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' «weisen nimmt entgegen: H .?, 5rpediti°" ». Matte«, lenen »eie die «nnoncen-Sureauf - ®ucB XI). Dietrich & So. in d.tjel und Hannover; Th- 1 Djztrich in Jranlfurt a M-; itoite Sftein L Segler in
ZNarKurg, Donnerstag, 3. Mai 1877.
xn. Jaljtjjoig.
Jfihuui.
Anzeigen nimmt entgegen: Me W^editten l. Matte« sowie die Armencen-Bureauz von <6. L- Dante & So. in
Krt a. M.: JSgcr'sche adlung in Frankfurt a. M.; Jnvalideudank, A. Sete- meyer in Berlin; Sari Schüß- ler in Hannover ; S. Schlotte in Bremen.
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reennen. Andrafly's Bestreben ging zurächst dahin, tevßen von her Allianz mit Rußland loszulösen, und « Acqulvolent eine Verständigung zwischen der Türkei, «ksterrkich und England anzubielkn. Graf Andrassy hatte
Käthi, lei Schultheißen Enkelin.
Schwäbische Dorf-Novelle von Rudolf Well«an.
(Fortsetznng.)
In der gewölbte« Heinen Säulenhalle, die den Hintern bigang der A rche in Sundelfingen bildet, hatten Gottholb <d Aäthi ihrer Verabredung zufolge bestimmt, sich Abends » die achte Stunde zu treffen. Eingedenk seines Ver-
Der am Dienstag berathene Gesetzentwurf, betreffend iat Patentwesen, deffen definitive Annahme nun nicht mehr a bezweifeln ist, wird noch einen Nachtrag zum Etat zur ■olge haben. In dem Gesetz ist nämlich die Errichtung acS Reichs-Patentamtes bestimmt. Da nun das Patent- ff tz noch möglichst bald in Wirksamkeit treten soll, so ist amit auch geboten, dies neue Patentamt möglichst bald o« Leben zu rufen. Das Patentamt soll eine Unterab- irflung de« Reichskanzleramts werden, und ist dadurch ein lachtrag zu dem Etat des Reichskanzleramtes nothwendig morden, der noch in der gegenwärtigen Session dem Reichstage vorgelegt werden soll. Die AuSschüffe des Bun- eSraiheS für Handel und Verkehr und für RechnungS «fen haben am selben Tage Nachmittags den Entwurf zu
Lage-bericht»
Da« Gesetz über die Einnahmen und Ausgaben des Reichs wird nicht mehr zu Stande kommen. ES bestehen »och Differenzen zwischen der RrtchSregierung und dem Reichstage über die Behandlungen der Etatsüberschreitungen mb die Verwendung der ersparten Gehälter der Beamten, reiche sich in dieser Session nicht mehr beseitigen laffen.
i. Ber-| roch ungarischer Minister war nud Graf Beust den Wvel-ffbsten deö österreichischen Reichskanzlers begleidete, dahin, ; ver. ne Allianz zwischen Oesterreich, England, Preußen und Alle, !t Türkei zustandezubringen. Andrassy wollte den Krieg 'S von ’i Rußland, wenn er nicht zu vermeiden war, bis zum ' oder Ersten führen, und den Frieden nur um den Preis einer igen ren.zberichtigung nicht nur in Asien, sondern hauptsächlich 1 wur. i Schwarzen Meere abschließen. ES lag in feinem Plane, Q-und k muselmänischm Gebiete am Schwarzen Meere für die ürkei zurückzugewinnen und Polen wiederherzustellen.
raurig ”r diese Ideen war der Kaiser von Oesterreich bereits
rechens wollte der erstere nicht auf flch warten laffen, Halb er schon lange vorher sich nach dort begeben, ehe M 1 Thurmuhr die glückliche Stunde des Stelldichein ver» - »dete. Obgleich Gotthold, nachdem er'« heute ernstlicher 102 ib reifer überlegt, keineswegs gesonnen war, das Liebes« kkhiltnitz mit Käthi fortzusetzen und ernster Natur werden 93 1 laffen, so wollte er doch auch nicht gerade wie die Katze 102,m Taubenschlage schleichen. Sodann war er der Mei- 50 seine Entfernung von Käthi würde das angesponnene krhältniß von selbst lösen, weshalb er auch in aller Form ßF* ihr Abschied nehmen und ihr wiffen laffen wollte, wie Slk.,schon morgen auf Befehl seine« Vaters wieder nach »gen zurückkehren müsse, um feine Studien in Bälde 252| beendigen.
