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Marburg, Donnerstag, 15. Februar 1877.
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Licht!" — Die Verfastung und die Staatsgeheimnisse rc. rc
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schon aus den Kapitelüberschriften wieder: Schwäche
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Das Buch hatte laut der vom Februar 1877 datirten Vorrede schon 1876 erscheinen sollen, um den neuen Artikel 196 deS italienischen Strafgesetzbuches zu bekämpfen, der aus Anlaß von Verletzungen des Staatsgeheimnisses eigens geschaffen worden ist. La Marmora richtet seine Pfeile hauptsächlich gegen die Minister Minghettt und Visconti Venosta, welche sich im Jahre 1873 bei der An Wesenheit Viktor Emanuels in Berlin diesen Strafgesetze Paragraphen von dem Fürsten Bismarck hätte« oktroytren lasten. Den Feinden des deutschen Reiches werden die Ausführungen deS Generals stcherlich willkommen sein. La Marmora's neue Publikation wird jedenfalls nicht weniger Staub aufwirbeln, als „Ein wenig mehr Licht!"
Jrgmd welche neue Nachrichten von Belang über den gegenwärtigen Stand der Orientangelegenheiten liegen nicht vor. Es fei hier nur kurz erwähnt, daß die serbischtürkischen Friedensverhandlungen gute Fortschritte zu machen scheinen. In Konstantinopel ist die Ruhe und Sicherheit doch nicht eine so vollständige, wie in einem Telegramm versichert wurde. Man telegraphirt von dort dem N. W. T. 10. Februar: „Der Sultan hat einen Theil der Truppen aus Batum, Erzerum und Sinope hierher beordert. Die hier garnisonirenden Regimenter des ersten Korps werden, wegen ihrer Unzuverlässigkeit, nach Klein-Asien verlegt werden. Der Kriegsminister Redif Pascha soll abgesetzt werden. Abdul Hamid will mit einem ihm ganz ergebenen General diesen Posten besetzen. Die Verwaltung soll durch gehendS den Alttürken anvertram werden. Die Jungtürken werden aus allen Aemiern entfernt."
thränenfeucht.
„Nun, nu, nul* schrie Herr Pyk; „was Seid Ihr verblendet? Verwechselt Ihr den der Nichte?"
Quint zog sich zurück — der Fels war
Herzen--
„Ich habe mit meiner Schwester", fuhr
mit ihrer Tante kommt dann zu mir; der Herr Pfarrer und der NotariuS mit einigen Zeugen speisen bei mir. Die Verlobung gebt vor stch, und dann ein- für allemal in der Kirche verkündigt . . ."
„Ich bitte Euch," unterbrach ihn Quint, und rückte auf seinem Stuhl voll Unruhe durch die Stube, „ich bitte Euch, fein langsam, nur langsam; Ihr redet zu viel 1 Ihr wollet zu viel und wollet zu schnell. — Sonntag, Verlobung, Pfarrer, Gastmahl, NotariuS, Verkündigung . ."
„Halt 1" schrie Herr Pyk, „da seid Ihr links. — So etwas muß schnell abgethan sein, ich sage schnell, doch in aller Ordnung. ES giebt Dinge in der Welt, die wüsten schnell genommen sein, wenn'S gut damit gehen soll, z. B. eine Arznei, eine Batterie, eine Fra«. Ebenso Taufe, Heirath und Begräbniß. Das sind drei Kapitel unseres Lebenslaufe«, oder Titel zum Kapitel, die sich um so schöner ausnehmen, je bündiger sie sind. Durch die Taufe ent« sagen wir dem Teufel, durch die Hochzeit dem alten Adam, und durch dm Tod allm Thränrn und Sorgen. Amen.
^flußfastung vorzulegm.
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mögen und ist ein gutes Kind. Der Himmel hat'ö gewollt, daß er Euch zu mir führte, daß ihr früher mit ihr zusammentrafct, als ich dachte. I tzt ist es im Reinen. Da habt ihr meine Hand darauf."
