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Marburg, Sonntag, 4. März 1877.
OberheMt Zeilung
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(neue, lange Debatte über die orientalische Frage, welche indeß keine neuen Gesichtspunkte zu Tage förderte.
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ührt, wieder endgültig ernannt. Beide Regierungen haben die Verpflichtung übernommen, den von ihnen abgeschlossenen Ausgleich vor dem ReichSrathe zu vertreten. Der ungarische Minister Trefort, welcher bisher auch das Handels- Ministerium vorläufig verwaltet, hat dasselbe nunmehr end gültig übernommen.
Der schweizerische Bundespräsident Heer liegt seit einiger Zett an einer Brustfell Entzündung nieder, befindet ich jedoch in der Besierung.
Im Vatikan geht man auf Anregung des alternden Pius thätiger zu Werke, oder e» dringt wenigstens mehr über diese Thätigkeit in die Oeffetttlichkett, als dies sonst der Fall zu sein pflegt. Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Conststorium sind dem Papste neuerdings au«- gearbeitcte Bestimmungen über das nächste Conclave, welche angeblich die Wahl eines Ausländers erleichtern sollen, vor
gelegt worden.
Der Jahrestag der Februar-Revolution, der 24. Februar, wurde in diesem Jahre mit sehr getheilten Gejühlrn in Frankreich gefeiert; die Rothen hielten Bankette, die Schwarzen zeterten gegen die Republik; die Presie der Lourgeoiste zeigte sich mißtrauisch gegen beide Extreme, ohne es zu mehr als Klagen zu bringen. In der Deputirten- kammer beschäftigt man sich lebhaft mit einem Vorschläge weg.« Einführung der dreijährigen Dienstzeit, aber die Regierung hält diese Reform für unzeitgemäß Der von 202 Mitgliedern der Linken mit unterzeichnete Antrag Laisant'S, der dreijährige Dienstzeit und Abschaffung der einjährigen Freiwilligen verlangt, wird durch Beschluß von 295 gegen 169 Stimmen in Betracht gezogen werden. Die (Sommiifhn sür die Unlerrichtsfragen hat berechnet, daß die Einführung der Unentgeltlichkeit dcS Unterrichts in d n Volksichulrn im ganzen Lande 120 Millionen erforderlich machen würde; es wird also wohl zu einem gemischten Systeme kommen, wonach der Staat nur armen Gemeinden büsp ringt.
- Die sp a n t s ch en Nordprovinzen fügen sich etwa» williger der Rckcuteu Aushebung, doch hat die Regierung besonders in der Steuerfrage unter der Hand starke Zugeständnisse machen muffen. Ein königlicher Erlaß gestattet nunmehr auch den letzten im Auslande weilenden Carlisten die straf lose Rückkehr, falls ste nicht gleichzeitig wegen gemeiner Vergehen verfolgt werden.
Im englifchen Oberhause veranlaßte Lord Strathe- den und Campbell durch seinen Antrag, die Regierung möge Maßregeln treffen, die geeignet seien, Feindseligkeiten in Europa zu verhindern, die Aufrechterhaltung der Verträge von 1856 und 1871 zu sichern und die Wohlfahrt der der Pforte unterworfenen Völkerschaften zu fördern, eine
das Fischerstechen.
Dean da der erwählte Gemahl ein Seeräuber und __________, : et sich erst auslösen und zwar durch einen beim Fischerstechen. Blieb er Sieger, so war er frei und durfte die Nixenkönigtu zur Gemahlin erhalten ; unterlag er, so blieb er Gefangener und mußte sich auf andere Weise, gewöhnlich durch eine Tonne Bier auslösen und di- Nixenkönigin fiel seinem Besttzer al« Ge
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In Dänemark soll den durch die Ungunst der Zeit außer Thätigkeit gesetzten Handarbeitern Gelegenheit zu iSeschästigung und Verdienst verschafft und zu diesem Zwecke
war dem siegenden Gegner gespendet. Dm meisten Beifall erntete RiklaS, welcher oer muthigste tapferste, kräftigste und gewandteste Kämpfer war. Schon mehr al« ein Dutzend Burschen hatte er kampfunfähig gemacht und mit ungeschwächter Kraft, mit ungebrochenem Mnihe kämpfte er »eiter.
