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Marburg, Freitag, 2. März 1877.

XIL ^«Irgaig.

ObcrhcDcht Intung

’Är'Adnt lLalich außer ben äkrftaaen nach Sonn« und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „ANnftrtrtes Louutaisslaltdurch die 2speditiou (ir o ch fchr Buchdrueierei- bezogen Wort, durch die Postämter d«S Deutschen Reiches 2 Wart 50 Vf,, (ejl. Bestellgebühr). - JnfertronSgchühr für die gespaltene Zerle 10 Pf,. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf,, berechnet.

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m die Annoncen-Bureaux

Dietrich L To. in

Anzeigen nimmt entgegen: dirExvedttiou d. Blattes sowie die Annoneen-Burraur von ®. L- Daube & 6o. in Krantfurt a. M.: JSger'sche BuchhaMung in Frankfurt a. M.; Jnoalidendank, A Rete» ♦ meyrr in Berlin; Carl Echüß-

ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

enbauf

, iietgen nimmt entgegen:

I___Grpedittou b. Blattes,

Kt-V mc die Annoncen-Bureaux „ , rh. Dietrich L To. in

n ne^t id und Hannover; Th. Mrlofa «ich in Frankfurt a. $t.; nelbun» „senstein & Bögler in [13 jrffurt a- M, Berlin, Leip« _*6öln k; Rudolf Moste herlin, Frankfurt a. M. tc.

werk als mißlungen angesehen werde, die seitens der Gon»

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l Meldungen aus Wien hätte sich die Pforte an die ®rofr I Mächte mit der Erklärung gewendet, daß sie zur Anssüh,

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Tinte, »en etc.

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Reihen der Mehrheit hervor. !

-doch vergeblich. So hat sich denn die zweite Berathung >eS KultuSetatS durch zehn Sitzungen, vom 16. Februar bis zum 24. Februar, erstreckt. Gegenüber dem Bestreben der ultramontanen Partei, die sachlich nutzlosen, aber auf­reizenden Kämpfe fort und fort zu erneuern, legten sich die Vertreter der StaatSregieruitg ihrerseits die größte Zurück- -altung in der Beantwortung der Anklagen und Beschwer« >en a'1, um nicht zur Verlängerung und Verbitterung der Erörterungen beizutragen. Auch die dritte Lesung deS Etats om Dienstag (27.) wurde von den Ultramontanen zur Erneuerung der leidenschaftlichen und gehijstgen An­griffe benutzt. In Folge der Verzögerung, welche die Landtagsarbeiten durch die Schuld der ultramontanen Partei erfahren haben, und um da« gleichzeitige Tagen deS Land­tages neben dem Reichstage nicht über diese Woche auS- zudehnen, scheint man im Abgeordnetenhause in die Be­rathung deS im Herrenhause angenommenen Entwurfs in Betreff der Unterbringung und Erziehung verwahrloster Kinder leider nicht mehr eintreten zu können. Der Schluß der Seision wird in Rüüsicht auf die vom Herrenhause noch unumgänglich zu erledigenden Gegenstände vor Sonn-

zählen. Alle übrigen Hügel, Felsen und Berge umher wa ren ebenfalls mit Zelten bebaut und bunte Fahnen und Flaggen wehten von allen Spitzen herab.

Ausnahmsweise gewährte die schöne grüne Fläche auf den Clau-bergea einen überaus herrlichen Anblick. Hier standen die Zelte der Giebichensteiner und Cröllwitzer, deren wehende Fahnen und Flaggen weithin zu s-hen waren.

Gegen ein Uhr trafen von Giebichenstein kommend zwölf vollständig geharnischte Ritter von der Schloßbeatzung dortselbst ein, sowie kurz vorher ein alt-römischer Triumph« wagen mit rothem Sammet auSgeschlagen, von zwölf präch«

selben sollte sich alles ordnen und im großen Festzuge um zwei Uhr Nachmittag» abmarschireu.

tigen weißen Pferden gezogen und von sechs bischöfl chen Herolden begleitet, anlangte.

Bald darauf erschicu der Bischof selbst vom Zunkrr Bodo von Seeburg und einem zahlreichen Gefolge begleitet, ave zu Pferde und im größten Schmucke, tu Trotha und stieg im rochen Adler ab.