Herr Quint war außer stch. Er ergriff die Hand des »ackern Pyk; er warf stch um deflea Hals; er küßte ihn mit Inbrunst und Heftigkeit, und seine Augen wurden
behufs Feststellung eines angemeffenen Verkaufspreises zu ermitteln, und daß die eigentlichen Verhandlungen mit dem Reich erst dann eröffnet werden sollen, wenn alles auf diese Hauptfrage bezügliche Material klar und übersichtlich zusammengestellt sein werde, so, daß man erkenne, daß weder Preußen Schaden erleide, noch daS Reich übervor- theilt werde. — Die Kommission deS Abgeordnetenhauses für die Agrarverhältniffe wird demnächst über mehrere Petitionen, in welchen beantragt wird, Maßregeln zu treffen, die der zunehmenden Vermehrung deS Schwarzwildes und der dadurch herbeiqeführten Beschädigungen der Feldfrüchte entgegenwirken, mündlichen Bericht erstatten. Der Antrag der Kommission geht dahin: DaS Abgeordnetenhaus wolle beschließen: Die königliche Staatsregierung in Aufrechthaltung deS BeschluffeS vom 1. Juni 1875 aufzufordern, dem Landtage in nächster Session eine Gesetzvorlage zu machen, wonach das Schwarzwild unter die Kategorie der schädlichen Raubthicre gesetzt werde, welche Jeder auf seinem Grundstücke erlegen darf, mit der Berechtigung, die erlegten Stücke zu behalten und für stch zu verwerthen. — Der Entwurf eines Gesetz S betreffend die Theilung der Provinz Preußen ist dem Abgeordnetenhause gestern zugegangen und liegt bereits heute gedruckt vor. — Das Gerücht, wonach d e Regierung den Landtag zu schließen sich beeilen würde, sobald der Etat durchberathen ist, wird von gut in'ormirter Seite bestätigt. Ein längeres Nebeneinandertagen de« Landtags und des Reichst igS würde die Arbeiten beider Parlamente in ihrem Fortgänge hemmen. ES würde aber eine solche Hemmung für den Reichstag um so empfindlicher sein, als demselben zu seinen EtalSberathungea ebenfalls die Zeit sehr sparsam zugemeffen ist.
Leipzig, 8. F.br. Roch ehe die formelle Vorlage des Reichskanzleramts über den Sitz des künftigen ReiLS- GerichtS an den BundeSrath und fast gleichzeitig in die Oeffcntlichkeit gelangte, hatte die hiesige „Gemeinnützige Gesellschaft" diese für L-ipzig so wichtige Frage auf ihre Tagesordnung gesetzt und nach einem eingehend n Vortrage des Reichs - OerhandelSgerichtS - Anwalts Sachs und einer daran sich knüpfenden kurzen Debatte einstimmig eine von Ersterem vorgeschlagene Petitton an Rath und Stadtverordnete, Behufs ihrer schleunigen Intervention in dieser Sache bei der Regierung, beschloßen. Die betreffende Petition ist seitdem an den Stadtrath abgegangen; der Stadtrath hat stch derselben vollständig angeschloffen, und das Gleiche haben in ihrer gestrigen Sitzung einmüthig die Stadtverordneten gethan. DaS Petitum an den Stadt- Rath lautet: „Derselbe wolle in Gemeinschaft mit dem
Herr» Q«i»t's Brrlabung.
Humoristische Novelle von H. Zschokke.
(Fortsetzung.)
