkannt, auf wie falschen unb uner­sprießlichen Wegen et wandelte, denn er stimmte einer wesent­lichen Aendernng seiner zweiten Resolution zu unb ließ bie dritte unb vierte gänzlich fallen. Nachdem bie Regierung ihre Neutralität amtlich angetünbigt, wäre die in der jetzigen zweiten Resolution enthaltene Erklärung, baß bie Pforte keinen Anspruch auf britische Unterstützung habe, ganz ohne Wetlh; bie Aufforderung dagegen, daß die englische Regie­rung zu ZwangSmaßlegeln gegen bie Türkei schreiten solle, ist gestrichen.

Die schwebische Regierung schickt ein Kanonenboot nach bem Mittelmeer, wo seit bem Herbste bereits eine Kor­vette sich befindet, bie aber jetzt heimkehren soll. Man scheint das Boot, da« übrigen- 172 Fuß lang ist unb ein schweres Geschütz führt, für auSreichenb zu halten, um der biplo- matische» Vertretung Schweben- in Konstantinopel vor- kommenden Falls gute Dienste zu leisten.

Der Kaiser von Rußland ist au- bem Silben, wo er bie zum Kriege an Stückende Armee besichtigt unb durch per­sönliche Ansprachen angefeuert hat, nebst dem Thronsolger und dem Großfürsten Wladimir über Kiew und Moskau am 7. d. nach Petersburg zurückgikehtt.

mit Schamröthe übergossen war, wußte ihre Verwirrung kaum zu bergen, zupfte verlegen am Mieder und Schürzen­bande, bi« Pfarrer Hunold frug, wer denn der Glückliche sei, der Besitz genommen habe von ihrem H rzen? Da nannte die Maid den Namen deffen, der im Rausche glück licher Liebe soeben davon gefahren war und versprochen hatte, zur Abendzeit nach Sundelfingen zurückzukehren, um mit dem Großvater die Angelegenheit In« Reine zu bringen. Unb al« nun vollends der Pfarrer erklärte, wie er bereit« seit Jahren dm Stailinger al« einen der bravsten und sttt- samsten Burschen kenne und wie demselben vom Gewerbe- vorstande zu Stuttgart schon zweimal eine besondere Prämie für bie Anfertigung be« besten unb feinsten Gewebe« ge­worben, da reuete e« den Schultheißen doch, daß er dem Burschen so hart begegnet und ihn so scharf mitgenommen hatte. Käthi aber, die überglüäliche Maid, wußte sich vor Entzücken kaum zu saffen. Ueber ihr Antlitz zog e« wie Frühlingsleuchten und Maienwonne! Sie rieb stch vor Freude die kleinen Hände und faltete sie später andächtig zufammen zum Gebet für ihren Herzliebsten Bastian.

Hierauf ergriff Käthi die Leuchte, um dem Herrn Pfarrer da« Geleit zu geben, al« ein Frauenantlitz htneinlugte in da« halboffenstehende Fenster. Gleich darauf knarrte die HauSthür und in die Stube trat schweißtriefend und außer Äthern Base Hösnern au« der Stadt, tu deren Gefolge sich auch der Bräutigam Käthi'«, der seelenvergnügte Bastian, befand.

Der von ben beiden Ankömmlingen herzlich begrüßte Pfarrer, bet nun wohl ober übel abermals zum Bleiben gezwungen war, hatte ein Hauptaugenmerk aus bie Base gerichtet unb erstaunte nicht wenig über ben geläufigen Zungenschlag betreiben, vermöge besten sie bem Schultheißen in freilich ziemlich berber Manier über feine Hartherzigkeit gegen bie Käthi und seine tyrannische vehanblnngsweise

