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XII. Mrgmg.

Marburg, Sonnabend, 17. Februar 1877.

ObcrhcWe Irilung

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IstchtskommistärS üben. Nachdem diese Antwort int Mi« nisterrathe genehmigt worden, erhielt Prrtew Effendi die-

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[344 b tragen, daß die Ertheiluog der Altertzulagen an die - Lehrer baldigst nach bestimmten Grundsätzen gesetzlich ge

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Zum Etat des Kultusministeriums sind zwei Anträge eiagebracht, welche die Verbesserung der Lage der Elemen tarschullchrer zum Ziele haben. Zu Kap. 125 Tit. 12 beantragt der Abgeordnete Kiesel (Lehrer in Breslau): .Tie königliche Staatsregierung aufzusordcrn, dafür Sorge

selbe zur Mittheilung an seine Regierung zugestellt. Heute Vormittag überbrachte Letzterer in Begleitung deS englischen Generalkonsuls White die Antwort der Pforte RtsticS. Edhem Pascha erklärt, beide Punkte gänzlich

nigen GlUndsätze baldigst herbeizusühren, welche bei der Pensionirung der unmittelbaren Staatsbeamten in Anwen­dung kommen."

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Herr» Qnint'S Verlobung.

Humoristische Novelle von H. Zschokke.

(Fortsetzung.)

Bätely's beklommene Seele, von Angst und Liebe und Echam befallen, erlag unter schmerzlichen Empfindungen. Eia Traum faltet« sich plötzlich, wie unter einem Fecn- fpnrch, zur Wirklichkeit auseinander; der Mann, für den allein fie stch in die Welt gerufen fühlte, und den sie doch stlbst nicht zu nennen wagte, war laut und feierlich als ihr Bräutigam proklamirt. Sie sollte ihn sehen, um v® ewig anzugehören. Ach, nicht vergebens hatte die Tante ihr heute den goldenen Roscttenring auf den Finger gezsungm! Richt vergebens hatte fie im Tone der Weissagung gesagt:Ein Anderer wird ihn dir wieder abziehrni

Sie fühlte ihr Glück. DaS Herz, allzu zart, den jähen etat® auszuhalten, löfete stch in Thränen auf.

_ H-rc Pyk erschrak. Der Menschenkenner kannte die Thränen nicht. Im Grunde waren «S nicht die Thränen Mbst, ober Bätely's Unwillen, daß ste in so bedeutender ^ugclegenheit zuletzt befragt worden sei, alles das war'S a'cht, was ihm den Schauder einjagte: sondern die Furcht, p- »an seiner Physiognomik betrogen, durch das Fest und teere BerlobungSgetümmel zum Tholmärchen werden zu sehen.

Er entschloß flch kurz, führte BStely durch'« geräusch ^>le Zimmer in die stille Nebenkammer, setzte stch schwel- Srvd an ihre Seite und ließ sie weinen.

fehlt dir?' fragte er einige Male. Er blieb Unbeantwortet.

, »Ich glaubte, daS Fest würde dir willkommen sein würdest freilich«

o^chl* smfzte die Jungfrau und schlug znm ersten wraie dir von Thränen spiegelnden Augen aus; denn fie

Lag«s»ericht.

Ueber eine Petition deS Stadtraths zn Fulda:veran lsffen zn wollen, daß eine gesetzliche Bestimmung erlösten »erde, wonach die Besitzer sogenannter Wanderlager, da, ,o ste ihr Geschäft betreiben, zur Zahlung einer Commu mlstmer herangezogen werden,' wird die Commission des inrenhauseS mündlichen Bericht erstatten. Der Antrag er Commission ist: DaS Herrenhaus wolle beschließen: n Erwägung, daß die durch den Geschäftsbetrieb der Wan erläget für die Kommunen und für Handel und Gewerbe den Gemeinden unzweifelhaft vorhandenen schweren Miß linkt nur durch eine Aenderung der Reichsgesetze über das Hauflrgewerbe beseitigt werden können; in fernerer Erwägung, daß die Gewerbcgcsetzgebung zur Kompetenz der Reichsgesetzgebung gehört, über die Petition zur Tageö- erdnung überzugehen.

