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III! Ämetgen nimmt entgegen:
, vit ®fl*Mtt« b Matte», SUenen ,wie die Lnuoncen-Bureanx -on LH. Dietrich & S° i» tooU Kassel und Harmiva; Th hf.„ Dietrich in Frankfurt e. M-; EJr®' Haasenstein & Staplet in ^ah- Zcantturta-M^Berlin^Serv- Silber- ,ig, Eöln -c; Rudolf Stoffe A», in Berlin, Frantfurt a. St. rr.
Marburg, Mittwoch, 28. März 1877.
XII. JafrtNg.
ObecheWc Jritunn.
Knjeigen nimmt entgegen: die •SieMtto* » Blutte» sowie die Nnrnmeen-Bureaus von ». L. Daube & So. in Krantfutt e. Sl.; JLger'sche Buchhandlung in Aramfutt a. St.; Jnvalidendanl, L. Stete» mehrt in Berlin; Sarl Schütztet in Harmover; 6. Schlotte in Sternen.
Pfttt, n der- [766
Stfchrinl täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Prei» für da» Quartal mit der wöchentlichen Beilage „älntrirte» Lonutaa»»latt" bnrtb die Buchdruckerei) bezogen 3fc »art, durch die Postämter deS Deutschen Reiche» 3 «art 50 Pf,. (ejL Bestellgebühr) ^ - -- ------------ - ’
i) bezogen 3f Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiche» S «art 50 PfgV ierl.^stellgebühr)?'^JnsnttonSg^ühr^^ 0*f*1
Für in der Expedition zu ertbeilenbe Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pf», berechnet.
deutschen Bolle gesteckt seien, zu fördern. Da» Gelingen liegt in Gotte» Hand/ Nachdem der Kaiser dann noch« mal» dem Präsident« von Forckenbeck die Hand gereicht und dem Reichstage wiederholt frintn »herzlichen Dank* für die ihm dargebrachtm Glückwünsche gesagt hatte, ließ er sich die einzelnen Mitglieder de» BorstandeS vorstellen, um ste dann, sich freundlich verneigend, zu entlasten.
Da« Abschiedsgesuch de« Chef« der Admiralität, Ge« Ueral der Infanterie von Stosch, ist, wie die »Nordd. Allg. Ztg.* meldet, durch Allerhöchste CabinttSordre vom 25. d. Mt«. abgelehut wordm. Durch die tu demselben zum Ausdruck gelangte Allerhöchste WillenSmeioung ist die Angelegenheit dahin erledigt worden, daß der Chef der Admi> ralität die Dienstgefchäfte wieder übernommen hat.
Aus Rom wird gemeldet: Der Zustand des Papste-, der Symptome allgemeiner Schwäche zeige, erscheine hoffnungslos.
Um die Anstchten Rußlands über die AbrüstuugSfrage steht es augenblicklich wie folgt: Rußland erklärt sich be- reit zu entwaffnen, wenn der Friede mit Montenegro unterzeichnet fein und die Türkei mit der Entwaffnung begonnen haben werde. ES wendet die Furcht vor, daß die in die Heimath entlass«« türkisch« RedifS Unruhen Hervorrufen und die Christen, die ste auf ihrem Wege antreffen, avgreifen würden; e» will daher fein Heer unter Waffen halte», bis die Türkei dargethan habe, daß ihre Abrüstung ohne Ruhestörung vor sich gehe.
Nachrichten aus Konstantinopel, die dem N. W. T. zugehen, lasten eS höchst wahrscheinlich erscheinen, daß der Sultan Midhat Pascha aus demselben Grunde zurückbe- rusen werde, aus welchem er ihn entfernte, nämlich au» Furcht vor der wachsenden Bewegung.
Au» Wim wird telegraphirt: Nach Ansicht diplomatischer Kreise hat der Aufenthalt JgnatieffS in Wien einen doppelten Zweck: einmal soll der Dretkaiserbund nunmehr an Stelle Rußland» die Protokollfrage, eventuell auch ohne England, erledigen; zweiten» beabsichtigt er, die möglichst genaue Fipirung vou Oesterreich»" Haltung im Falle eint» Kriege» herbeizuführen. Jgnatieff wird Mittag» vom Kaiser in Audienz empfangen.
