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xii. Jihrgieg.

JUarfiurg, Sonntag, 18. März 1877.

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Preis geben und mit dirscm selbst ein nichtswürdiges Spiel treiben. Oho, Herr Pfarrer, Ihr kennt den Silbcrmüller nicht, der läßt wahrlich nicht mit sich machen, was jedem lüstet, läßt sich nicht au der Rase herumzupfen, wie eS just großen H.rrcn beliebt, der Teufel hole die ganze nichts« würdige Brut, wenn ich gegen gemeine Niederträchtigkeiten kein Recht finden scll!"

.DaS ist so Eure Art, Silbcrmüller,- entgegnete fteund- lich und mit sanftem Vorwurf der Geistliche. Nennt Zhr das christliches Wesen und christlichen Sinn? Ihr werdet durch Euer zornige« Gebühren Euch jedenfalls noch mehr Unglück auf dm Hals laden. Die Herrm sollen erfahr«, mit wem sie's zu thun habm, weint Zhr, und ich gebe Euch mein Wort, Ihr zieht dm Kürzeren! Ich gebe Euch vor allen Dingen zu bedenken, mit wem Ihr rS zu thun habt. Mit den Mächtigen und Gewaltigen dieser Erde, dir wahrlich nicht ungestraft mit sich spielen lassen! Be­

es im ungarischen Abgeordnetenhause zu lebhaften Sceaen. Nemeth klagte über die Behandlung, welche die Regierung der czezleder Deputation, die fich zu Kofiuth begeben wollte, habe angedeihen laflm; Miletics interpellirte wegen der österreichisch-ungarisch« Orienlpolitik. Der Minister-Prä- deut Tisza wies Nemeth auf die Ungehörigkeit und Ge- ährlichkeit solcher Kundgebungen hin, dem slawischen In. erpellanten gegenüber betonte er das Zusammengehm simmt- licher Garantiemichte und das Ziel der österreichischen Orienlpolitik, den Frieden zu erhalten, das LooS der Christen zu verbefiem und jede Verletzung der österreichischen Jn- tereffen zu verhindern.

Die Räche der schweizerischen Landesversammlung beschäftigten sich in täglichen Sitzungen besonders mit der Militärpflicht Ersatzsteuer und mit den politischen Rechten der Niedergelafienen und Aufenthalter. DaS letztere Gesetz n der Fafiung des Nationalraths wurde vom Ständerath verworfen, das erstere vom Nationalrath angenommen.

Die Lücken, welche der Tod in daS Cardinals - Eon« gregium gerissen hatte, find am 12. d. durch die Ernen­nung von eiif neuen Mitgliedern auSgefüllt worden. Die Encyklica, welche der Papst bei dieser Gelegenheit verlas, athmet nichts weniger als Fttet»«, und noch stärker betont ein nach Oesterreich gerichteter Privatbrief sein Non pos- sumus. DaS italienische Parlament hat sich nach der

die Mutter jammerte und vereinte ihre Thränen mit denen der Tochter. Der Vater aber ging mit großen heftigen Schritten im Zimmer auf und ab. Er vermochte seine furchtbare Erregung nicht zu unterdrücken und begann

schlagen.

In Griechenland ist das Ministerium KumunduroS abgetreten und DeligeorgiS hat ein neues Labinet gebildet, in welchem er nicht nur den Vorsitz führt, sondern auch die auswärtigen und inneren Angelegenheiten leitet. Gegen HeereSreform und Rüstungen hat er nichts einzuwenden, doch will er zuvor das Budget ins Gleichgewicht gebracht und das Deficit von 2 Millionen beseitigt wissen. Die Deputirtenkammer hat ihm darauf am 13. d. mit 75 gegen 72 Stimmen ihr Vertrauen bekundet.