. Um nicht bemerkt zu roetben, hatte er sich hinter einen feiler gestellt, um hier die Maid ungestört zu erwarten 128®» Überdachte nebenbei die drohende Sprache feines Vaters, alten Ebermayer, der heute zum ersten Male mit
itfem Nachtragsgesetz berathen, das eine Mehrforderung on circa 60,000 Mk. nothwendig macht, und denselben eute ti «genommen. Der Gesetzentwurf wird in einet voraus Zage« chrlich morgen stattfindenden Plenarsitzung des BundeS- ergob lnh-.S zur Berathung gelangen und bann mit bem Gefetz- beiteu ttturf über ble Controlle beS Reichstages pro 1876 und
. Quartal 1877 dem Reichstage zur Genehmigung vor- >, degt werben.
—— ES dürfte in diesem Momente von Interesse sein, durch ^"7 iee historische ReminiSeenz den Einfluß bet deutschen [01 M-k auf die heutige diplomatische Lage nachzuweifen, lekanntlich gingen die Ideen de» Grafen Andrassy, als
betet Energie bem windigen Studenten den Kopf rlich zurechtgefetzt und seine Vatnrechte in strenger geltend gemacht hatte. Allein er wat längst mit ■tv?» Nachdenken darüber fertig und noch war Käthi nicht ■» 7i n »lenen; er harrte noch eine Stunde — vergebens l Die Zehnte kam nicht und unmuthig und mißgestimmt, daß -----Käthi genant, wie er meinte, trat et den Rückzug an
zu diesem Behufe mehrere Unterredungen mit dem deutschen Botschafter v. Schweinitz, der den Ideen des ungarischen Diplomaten feinen Beifall zollte, aber sie mit dem Stereo typen Zusatz ablehnte: „Indessen behalten wir unsere Freundschaft mit Rußland bei." Schon die geographische Lage Deutschlands zwischen Rußland und Frankreich — deren Bündniß sicher war, wenn Fürst Bismarck auf die Pläne Andrassy's einging — machte die vorgeschlagene Allianz zur Unmöglichkeit, zu einem wahnsinnigen Unternehmen. Die Türkei und England hätten für Deutschland im Falle europäischer Verwickelungen einen sehr zweifelhaften Werih gehabt, und jedenfalls die Gefahr des voraussehbaren französisch - russischen Bündnisses nicht entfernt ausgewogen. Nach Beendigung deS deutsch-französischen Krieges trat Fürst LiSmarck mit feinen Plänen hervor. Et brachte das Drekaiserbünbniß zustande, welche» Garantien für den europäischen Frieden gewährte und die Interessen Oesterreichs sichet stellte. Allerdings wurde dadurch die Türkei vollständig in die Arme Englands gedrängt. Aber die gegenwärtige Lage bet Dinge zeigt deutlich, daß die Politik deS Fürsten Bismarck ebensowohl durch das Interesse Eucopa'S wie des deutschen Reichs vorgezeichnet war. Die Ideen deS Grafen Andrassy hätten mit mathematischer Sicherheit zum europäischen Kriege geführt und Deutschland wäre heute einet der wichtigsten Krieg«, schavp ätze.
Die Sensationsnachricht eines englischen Blattes, daß England als Signatarmacht des Pariser Traktats von Oesterreich aufgeforbert worden fei, zwischen Rußland und der Türkei zu interceniren und daß England dieser Aufforderung stattgegeben habe, findet ein vollgültiges Dementi in der gestern publieirlen englischen NeutralitälSerklärnng. Mit diesem Akte dürfte wohl zugleich die Ungültigkeit deS Pariser Traktats erklärt, wenn auch nicht auSgefprochen fein.
