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««-eigen nimmt entgegen: »ikiSrpedttio« d.BlatteS, v-Annoncen-Bureaux

Len Th. Dietrich & Co. in Mel und Hannover; Th. Um» in Frankfurt a.M.; tnasenst-in & Vogler in LLvksurt a- M., Berlin, Ljnzig, Cöln rc.; Rudolf «cffe in Berlin, Fran!» " furt a. M. rc.

Marburg, Sonnabend, 12. Mai 1877.

xn. Io-rgaig.

GntzWik Jtitmig.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d.Blatte», sowie d.Annoncen-Bureaux von G. L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jäger'sche Buchhandlung daselbst; Hermann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendanl in Berlin; W. Thienes in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.

252.

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Wir haben schon früher auf die Anomalie hingrwiesen, daß in Deutschland eia Abgesandter der römischen Curie,

Ran hält es nicht für unmöglich, daß dir baierische Re- pttunfl sich mit der Reichsregierung in Betreff dieser An- piegenhett verständigt.

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377:

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Lage-bericht»

Unser Kaiser wird derProv.Corr." zufolge nach der gg1 Donnerstag (10) erfolgten Rückk.hr nach Beilin ab. g chselnd dort und in Babelsberg restvtren. Di« nächsten Kochen gedenkt Se. Majestät in gewohnter Weise den Truppen- hrfichtigungm bei Berlin und Potsdam zu widmen. Gegen Wiste Juni dürste alsdann zunächst die Reise zum Kurge ! brauche in EwS und im Juli voraussichtlich nach Gastein erfolgen.

Prinz Reuß, welcher nunmehr zum Botschafter des I rutschen Reiches beim Sultan ernannt ist, hat sich nach i Wen begeben, um von da in den nächsten Tagen über Triest : tie Reise nach Konstantinopel anzutreten.

I Die neuesteProv. Corr." gi.bt einen Rückblick über die letzte ReichStagSsession und die in derselben beschlossenen Gesetze und schließt dieselbe mit folgenden Worten:Von gi!ßerer und tiefer gehender Bedeutung aber als die ein­zelnen in dieser Session wirklich vereinbarten Gesetze find die um'aflcvden Erörterungen, welche in Bezug auf alle Seiten des wirthschaftlichen Lebens und der finanziellen Hufgaben des Reichs stattgefunden haben. Nach allseitiger klarer Erkenntniß konnten diese Erörterungen zunächst nur vorbereitender Natur sein und nur die Bedeutung einer beginnenden Klärung der in Folge der wirthschaftlichen Der. immgen und Katastrophen der letzten Jahre tief erregten Huff aff ungen und Stimmungen beanspruchen: daß diese Klärung begonnen hat, und daß die Hoffnung vorhanden

dm, mit welcher Rußland rechnen zu müssen scheint, da in ganz Congreßpolen FilialcomitvS errichtet sind, welche die Unterstützung der türkischen Regierung mit Waffen, Geld und Mannschaften zum Zwecke haben. Daß die Thätigkeit jener Comitör von Erfolg begleitet sein wird, dafür spricht der Umstand, daß schon jetzt nahezu 6000 polnische Frei­willige auf den astatischen Kriegsschauplatz abgegangen sind, welche der türkischen Armee einverleibt werden, jedoch unter polnischer Standarte und polnischem Kommando kämpfen werden. In polnischen Kreisen giebt man sich der Hoff nung hin, daß die Zahl der polnischen Freiwilligm sich auf 50,000 und darüber steigern werde. Geleitet wird die Be­wegung von Lemberg und Krakau aus, wo die österrei-_ chtschen Behörden den polnischen Umtrieben gegenüber sich völlig passiv, verhalten, wa» sich selbstverständlich daraus erklärt, daß die österreichische Regierung die polnische Frage noch immer als Trumpf gegenüber Rußland auszuspielen gebe, kt, wenn der Gang der Ereignisse in der Türket Oester­reich zwingt, activ gegen Rußland aufzutreten.