M.; Jnvalideudanl, Ä- Stete« ♦ menet in Berlin; Carl Schütz»

(er in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

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neben mehreren Interpellationen über die orimtalische Ver­wicklung durch innere Fragen, namentlich wegen des Ma- rine-EtatS, deS Begräbniß- und de» GefingnißgefttzeS in Anspruch genommen. DaS Cabinet ist mit der Berathung des von Rußland durch den General Jgnatieff vorge-

betmann in der letzten Zeit namentlich in dm prächtigen Kleidern sie für ein Edelfräulein gehalten haben würde, so war ihre eigentliche Natur doch nicht so verzärtelt und schwächlich, daß ste nicht schon etwa» vertragen hätte. Wenn auch tp ihrem Innern ein ungeheurer Schmerz wühlte, der ste in gesteigerten Momenten fast zur Verzweifiung brachte, so hatte ste dennoch keineswegs die Disposition, gänzlich daran zu verhimmeln. Nur mit düsteren Selbstmordge­danken trug sie sich gern, was um so weniger zu verwun­dern ist, als dies aus dem doppelt unglücklichm Zustand, in dem fie sich befand, nur zu leicht erklärlich fein dürfte.

Mutter eines Kindes, dessen Vater ste jetzt keine Hoff­nung mehr hatte, zum Gatten zu erhaltm, mit Schmach und Schande Überhäuft, alle ihre stolzm schönen Träume in Nichts verflossen — das war gewiß ein Zustand, der ein Mädchen wie Silber-Röschm zur Verzweiflung bring« konnte!

Wmige Tage nachher ließ der Silber-Müller früh Morgen» anspannen, warf stch in feinen Sonntagsstaat und gab die Absicht zu erkmnen, über Land zu fahren. Auf die Frage wohin? gab er nut ungenügende Antworten, indeß war e» ihm aber abzumerken, daß et etwa» ganz Besondere» Vorhaben müffe, da er ungewöhnlich ernst, fast feierlich erschien, wie denn auch der angelegte Sonntag», float genugsam bekundete, daß er etwa» ganz Hochwichtige« vorzunehmen im Sinne habe. Auch Peter, der Knecht, der ihn begleiten sollte, mußte seine besten Kleidet anlegen, wo» ebenfalls bewies, daß es nicht eine feinet gewöhnlichen Landfahrten fei, die der Müller auszuführen stch borge» nommm.

Dennoch blieb et wortkarg, nahm Abschied von Weib und Kind und fuhr mit Peter dahin, die Zurückbleibenden in völliger Ungewißheit über Zweck und Ziel seiner Reise lüffend.

günstigen Betlau f.

Während der österreichische Reichsrath stch mit der Bcrathung der Revistvn des Preßgefttze« beschäftigt, kam

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bei hn. Ile»,

Die von nnS mitgetheilten Artikel der „Prov. Cott." über den gewerblichen Nothstand und die Staatrhülfe find ans einer amtlichen Denkschrift, welche Sr. Majestät dem Kaiser und König als Bericht de« gesammtm Staatsmi­nisteriums unterbreitet und überall gebilligt worden ist.

Silber »Uotzch«.

Eine Dorf-Novelle von Rudolph Belina*.

(Fortsetzung.)

und Tochter zu:

^tzört auf, mit Eurem Geheul und Lammtirm, und wacht mir dm Kcpf nicht noch wärmet, dadurch wirb e« nimmer bester l Sei ruhig, mein Kind,- sagte er bann zärtlich zu Röschen, „meine nicht mehr, Dein Recht soll Dir werden oder e» müßte keine Gerechtigkeit mehr im Lande geben l Und jetzt an Eure Verrichtungen, kümmert Euch um nicht«, um gar nicht« und laßt mich nur machen!"

Damit war e« nun für heute abgethan und Röschen, um gegm etwaigen Besuch nichts zu verrathw, stellte ihr Weinen ein. Bald ging fie wieder so harmlos und heiter einher, al« wäre nimmer etwa« vorgcfallm und alle« sei in bester Ordnung.

Obgleich RöSchm in Form und Wesen eine sehr große Ausnahme von dm ander« Landmädchm «achte und Ze«

"ebft Austrittes Souuiagsblaü bitten wir, um vollständige. Exemplare liefern können, vor dem 28. März gefälligst machen

1 '«ux . . „16„ K-, mZüäÄen na* Som?» und gkeiettaaen. Preis für das Quartal mit der wvchenttichen Beilage „Alnstrtrte» LVUMtagStlatt" durch die Expedition (Roch'sche

V ! ÄSj?KM Ä bk UftämÄ Deutsch» RttcheS Ä Mark 50 Pfg* Bestellgebühr. - JuserttouSaebühr für die gefpaüeur Seile 10 Pf«,

ehe- Für in fctt Expedition zu ettbeileude Auskunft und Annahme von Adressen werden^^Pftz^berecknet. __

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chlagenen Protokolls angelegentlich beschäftigt.