Mehrere sonst gut unterrichtete Blätter bringen die Nachricht, die Türken hätten den Schutz der russtschen Unter# > Hanen durch die beutfde Botschaft nicht anerkannt, vielmehr beschlossen, sämmtliche Russen ohne Unterschied ans dem türkischen Reiche auszuweisen. Diese Nachricht ist völlig unwahr und nur dadurch hervorgervsen, daß die türkische Regierung fürchtet, die russischen Untertanen würden bei bem einmal entbrannten Fanatismus der Muselmänner vor den ©raufathteiten der letzteren nicht hinreichend von den türkischen Behörden geschützt werden können Die Beziehungen der Pforte zu der deutschen Reichsregierung sind übrigens einigermaßen gespannt, da in den maßgebenden Kreisen von Konstantinopel die Ansicht vorherrscht, die deutsche Regierung halte Oesterreich von einer Action gegen Rußland ab und würde eventuell gemeinschaftliche Sache mit
ohne Abschied genommen zu haben von Derjenigen, der er'S hoch und theuer geschworen, daß sie ihm Alles sei.
Während der Student auf seiner Kammer sich noch darüber machte, sein Felleisen mit Allem zu versehen, wa» er mitzunehmen gedachte und auch da« nicht vergaß, was er von der alten Wirthschafterin zugesteckt erhaltkn hatte, ging Vater Ebermoyer mit bedächtigen Schritten in seiner Stube auf und ab. Der Tod Margarethen'« hatte ihn tief erschüttert, denn noch immer, trotz der Gespanntheit beider Familien, war'« ihm nicht aus dem Sinne gekommen, daß er es einst hoch und heilig gelobt, Margarethe und keine andere sollte einst die Gattin Gotthold'« werden, Margarethe, deren thenre Leiche man heute Nachmittag in der Kirche zur Schau aufgestellt, um morgen, vom Pfarrer für den Himmel etngefegnet, dem Schoße der Erde anverttaut zu werden. Zudem hatte ihm Trudine, des Schulmeisters liebevolle Tochter, doS Herz so schwer gemacht, als sie heut' in der Frühe des Morgens ihm die Nachricht vom Tode der PfarrerStochter brachte und ihm erzählte von den letzten Tagen derselben, und wie sie nur ihn allein als den Störer ihres Glücks, als den Urheber all ihrer Leiden betrachtet habe, und mit der Ucberzeugung au« dieser Welt geschieden wäre, daß sein Herz ein felsenhartcS, unversöhnliches und liebeleeres sei. — Fürchterlich mahnend stand das bleiche Bild der Jungfrau im Geiste vor ihm; sie, ble einst bet schönsten, lieblichsten Maienrose glich, war jetzt entblättert, geknickt vom rauhen, herbstlichen Winbe seiner Hartherzigkeit und Unversöhnlichkeit, lag jetzt da, kalt und starr, eine Leichei Ein Opfer verschmähter Liebe durch seine Schuld! — Ec hätte Indien, dem Pfarrer über dem Sarge feine» Kindes versöhnend die Hand bitten und um Verzeihung bitten mögen, aber das widerstrebende, trotzige und dabei doch verzagte Herz ließ ihn nicht dazu kommen, wenngleich ihm laut die Stimme seine» Gewissen» sagte, daß er nicht
Rußland gegen Oesterreich, England und Frankreich machen. Ans eine Koalition der letztgenannten Staaten, also auf die bereits im Pariser Vertrag von 1856 vorgesehene Tripelallianz zum Schutze bet Integrität des osmanischen Reichs scheint die Pforte mit großer Sicherheit zu rechnen, und eS fehlt auch nicht an Diplomaten und Politikern in London, Wien, Paris und anderen Orten, die auf da» Zustandekommen einer solchen Allianz hinarbeiten. Indessen find die Aussichten dazu sehr gering. — Einstweilen hält Oesterreich an seiner Neutralität fest und auch England hat neuester Nachrichten zufolge eine Neutralitätserklärung vom Stapel gelassen; jedoch haben unter den heutigen Ver- häitnissen derartige Erklärungen wenig Werth, da alles von der Entwickelung der kriegerischen Action auf dem Kriegs» schauplatz abhängt. In dieser Beziehung läßt sich jetzt noch kein sicheres Unheil abgeben, da die militärischen Operationen der Russen an der Donau vorerst noch mit außerordentlichen Schwierigkeiten verbunden sind, ehe ste soweit sind, daß ste nach der Ueberschreitung ver Donau und der Besetzung der strategischen wichtigen Linie Kahacu-Kostendsche an die Cernirung und Belagerung der festen Plätze im Festungsviereck, vor allen Silistria's gehen können. Hierzu würden wohl noch 6 bis 8 Wochen erforderlich sein, und bis dahin mögen die Reihen der Russen wie der Türken schon erheblich gelichtet sein. ES wird bann wesentlich auf bie Stärke bet Nachschübe zu ben beiderseitigen Armeen ankommen, in welcher Hinstcht die Russen jedenfalls im Bortheil fein werden, während die Tüiken bei dem Umstch» greifen der aufständischen Bewegung in der europäischen Türkei eine beträchtliche Anzahl Streitkräfte nöthig haben, um die Ausstände nlederzuhalten resp. zu besiegen. Rach allen Anzeichen dürste dieser Theil der Aufgabe den Türken sehr schwinig werden, da Serbien wie Griechenland nicht allzu lange warten dürften, um an der Action gegen bie Türkei Theil zu nehmen.
