XII. )atzrga«g.
ZNarKurg, Freitag, 9. März 1877.
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Bnjeigen nimmt entgegen: »tr «weMtton d Blatte! sowie bte Hmronten«Bureauf von ®. 2- Daube & Lo. in
verordnen im Namen des Zustimmung des BundeS- fvlgl: „Das Reichsgericht
Die Begründung lautet: vom 24. Januar d. I.
M.; Jnvalidendank, A. Siete- ♦ meger in Berlin; 6atl Schüh- ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.
it «rvebtnon e. burct, njpie die Annoncen-Bureaur on Lh. Dietrich & (So. in saffel und Hannover; Lh- Dietrich in Frankfurt a M-; iolf jaafenftein & Bögler tn
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Die Prov.Korr. schreibt: Unser Kaiser halte während verflofler eu Woche wiederholt Besprechungen mit dem IciLskanzler Fürsten v. Bismarck und empfing am Mon- ig (5.) den auf der Durchreise nach Paris hier ringe- offenen russischen Botschafter in Konstantinopel, General tanatieff, welcher während seines hiestgen Aufenthaltes «ich mehrfach Konferenzen mit dem Reichskanzler ge
Silber-RiSchen.
Sine Dorf-Rovelle von Rudolph Wellnau.
(Fortsetzung.)
theilhafien Bedingungen angeboten hat. Der rusfische Finanzminister wies aber das Anerbieten zurück. „Ich habe jeden Grund zu glauben," — fo bemerkt der Correfpon« dent — „daß, obwohl holländisches Geld off tritt wurde, die Offerte nicht von Holländern auSging, sondern von den Untertanen einer anderen Macht, die der Offerte ein ehr düsteres Gepräge gab (?) Die Weigerung beweist, daß Rußland entweder friedlich gefinnt ist oder selber Geld jenug zum Kriegführen hat." Diese Erkenntniß scheint ins etwas spät zu kommen.
Großbritanniens Truppenmacht belief fich am 1. Januar 1876 auf 183,949 Mann; davon standen In Eng- land 69,479 Mann, in Schottland 4173 und in Irland 23,541. Die Stärke der verschiedenen Tiensizweige stellte fich im Jahre 1875 wie folgt: Garde-Kavallerie (House- jold Eavalry) 1282 Mann, Linien - Kavallerie 16,112; reitende Artillerie 5520; Fußartillerie 28,702; Geniekorp» 5647; Garde- Infanterie (Tovt Guard«) 5550; Linlen- Jnsanterie 115,257; Kolonialkotps 2298; Train 3002; HvspitalkorpS 1299. Der Reinverlust durch Desertionen betrug 2429 Manu oder 24 Prozent gegen 27 Prozent im Jahre 1874.
„DaS GerichtSvcrfaffungSg.fetz vom 24. Januar d. I. chreibt in § 125 vor: Der Sitz des Reichsgerichts wird durch Gesetz bestimmt. Die Ausführung dieses im Gesetz gemachten Vorbehaltes ist dringend, schon weil die baulichen Einrichtungen, welche der Einsetzung des Reichsgerichts voranzuzehen haben, einen nicht unerheblichen Zeitaufwand erfordern werden, bis zum 1. Oktober 1879 aber beendigt sein müffen, wenn anders der fpäteste Zeitpunkt für das JnSlebentreten de« Gerichtshofes eingehalten werden soll. Es erscheint darum geboten, mit der Wahl des Orte« schon in dieser Sesston des Reichstages vorzugehen. Der zu diesem Ende vorgelegte Gesetzentwurf schlägt vor, Leipzig zum Sitz des Reichsgerichts zu wählen. Für diesen Vor schlag der verbündeten Regierungen ist die Erwägung auS schlaggebend gewesen, daß daS oberste Reichsgericht, welches durch das Gesetz vom 12. Juni 1869 für Handelssachen geschaffen wurde, und deffen Zuständigkeit im Laufe der Zelt bereits durch spätere Gesetze mehrfach erweitert worden ist, dort seinen Sitz hat, und überwiegende Gründe, hierin eine Aenderung eintreten zu lasten, sich nicht ergeben
Der ReichSkauzler hat den Entwurf eines Gesetzes über dm Sitz des Reichsgerichts, nebst Begründung, wie solcher vom BundeSralhe beschlosst« worden (diese Formel hat diekmal eine besondere Bedeutung), dem Reichstag zur ver- astungSmäß'gkn Beschluß rahme vorgrlegt. Der^ Gesetzentwurf lautet: Wir Wilhelm rc deutschen Reichs, nach erfolgter ralhs und des Reichstags, waS erhält feinen Sitz in Leipzig."