Die türkische Regierung, welche von Jgnatieff« Ab- ichtcn frühzeitig Kenntniß gehabt haben mußte, hat e« »ersucht, durch einen ihrer gewöhnlichen Schachzüge destm lZläne zu durchkrmzen. Eine Depesche Safvet'« an den lrkischm Botschafter Musuru» in London vom 8. d. zählt Lattich außer jenen Reform«, die vorab dem Parlamente ur Begutachtung vorgelegt werden rnüflen, eine tüchtige Reihenfolge von solchen auf, die sofort ausgeführt werd« sollen und die wohl an Umfang dem Jgnatiest'schm Pro­gramme schwerlich nachstehen dürften. ES könnte demnach cheinm, als ob die Beseitigung der letzten Schwierigkett« nur noch eine Frage der Form wäre, aber Rußland ist nicht geneigt, der Pforte einen irgendwie längeren Zeit« raum zur Erprobung ihrer Reformen zuzugestehen, während England nicht daraus verzichten will, ungeachtet der Mo­bilmachung von abermaligen neun russischen Armeekorps, den Abrüstungsbefehl als Aeqnivalent für feine Unterzeich­nung de» Protokolls davon zu tragen Die gemeldeten Atttstände der Miriditen und der christlichen Bosniaken )aben sich zwar nicht bestätigt, doch hält man es für nbthig, Montenegro abermals mit einem eisernen Gürtel zu um­ziehen, da die Friedensverhandlungen gewiß nicht ohne Hinblick auf den Verlauf der Dinge im West« nur sehr langsam von Statten gehen und einen günstigen Verlauf einstweilen al» ziemlich unwahrscheinlich erscheinen lasten, trotzdem die bttden Abgesandten Petrowitsch und Radowitsch fast täglich mit Safvet, Mukhtar und Constant betath«

Der deutsche Reichstag befindet sich seit einigen Tagen recht im Mittelpunkte der Geschäfte seiner diesmaligen Session, in der Berathung de» Budgets und besten Bedarf von 24 noch zu deckenden Millionen. In den am Freitag gepflogen« vorbereitenden Verhandlungen innerhalb der Fractionen hat stch als überwiegende Meinung geltend ge­macht, daß eine starke Erhöhung der Matrikularbeiträge möglichst zu vermeid« fei, und daß deshalb, da eine Er Höhung der eigenen Einnahmen de» Reichs nut mittels einer zusammenhängend« größeren Steuerreform erstrebt j werden dürfe, diese aber nur von der Reichsregierung in 'die Hand genommen und vorgeschlagen werden könne, für jetzt nut eine Beschränkung der vorgeschlagenen Ausgabe Erhöhung« und eine stärkere Heranziehung vorhandener Bestände zu erstreb« sei. Der Reichskanzler trat mit einer längeren Rede zur Vertheidigung des vorgelegten Budgets und für die diesmalige Deckung durch Erhöhung bet M-ttri- kularbeiträge ein. Er stellte für bie Herbstfession einen Plan zusammenhängender Steuerreform mit stärkerer Heran­ziehung inbiredet Consurntionssteuern in Aussicht unb be­impfte den Gedanken, daß die Errichtung eines verant­wortlichen Reichs-Finanzministeriums eine Vorbedingung solcher Stmerresorm sei. Nur ein verhältnißmäßig geringer Theil de« Etats ist an die Budgetkommisston verwiesen, uns im Uebrigen gleich bie zweite Lesung begonnen wor» bin, wobei zum Etat des Reichskanzleramts nochmals baS Ledürfniß von Reichsministerien erörtert unb bei dem Etat i brö Auswärtigen Amt« geforberte Besoldnngs Erhöhungen für bie Botschafter in Lonbvn unb Petersburg bekämpft unb erstere auch mit 157 Stimmen gegen 147 abgelehnt, letztere bagegen mit 163 gegen 148 Stimmen bewilligt wurde. In der Budgetkommisston nimmt bie Berathung der ihr zugewiesetten Etats einen ausgezeichnet raschen unb

