XIL JadtgMl.
Marburg, Sonnabend, 3. März 1877.
Wr. »2
Vieh-«
OberheWe Heilung
Ibie anbeten Mächte Überreben kann, ein Experiment zu machen, bas ber eble Marquis in feiner Nähe (Salisbury)
ferner
fch--
>elle.
che« >emit
2 M. '. 1,25, lOMi- i man »em Gebräu» e nach- lnbheit. Nieder-
nb er» [438
rfchnitl Btt.
cheS bet „SZat onal* publizirte, gefälscht ist. Er habe niemals bk Wiedereinsetzung Murad'S betrieben, welche überhaupt nach dem Gesetze unmöglich ist. Die Dokumente, welche Mahmud Damat dem Sultan vorgelegt habe, hätten aus drei kleinen Blättern Papier bestanden und Rapporte der Geheimpolizei deS Palastes enthalten. Der Inhalt der „Dokumente" bezog sich auf Kaffeehaus - Gespräche, welche die Meinung auSsrückten, daß stch ber Großvezir, wie Napoleon, zum Diktator ober „Präsidenten ber Repu bitt" aufwerfen wolle. Die iti bet Broschüre »Les respon- sabilites« publizirte» Dokumente, seien von Khalil Cherif Pascha in Wien gesammelt unb mit seiner Zustimmung dem Herrn Giacometti übergeben worben. Er selbst habe weder die Sammlung noch die Publikation ber Papiere direkt veranlaßt. Et hält bett Frieden mit Serbien auf bet Basis deS Status quo ante bellum für möglich. Da sich inbeß Rußland nicht mehr zurückziehen könne, werde dies den Krieg nicht verhindern, deffen Ausgang im Jn- tereffe der Türkei ihm nicht sehr zweifelhaft erscheine. Sin toller Streich des Palastes könnte indeß diese Erwartungen vereiteln. Im Grunde sei eS ein deutsches Jntereffe, welches Verwickelungen schaffe, die mehrere Mächte zum Kriege treiben, — um Rußland und Oesterreich auf Kosten ber Türkei, Deutschland aber auf Kosten Oesterreichs zu vergrößern. Et glaubt, daß England unb Oesterreich, Frank reich und Italien Anstrengungen machen, um die Pforte auf den Weg der Regeneration zurückzusühreu und den Krieg, deffen ganze Verantwortlichkeit Rußland trage zu lokaliflren. Wir fügen noch die Bemerkung an, daß Midhat Pascha die Notizen des französischen Correspondenten selbst durchgesehen und verbeffert hat. Die auf die deutsche Po litik bezügliche Stelle ist bei Weitem vorsichtiger gefaßt, als der entsprechende PaffuS des von der „Roma" gebrachten Artikels. Midhat Pascha wollte vielleicht nur sagen, daß die Verwickelungen schließlich nur dem deutschen Jntereffe zu Gute kämen — ein Jrrthum, ber verzeihlicher genannt werden kann, al» die frühere direkte Anschuldigung der deutschen Politik.
Da« Dementi bei Pariser „Ternps" bezüglich ber Nachricht beS „Memorial diplomatiqne", baß England wegen einer bet Türkei zu gewährenden zwölfmonatlicheo Frist Verhandlungen eingeleitet habe — scheint gänzlich unberufen zu sein. In der Sitzung des englischen Oberhmises vom 26. Februar erklärte der Herzog v. Argyll wörtlich: „Der Rede de« Minister« für äußere Angelegenheiten entnehme ich, daß beabsichtigt wirb, der Psorte eine zwölfmonatliche
5u6$ie lächelte RiklaS fo holdselig zu, ihre lebhaften strahlenden Augen vermittelten da« reizmde Lächeln so überau« verständlich, daß Nikla« nicht ander« konnte, er mußte aufmerksam werden und au« Höflichkeit gegen bie vornehme junge Dame die zärtlichen Blicke erwiederu. Sich noch mehr zu nähern «ar jetzt keine Zeit, da eben der
als hoffnungslos bezeichnet." Ein Widerspruch ist gegen diese Unterstellung nicht erhoben worden. Folglich kann angenommen werden, daß die Meldung de« „Memorial diplomatique" thatsächlich begründet ist.