Vom Kriegsschauplatz an ber Donau liegen bi« jetzt keine neuen Meldungen von Wichtigkeit vor. ES mag bemerkt werben, baß die Russen — bem R. W. T. zufolge — beabsichtigen, Torpedo« in bie Donau zu legen. Wo da« Gros ber russtschen Sübarmee steht ist noch nicht bekannt; ste hat jedenfalls ein Interesse daran, Ihre Bewegungen zu verschleiern und die Türken im Unklaren zu lassen, wo der Donauübergang erfolgen soll.
Die Kaukasnsarmee ist — obwohl ste von ben Türken schon mehrfach zurückgeschlagen sein soll — von Alexin- drcpol bi« nach Kar« vorgedrungen, woselbst bereits heftige Kämpfe stattfanden.
Daß die Türken bei einem nächtlichen UeberfaU durch die Russen zwischen «lexandropol und Kar« eine Schlappe erlitten hatten, war am 26. April auch schon in Konstau-
im *5tune der christlichen Liebe gehandelt nach dem Worte Gotte«. Einen Gang aber wollte er dennoch thun. War e« ihm im Leben nicht gelungen, die Verzeihung Margarethen'» zu erhalten, so wollte er ste wenigsten« im Tode darum bitten. Die Verklärte, so hoffte er, weise ihn nicht zurück.
Eben als er diesen Entschluß gefaßt hatte, trat Gott- hold zu ihm in'« Zimmer und brachte ihn auf andere Gedanken. Er war gekommen, um Abschied vom Vater zu nehmen, da er morgen in aller Frühe abzureisen gedachte. Ernst und stumm schritt ber alte Ebermeyer noch einigemal das Zimmer auf unb ab, bann öffnete er bas kleine WanbschrLnkchm unb zählte die für ben Studenten bestimmte Geldsumme auf den Tisch.
„Sack' ein dies Geld," sagte er dabei rauh unb barsch zu Gotthold, „wenn morgen wieder KirmeSfeier wäre, könntest eS wieder verprassen und verjuchheien mit lofen Dirnen! Geh' jetzt, und wenn Du wieder einmal auf Heinau zum Besuch kommst so bring mir bessere Sitten mit daheim!*
Und ohne auf Gotthold'« Erwiederungen zu hören, verließ er da» Zimmer unb warf heftig bie Thür hinter sich zu.
Bewegt unb in sich gekehrt stand Gotthold unschlüssig am Sessel seines Vaters unb sah auf die Thür, hinter welche berfelbe verschwunden war. Noch war alle« bessere Gefühl in seiner Brust nicht erstorben unb auf’« neue regte e« sich bei ben drohenden, vorwurfsvollen Worten de« Vater«, und auf« neue gelobte er sich, was er heute schon einmal gethan, ein anderer zu werden, denn al« heut' morgen da« Sterbeglöcklein geläutet wurde und man Ihm sagte, Margarethe, de« Pfarrer« letztes Kind, sei gestorben, perlte eine heiße Thräne in seinem Auge, leise Wehmuth beschlich sein Herz, unb et gelobte sich«, bet Tob Marga-