Anzeigen nimmt entgegen: di« EÄeditton d. Blatte« sowie die Annoneen-Burraux von ®. L- Daube & So. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Stete« meyer in Berlin; Carl Schüß»

(et in Hannover; S. Schlotte in Bremen.

fallen zu lasten. In Folge besten fand Mittags unter Vorsitz des Fürsten ein Mtnisterraih statt, in welchem die Absendung der serbischen Bevollmächtigten Philipp ChristicS und Senator MaticS für Morgen Früh über Turn-Seve­rin beschlossen wurde. Die Vollmachten für den Friedens­schluß unterschrieb der Fürst und das Ministerium."

Ueber den Sturz Midhat Paschas wird derTimes" von ihrem Konstantinopeler Special-Correspondenten unterm 6. d. geschrieben:Es unterliegt nunmehr keinem Zweifel, daß der gestrige Staatsstreich ä la Turque das Werk der altiürkischen Partei war, der es gelungen, das Uebergewicht im Rathe des Sultans und über daS Gemüth des Sul­tans zu gewinnen. Midhat und seine Constitution haben den Gnadenstoß zu gleicher Zeit und von derselben Hand empfangen. Die Constitution wird nicht unverzüglich ab­geschafft werden, aber sie wird nur so lange aufrecht ge­halten und geduldet werden, bis ste, wie alle früheren Hat« und JradeS, ein tobtet Buchstabe wird. Ebhem Pascha wird nur Großvezier für eine Woche oder zwei sein und dann durch Mahmud Damad ersetzt werden. Der Palast wird allmächtig sein. »Nous sommes en complite reaction« und ohne eine ausländische oder englische Intervention ist di« Türkei verloren."

In Prag ist soeben eine Broschüre erschienen, die in Oesterreich einiges Aufsehen macht. Sie trägt den Titel 3 p Donaureiche, und soll den k. k. Feldzengmeister und Pair von Oesterreich, Freiherrn von Hartung, zum Verfaffer haben. Die Flugschrift verurtheilt in scharfen Worten die PassivitätSpolitik und fordert energisch eine Kooperation Oesterreichs und Rußlands im Oriente.Es ist einfach eine Lebensbedingung", sagt der hinter dem Pseudonym Gustav Renehr stch verbergende Autor unter Anderem, es ist einfach eine Lebensbedingung für Oesterreich-Ungarn, im Südosten, wo eine Staatsidee dem Niedergange stch znneigt, kulturell und politisch aggressiv zu handeln." An­statt Deutschland und Italien in seiner Entwickelung zu hemmen, hätte die Monarchie den Balkan befreien sollen und nur, weil sie wegen ihrerunglücklichen Tradi­tion" ihre Orientmijston verkannt und vernachlässigt, habe ste Raum für Rußland geschaffen, mit dem ste jetzt nut noch gemeinschaftlich vorgehen könne. Die Katastrophen von 1859 und 1866 schreibt der Verfaffer lediglich bet verkehrten Politik" zu, welche Oesterreich anstatt nach Südosten hin, in einer entgegengesetzten Richtung agircn ließ. Die Flugschrift ermahnt nun, das Verfäumte nach­zuholen, so gut dies geht. Zum mindesten erhellt hieraus, daß die sogenannte Annexions-Partei in Oesterreich nicht blos unausgesetzt thätig ist, sondern auch hochstehende und bedeutende Anhänger besitzt.

Ueber die serbisch-türkischen FriedenSvethandlnngen, die dem Abschluß nahe sind, meldet man folgendes Nähere aus Belgrad, 13. Febr:Zwischen Belgrad und Kon­stantinopel fand gestern ein lebhafter Depeschenwechsel statt. Auf die türkische Antwortdepefche an die serbische Regie­rung, welche gestern mitgetheilt wurde, antwortete RistieS, daß Serbien den status quo, sowie vier Punkte der Prälimtnarbedingungcn als BastS der Verhandlungen ac- ceptirte, die Punkte dagegen, wegen Gleichberechtigung der Armenier und Israeliten, sowie wegen Errichtung eines türkischen Konsulats gänzlich verwerfe, da diese Punkte den Bestimmungen deS Traktates und den von der Pforte anerkannten Gesetzen deS FürstenthumeS zuwiderlaufen. Ueberhaupt dürfe der Souverän um so weniger einen Konsul in Belgrad installiren, als ähnliche Konsulate in keinem der türkischen Vasallenstaaten existtren, und nach

Deutsches «eich.