Der Kampf hatte vielleicht eine gute Stunde gewährt, al« RiklaS dm letzten Kämpfer vor fich hatte, der an Kraft und Gewandtheit ihm am nächsten kam. Aber auch dieser mußte weichen, ward überwunden und siegreich ging RiklaS auS dem Kampfe hervor.
Unter ungeheurem Jubel ward er jetzt von der Volksmenge empfangen, mw von dm-,jchöyfii Händen der Nixenkönigin mit dem Siegerkrayze geschmückt. Der Bischof aber that ein Weiteres, und hing ihm eine kostbare goldene Kette, mit einer goldenen Medaille, wie solche zu jener Zeit und zur Erinnerung an besonders festliche Gelegenheiten geprägt wurden, um den Hals. Die auSgezeichuetsten Kämpfer nach Niklas erhielten silberne Medaillen.
Hierauf ordnete sich der Zug wieder und setzte fich, nachdem RiklaS, selbverstäudlich wieder in seinem Costürn, als Sieger auf dem Triumpfwagen neben der Rixeukönigin Platz genommen, ganz in der nämlichen Weise wie vo>her, wieder in Bewegung. Denselben Weg, wie et gekommen, wieder einnehmend, langte er unter fortwährendem Vivat- rufen und Hucrahschreien, unter Musik und Jubel der begleitenben Volksmenge endlich auf dem Festplatze au, woselbst jetzt dem Sieger und der N xeuköuigtu zu Ehren ein großes Mahl gehalten wurde und nachdem dies beendigt, begann der Tanz.
Schon während bt« Festmahles, welches Nikla« und Silber-Röschen an der sogenannt« KönigStafel einnahmen, an welcher auch der Bischof, Junker Bodo, die vornehmeu Damen, die vornehmsten aus des B-fchofS Gefolge, sowie der Schulze von Trotha, der Silber-Müller, Niklas Vater, die Schutz« von Giebtcheustein und Crillwitz unb die
begann.
Erst gewährte da» Spiel
Brand steckte.
Ein ungeheuerer Beifallsjubel erfüllte nach dieser kühnen und mit großem Geschick ausgeführten Thet die Lüste, daß die Felsen davon wiederhallren. Herrlich außerdem machte bet Helle Brand auf dem Waffer sich und eS »ährte geraume Zeit, ehe Rauch und ©ölten fich soweit wieder verzogen halt«, daß der Kamps fortgesetzt werden konnte. _ ,, _ _ _
Jetzt folgte der zweite The« deS Spieles. Die Tro thaer verfolgt« Seeräuber, hott« fir ttaunb bet Jtamtf entspann sich von neuem. Et ward mit berfelben Erbitte- tung wie bet erste geführt. Da aber nach ben Regeln des Spiels jetzt die Seeräuber unterlieg« muht«, so lug« Un diese sich endlich der Rvchwwdtgkeit und ergaben fich
dm Troihaern. Im Triumphe wurden die Seeräuber gefangen genommen und nebst der Nixenkönigin ans Land gebracht.
Großer Jubel empfing sie hier unb Junker Bodo von Seeburg überhäufte die Königin mit so ausgesuchten Schm.ichelettn, daß jetzt erst RiklaS auf ihn aufmerksam wurde und ihm einen vernichtenden Blick zusandte.
Nachdem alle mit Wein und Backwerck gelabt und erquickt waren, ward nach tem wetteren regelrechten Verlauf des Spieles die Nixcnkönigin gefragt, wen ste zum Ge mahl erwähle, einen von ihren Räubern ober von ihren Befreiern.
Sie erklärte ohne Zögern, baß ste stch wohl mit Wi verstreben habe gefangen nehmen laflen, baß sie ober ben Räriberhaupimaun liebe unb nur ihn zum Gemahl begehre.
Dieser Erklärung nun folgte bet letzte Theil dcS Spiels
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Politische Wochen»Lebersicht.