Bom Kriegsschauplatz wird gemeldet, daß am Dienstag der erste Kanonenschuß der rumänischen Armee gegen die dm Brückenkopf bei Kalafat beschießenden Türken gefallen ist. Die türkische Donauflotille bemüht sich, da», was sie in den ersten Tagen des russischen Bormarsche» versäumt, jetzt dadurch nachzuholen, daß sie, gemäß dem ihr erthetlten Befehl, alle in ihrem Bereich befindliche Handels- und anderen Schiffe aufbringt, unter dem Vorwande, dm Russen jedes Material zum Brücken­schlägen zu entziehen, und daß sie bewaffnete Landungen in Rumänien zum Zweck von kleinen Beutezügen macht. Durch diese Maßregel, im Verein mit dm verschiedenen Be­schießungen , ist die rumänische Bevö kerung in hohem Grade aufgeregt und erbittert worden und erwariet mit Ungeduld die Ankunft der avrückenden Russen als ihrer Befreier, welchen sie nun bei dem Donauübergange um so hüisreichere Hand leistm dürfte. TürkischerseitS wurde die Entfernung der in Giargewo (zur Deckung des Samar sch!» der Russen) konzentrirten rumänischen Truppen ver­langt. Die Rumänen wiesen diese Aufforderung zurück. Die artilleristische Armirung der unteren Donau wurde in der letzten Zeit, namentlich zwischen Reut und Ismail verstärkt.

In dem Stande der Dinge auf dem astatischen KriegS- iheaier ist seit einigen Tagen keine wesentliche Veränderung eingetreten. DaS noch am weitesten zurückgebliebene rus- russtche Detachement ist das des ä'ßei stcn rechten Flügel» (Rion'iche), von Kutat» und Osurgett gegm 'Datum auf­geb ochene. DaS Achalzyksche steht mit seiner Vorhut bet dem Dorie Dikan, einige Meilen nördlich von Ardagan.

, dieselbe in den nächsten Sessionen zu praklischen Nm Mallungen auf den verschiedenen betreffenden Gebieten zum Segen de» deutschen Volkes nutzbar zu machen, ist ein nicht zu gering anzuschlagendes Ergebniß der jüngsten Session."

In vatum sollen 34 Bataillone angesammelt sein, in Ar­dagan 11. Am weitesten ist das Centrum unter Loris Melikoff vorgeschritten. Das Hauptquartier dieses Gene­rals befindet sich zwischen Hadschi Muli und Saim, einige Meilen östlich von Kars, die Avantgarde des Korps bis Kütschükkiöf, südwestlich dieser Festung, auf der Straße nach Erzerum vorgeschoben. Die Einschließung von KarS durch die Russen wird durch keine Nachricht bestritten. Die Beschießung desselben soll am Sonnabend begonnen haben. Bajezid ist von den Russen besetzt und unter rus­sische Verwaltung genommen worden. DaS weitere Vor­dringen deS Erivan'schen Detachement, (linker russischer Flügel) findet in nordwestlicher Richtung statt, zwecks An­näherung an die Straße KarS-Etzerum, bezüglich der Kooperation mit dem bei Kars stehenden Gros der Armee.

Telegraphische Kriegsnachrichten:

Loudon, 9 Mai.Reuters Bureau" meldet aus Erzerum vom 8. d.: Die Russen haben Soghanli einge- schloflen und concentrtren sich, augenscheinlich um Mukhtar Pascha anjugreifeu, bei Bardiz und Y.nikoy Die Russen haben Bajazid verlassen, nachdem ste dort eine militärische Verwaltung eingerichtet haben. Sie marschiren in der Richtung auf Kharnur, Antob und Karaktliflr, indem sie A.afhird zur Rechten lassen.

Wien, 9 Mai. DiePresse" meldet aus DfliS: General Melikoff wird KarS nicht regelrecht belagern, son­dern nur beschießen. Er erwartet die baldige Capitulation der Stadt, da dieselbe schlecht verproviantirt sei. Einen Parlamentär aus der Festung hat General Melikoff zurück gewiesen, weil nur der Großfürst Michael zur Unterhand­lung ermächtigt sei. Die Cerntrung von «rdahan steht gleichfalls bevor.