Berit», 15. Febr. Unter dem Vorsitz deS Fürsten Bismarck hat gestern Nachmittag eine Sitzung des StaatS- ministeriumS stattgefunden, welcher der Minister des Innern Graf Eulenburg nicht beiwohnte. In dieser Thaisache soll aber eine Bestätigung der gestern im Abgeordnetenhause zirkulirenden und in den heutigen Morgenblättern erwähnten Gerüchte über ein angebliches Demtsfionsgesuch des Ministers des Innern nicht nur nicht zu erblicken sein, sondern jene Gerüchte stch auch überhaupt nicht bestätigen. Alle Mit- theilungen über Vorlagen für die nächste ReichStagSsession sind mit großer Vorsicht aufzunehmen, denn es besteht bis jetzt wenigstens die Absicht, die Session möglichst auf die Betaihung deS Reichshaushalts zu beschränken und außer« dem nut die dringendsten gesetzgeberischen Aufgaben vorzu­nehmen. Daher ist auch irrthümlich, was über die Vor­lage eines ReichS-VereiuSgesetzeS geschrieben wird. Ebenso

die Frage ließ ihn wieder vollkommen aufleben.Dich leiden? Daß sich Gott erbarme, er liebt dich mit Schmerzen von Hetzen bis zum Sterbem"

Bätely sank an deS Oheims Brust mit heftiger Be­wegung.

Mein Gott!" rief Herr Pyk, und seine Angst ward wieder mächtig, wie zuvor;erkläre dich, mein Schatz! rede nur, probire nut! Versuch' nur die Verlobung! Du stellst dir das Ding etwas schwerer vor, als es ist. ES ist daran noch kein Mädchen gestorben."

Die Jungfrau hörte des bekümmerten Onkels Ermah­nung nicht. Sie hörte nur noch im Innern der Seele das Forttönen der Worte:Er liebt dich von Herzen bis znm Sterben."

Sie hob ihre Arme empor, umschlang damit des Oheims Racken, verbarg ihr Gesicht an seine Brust und sprach: Sagt's ihm nur, denn ich kann es ihm nicht sagen: ich lieb' ihn auch von Herzen."

Herr Pyk wäre beinahe zu Boden gefallen. Er horchte, horchte noch einmal, als wollte er selbst daS Echo dieser Worte noch auflauschen.Ei, du Nätrlein," rief er,wie kannst du mich auch so quälen! Also, daS wäre dein Ultimatum? Bravol" Er küßte ste und tief: Nun hol' ich dir Herrn Quint her, das mußt du ihm selbst sagen."

Er sprach'S. Vergeben« streckte Bätely's Arm sich hin, :hn zu halten. Er flog davon ins Zimmer, um den Bräu­tigam zu suchen. Alle saßen ste ba, die Gäste, in ihrer Pracht versammelt. Nur Herr Quint war nicht zu sehen, und hatte sich nicht sehen laffen.

Herr Pyk zog die Taschenuhr. Es war schon halb ein Uhr vorüber.Geht mir denn heut' Alles in die Quer?" brummte er, und ging vor'S Haus.

(Fortsetzung folgt.)

Erscheint täglich außer ben Werktagen nach Sonn« und Feiertagen. Preis für daS Quartal mit der wöchentlichen Beilage ,,3>l»strNtteS Eou«tu,«»latt" durch die Expedition («o ch'sche Bachdruckerei) bezogen 2h Wart, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Wart 50 Pf«, (exl. Bestellgebühr). - JnfertionSgebühr für bte gespaltene Zeile 10 Pf«.

Für in der Ärvedition zu ertheilrnde Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pf«, berechnet._______________________________

verehrte ben Oheim, wie man den Vater verehrt und hatte vor ihm kein Geheimniß.