Wie PPst-Bestevrrrrge« für das 2 ©«artnl ff auf die
Dlierhessische Zeitung
• nebst
___ Illustrirtem Sonntagsblatt
• bitten wir, um vollständige Exemplare liefern zu ein, können, vor dem 28. März gefälligst machm zu motten.
klaffm Die Exp. d. Oberh. Ztg.
! 49.
und rkur. öehr- Hei leiten inben
de» oder zeren «gen. [724
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Der »Reichs- und Staats-Anzeiger* veröffentlicht nachstehenden Allerhöchsten Erlaß:
Der Tag, an welchem Ich Mein achtzigste» Lebens fahr vollendete, hat im deutsch« Volke eine Mich tief rührende Theilnahme gesunden. Die Beweise derselbe» sind mir au» allen Theilen de» Reich» in der mannigfachsten Weise, namentlich in der Form von Adresten, schriftlichen und telegraphische» Glückwünschen, Gedichten, Compositionen, Bildern, Blumen und anderen sinnigen, zum Theil kostbaren Spenden zugegangen. Städte und Torfschaft«, Corpo- rationen und Vereine, Festg«ostenschaften und einzelne Personen aller Stände Haden sich beeilt, Mir die allgemeine festliche Stimmung de« Tage« zu zeigen, und nicht allein au» den Gauen de« Vaterlande«, sondern auch von jenseits der bratschen Grmzen, selbst au» den fernsten Ländern habe Ich die Versicherung empfangen, daß überall, wo Deutsche weilt«, Meiner in Liebe gedacht worden ist. Diefe überreiche Fülle freudiger Wünsche hat Mir den Tag zu einem besonder» weihevollen gestaltet. Umgeben von einem mächtigen Kreise verbündeter und befreundeter Fürsten, habe Ich
tag In mit Genugthuung den Werth gefühlt, al» Mittelpunkt de» [715 national« Empfinden» betrachtet zu werden; au» diesem nartal. Bewußtsein schöpfe Ich neue Kraft, Mich der Sorge für 10 Pf'bic Wohlfahrt des Vaterlandes zu widmen. In diesem * ‘ Sinne möchte Ich allen jenen Glückwünschenden Meinen Dank für ihre Aufmerksamkeit kundgeben; Ich b auftrage _____Sie zu dem Zwecke, Vorstehende« alsbald zur öffentlichen Äenr.tnifj zu bringen.
lUt Berlin, den 24. März 1877.
r Au den Reichskanzler.
Wilhelm.
Allerhöchstdeffen Beglückwünschung meldet die »Nrtionalztg.* noch Folgende«: Herr v. Forckenbeck richtete an dm Kaiser mit lauter, aber bewegter Stimme folgmde Ansprache:
»Ew. Kaiserlich« und Königlichen Majestät sprechen wir, der Gesammtvorstand de» Reichstages, Namens und im Auftrage deflelbeu die ehrfurchtsvollsten, innigsten und herzlichsten Glückwünsche zum heutigen Geburtstage aus. Mit dem tefsten Danke gegen den allmächtigen Gott, der in seinem gnädigen Schutz Ew. Kaiserliche und Königliche Majestät biö an das Ende des achtzigsten Lebensjahre» glücklich geführt hat, feiern wir den heutigen Tag in besonder» festlichem Freudengefühl, und mit un» das ganze, durch Ew. Kaiserliche Königliche Majestät weise Leitung wteoer geeinigte deutsche Volk.
Mit dm unferen Bereinig« sich überall im deutschen Vater- laude und auf der weiten Erde, wo Deutsche wohn«, die heißen Wünsche der treuen deutschen Herzen: daß es Ew. Majestät beschieden sein möge, noch lange Jahre in voller Krast und Gesundheit das wieder errichtete Deutsche Reich zu feinem Ziele in stetiger, ruhiger, steigender Entwickelung zu leiten und zu regieren.