„Hahaha!" lachte der Silber-Müller, nachdem er aber- Nats eine Weile verwundert den Sprecher angeschaut;
^scheint täglich außer den Werttagen nach Sonn, und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der »dchentllchm Berlagedurch dieAfp-dttion «och'sche 8t™ Buchdruckerei) bezogen llh Mark, durch die Postämter deS Deutschen RercheS S Mark SV Pf«, lexl. Bestellgebühr). — JaserttonSgebühr für di« gespaltene Zerle Iv VT«. Für in der Expedition zu ertbellende Auskunft und Annahme von Adressen werden SS Pf«, berechnet.
Der General Jgnatieff und seine Gemahlin dintrten kimstagS beim Fürsten Bismarck und besuchten später die BohS: beim Fürsten Radziwill, wo auch Mitglieder des )oseS und des diplomatischen EorpS anwesend waren. Im Suse de« Tage« empfing General Jgnatieff die Besuche er Botschafter MarquiS Gontaut Biron, Grafen Saunst) „nb Caroihi. Mittwoch Mittags 12 Uhr reiste der Ge- itral nach Pari« ab, woselbst er längere Zeit zu verweilen
„Silber-Müller, hütet Euch vor Hoffarth und laßt iure gesunden Sinne nicht von dem Teufel der Eitelkeit »lenden!" tief RikiaS außer sich Über des Müllers Worte »Glaubt mir, e« geht nicht gut!"
„Jetzt höre auf mit Deinen Vermahnungen, ich Habs nti Die Geduld zur Kurzweil geht mir endlich aus und k > wärest gerade der Letzte, von dem ich gute Lehren an
schrie der Silber-Müller mit rollenden Augen und
Die „Berliner Bürger-Zeitung" bringt folgende Mit- heilung Über eine Unterredung ihres Correspondenten mit „ einem Begleiter de« Generals Jgnatieff, dem Prinzen Tze- ' «tleff: Letzterer äußerte, daß, wenn bei der Reife Jgna- tieff’« Überhaupt von einer diplomatischen Mission die Rede ein könne, eine solche für Berlin bei dem notorifchen Freund- chastSveihältniste zwischen dem Berliner und Petersburger )vs nicht in Frage komme, vielmehr etwa erst für Paris unb Wien, wo eS sich allenfalls darum handeln könne, wrhandene Beziehungen noch wehr zu bcsestigen. Der ‘_____ )rsuch Londons sei nicht beabsichtigt, aber auch nicht aus-
zeschloffn, wenn die Umstände eS nöthig machen würden. Über den Zweck der Reise ließ sich Tzeretl-ff nur auS- »eichend vernehmen, erklärte jedoch ausdrücklich, daß sich Rußland aus eine Probefrist für die Türkei nicht einlasten Berte. In seinen sonstigen Bemerkungen gab derselbe seiner Anschauung Ausdruck, daß die türkische Versastung leeres Scheinwerk und die Lage der Christen fortdauernd eine brJirei sei. Beim etwaigen Kriegsfälle sei Asien nicht als 'Kriegsschauplatz in Aussicht genommen. Rußland leiste
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lebt hat.
Se. Majestät der Kaiser gedenkt demnächst den Ser- »ihlungSseierlichkeilen am Hofe zu Deffau bcizuwohnen. 9 des fccn g)l0nat April ist wiederum ein mehrwöchentlicher rksam ^enthalt des Kaiser« in Wiesbaden in Aussicht genom [556 K11 Qn welchem stch möglicherweise ein Ausflug- nach El- stß-Lothringen anjchließt. Doch sind darüber nähere Be- ----hmmungen noch nicht getroffen.
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Deutsche» Keich.
