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3Rar6utg, Sonntag, 25. Februar 1877.

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Gute kommen wird.

In der österreichisch-ungarischen Streitfrage sie Bank scheint nach mehrtLgiger Verhandlung über rage der Parität bei der Zusammensetzung des Ge llraths endlich eine Einigung zwischen dem Cabinet Sperg und dem provisorischen ungarischen Ministerium

Die Bemühungen um eine gemeinsame Organisation der konservativen Gruppen im Reichstage sollen eine» ersreulichea Fortgang haben. Es ist begründete Aus- sicht vorhanden, daß die frühere konservative Fraktion deS Reichstages mit den neugkwählten Drutschkonsir«

rischen ReichStagSboten mitbringt, welche der wünschens. Hen engeren Fühlung zwischen der Reichsregierung und dieselbe unterstützenden Reichstagsfraktionen hoffentlich

Luten nimmt entgegen: taebitton b. Blatte», t bie Annoncen-Bureaux xh. Dietrich & Eo. in

Die drückende Mahlsteuer, die zum Sturze des Mi­nisteriums Mingheiti Veranlaflung gab, wird auch von den neuen Machthabern in Italien nicht aufgehoben werden. Das Einzige, was der Ministerpräsident den Kammern in Aussicht stellen zu können glaubte, war die Vorlage von Gesetzentwürfen über eine Abänderung der Mahlsteuer, der Vermögenssteuer und deS ZwangScurseS.

Der Jahrestag der Februar Revolution, der 20. Febr., war diesmal ganz besonders geeignet zu Betrachtungen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der französi­schen Staatsverfaffung. Im Großen und Ganzen ist jetzt Niemand zufrieden, und jede Partei hegt ZukunitSpläne, die bei den Rtpublikanern auf Erhaltung und Befestigung der Verfaffung, bei den Monarchisten aus Revision gerichtet sind. Gerade in den letzten Tagen traten diese Pläne offener hervor: die SenatScoalition arbeitet auf Abnutzung der Mehrheit der Deputirtenkammer und im Nothfall auf Auf­lösung hin; die Republikaner reden von einerorleanisti- scheu Verschwörung," die Legitimisten verkündigen die nahe Auferstehung der alten Monarchie und die Bonapartisten rühmen sich der besonderen Huld deSGefangenen" in Rom und de» CleruS.

In Spanien macht das Ministerium CanovaS ver­zweifelte Anstrengungen, um die zerbröckelnde liberal kon­servative Mehrheit auch für die kommenden CorteSfltzungen noch zusammen zu halten.

Die Debatten im englischen Parlamente über die orientalische Frage nehmen ihren Fortgang. Namentlich war das Unterhaus am 15. und 16. Februar der Schau­platz heftiger Redekäwpfe, während im Oberhause am 20. Februar eine Interpellation deS Herzogs von Argyll, mehrere Mitglieder des Cabinets, insbesondere Derby, Salisbury und BearonSfield, zur Darlegung ihrer Anschauung Der an laßte. Aus allen Erklärungen der Regierung geht hervor, daß sie selbst jeden materiellen Druck auf die Türkei, der dem Pariser Frieden widerspricht und unmittelbar die Inte­grität und Unabhängigkeit der Türkei bedrohe, vermeiden werde, eS jedoch ablehnen müfle, irgend welche Verpflich­tungen für die Zukunft einzugehen.

Großfürst Nikolaus hat als Oberbefehlshaber der russischen Südarmee in den Tagen vom 8. bis 13. d. M. in Odessa die Truppen aller Waffen vor seinem Fenster vorbeimarschiren lasten, um zu sehen und gesehen zu werden. Er befindet sich aber so elend und schwach, daß an eine angestrengte militärische Thätigkeit von seiner Seite nicht zu denken ist.

toten gestrigen Tag, und die versäumte Verlobung und Herrn PykS muthmaßlichen Zorn.