Die serbische große Skupschtina war bester als ihr Rus: sie hat bie mit b-r Pforte vereinbarten Friedensgrundlagen angenommen. Hiermit ist ber serbisch-türkische Friebe — der bezügliche Vertrag sollte bann sofort in Konstantinopel unterzeichnet werben — perfekt geworden. Die Skupschtina ist sogleich nach ihrem Beschluß über bie Annahme der Friedensbedingungen, da ihre Aufgabe bamit beenbigt war, geschlossen worben. Wie man ber „Pol. Kort." au« Belgtab telegraphirt, ist blefer schnelle Schluß ein Gebot ber politischen Nolhwendigkeit gewesen. Man habe auf biefe Weise etwaigen für das Land unb bie Regierung verhängnißvollen Ausschreitungen vorbeugen wollen. Als Erklärung hierfür wirb ebendaher berichtet: In den letzten Tagen sind in Belgrad mehrere Verhaftungen von Sozialisten vorgenommen worden. Und dem „N. W. T." meldet man aus Belgrad, 27. Februar: Die Verhaftungen wtgen politischer Umtriebe dauern fort. Man spricht von nicht weniger als 200 Jnhaftirten, sowie auch von AuS- weifung fremder Agenten, angeblich ungarischer Nationalität. Man ist angeblich einem gegen die Regierung und den Fürsten gerichteten Komplott auf die Spur gekommen. Uebtigen« wirb die ganze Sache sehr geheimnißvoll behandelt und es fanden die Verhandlungen bisher nur Nacht« statt. Die Regierung fühlt stch sehr unsicher. Nach Schluß der Sefsion wirb das Ministerium abtreten. G gen da« Äabinet Stestscha tritt selbst ein großer Theil der liberalen Partei auf. In bet Skupschtina selbst waren mehrere An - trüge auf Interpellation ber Regierung wegen be« Verhältnisses zwischen Serbien unb Rußland unb wegen ber Kriegführung vorbereitet worben; au» Allem erklärt sich der schnelle Schluß.
Wa« die durch ein Telegramm ber „Time«" veranlaßten FriedenSgerüchte in Betreff Rußland« unb ber Türkei anbetrifft, so treten dieselben jetzt wieder weniger intensiv auf, obwohl die St. Petersburger Deutsche Zeitung allen gegenteiligen Versicherungen an ihrer Mitteilung festhält, wonach In Petersburg Nachrichten eingetroffen feien, welche eine „Lösung ber orientalischen Frage ohne irgenb eine militärische Komplikation, ohne Anwendung von Waffengewalt" in Aussicht stellen. Der „Politischen Korrespondenz" : wird dagegen aus Petersburg telegraphisch gemeldet, daß der General Jgnatieff stch demnächst nach Wien, Berlin
Wafferiilie.
Aller Augen waren nur auf sie gerichtet, auf sie die Königin de» Festes die Königin der Schönheit. Vier Augen aber schienen ihr Strahlen vollständig in sie hi« neinzubrennen und diese gehörten dem Junker Bodo von Seeburg und — Nikla«.
Der letztere zog übrigen» die Aufmerksamkeit vorzugsweise be« schönen Geschlecht« unb namentlich ber fremden vornehmen Damen in fast eben dem Maße auf sich, wie Silber. RöSchm da« Jntereffe Aller in Anspruch nahm. Er war ein stattlicher Bursch unb feine große männliche
au», in welchem Smaragde trat» Rubinen neben einander funkelten unb blitzten. DaS Ganze war ein Gefchenk des Junker« Bodo von Seeburg, der e« bereit« an Sonnabend Röschen überirnbet hatte. Oben aus der Krone »ar mit goldenen Nadeln ein werthvoller, durchsichtiger, weißer Schleier befestigt, der in reizenden Wellen über Na- s und Rücken herniederfioß. Den schwanenweißen Hal» s .oückte da« Geschenk de» Bischof», die golbene Kette mit d«A Diamentkreuz am wogenden vollen Busen- Die zier«
18TT.
y. 90,0b jeit et.
»Uta *lti8te*.
-ine Dors-Novelle von Rudolph Wellnau.
(Fortsetzung.)
.Ach! er 1877.
t aofgp
Itchn, kleinen Füße steckten in weißen «tlaSftiefelcken. Mit Herold da« Zeichen gab, womit denn auch sofort begonnen der rechten Hand hielt fie von vorn ihr weit?« Gewand! wurde. ___
in zierlichen Falten zusammen, in der linken trug sie ba« Zepter einer Nixenkönigin eine hohe, blühende, weiße
Die neuesten Beratungen im preußischen Ministerrath tnogen sich, wie man hört, auf die durch die Nothlage an« geregten wirthschastlichen Fragen. Zunächst sollen in Berlin mb in anderen großen Städten Aufnahmen über den Um- fang be« Nothstande« stattfinden.