Der Bischof war sehr aufgeräumt scherzte und lachte

Edeldamen und Edelftäulein waren, auf schneeweißen Zel­tern kittend, mit dem Gefolge drö Bischofs erschienen, unter

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K inblung iSkrank- n, > [401

schauen, mit welcher Pracht der Bischof das Ganze aus- zuführen gedachte.

Küßt! , 1877. on Or stboni«'

abend (3. März) kaum erfolgen können.

Zur Orientfrage find folgende telegraphische Nachrich­ten eingetroffen:

Konstantinopel, 27. Febr. Das Einvernehmen der Pforte mit Serbien ist heute endgültig festgesiellt. DaS im Laufe des morgigen Tages sicher zu unterzeich­nende Protokoll wird die drei (bereits bekannten) Punkte enthalten: Aufrechterhaltung des Status quo ante bellum Amnestie und Räumung des serbischen Gebietes türkischer­seits innerhalb einer Frist von zwölf Tagen. Sodtnm wird die serbische Regierung der Pforte eine Note über­reichen, in welcher die Gewährleistung für folgend« vier Punkte enthalten ist: Verbot neuer Befestigungen, Auf- hiffung der türkischen Flagge neben der serbischen, Gleich­stellung der Juden und Verhinderung der Bildung und deS UebertrittS bewaffneter Banden. Von der Bestellung eines türkischen CommiffarS ist keine Rede, auch die Frage wegen Klein-Zwornik bei Seite gelaffen. Nach Ueberrei« chung der erwähnten Note wird der Fürst von Serbien an den Großvezier ein Telegramm bezüglich der Zustim­mung zu den Friedensbedingungen richten. Hiervon wird die Pforte Act nehmen und sodann vom Sultan der neue

btt die kirchlichen Maigesctze und deren Ausführung. Die I brdurch herbeige:ührke BerzözerMg der Landtagsarbeiten I Mächte

irrkirchi k-g«-- Reb-

[479 ttag des öftrer« et vn« eoselbes "iS

1877.

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> Z« der Sitzang deS BundeSrathS am Mittwoch (28. ■ ftt.) wurden vom Reichskanzler die Vorlagen, betreffend: i i den Entwurf einer Verordnung über die Schonzeit für ■ „ Fang von Robben; b) die Berechnung des Kapital

„er dem Reichs J ivaltdmfondS obliegenden Leistungen , ; c) den Entwurf eines Gesetzes wegen Aufnahme

!,er Anleihe zur Durchführung der Kasernirung deS Reichs «reS; d) dm E.itwu.f einer Verordnung über die AuttS- »tionen oer UebergaugSsteuer-Echeber rc. in Elsaß Lothringen «gebracht. Hierauf erfolgt die Abstimmung über den Ge» tzeutwucf, betreffend den Sitz deS Reichsgericht«. Die iehrheit entschied sich für Leipzig. Zum Schluß wurden ik Etats der Verwaltung des Reichsheeres festgestellt

. . Die „Provinzial - Korrespondenz" berichtet über den lOCB ortgang der parlamentarischen Arbeiten in folgender Weise:

I» i »e Staatshaushalt» Berathungen hab n im Abgeordneten- ------ mse noch die ga ze letzte Woche hindurch gedauert und to erst am Dienstag (27.) zu Ende geführt worden. Die k Aamontane Partei knüpfte auch weiter an jeden Abschnitt

Der bisherige Präsident deö ReichSeisenbahnamtS May- ch ist auf seinen Antrag aus dem Reichsdienste geschieden w auf seinen besonderen Wunsch und mit Rücksicht auf ine früheren Beziehungen zum Handelsminister Achenbach m demselben für die Stelle eine« UnterstaatSsecretärS i Handelsministerium vorgeschlagen worden. Nach Mit- hckunz von unterrichtetster Seite kann verbürgt mitge- stllt werden, daß alle Gerüchte über den Rücktritt deS

dm mo« ondelSministerS völlig grundlos sind; im GegentheU ist > melden, daß demselben ein größerer Einfluß auf die ander« jsenbahn-Politik eingcräuwt werden wird.