Der Deutsche Reichstag fanb fich bieSmal bei seinem nsten Zufammentr-ten im Sitzungssaale, bas sich am Donnerstag voriger Woche an bie kaiserliche Eröffnung an- chloß, gleich in beschlußfähiger Anzahl versammelt. So onnte schon am Freitag bie Wahl be« Vorstandes erfolgen. Das Ergebniß berfelben legte sofort Zeugniß ab von einer durch bie jüngsten Wahlen helbeigeführten größeren Spannung zwischen bett beiden liberalen Fraktionen, dem Fort- chritt und dm Rational-Liberalen, fowie auch von einer ,»stärkten Stellung dec Conservat veu. AIS erster Prä- stvent wurde ziemlich einmüthig dec bewährte v. Forckenbeck wieder gewählt, aber es waren doch aus der FortschrittS- ftaktion 43 unbeschriebene Stimmzettel abgegeben worden. LS erster Viceprästdent wurde Fthr. v. Stauffenberg aus der deutschen ReichSpartei gewählt, wohl zugleich mit Rück ficht aus seine Bewährung al» erster Präsident der ba erb scheu Abgeordnetenkammer, bann aber al» zweiter Vice Präsident ber von dem reich-freundlichen Theile der Eon- servativen gewünschte Fürst v. Hohenlohe-Langenburg, statt des von der Fraktion des Fortschritts erstrebten Dr. Hänel. Diese Woche hat ber Reichstag fast ganz ben täglichen Plenarsitzungen des preußischen Landtages überladen. Das Abgeordnetenhaus hat am Sonnabend bie zweite Lesung ttc Etats und am Mittwoch die dritte vollendet und auch die übrigen Vorlagen so wett gefördert, daß man hofft den Schluß ber Session noch in dieser Woche herbeige führt zu sehen, wozu das Herrenhaus wohl auch bereit willig die Hand bieten wird, lieber den Sitz des künftigen R.ichSgericht» hat im BundeSrath bie Abstimmung nach mehrmaliger Verschiebung am Mittwoch stattgesundm, bie Empfehlung Berlins burch ben bundesräthlichen Jnstiz- Susfchuß im LundeSraths Plenum war bei den königlichen Mittelstaaten auf Widerspruch gestoßen unb bas Plenum hat Sechzig ben Vorzug gegeben. Man sicht nun natürlich mit Spannung bet bevorstehenden Abstimmung im Reichstage entgegen.
Die Conferenz ber btel vereinigten Clubs der österreichischen BerfaffungSpartei, welcher die Abmachungen der beiden Ministerien übet den Bankausgleich vorgelegt werden sollten, hat stattgefunden. Ja derselben wurde der Antrag Herbtt'S, die Vereinbarungen des Ministeriums nicht sür unannehmbar zu «täten, dagegen sich die Entscheidung über die Anstellung ber Vicegouverneure offen zu halten, angenommen. Der Antrag ber Fortschrittspartei, oaS ganze Ausgleichswerk abzulchnen, fand nur bie Unterstützung von 62 Mitglieder«. In Folge jenes Beschlusses der Mehr- heit bet Versaffungspartei wurde das Ministerium Tisza, das in ber letzt« Zeit nur provisorisch bie Geschäfte ge
Silber» SUSch«.
eine Dorf-Rovelle von Rudolph Wellnau.
(Fortsetzung.)
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Sämmtliche Theilnehmet am Fifchetstechen entkleideten sich nun unb begaben sich nut mit Schwimmhosen bellet bet, in die Kähne, von welch« f n- .....*
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Unterhaltung. Ein allgemeines, tausendstimmige» Hurtah- geschrei ertönte von allen Seiten, wenn einer der Kämpfer in da» Waffer gestoßen umtoe und der lauteste Beifall
gewählt waren.
Der Fest-Herold gab da» Zeichen und der Kampf
denjenigen Gemeinden, welche größere Bauten auszuführen Willens sind, aus bet Staatskasse verzinsliche Vorschüsse geleistet werden.
In Rußland ist eine große Stehler - und Hehlet- bande, welche 48 Mitglieder, darunter viele Edelleute zählt, vor daS Moskauer Schwurgericht gestillt worden. Es sind dieses die berüchtigten .Coeur Buben", welche Schelmen- unb Schurkenstreiche der verschiedensten Art ausgeführt haben.