Der Aufmarsch ber t u s s i s ch e n Truppen an bet Donau geht in Folge be« ungünstigen Wetter« unb der, wo sie sich überhaupt vor findet, sehr mangelhaften Schienenver­bindung äuß-tst langsam von Statten. Da« elfte unb siebente Corps haben an bet untern Donau bei Braila, Galatz, Ismail unb Äilia Stellung genommen, während bas zehnte über Belgrad und Latbofchi in dieselbe Linie einrückt; dagegen find da« achte, neunte, dreizehnte und vierzehnte Corps erst mit bem Vormarsch in bie Walachei über ben Serethfluß beschäftigt. Von ben aufständischen Montenegrinern, Miridtten und BoSniaken liegen keine Nach­richten vor, dagegen hat die Pforte bie ganze Küste be« Schwarzen Meere« in Belagerungszustand erklären und durch ihre Flotte unter Hobart Pascha bereits einen Ver­such zum Bombardement mehrerer Siäste machen lasten, und auch in Asten ist e« bereits etwa« lebendiger zuge­gangen. Zwar hat die russische Rion-Armee Latum noch nicht erreicht; dagegen ist der linke Flügel der Arpatscha- Armee über das ohne Widerstand besetzte Bajazid weiter hinan« vorgedrungen, während der rechte Flügel nach mehreren vergeblichen Angriffsversuchen Kar- umging und nunmehr dem im Soghanlupaffe verschanzten Mukhtar Pascha gegen» übersteht. Der Sultan wird den Titel eine- Vertheiotger- de- Glauben- annehmen, wodurch ihm die Eirrkünfte ver­schiedener Moscheen zu Kriegszwecken zur Verfügung stehen. Auf Anbringen Deutschland- als besten Botschafter binnen Kurzem Prinz Reuß in Konstantinopel erwartet wird hat man von einet Vertreibung bet russischen Untertanen Abstand genommen. Auch Oesterreich wird nach Deutsch­lands Vorgang demnächst wieder einen Vertreter nach Kon­stantinopel entsenden, während die Pforte Saadnllah Bey al- ihren Botschafter in Berlin auSersehen hat.

Tage-dericht.

Der Bunde-rath hielt am Mittwoch Nachmittag eine Plenarsitzung, in welcher da« Paientgesetz definitiv ange­nommen wurde. Die Gesetzentwürfe, betreffend die Unter­suchung von Seeunfällen und ben Z ugnißzwaug wurden an bie AnSschüffe verwiesen.

Die Abreise be- Fürste« Bismarck nach Kisstngw, ist, Wie man uns mittheilt, auf ben 24. d. M. festgesetzt. Der Fürst soll für seinen Kurgebrauch sechs Woche« festgesetzt haben. Bi» zu seiner Rückkehr aus Kissing.« bürste stch noch kein entscheidende« Ereigniß auf der Lalkanhalbinsel zugetragen haben, da die Operat onen außerordentlich lang­sam von Statten gehen unb bie Belagerung der türkischen Donaufestungen unb deren Einnahme sicherlich noch einen Zeitraum von mehreren Monaten in Anspruch nehmen wird.

derselben ganz gehörig den Text la», und durch die Gegen­wart de- Pfarrers sich gar nicht btlrren ließ in ihrer Strafpredigt, gegen welche dem Pfarrer feine Kanzelbered- famkeit wie Master erschien. AIS sie endlich das Kapitel beendet hatte, ging sie zu dem weit wichtigeren Thema über, welche« von derplötzlichen Heirath ihre« Hau-manneS Sebaftian Stailinger handelte, der >hr Herzblättchen, bie Kächi zu ehelichen im Sinne hatte. Und al« der blöde Bastian durch die geläufige Redeweise der Base, durch welche ste ihm gar trefflich vor­gebaut und da« Wort gerebtet hatte frischen Muth geschöpft, trat er beherzt auf den Schultheißen zu unb erklärte dem­selben, wie er stch das Lus wandern nach der neuen Welt mit der Hausfrau überlegt habe, da es ein gar so kitzlich Stück Wege« übet« Meer und der große Krieg dort, von dem er jetzt erst gehört, ein verflucht Ding sei, Überbein auch mit ben vertrakteu Rothhäuten ei« ganz schlecht Han­tieren wäre, da dieselben nicht ein Wort Deutsch verständen und gleich mit dem kanibalischen Sralpiren, wie da« Zeug- heiße, wenn ste einem da- Fell über die Ohren zögen, bet der Hand wären, wa- er stch denn doch nicht au-zuhalten getraue und er cm Ende gar daran sterben könne. Von allen übrigen Jährlich ketten, Riesen- und Klapperschlangm, Büffeln, Äwm und Siegern und wa- de« Otterngezücht- alle« sei, Waldbranb, Schiffbruch und gelbem Fieber gar nicht zu reden, wie er da» alles also reiflich mit der Hau-frau überlegt habe unb gesonnen sei, nach be« Schul­theißen Wort im Lande zu bleiben, wen« er ihm dazu bie Käthi zur ehrsamen Hausfrau gebe, welche letztere nun auch schüchtern hinzutrat, ihren ruvbeu Arm schmeichelnd unb liebkosend um den Hal- de- Alten schlang unb versprach, sein zu »arten unb zu pflegen in ben Tagen ber Gesund­heit wie in Krankheitsfällen.

(Fortsetzung Hat )