3m Anschluß an die amtliche Mitteilung von ber Be mfung des seitherigen Präsidenten be« RttchSeisenbahn- mte« Svenen Maybach in bie Stelle eint« Unterstaats- Secretär« im Handelsministerium vernimmt die „Post , daß diese Berufung sp-eiell auf bie Initiative beS Herrn Handelsministers zurückzuführen ist. Herr Maybach war bekanntlich schon früher im Handelsministerium thätig, unb «uch feine Ernennung zum Präsidenten deS Reichseifen- bchnawte« erfolgte auf Vorschlag de« Herrn HandelSmi- MerS, welcher Herrn Maybach schon damals den Posten eines UnterstaatS-Secretär« im Handelsministerium für den »all der Aufgabe des erwähnten AmteS beim Reich in Aussicht stellte. Alle sonstigen Gerüchte, welche an diesen auf ausdrücklichen Wunsch deS Herrn Maybach erfolgten Wechsel sich knüpfen, entbehren durchaus der Begründung. Debet die Besitzung ber bisher von Herrn Maybach inne- gehabten Stelle verlautet noch niwls, aber man wird schon j-tzt als sicher anfehen können, daß bet Schwerpunkt bet Eisinbahnpolttik jedenfalls im Handelsmirststetrum liegen wird.
U " n für den Monat Mirz
A!., „ U auf die
Bberhessische Zeitung
Mt ihrer Gratisbeilage
ILustrirtes Sonntagsklatt
„erden von allen Postanftalten, wie auch von der verzeichneten Expedition entgegengenommen.
Die Exp. d. Oberh. Ztg.
Ametgen nimmt entgegen: ^Expedition d. Blatte«, «,ie bie Anuonceu-Bureaux -n Th. Dietrich & Co. in uflel und Hannover; Th. Rettich in Frankfurt a. M ; naafenfiein & Bögler in »rta. M, Berlin, Sein- in rc; Rudolf Moste 7ikr(in, Frankfurt a. M. rc.
Nachdem bie« geschehen war, gab bet Fest-Herold da« Zeichen zum Abmarsch, bie Musik begann unb der Festzug setzte stch in Bewegung.
Vorau« ber Fest-Herolb, bann folgten bie zwölf Fest- Bursche auf bekränzten, bunt geschmückten Pferden, dann zwei Herolde, bann die Musik unb abermal« zwei Herolde, hieraus die Seeräuber im bunten Kostüm auf ebenfalls geschmückten Pferden, ihren imponirenben stattlichen Hauptmann NiklaS an der Spitze, dann folgte ber Triumphwagen mit ber Nixenkönigin, an beten Sette Junker Bodo ritt, in fortwährender Unterhaltung mit ihr begriffen, bann folgte ein anberer prächtiger Wagen mit ben Ehrenjungfrauen bet Königin, hinter biefem die geschmückten Bursche und Mädchm auf bekränzten Wagen, hierauf bie zwölf Ehren-Rilter zu Pferde, denen stch das Gefolge de« Bischofs, diesen an der Spitze anschloß unb ben Schluß machten bie Zuschauer zu Pferd, zu Wagen unb zu Fuß.