Berlin, 7. März. Die „Nationalztg." hebt die Bedeutung der Bewegung hervor, die stch seit längerer Zeit auf dem Gebiete der Gewerbegesetzgebung vorbereitete. Auf den bezüglichen Antrag der deutschen eonservativen Partei eingehend, bemerkt sie: dagegen, daß die Revision der Gewerbeordnung stückweise in die Hand genommen wird, laste stch kaum etwa« Stichhaltiges erwidern. Sie spricht sich darüber im Allgemeinen folgendermaßen aus: „Nachdem die Reichsgewerbeordnung die veralteten und gegenüber den veränderten Verhäitnisten der gewerblichen Produktion unhaltbaren Bestimmungen früherer Gewerbegesetze beseitigt hatte, ohne an deren Stelle etwas anderes Positives zu setzen, blieb die Ausfüllung der dadurch entstandenen Lücken der Zukunft Vorbehalten, je nachdem sich bestehende Mängel fühlbar machen und stch die Ansichten Über MlÜel und Wege zu ihrer Beseitigung klären würden. Mitten in einer so wechselvollen Bewegung, wie diejenige, welche sich in den letzten zehn Jahren tn Deutschland auf gewerblichem Gebiete vollzogen hat, wäre eS nicht bloß ein gewagtes, svtkdKll geradezu ein aussichtslose- Unternehmen gewesen, eine neue Regelung vorzunehmen. Der jetzige Augenblick ist vielleicht mehr geeignet dazu, einmal, weil jene Bewegung, welche den U<bergang vom Kleingewerbe zur Großindustrie begleitete, zu einem vorläufigen Abschluß gelangt ist und bann, weil stch daö Bedürfniß im Wege der Gesetzgebung gegen die zu Tage getretenen Mißstände helfend einzutreten, während der letzten Jahre allgemein fühlbar gemacht hat.
* Hier kam er erst wieder zur eigentlichen Besinnung und vergegenwärtigte stch einmal daS Gespräch, da« er mit dem Silber * Müller geführt. ES war richtig und außer Zweifel, der Silber-Müller war bereits vom Hochmuth«- teufet in Fesseln geschlagen und war hoffärthig genug, zu glauben, seine Tochter könne den Junker Bodo zum Gemahl erhalten. Er hätte mögen rasend werden über diese Bornirtheit deS Silber - Müllers, aber er sah auch recht gut ein, daß er nichts, gar nichts dagegen machen könne, da ja leider Vater und Kind eines Sinne« waren.
Gern hätte et sein Heil noch einmal bei Röschen versucht, ober wozu sollte daS führen und was sollte da« da noch helfen, wo schon solche ©eenen, wie die in voriger Nacht vorgekommen waren. Bei Va er und Kind «ar alles verloren, das sah er wohl ein. Wenn nicht durch andere Mittel geholfen werden konnte, so war alle« vorbei.
Du bist ein Thor! sagte ,er stch selbst, daS Mädchen ist nicht werlh, daß Du noch so treu an hm hängst; e« ist nicht werth, daß Du noch ein Wort um seinetwillen verlierst, noch einen Schritt um seinetwillen thust! Laß fie laufen, die Treulose, und vergiß sie; sie wird ihrem verdienten Schicksale nicht entgehen!
Da« sagte der kalte berechnende Verstand; aber da« heiße, fühlende und innig liebende Herz konnte e« nicht über sich gewinnen, mit einzuftimmen In den lieblosen Rath des Verstandes. Die Liebe zu Röschen wurzelte zu lief darin und NiNaS fühlte eS nur zu wohl, daß diese Liebe nur erst mit seinem eigenen Dasein aufhören werde.
Darum «ar eS ihm auch nicht möglich, sich von Röschen loszureißen und unthätiz zuzusehen, wie fie in ihr eigene« Verderben ging.
fitarffurt a. M, Berkm, Leip- Sölu rc; Rudolf Moste n Berlm, Frankfurt a. M. rc.
haben."
Der Papst wird in nächster Zeit drei Consistorim abhalten, und zwar am 12 er. behufs Ernennung von Car- dinäicn und Bifchöfen, am 16. er. zur Vornahme der Ce- remonie der Mundöffnung und am 19. er. zur Verleihung von Cardinalshüten, wie solche im Jahre 1870 stattfand, seitdem aber unterblieben war.