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hatte wan dieselbe damit.

In aller Frühe des Sonntags, vom herrlichst« Wetter begünstigt, wogten bereits auf der Trothaer Straße un­zählige Menfchenmaflen. Ganz Halle schien auf den ....._ . . w

Beinen zu sein und wanderte nach Troiha, um der groß- und war lustig und guter Dinge. Auch eine große Anzahl artigen Feier de« JohanniSfesteS mit beizuwohnen. "Mk ----- -----n-*

Auf dem Festplatze war ebenfalls schon daS regste Le­ben und Treiben. Die Trink- und Berkaufzelte wurden bereits stark in Anspruch genommen, da die Fremden einen ganz respektablen Appetit mitgebracht zu haben schienen.

So währte da» Wogm und Treiben bis gegen neun Uhr Jetzt riefen die Glocken zur Kirche und das f eine Trothaer Kirchlein war nicht vermögend, heute alle die Andächtigen aufzuaehmen, eine große Anzahl mußte sich auf dem Friedhöfe placireu, der ebenso gedrängt voll wurde, wie die Kirche. Nach Beendigung des Gottesdienstes aber

erenz vorgeschlagenen Garantien anzunehmen.

Wien, 28 Febr. Die hierher telegraphirte Meldung eines Pariser Blattes aus Konstantinopel, wonach der Großvezier und der Scheikh-ül-Jslam gestürzt wären, fin­det hier durchaus keinen Glauben. Zu den Nacht» und eute früh eingegangenen Nachrichten aus Konstantinopel welche vom Friedensschluß mit Serbien Kunde geben und den Abschluß mit Montenegro in Aussicht stellen, wird keinerlei Vorganges Erwähnung gethan, welcher solchen Gerüchten nur irgend welche Unterlage geben könnte.

Belgrad, 28. Febr. "Die große Skopschtina hat oeben die mit der Pforte vereinbarten FriedenSgrundlogen angenommen und ist, nachdem ihre Aufgabe hiermit been­digt worden, wieder geschloffen.

Konstantinopel, 28. Febr. Der Waffenstillstand mit Montenegro ist behufs Weiterführung der Friedens- Verhandlungen formell um zwanzig Tage verlängert und sind entsprechende Weisungen eriaffen worden. Die mon­tenegrinischen FriedenS-Abgesandten werden am Freitag hier erwartet.

Konstantinopel, 28. Febr. Der Minister deS Änswärligm hat gestern an die Vertreter der Pforte im AuSlonde eine Depesche gerichtet, worin dieselben von Neuem verständigt werden, daß alle in auswärtigen Zei­tungen fortdauernd umlaufenden Gerüchte von der Krank­heit de« Sultans, von einem bevorstehenden Wechsel, im Großvezirat und von der angeblich unruhigen Haltung der Bevölkerung von Konstantinopel jeder Begründung entbehren.

P a r i S, 26. Febr. Die einigen Zeitungen telegraphisch zugegangene Nachricht von einem Wechsel im Großvezirat und dem Rückrritt deS Scheck. ül-Jslam wird auch von Seiten der hiesigen Vertretung der Pforte als unwahr bezeichnet.

Berlin, 28. Febr. Wie man glaubt, wirk die Tür­kei den Mächten nicht nur den Frieden m.t Serbien, wenn er abgeschlossen sein wird, anzeigen, sondern bei dieser Gelegenheit besonders darauf aufmerksam machen, daß ste die von ihr verlangten Reformen selbstständig auSzusühren begonnen habe, eine gedeihliche Entwickelung derselben je­doch nur dann möglich sei, wenn der FriedenSzustand an den Grenzen gesichert scheine. Auch die Regelung der tür kischen Schuld und was damit zusammenhängt könne nut unter dieser Voraussetzung nach den Wünschen der Pforte > in naher Zeit erfolgen. Eine solche Erklärung soll in - Konstanttnopel erwogen worden fein, wobei die Türkei

kam erst rechtes Leben in die Festgenoffen, und vorzugsweise । war eS der freie Platz vor dem Gasthaus zum „rochen

Adler" in Trotha, wo das lebendigste Treiben zu schauen ' war.