Petersburg, 9. Mai. Ein Telegramm de» Ober­befehlshabers Großfürsten Nikolaus aus Kischeneff vom 7. Mai meldet: Alles gut} die Trupp nbewegung wird unge­stört fortgesetzt. Die Türken unternehmen nicht». Die Gesundheit der T> uppen ist vortrefflich. Gestern habe ich die Truppen sowie die Arbeiten in Galatz, Braila und Reni besichtigt. Ich bin sehr zufrieden. Während meiner Anwesenheit in Braila eröffneten gestern Nachmittag gegen fünf Uhr süns türkische Monitor» ihr Feuer, stellten da», selbe aber wieder ein, nachdem ste 15 unschädliche Schüsse abgegeben hatten. Bon dem anderen Ufer au», bei dem Dorfe Gechit, eröffneten einige Tscher kessen ein ziellose« Sewehrseuer, das un» keinen Verlust verursachte. Unsere Batterien antwortet n nicht einmal. Einem Telegramm deS Oberbefehlshabers in Kleinasien, Großfürsten Michael, au» DfliS »am 7. d. zufolge unternahMen die Hauptkräfte des actio n Corps Durchsuchungen der Umgeaena von KarS.

getreten, ob eine solche Nuntiatur sich serner mit den I taffen deS Reichs vereinbaren läßt. Anlaß dazu hat die Bbberufung de» gegenwärtigen Nuntius, eines im Ganzen insöhnlichen Mannes, und dessen Ersetzung durch einen eibenschastlichen Parteigänger der Ultramontanen gegeben.

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Wchriut tSglich außer de» Werktagen nach Som. und Feiertagen. Preis für da» Quartal mit der wSchenttichen BeilageIllustrier" «,uuta,S»latt" durch die Srvedition (Re*W Buchdruckrrri) bezogen »arl, durch die Postämter des Deutschen Reiche» 2 Rnt 56 Pf,, (exl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr ftir die gespaltene Zelle 16 Pf, Für m der Cxvebrtum zu ertheilend« Auskunft und Anna^ue von Adressen werden 85 Pf,, berechnet.

ein apostolischer Nuntius, epistirt, der von München aus ~ die ultramcntanen Bewegungen schürt, Instruktionen au die ^Führer der letzteren ertheilt u. s. w. Wie man unS mit-

tzeilt, ist die Reichsregierung der Prüfung der Frage näher

Wie zu erwarten war, ist seit Ausbruch des russisch - lända ätschen Kriege» unter den Polen eine Bewegung entstan-

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Äät|i, bei Schultheißen Enkelin.

Schwäbische Dorf-Novelle von Rudolf Wellnau.

(Fortsetzung.)

.Hirt, Schultheiß," nahm hierauf der ältere der beiden e da» Wort,unser Besuch gilt allerdings Eurer kelin, au» deren Munde wir gern ihr Erlebniß in dieser acht hören möchten. So leid es uns deshalb lhut, ihren las stören zu müssen, so bitte ich dennoch, daß Ihr so

blich seid, ste weckt und zu unS führt

Bei den letztem Worten schon hatte der Schultheiß Etubenihür geöffnet und rief mit lauter Stimme den der Maid. Diese antwortete auch sogleich unv »er* k«h, in wenigen Minuten unten zu sein

Im nächsten Augenblicke trat Käthi ein, nicht wenig aschi und erschrock -n Über den fremden feinen Besuch

Ohne den von Scham, Sehnsucht und Verlegenheit aber bei einen Blick auf die Einlretende vor Wonne Entzücken strahlenden Bastian zu bemerken, der stch seiner Schüchternheit hinter den gioßen Kachelofen rt hatte, grüßte Kälhi mit verschämter Anmnth und Etlicher liebreizender Grazie die Stadtherren, und indem ^schüchtern näher trat unb verlegen am Schürzchen und eber zupfte, sagte ste ängstlich und mit hörbar zitternder

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«Ihr hohen Herren, ist e» erlaubt zu fragen, welcher wfl Euch zu un» führt?"