Es ist ja nicht zu spät!" sprach er, zog seinen Ring ab, und pflanzte ihn an Bätely's Finger.

Siebst tu mit den deinigen, liebe« Bätely-" fragte er.

Sie reichte ihm den Ring.

Die Verlobung war geschloffen. Keine- sprach dabet eine Silbe; Thränen, welche in ihren Augen spielten, er­setzten den Schwur der ewigen Treue, den die Lippen nicht stammeln konnten.

Die Morgensonne umstrahlte da- glückliche Paar mit purpurfarbenem Lichte.

,O Bätely, meine Bätely l" rief Herr Quint.

noch vergeblich in Neapel auf feine Rückberufung, dagegen soll Sultan Abdul Hamid in die abschüssige Laufbahn frineS unglücklichen Bruder« Murad gerothen sein, während der jüngere Sprößling Mehemed Reschad als ein Muster von Kraft und Ordnungsliebe geprieftn wird, eine Nachricht, die zwar dem sofortigen Widerspruch der türkischen Bot­schafter begegnete, die aber trotzdem nicht ohne Absicht in die Welt hineinposaunt worden sein dürfte. Daß die Pforte sich inzwischen noch immer nach dem Vorgänge Midhat'S nach innen und außen einer ehedem ungewohnten Rührig­keit befleißigt, ist nicht zu leugnen. Die Wahlen zum ReichSrathe nehmen ihren durch die Unzeübtheit der bethei ligten Kreise allerdings sehr verzögerten Fortgang, die Friedens-Verhandlungen mit ChristirS, dem Vertreter Ser­biens, sind dem Abschluffe nahe, ha Savfet in anerkennenS- weriher Weise auf alle von Serbien beanstandeten Punkte verzichtet hat, und auch von Montenegro sind schon zwei Friedensvermittler, Petrowitsch und Radowitsck, nach Kon- stantinopel abgereist, während der Waffenstillstand eine vier- zehntägige Verlängerung erfahren soll. Die Wahlen zur serbischen Skupschtina sind sehr friedlich ausgefallen und in Belgrad hat man sogar einen Juden gewählt.

P-litijche Wachen * Urßerficht.

Die erste Session der neuen, der dritten LegiSlatur- be deS Deutschen Reichstages hat unser Kaiser durch esung der Thronrede «öffnet. Im preußischen Land­er setzte daS Abgeordnetenhaus die Woche hindurch die eite Lesung des Budgets unter Zuhülfenahme von Abend Ingen fort. Von dm daneben zur Verhandlung'gelangten agen hat das HauS der Theilung der Provinz Preußen zwei Provinzen Ost- und Westpreußen, dem Igen Drängen der Vertreter WeflpreußenS entsprechend, stimmt. In Betreff der Erwerbung der Berlin Dresden« für Preußen hat die Budgetkommi'sion des HanseS Empfehlung der Ablehnung be schloffen. Das Plenum vielleicht anders entscheiden und der im Voraus er e Widerspruch deS Königreichs Sachsen wird dann an Bundesrath gelangen, welcher den Artikel 76 der Reichs ssung in Anwendung zu bringen haben wird. Der g von Baiern hat in der Person des AppellationS

Kastner einen Bevollmächtigten sür den BundeSrath laut, der längere Zeit als Abgeordnet« für München baierischen Landtage saß und parlamentarische Ersah izen und Beziehungen al» alter FraktionSgenoffe zu vielen

Herr» Quint'S Serfobnng.

M. Humoristische Novelle von H. Zschokle. (Schluß).

»Die Frau deS Zöllner- hat mich hierher gewiesen in kKammer," erwiderte der Philosoph,und meinte, hier

25.

He« Pyk, und hält' « wirklich die gefammte Herr« ltchkeit Salomon« in Requisition gesetzt, die V«lobung dieses Paares prächtig zu begehen, hätte sie unmöglich fei«, llcher anstellen können, als sie hier geschehen war, auf dem keuschen Lag«, in der dürftigen Kammer de« Zöllner«, im Rosenglanz deS Morgenhim els, unter dem Trill« d« Lerchen.