Der röche Adler war zum Versammlungsorte für die , eigentlichen Theilnehmer an dem Spiel, sür die Mädchen i und Burschen bestimmt. Auf dem großen Platze vor bem-

tief die lebhaftesten Aeußerungen deS Unwillen» ans den | rnng de» Reform-Werkes eine Frist von drei Jahren be- Alle .Mahnungen waren I anfpruche. Gleichzeitig habe die Pforte die Verpflichtung enn die zweite Berathung übernommen, falls nach Ablauf jener Frist daS Reform-

Auf der Saale waren wie immer großartige Fahrzeuge^— -T- —-----ö-----------

und Gondeln für die Zuschauer herbeigeholt, welche kost-s So geschah eS denn auch. Aber jetzt sollt« alle erst bar mit Kränzen und Lanbgehängen geschmückt waren. tx*— ~u ~-,x— *—

Sämmtliche Fischerboote und Kähne hatte man herbeige« schafft und alle nicht weniger reich mit Blumen und Krän­zen geziert. Endlich harte man mitten auf dem Wasser ein Floß gebaut und auf demselben eine große Hütte von Stroh errichtet, welche den Palast der Waffer- oder Nixen königtn vorstellte und in welcher dieselbe ihre Wohnung hatte. Daß aber die Hütte von Stroh erbaut war, konnte man vor Laub und Blumen nicht erkennen, so überladen

Silber »RiiSche».

Eine Dorf-Novelle von Rudolph Mellnau.

(Fortsetzung.)

Niklas jubelte laut auf, al« er vernähr, welche Ehre ftioer Geliebten zu Th-il geworden war. Die dem Silber pichen mißgestimmten Burschen sahen jedoch scheel dazu, $e denn auch mancher andere ihr die hohe Auszeichnung «ch gönnte. Da aber alles vom hochwüedtgsten Bischof Hbtt kam, so muß e man c» schon mit Murren annehmen, bot natürlich wagte Niemand sich mißbillig darüber zu Ätzern.

Die Eltern Röschen« aber schwammen in einem Meere Wonne und Entzück n, und mit Stolz sah Vorzugs - *^e der Vater aus sein Kind herab.

Sechstes Kapitel.

Di« Befreiung der Rirenkönigtn.

Jndeß war der Sonntag herangekommen und die Übereilungen zur Festlichkeit nahmen in allen drei Dör lew alles In Anspruch.

Um di- Feier noch za erhöhen, hatte der Bischof noch J*8 »vgejthenes Stück Geld zum Geschenke dazu gegeben, We auch ein großes Faß Wein auf dem Festplatz, der & ganze Wiesen fläche hinter dem Trothaer Friedhof ein- bringen lasten. Mitten auf dem Festplatze war ein p°ßes Tanzzelt errichtet, umgeben von anderen größeren kleineren Zelten, unter welchem sich vorzugsweise die Wte des Bischofs und deS Silber-MüllerS durch Pracht Schönheit auSzcichneten.

Beide Zelte standen auf dm erhöhten Punkten der Men Fläche im Schatten der zwölf Linden, welche noch Mgen Tage« dortstehen uub zur Nachtzeit mit stillem ^Uergesäusel von jenen Tag« der Lust und Freude er

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FW? »erden von allen Postanstalten, wie auch von der hneii« verzeichneten Expedition entgegengenommen.

Mnumouiuut M.uypv -HM, ......... .Ferman erlassen werden.

K Kultusetat» die alten ost verhandelten Beschwerden! London, 28 Febr. Nach hier eingegangenen Privat

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Dsterhkssische Zeitung

l’g int ihrer Gratisbeilage

Zllustliltes Sonntagsblait

welchen fich vorzugsweise die junge Gräfin von Wetiin durch strahlende Schönheit auSzeichnete.

(Fortsetzung folgt) *

Die Hnlsbrinue brr Sinder.

Bon Dr. Hartmann.

(Fortsetzung.)

Ist der LrankheitSprozeß bis zu diesem Punkte gediehen, so sollte man nach den örtlichen Erscheinungen im Rache»