Unb b.vor einer der beiben Aerzle noch zu Worte frmen konnte, hatte e» der Schultheiß übernommen, Kälhi h Stande derselben und ihren Wünschen zu unterrichten. " Die Herren selbst hatten um so mehr Muße, ihre Be- ^dnung über Käthi's, in bet Thal für eine Landbewoh ungewöhnliche Schönheit, von der beide im ersten

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Mvm i.t wirklich überragt waren, jortzusetzen und stch an dem oftmaligen W chsel der fr scher, Firbe ihre» reizende i G.stchtchm» zu ergötzen, welche» bald roth, halb blaß, Zeugntß ablegte, w-e tief es ihr in» Herz schnitt, sobald 601 der nächtlichen Wanderung die Rede war. Dies be­merkend, zogen e» tie Aerzte vor, nur nebenbei und so litt wie möglich, den Hauptgrund ihres Kommens zu be­rühren uns lenkten gewandt, nachdem der Alte geendet und KSthi stch zur Genüge über ihren Sntheil bei der Wieder belebung der Pfarrerstochter ausgelassen, da» Gespräch auf den wie auf Nadeln sitzenden Bastian Stailinger hinter dem Ofen, der vor Erstaunen ganz verblüfft war, als er ans dem Munde seiner vielgeliebten Braut deren so folgen- reiches rächtlicheS Abenteuer in der Dorfk.rche vernahm, von dem er natürlich bi« zur Stunde noch keine Sy!be wußte.

»Hört, Schultheiß," begann nunmehr der SanitS Sraih, der die schwachen Seiten des Alten sehr wohl hnnt: unb wußte wie ihm beizukommm war,was Ihr doch für ein wunderlicher «Wann seid! Ist da der Bastian Stailinger, einer der bravsten und rechtschaffensten Burschen in der Stadt, dessen Eltern und Bo.eitern allezeit deS besten Rufes geroffen, heut' zu Euch gekommen, um sich Eure schmucke Enkelin, die Käthi, zur ehrsamen Hausfrau zu erbitten, mit welcher er einig ist, bis auf Eure E nwillt- kuig. Sei» da in Eurer bekannten, hitz'gen unb jähzor­nigen Weise aufgefahren und dem Burschen, der sich. deS besten zu Euch versah, da er sich selbst nur der besten und reelsten Absicht bewußt ist und eS von Herzen aufrichtig und ehrlich meint mit Euch und dem Mägdlein, so hart und schonungslos begegnet, daß es einem schier durch Mark und Bein geht, wenn er davon spricht. Geht in Euch. Schultheiß, bedenk., daß Ihr auch einmal jung wäret und heiße» Blut hattet; gebt dem Burschen die

Maid, und ich bin im Voraus überzeugt, Ihr werdet nie Ursache haben Reue zu empfinden über die Verheiratung Eurer Enkelin.

D:r Alte, der während dieser eindringlichen Rede die Zähne zusarnrneugebissen hatte, warf jetzt hastig den Hund von seinem Schoße, durchwühlte mit beiden Händen jein struppiges graues Haar und antwortete mit erzwungener Ruhe:

Mit Verlaub, Herr Ralhl J-dwedeS Ding hat zwei Seiten, eine im Licht und eine im Schatten. Darin müßt Ihr mir aber unbedingt beipflichten, daß ich doch rein für'« TollhauS reif wäre, wollte ich die Maid dem Burschen geben und mir so die Lage meines Alters verkümmern l Ein Gespött unter den Leuten gäb'S nur, sonst nicht», wenn'» laut würde, daß der Schultheiß fich da» Hemd vom Leibe selbsten wüsche, weil et die Enkelin urp ötzlich schnell verheirathet und, um ste der Schande zu entziehen, nach Amerika geschickt habe."

,v denkt, Schultheiß," entgegnete der .Arzt,baß e» nicht der Zweck unsere» Erscheinen» in Euerem Hause ist, Euch zu irgend einem Entschluß zu bestimmen, sondern eben nur unser unberufene» Dazwischeutreten, al» Ihr dem Bur- scheu den Garaus zu machen gedachtet, hat die Veranlassung zu unserer Einmischung gegeben, nachdem wir un» bei Bastian nach der Ursache des Lärmens erkunbigt. Aber was meint 3hr, Schultheiß, wenn jetzt ber Stailinger klagbar gegen Euch würde wegen der beleidigenden Ausdrücke und Schmä hingen über seine Person und vor dem Oberamt uns zu Zeugen aufriefe unb wir alsdann, der Wahrheit die Ehre gebend, bestätigen müßten, baß wir Euch bei unserem Ein ­tritte mit einem faustdicken Knüppel bewaffnet getroff n, den Ihr drohend über den Kopf des Burschen geschwungen? Wa» meint Ihr, würde bas nicht schlimmere Folgen nach sich zi Heu und würde da» Ä-'nde der Leute nicht von