Savfet Pascha hat am 27. des verflossenen Monats eine vollkommene Uebereinlunlt mit ben serbischen FriedenS- cermittletn erzielt unb am 1. März war die Unter- zcichnung des Schlußproiokolls, Dieses soll den früheren Stand, eine vollkommene Begnadigung und die Räumung deS serbischen GedierS von türkischen T uppen zur Grund läge haben. Daraufhin wird Fürst Milan eine Rote an den Großvezir richten, welche die Ausführung der vier türkischen Fotderungen: Flaggenrecht in Belgrad, Duldung für Armenier unb Juden, Verbot geheimer Gesellschaften und Verzicht aus neue FestungSbautest verheißt, während Abdul Hamid durch einen Ferman die Stellung Serbien» aufs Neue abgrenzt. Bon bet Bestallung eines türkischen Vertreters in Beigtab unb ber Abtretung ^lein-ZwornikS ist beiderseits Abstand genommen worden. Die serbische Skupschtina hat diese Bedingungen al» Grundlage des Friedens ebenfalls am 28. Februar in geheimer Sitzung angenommen unb sich bann ohne Weiteres vertagt. Der Waffenstillstand mit Montenegro ist um 20 Tage verlängert worben. Die Wahlen zu dem im März in Konstantinopel zusammentretenden Reichstag nehmen ihren rüstigen Fortgang; der Sultan hat seinem Wunsche Ausdruck gegeben, Europa möge nicht länger mit Mibhat'S Sturz den Gedanken eines unvermeidlichen Systemwechsels verknüpfen, der den gegenwärtigen Machthabern vollkommen fern liege. Das Veihattnß zu Rußland hat an seinem Ernste noch keineswegs verloren, eine Entscheidung ist dagegen erst nach ber Beantwortung von Gortschakoff's Rote zu erwarten.
In Griechenland hat bie Drputirterckaumrer daS Budget (Ausgabe 41,068,825 Drachmen, Einnahme 39,247,500 Drachmen, Defizit also fast zwei Millionen) zu Stande gebracht unb am 19. v. mit ber Berathnng de« ReklUtirungSgefetzeS begonnen. Zunächst ist die Stellvertretung abgeschafft worden, so daß Jeder seiner Militärpflicht persönlich genügen muß.
In einer prächtig geschmückten groß« Gondel ward mit Mnfik und in Begleitung der zum eigentlichen Spiele bestimmten Kähne mit dm stch zu bekämpfenden Parteien die Uebersahrt bet Königin mit ihren Begleiterinnen nach dem Flösse unb der Hütte auf demselben bewerkstelligt.
Rachdem die» geschehen war, fuhr« die Kähne auseinander und stellten stch die Hälfte auf der Seite nach Cröllwitz, die andere Hälfte auf der Seite nach Trotha zu in Schlachtordnung auf und auf ein vom Fest-Herold gegebenes Zeichen begann der Kampf.
Die Seeräuber, Rtkla» an der Spitze, kämpf-en mit Muth und Geschick. Mehrmals wurden bie Trothaer zurückgefchlagen und trotz ihrer Uebermacht fo weit zurück- gedrängt, daß RiNaS nach einstündigem, heftigem Kampfe. v» —-----
Floß und Hütte in feine Hände bekam, die Königin unter Gefangener war, so mußte lautem Hülferufen und hartnäckigem Sträuben in die durch einen beim Ktscherste prächtige Gondel trug unb Floß unb Hütte hinter stch in
ÄXjdgen nimmt entgegen: dieErpedttion d. Blatte» sowie bte Amwneen-Bureaur von Ä L- Daube & 6o. in Frankfurt a. Al.: Jägerffche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Rete» ♦ rneyer in Berlin; Earl Schütz- ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
tüalich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jluftrirte» BvnntngSAlntt" durch die Expedition (Koch'fche be” durch die Postömle? deS Lunchen Reiche« i Wart 5» Pf«. (< Befteflgemt). Jns«ti°n-gebühr für die gespaltene Zeile 16 Vs«.
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