Ist dir Herr Quint also zuwider?" fragte er,du willst ihn nicht? Gesteh' eS mit nur, ich zürne nicht. ES ist nur ein erzdurnmer Narrenstreich, daß ich dir'S nicht vorläufig sagte, oder bei dir aus den Strauch klopfte. Deine Tante hat'S falsch verstanden und nicht gewußt, was bk Glocke geschlagen. Es ist ganz und gar nicht meine Schuld."

Bätely, als ste des Oheims Wort« und seinen Jrrlhurn vernahm, in welchen ihre Thränen ihn geführt, wollte ant­worten. Aber di« Stimme verschwebte in einen Seufzer; sie erröthete unter Thränen, sie lehnte ihr Haupt an {eine Schulter.

Ja, eS ist eine verdammte Geschichte!" rief der ver­legene Oheim, und rieb stch in der Angst die Hände. Für ihn war jetzt nur die Frage: wie man den sehlgeschlagenen Operationsplan mit bester Manier vertuschen, und ben Zeugen und Ehrengästen einbilden könne: er habe ein Späßchen treiben wollen mit der Verlobung? Die Sorge umdunkelte seine Stirn.Sei nur ruhig, Bätely! Das Ding läßt stch noch ändern; man muß bei großen Unglücksfällen nie den Verstand verlieren. Das ist die Hauptsache. Wenn du mir nur sagen wolltest, Herzens- bätely, ob dir Herr Quint durchaus und im Tod zuwider sei? ob du nicht glaubst, du könntest ihn mit der Zeit lieben? Ich könnte dir Geschichten erzählen, eine über die andere, wo aus gezwungenen Ehen die besten Ehen er­wachsen sind. Leiber, daß die Zeit zu kurz und hier Ge­fahr im Verzüge ist. Es ist noch nicht aller Tage Abend. Wenn du nun einmal, so zu sagen, provisorisch He 93er- lobung probiren wolltest l DaS Andere wird stch schon hernach finden."

Aber," stammelte das Mädchen,wißt Ihr denn auch gewiß, daß mich Herr Quint leiden mag?"

Dich leiben, HerzenSbätely?" schrie der Onkel, und

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ndnetenhauS wolle beschließen: die königliche StaatSregie- nmg zu ersuchen: 1. mit Rücksicht auf die unbestreitbar in vielen Theilen der Monarchie hervortretende Nothwen- digkeit, mit dem Ankauf und der Aufforstung öder Lände »tat ttiett und ganz extensiv benutzter Weidegründe mit abso- Mai intern Waldboden im Interesse der Landeskultur rascher

als bisher vorzugehen. Die erforderlichen Geldmittel wer- H. j kett nöthigenfallS durch entsprechenden Verkauf von Do- gptj, nmnen beschafft; 2. statistische Erhebungen über die vor »aleich Ebenen Forstländereien, über die Veränderungen des ---- EaldarealS und insbesondere über die im Landeskultur

intereffe aufzuforstenden Grundstücke vornehmen zu lasten tob baS betreffende statistische Material dem Landtage mit- totheilen.

«gelt, iuSb-sondere, daß diese Gehaltszulagen als dauernde gewibtt werden." Zu Tit. 14 deffelben Kapitels bean-

t Ueber die Anträge der Abgeordneten Bernhardt und ttJ*: [ Genoßen und des Abgeordneten v. Meyer (ArnSwalde) f«n11 wirb die verstärkte Budgetkornmisston demnächst Bericht er

o statten. Der Antrag der Commission lautet: DaS Abge

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tragt der Abgeordnete Knörcke:Die königliche Staats- .

tegitrung aufzufordern, eine gesetzliche Regelung der Pen-Iden Erklärungen Pertew Effendi's würde der hier amti- stonsverhiltniste der Elementarlehrer nach Maßgabe berje«, titenbe Konsul mehr die Funktionen eines politischen Auf«

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Vieh-, 1 x .

MiMtgen nimmt entgegen: ^Expedition d. Blatte«, ait die Annoncen-Bureaux Xb. Dietrich & So. in .fid und Hannover; Th. Uftich in Frankfurt a. M.; -«lenstem & Bögler in