J1 f Anzeigen nimmt entgegen; fist' Hc Expedition d. Blattes, em- sowie die Amwnceu-Bureaux io# Th. Dietrich & 60. in

I gefiel unb Hannover; Th- 1 pietrich in Frankfurt a. M-;

Stein & Bögler in tt a- M, Bettm, Leip- [n it; Rudolf Mofie w'Berlm, Franlfntt a. M. re-

en nimmt entgegen: bie * b. Blatte« sowie bie Armoneen-Bureanx von 9. L- Daube & 6o. in

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Annahme des UnvercinbarkeitSgesetzeS vorübergehend mit der Aushebung des Zwangskurses beschäftigt, ist dann zum ZwangSunterricht übergegangen und beschäftigt stch augen­blicklich wieber mit finanziellen Vorlagen.

DaS Hauptereigniß bet Woche in Frankreich war bie am 10 März erfolgte Senatorwahl, in welcher der Bonapartist Dupuh de Lome mit 142 Stimmen gegen den gemäßigten Republikaner Andtö, bet 140 Stimmen erhielt, gewählt unb somit bie liberale Hälfte be« hohen Hause« durch die Koalition der monarchischen Reaktion ge­schlagen wurde. Die Legitimisten schlugen die Warnung ihres Reh in d« Wind, bie Bonapartist« steckten den Schimpf, ste seien Abenteurer, ruhig ein, und bie soge­nannten Constitutionellen hielt« fest zu ihnen, weil eS galt, der Verfassung einen Fußtritt zu geben. Die Ultra montanen, welche den Kitt dieses Baues bilden, arbeiten auf Beschleunigung der neuen Aera, der Jesuitenherrschaft, hin, während ihre Genoffen einander im Augenblick des Siege« den Löwenantheil abjagen ober abltsten zu können hoffen und damit ihren Pakt mit ihren principiellen Geg­nern entschuldigen.

König Alfons von Spanien setzt seine Rundreise läng« dec Küste fort, wobei ihn zum Schluffe der einfb weilen noch in Madrid zurückgehaltene Minister Präsident begleiten wird.

Die Thätigkeit des englischen Parlaments wurde denket da» wohl, Silbermüller, unb überlegt weislich vor­her bie Schritte, die Ihr im Sinne habt zu unternehmen 1 Eure Tochter erwacht, hütet ste wie Eue« Augapfel unb trachtet danach, ste wieder zu Ehren zu bringen, da« ist von mehr Segen für Euch begleitet, als Eure vielleicht gewalttätigen unb doch nutzlosen unb ohnmächtigen Unter­nehmungen. Beherzigt meine Worte, unb so Ihr meine» Rathe» bebürft, bin ich gern bereit, benfelben nach bestem Wist« unb Vermögen zu geben! — Lebet wohll"

Der Pfarrer ging und die Müllersleute war« allein.

Röschen war wieder erwacht und seufzte unb weinte,

nie P-steB-steSims-« für das 2. Cuartal

K» auf die

Bberhessische Zeitung

Der Pfarrer benutzte diese Gelegenheit, dem Silbermüller gehörig ins Gewiffen zu reden, da er an dem Unglück seines «indes bie Schult» trage. ge«bet, entgegnete ber Müller, bet die Strafpredigt ganz gegen feine Gewohnheit unb wohl auch von seinem Ge wiffen von der Wahrheit der Worte de» Geistlich« über­zeugt, ru^ig übet fich halte ergeh« lasten:

„Meint Ihr d«n, Herr Pfarrer, baß ich zu bem ®Cen so still schweigen werbe wie zu Eurer hart« Rede? So wahr ich der Silbermüller heiße, ich will diesen Herr« . m

zeigt-1 mit wem sie'« zu thun haben, ich will ihnen zeigen, endlich stch in lauten Flüchen unb Verwünschungen gegen was es heißt das Äinb eines ehrlichen Manne« ber Schaube den Bischof, wie gegen den Grafen unb den n chtSwürbig«

- ■ - - - - 'Junker von Seeburg Luft zu mach«. Endlich schien er

aukgctobt zu haben, er wurde ruhiger und tief Mutter