Das walte Gott!*
Der Kaiser, dem während der Ansprache Thränen der Rührung in das Auge traten, sprach nunmehr zunächst, dem Präsidenten von Forckenbeck die Hand reichend, in herzlichster Weise seinen Dank dem Gesammtvorstande des Reichstage« und dem letzteren selbst für die ihm dargebrachten Glückwünsche ans. Demnächst dazu übergehend, daß der Präsident auch der Theilnahme de« deutschen Volke« und der Deutschen im Auslande an dem heutigen Tage gedacht habe, hob er freudig bewegt hervor, daß in der Thai ihm auch hmte wieder Zeichen inniger Liebe und treuer Anhänglichkeit, nicht nut ans allen Theilen Deutschlands, sonder» auch ans dem AuSlande, aus de» fernsten Welt- gegraben in Adressen und Telegrammen zugegangen sei«. Auch der ebenso herzliche als enthusiastische Empfang, den er im vergangenen Jahre auf feinen Steifen Überall in Deutschland gefunden und der namentlich in Leipzig und in Stuttgart den Gipfel erreicht habe, sei ihm ein Beweis deS Vertrauens, welches ihm das deutsche Volk entgegenbringe. Alle diese Zeichen der Liebe und deS Vertrauens aber, die ja Übrigens nur der Sache, die er vertreten, nicht seiner Person gelten, seien eine Aufforderung mehr an ihn zu eifriger Pflichterfüllung, um die Erwartungen de» deutschen VotkeS zu erfüllen, die sich an die großen Eretgniffe knüpfen, bereit Anfang wir ja erst erlebt hätten. Soweit
Imbau ------------ es in seinen Kräften stehe, werbe er auch ferner bemüht
chaum- Hebet den Empfang de« Gefammtvorstanbe» be» Reichs I b-eiben, den Kitt, der bie deutschen Stämme zusammenhalte,
tage» durch Seine Majestät den Kaiser am 22. März zus zu festigen und die großen Ziele, die dem wieder vereinigten 1877.-—-—-——-————-—— ' ■— ■ ——
Deutsches Reich.
Berlin, 26. März. Der Beschluß, burch welch« bet BunbeSrath in feiner Sitzung vom 13. v. M. bent Anträge Preußen» auf Reform bet Aktieagesetzgebung zu-
Ha l Müller ist noch nicht lange hier, — wo war er
etngewaubrrt, weitete» ist wer ihn nicht bekannt. Wa»
Mein Blut stockte. Sollte bet Mörder vor mir geh«? Sollte Müllet? — Nein, e» ist ja nicht möglich, — er, bet gutfituitte, ehrenhafte Bürger, der ruhige, fromme Mann — welch' wahnsinniger Gebanke! Ein zusällige« U-berein- stirnrnen, — weiter ist's nicht« — befleckte Stiefeln gibt e» ja vielerlei, vielleicht gehe ich gar selbst auf solchen ein- her ohne eS zu wiffen. Ich verabschiede mich von Müllet am Garteuthor, innerlich leiste ich ihm Abbitte für meine Thorheit. Und doch! Je weiter ich gehe, je mehr nimmt
Uhlig ist ja auch aus Thüringen hierher gekommen; wat Müllet ebenfalls dort? Ich mußte e» wiffen.
Obgleich unterdeß der Abend herein, gebrochen, eilte ich zum Bürgermeister. Ich leite die Unterhaltung auf meinen
u*wu «Afiuuci zu igrcm univeijaiciDcn ZUM «Ourgermeifrer. ,3*9 icuc Die untccyGituug auf meinen
- erledigt und ich empfahl mich, indem ich bemerkte, Nachbar. Er ist aus den vereinigten Staaten vou Ame-
daß tL um etwa« frische Luft zu schöpf«, ein« Spazier« nka, bet« Bürger er nach feinen Papieren gewesen, hier —* gang um die Stadt zu machm beabsichtige. Müller, die eingewandert, weitere« ist über ihn nicht bekannt. Wo»
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Jbie Sorgfalt, mit der et sich und das Seinige flberrootte. I gttbehsitmmer — -s ift mir nüt mitan* ...
Me von ihm angewandte Frennblichk-it vermochte nicht ^g gehe ich auf und ab rastlos jag n sich die Ge-'
chm meine Sympathie zu gewinnen. bantaL — W 1 1 8 “ cie
Seine Frau, zu bet er mich bald führte, war äugen- °anmL
scheiulich schwer krank; sie sprach einen fremben Dialekt, Ha! Müller ist noch nicht lange hier, — wo wat er ich erinnerte mich, ihn auf einer Reise bntch ben Thüringer früher? — Seine Frau spricht wie eine Thüringerin.