Herr Quint vergaß sein« Leiden und Reise-Entwürfe. Da« veilchenfarbene Kleid, die bestaubten Schuhe und d« Haarbeutel wurden eiligst hnvorgesucht und angelegt. Er entfernte sich befcheiden aus Bätely's Kamm«, um die Ver­lobte nicht beim Snz ehen zu stören.

In Gesellschaft der Tante fuhr man sogleich zu Herrn Pyk zurück. Roch denselben Tag, und ohne Prunkschman», wurden die Ehepakten abgeschloffen, und vierzehn Tage nachher feierte man in ländlicher Einfalt die Hochzeit bet Glücklichen.

Bätely ab« trug zeitlebens rothe Sasfianpaitoffeln zum Andenken der Stunde, iw welch« sie die Eroberung ge­macht hatte.

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ungeschehen o dann, ich verdient' e8 nicht, das Glück ab« dann hätte Gott unter seinem Himmel keinen se ligern Menschen als mich. Ja, gewiß, ich will Ihnen Alle« vom gestrigen Tage beichten!"

So sprach Herr Quint, und erzählte sein Unglück mit der glaubwürdigsten Bestimmtheit und UmständliL keit.

Was konnte da« liebende Mädchen lieber hören, als diese Erzählung, in der jedes Wort ein neues LiebeSge ständmß war? Uub als « von seinem Aufenthalt am Waldhügel, und seinem Gram und seinem Entschluß, der Welt zu entsagen, eine weite Reise zu lhun, sprach, wurde sie traurig und sagte:

O nein, daS müssen Sie ja nicht!"

Und ich würd' eS!" seufzte He« Quint;ich würd' es, wenn . . .," hier bewegte sich seine Hand gegen die ihrige; hier stockten seine Worte; aber der unwillkür­liche zitternde Händedruck, und fein Stammeln und das Vnflegen seiner Stimme und d« zärtlich flehende Blick zu ihr veniethen Alles, und mehr, als Worte and.uten können.

Sie bebte. Reden konnte auch sie nicht. Ihr Blick verlor sich In dem feinigen. Die Zukunft entnebelte sich vor ihnen mit ihren ewigen Fernen. Ein schöner« Himmel wölbte sich über ihnen im Morgenglanz; eine schönere Erde blühte nut« ihnen. Für sie gab es nichts Irdische-, Sterbliches, Unheiliges mehr. MU EngelSsinn schwebten sie in der Schöpfung, und der Rus des Schöpfers zur Seligkeit drang durch ihr Herz.

O wir werden glücklich fein!" rief He« Quint mit mporgehobenem Bl'ck.

Glücklich!" stammelte Bätely, und ihr Haupt sank sinnig nied« auf die nach einem Seufzer zusammensinkende Brust.

Unter dem Druck fehl« Hand fühlte « an Bätely's Finger den jrrten Goldring. Er mahnte ihn an den fa>

. Sie hätte ihn freilich gern unter andern Verhält. ® gesehen, al- diesen. Ab« leider war das Unglück al da. Man konnte sich freilich trennen, ab« Bätely nicht vermögend gewesen, ihm die Thür zu weisen. I dachte sie in ihr« H«zen»reinheit nichts Arges. Das Oe, was sie denken konnte, war, n verachte sie, und sth von ihr und Herrn Pyk, und einem vielleicht killen Versprechen losmachen. DaS war'-, was ihr an geheime Thränen «preßt hatte. Unter Thränen 1 sie sich gestern auf die« Bett geworfen, und war sie Wlofen.

Sie werden mir gewiß zürnen, Bätely!" ftammeUe at

»Ich hätte gestern . . ." «widerte Bätely mit jung Ochern ErrLlhen.