Die „Correspondance Universelle" bringt folgende Notiz' „Man schreibt von Madrid, daß die Beziehungen zwischen Den Kabinelen von Madrid und Berlin in diesem Momente ziemlich gespannt find. Ursache find die Philippineninseln, nach welchen Deutschland lüstern ist." Eben dieses Pariser Blatt war eS, welches vor nicht allzulanger Zeit Alarmarükel Über die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den b-iden genannten Äablncten brachte, und sogar Angaben Über ein zwischen Deutschland und Spanien abge« schloffene« Schutz- und Trutzbündniß zu machen in der Lage war!
Der St. Petersburger Correspondent der „Daily News" erfährt aus vorzüglicher amtlicher Qaelle, daß Holland Rußland eine Anleihe vor. 500 Millionen Rubel zu vor-
„Gut, ich gehe," sagte NiklaS mit bewegter Stimme; i „ich habe Euch gewarnt, möge Gott Euch verzeihen, waS Ihr an Eurem Kinde verschulde:! Lebt wohl!"
„EinsSltiger Bursch, wenn Du wüßtest, was der Bischof gesagt, würdest Du au» einem anderen Tone pfeifen; fo mag Dir's hingehen!" sagte der Müller tn mitleidigem Tone.
„Was kann der Bischof Euch gesagt haben," entgegnete NiklaS, der schon im Gehen begriffen war, noch einmal umkehrend; „bei Gott, nichts, was Euch ein Recht gibt, Euer Kind an Leib und Seele verderben zu lasten l Und wenn eS der Bischof selbst gesagt, jener Söffe, der Junker Bodo, sei nicht zu gut, Euer Tochtermann zu werden, fo ist daS eben nut eine leere Redensart, weiter nichts! Zur Kurzweil ist ein Mädchen unseres Standes jenen Herrn schon recht, aber zu nichts anderem und schlimm genug, daß Ihr so mit Blindheit geschlagen seid, um daS nicht einzusehen!"
„Bursche, waS erfrechst Du Dich!" schrie außer stch der Müller.
„Meine ausrichtige Liebe zu Eurem Kinde gibt mir da« Recht, kein Mittel unversucht zu lasten, um ein Unglück zu verhüten. Ihr steht sammt Eurer Tochter an einem Abgrunde, Silber-Müller, kehrt um, ehe e« zu spät ist!" sagte NiklaS mit edlem Eifer und erhobener Stimme.
„Geh zu allen Teufeln mit Deiner Liebe I Aber mein Kind kriegst Du in Ewigkeit nicht! Ein Fürst kann stolz fein auf ihren Besitz!" schrie desto lautet der Silber Müllet.
„Und ein Junker wird sie an Leib und Seele ver berben 1" rief im Tone der Verzweiflung NiklaS und stürzte zum Hause hinaus, raunte wie bescsten über den Hof hinweg und aus die Straße.
,jetz: wird mit’» klar! Richt der Wein, nicht der Wahn- inn, die Eifersucht macht Deine Zunge so geläufig! Gelt, nein Bürschchen, dos war es! Aber zum Henker, was kümmert Dich das? WaS geht Dich deS Mädchen an! kchrer Dich um andere Dinge, Bursche, und Icß de« Sil bet Müller« Mädel treiben, wa« ihm just gefällt! Hahaha, ich verstehe Dich schon ganz gut, daß Du scheel dazu schaust, kenn taS Mädel mit einem vornehmen Herrn schön thut, schau, fi-au, da« paßt Dir nicht in Deinen Kram; glaubtest Silber Röschen wird verhimmeln Deinetwegen und ich Büfett am Ende froh sein, wenn Du'» freitest? Geh, geh, mein Junge, und merke eS: solche Mädel bleiben niemUS sehen Ul,t, tie vornehmsten Leute dürfen stch noch bedanken, V ■■ n deS Silber - Müllers Sippschaft hinein heirathen zu igvon Untren! Geh, geh, schlag Dir die Dirne au« dem Sinn, i den He ist nun und nimmermehr für Dich!" i Auf-
schuft- hrJirei sei. Beim etwaigen Kriegsfälle sei Asien nicht al« 'eide- Kriegsschauplatz in Aussicht genommen. Rußland leiste \ nur ftr Bildung selbstständiger slavischer Staaten keinen Vor- refrei* schul,. Der flavlschen Bevölkerung der Türkei liege nicht in einer politischen Neugestaltung, sondern an dem Bnf-
»schine di.cn der RcchtSunstcherhelt bez«. Erlangung der Sicher- Vit für Familie und Eigettthum.
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