Walb wähtmb meiner Stubimjahre gehört zu hab«. Die 1 '
Leute sollten ja von auSwirt« jein, wie mir au« bm Plan berei« meiner Wirthm einfiel. Das Geschäftliche — bie Fran setzte Müller zu ihrem Uuivnsalnben ein, — »ar
r, -Höflichkeit selbst, schlägt mir vor, den Weg durch feinen
net. **■ »eroachttg. garten zu nehmen, der an bie Stadtmauer anstoße und
----- Einer wahren Begebenheit nacherzLhlt von W. v. S trachwitz. mir unmittelbar den Austritt auf die Promenade gewähre. EM- fsnrtfrtiina i iHerr Müller eilt gefällig mit Dem Schlüffe! voraus den
•tern w nmung.) Gartenweg entlang, um da» Garteuthor zu öffnen. Und
" Inzwischen waren wieder acht Tage vergangen. Ve-'vot mit, auf dem Wege, den ich gehen soll, mit jedem züglich de« Mordes an Uhlich hatte sich noch nicht daS Schritt, den Müller vor mit her thut, sehe ich — es ist Mindeste heranSgestellt, ttotz vieler und vorsichtiger Nach« kein Traum — entstehen, was ich vor wenigen Tagen im forschung«. Ich saß in meinem Arbeitszimmer. Der Ge-i Walde von Fährwiefe umsonst gesucht: dieselben Fußspuren, welche richtsdienet meldete, Herr Müllet wünsche mich zu sprechen, die Abdrücke von zwei einbettigen Stieseln, deren rechter n hau- 3* hi-ß den GerichtSdiener ihn hereinsühren — e« »ar mit genau demselben Fleck besetzt ist, wie jene wenigen F. W.d" stille Nachbar. Er ersuchte mich, schleunigst in seine' Fußspuren ihn zeigten, die mir immer und immer wieder
[769 Wohnung zu kommen, da feine Frau sehr schwer krank sei vor Augen schwebten.
------und ihren letzten Willen zu errieten wünsche.
3" wenig Minuten wat ich mit dem Secretair dort, kffd 3ch betrat zum erst« Male des Nachbars Häuslichkeit , JL und trat in die erste nähere Berührung zu demselben. Er 8 7’ ttug eine große Ergebenheit zur Schau, die mit seinem Aeußttn, er war ein großer kräftiger Mann in den besten 3ahr«, mit scharfen Augen, deren Lebhaftigkeit er umsonst r» verberg« strebte — nicht recht paßte. Wie er felbst in feinem Benehmen so verrieth auch seine Kleidung, die
nun thnn? Motive für ein amtliches Vorgehen geam Müller sind nicht vorhanden.
Schicksal oder Zufall oder wie man e« nennen mag und will, sollten mit zu Hülfe kommen. —■#
In der folgenden Nacht starb Müllers Frau. Da» Testament derselben wurde bald darauf eröffnet, in welchem Müller al» Universalerbe genannt war. Die Erbschaft war steuerpflichtig. Für den Ehemann war der Steuer« pcocentsatz em niedrigerer al» für einen Nichtanverwandten. Die» konnte und wollte ich auch al» Handhabe benutzen. Müller wurde vor Gericht geladen und unter Erläuterung de» Verhältnisse« ausgcfordett, feinen Trauschein vorzulegen. Anfänglich, wie e« schien, unangenehm berührt, überzeugte er sich doch bald, daß bie« Verlangen begründet sei, und noch an demselben Tage — Herr Müller war ein ordnungsliebender Mann in jeder Beziehung — hielt ich ben vergilbten Trauschein in Händen, ausgestellt vom Pfarramt in I. im Weimarisch«.
Dort hatte Uhlich, der Ermordete, bi« vor 3 Monat« gelebt, dort, so combinitte ich, war es zu Confliktm irgend welcher Art zwischen dem Ermordtten und Müller gekommen, die bei dem ernratra Zusammentreffen zum tragisch« Ausgange geführt.
Jetzt galt es, rasch gegen Mütter einzuschreiten. Ich machte dem StaatSanwalte von meinen Entdeckungen Mit« theilung. Am anbern Tage schon hatte bie Polizeiver« »altung in H. feine Anweisung, bei Müller Haussuchung nach b« fraglichen Stiefeln zu halten unb blefdbro roeh» tuett in Beschlag zu nehmen. Der Bürgermeister selbst Intete bie amtliche Handlung.
Die gesuchten Sttefeln »nrb« gesund« — Müller, während der Amtshandlung ruhig und ergeb« wie stet», anerkannte ste al» fein Eigrathum. Für diesen Fall war gleichzeitig die Verhaftung Müllers angeorbnet und wurde nunmehr zur Ausführung gebracht.
Auf Grund be» Ergebnisse» der Haussuchung wurde