£) sagen Eie nichts von gestern," rief Herr Quint; habe unverzeihlich gesündigt. Sie können mit nicht eben!"

schlug betrübt die Augen nieb«. Bätely las in 11 Mienen den ungekünstelten Schmerz, die unverstellte ", und hatte ihm schon Alle- vergeben.

.höre. Sie mich aber an! Ich will Ihnen offenherzig «en. Alles, ohne Rückhalt. Und wär' ich dann Ihrer Aschast noch würdig ach! dürst' ich dann noch Wcht hoffen von Ihnen, und bat Geschehene wäre wie

itbeint täglich außer den Werttagen nach Sonn» und Keiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageAAuftrirteS EouutagSblatt" durch bk Expedition (Noch'sch« Buchbruckerei) bezogen Sb Mark, durch die Postämter d«S Deutschen Reiche« S Mark 50 Pf«, (exl. Bestellgebühr). JuferttonSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf«.

Für in der Sxpedition zu ertbeilenbe AuStunst unb Annahme von Adreffen werben 35 Pf«, berechnet.

erzielt worden zu fein. Vie das schweizerische Postdepartement mitthellt ..............ö. .... ....

: der St. Gotthard- und der Simplonpaß seit Miste j einer Zauberlaterne. Zwar sitzt Edhem, den man allge-

tt für bett Monat MLrz j " auf die Mierhessische Zeitung t ihrer Gratisbeilage

Zilustnrtes Sonntagsblatt

eben von allen Postanstalten, wie auch von der

L»P«-v«tcht.

D« Etat für die Verwaltung deS Reichsheeres auf das Etatsjahr 1877/78 ist nunmehr erschienen, und liegt dem BundeSrathe vor. DaS bett. Schriftstück umfaßt 432 Ouartfeiten, welches die Etats von Preußen mit den zugehörigen Kontingenten, Sachsen und Württemberg um­faßt. Für Preußen betragen die Einnahmen der Militär- Verwaltung 7,534,357 M. um 6,461,048 M. mehr a'S im Vorjahre. Dagegen belaufen sich die fortlaufenden AnSgab-n auf 249,843 770 M. auf 7,029,837 M. mehr als im Vorjahre. Endlich betragen die einmaligen Aus­gaben 11,513,760 M. um 5,130,096 M. mehr als im Vorjahre. In dem Etat «scheint zunächst an Stelle der im vorigen Jahre abgelehnten aktiven Stabsoffiziere für eine gewisse Zahl von BezirkSeommando« die Forderung einer Bewilligung 105 neuer Hauptmannsstellen 1. Klaffe bei den Lin ien-Jnfantnieregimentern, als einer anveren Form zur Befriedigung deS daMM auch schon principiell anerkannten Bedürfnisses nach Vermehrung von aktiven Stabs offizierstelleu.

»»zeige» nimmt entgegen: bie Ertwdttton b. Blatte» sowie bie Armoneen-Bureaux von S L. Daube & So. in Frankfurt a. M.: Jäaer'sche Luchhanblung in Framfurt a. M.; Jnvalibenbant, A. Rete- meyer in Berlin; Earl Schüß-

ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

, istrzeichneten Expedition entgegengenommen.

ST Di- d. Ob-ch. Zig.

n, Le lerlin, Frankfurt a. M. ic. fett, | - ieopach tf1

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b M °cr et. Gotlyaro- uno o« eimpionpag jett iv«tie einer yauoeiiaterne. Zwar sitzt rrdyem, den man allge- M Monats für Räderfuhrwerke offen, was in der Regel !mein a s den Mann des UebergangS bezelchn.te, noch halb- » vor Ende Mai der Fall ist. I reg« fest im Großv zirat, auch wartet Midhat einstweilen

>chen tft der wohlehrwürdige Herr Pfarrer. ES thut mir Näh. Ich bin . .*

dätely sah aus Quim'« ehrlicher Miene, daß er nicht