Unter tauschender Musik unb bem Jauchzen unb Jubeln
Inxetgen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte» sowie die Annoncen-Bureaux von ® L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jüaeckschc Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalibendanl, 8L Siete- ♦ menet in Berlin; Carl Schütz-
ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
.-vq. monat eil pro ttUnl» >. beten [2833
tten bei Marburg
[3007 -rauche Stelle» Bahn
[381
der heiteren begleitenden Menge nahm der imposante Zug seinen Weg die Trothaer Chauflee hinunter bi« an ben Weg, ber nach der Amtsziegelei und bet Steinmühle führt, der aber gegenwärtig zur Stadt Halle gehört und Mühlweg heißt, schlug diesen Weg ein und zog nun durch Giebichenstein am Schlöffe vorüber nach ber Saale hinunter, am Fuß de« Giebichenstein und am Schloßgatten entlang bis an die Clausderge, wo bereit« bie Kähne unb Fahrzeuge hielten, von Venen bie Teilnehmer unb Zuschauer ausgenommen würben, um ihren Bestimmungsorten zeige- führt zu werben. Alle übrigen, welche keine Plätze im Fahrzeuge bekamen, unb das wat noch eine ansehnliche Zahl, stiegen die Trothaer Felsen hinaus unb lagerten sich auf ber grünen Fläche des GlauSberge«, um von hier au« bo« große Schauspiel in Augenschein zu nehmen,
(Fottfetzuuz folgt}
man«'
in aale
ZfAnnt täaliA nutzer ben Werttaaru nach Sonn- und Feierragen. Preis für das Quartal mit der wvchenttichen Berlage „zinftrirte« e°uuta«, blatt" durch die Expedition (K ochfche Wd>'sjuVblideSb boogeTa? «Srt, durch die Postämler be» Deutschen Reiche« 8 »art 5» Pf,, iexl. Bestellgeblchr). AstertiouSgebühr für die gefpaltene Zerle 1» Pf,.
Buchdruaerer- °e,°grn a, §„editi°n »u ertbeiUi.be Auskunft und Annahme von abreffen werden 85 Pf«, berechnet
Kurze Zttt nach Ankunft de« Btfchof« erhielt ber Fest- Herold Befehl zur Abholung ber Königin.
Die zwölf Ritter nahmen ben Triumphwagen in ihre Mitte und fuhren hinunter nach ber Silber Mühle, um bie Festkönigrn abzuholen. Al« diese auf dem Platze erschien, machten stch Staunen unb Verwunderung in jedem Munde durch ein lange« „Ahl" Lust. Selbst bie Edel» binnen konnten nicht umhin, die strahlende Schönheit Sil- ber.Röschens anzustaunen und derselben Gerechtigkeit wie-. yr war em jiaimw« o—iw — — i—•* »-p- betsahten zu lassen. Daß ihre einfache aber reiche Klei i Schönheit, die er jetzt auf muthigem Roste, im schönge- bung die Schönheit ihrer herrlichen Körpe, formen ganz Wählten und ihm herrlich stehenden Seeräuberhauptmanns, bedeutend hob unb in da« rechte Licht stellte ist dabei -kottüm, in stolzer Haltung dasaß und die feurigen Augen seibstverständlch. [wie Blitze umherschweifen ließ, bi« sie endlich wieder auf
®n dur hstchtiae», maiblaue« Kleid umwogte wellen !den Brennpunkt, die strahlende Nixenkönigin, anlangten artig in malerischen galten ihre reizende Graziengestalt, § und diese versengen zu wollen schienen, »ar recht geeignet, ein rofenfaxbener Gürtel umschloß da« Sylphidenlnbch.n. . jedes weibliche Auge zu bestechen unb zu festem.
Ihr golbene« Haar floß aufgelöst in reicher Lockenfülle f Die Gruppe bet vornehmen Damen schien sich sehr über ben schneeweißen Nacken herab, ans bem Haupte selbst. lebhaft mit ihm zu beschäftigen , benn aDer Äugen waren aber wurde e« zusammengehalten von einer grünen Krone,; auf ihn gerichtet und de« Flüüern und Plaudern« war in welcher weiße Rosen prangten. Born über der Stirn \ kein Ende Vorzüglich unb besonders schien e« die Junge lief per Kopfschmuck in einem goldenen kostbaren Diadem! Gräfin Hedwig von Wetttn zu fein, die da« lebhafteste , ÄVFH*“ * ------° «*. ci----Jotenffe für ihn hegte und die stch auch gar nicht entblöß
bete, die« aus bie bemerkbarste unb auffallenbste Art zu
Die „Correspondanee Universelle" reprobuzlrt heute eine Unterrebung, die ihr Conespondent -zu Neapel mit sdem Ex-Großvezir Midhat Pascha geführt hat. Wtr wollen aus dem ziemlich langen Schriftstücke nur einige Punkte btioorbeben, die in der That von 5Bidftigt.it find, so die « - - ■ . -m. .
ausdrückliche Erkiärung Midhat Pascha's, daß jene« an- Gnadenfrist zu bewilligen. Ich wtll keine Meinung über zeblich von ihm an den Sultan gerichtete Schreiben, wel s diesen Punkt abgeben, aber ich zweifele, ob der eble Ear