Der General La Marmora hat wieder ein neues Parn- 64$jkt erscheinen laffen; rS führt den Titel: „Die Staats 9Ächttmniffe im konstitutionellen Regiment" und ist in Florenz ^tchhieven. Sein Inhalt, der in zwei Bände zerfällt, spiegelt
„Ihr habet wohl Recht!" entgegnete Herr Quint und io Antlitz brannte. „Ich fühle auch, daß Ihr wahr
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, .....der Oheim
fort, „ein langes und breite« Gespräch geführt. Sie ist mit der Partie wohl zufrieden. Ich liebe das Kurze und Bündige. Uebermorgen haben wir Sonntag. Bätely
' ~ ' Preis für das Quartal mit der wScherUlichen Beilage „JlustrirtrS komttagrtlatt" durch die Spedition (Ko ch'fche v.vuiuf e« VVI.UUH« des Deutschen Reiches s Mark 50 Pf«, (exl. Bestellgebühr). — JnfertionSgebühr für die gespaltene geile 10 Pf«. Für in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pf«, berechnet.
1,50 b. — 6
fereS Ministers (Mtnghetti) — Uebergewicht des deut
» Reichskanzlers — Verfolgung der preußischen Agenten I SS!- Vorgehen deS italienischen Minister« in der Kammer.^
sowie die Annoncen-Bureaur von <S. L. Daube & So. in Frankfurt -. M.: JSg-r>sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Rete- ♦ meyer in Berlin; Sarl Schüß-
ler in Hannover; 5. Schlotte in Bremen.
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l — t Rachbar, daß . . . erinnert stch Bätely, daß X- B joSte sagen, glaubet Ihr, daß Eure Nichte —, 60 B ht dabei lediglich auf Eure Freundschaft an . . .
'L'r Euch nur offenherzig gestehen, denn wozu hilft mir 75 9 vor Euch alle« Verstellen, denn heraus muß e« doch _ B. udval . . /
--Heber die bevorstehende Eröffnung de« Reichstages wird, uf e gewöhnlich, auch jetzt wieser viel Voreiliges durch die 1 p tr reffe verbreitet. Man will schon bestimmt wiffen, daß [33 t zxaiftr in Person die Thronrede verlesen, und daß ttether st eingehende Aeußerungen über die auswärtige Politik " galten werde. Bekanntlich ist eS aber nicht üblich, schon frühzeitig über die Art der parlamentarischen Eröff- unteinfl«feier feste Beschlüsse zu fasten, zumal da doch auch en bek persönliche Wohlbefinden des Kaisers dabei entschei- fab ist. Und was die auswärtige Politik betrifft, so ist "baue e Situation gegenwärtig in so stetigem Fluß, daß man ch in berufenen Kreisen unmöglich schon jetzt wiffen m, ob eS zur Zeit der ReichStagSeröffnuvg angänglich _ i werde, die auswärtige Politik zum Gegenstände aus- «affr sicherer Auseinandersetzungen zu machen.
-----bet; aber schwer ist'S heul', ein braves Mädchen zu fin- 4 109 welches zum Altar durch'« Herz des Mannes gezogen ,80 b. üd. — Und ich kenne kein Mädchen, mit dem ich glaube ,25 b.; Üiklich werden zu können, al«, offenherzig gesprochen — 2'50 & - eben Eure schöne Richte, Jungfer Bätely." 600. hatte beim letzten Worte den Athem verloren.
• Deutsches Reich.
Berlin, 13. Febr. Die Konferenz über die Tarif rrform, welche von allen deutschen Eisenbahnen beschickt ist, wurde gestern im Saale deS Architektenvereins eröffnet. Den Vorsitz führt der Ministerial Direktor Weishaupt. — Der Entwurf eines PatentgcfctzeS, wie er dem BundeSrath vorgelegt ist, beruht im Wesentlichen auf den Ergebnisten der Verhandlungen mit den Sachverständigen, weicht aber in mehreren Bestimmungen von dem ersten Entwurf ab. Während derselbe nur 34 Paragraphen umfaßte, enthält der neue 40. — In einer Sitzung der EisenbahnetatS- gruppe deS Abgeordnetenhauses hat auf die Bitte um Aus kunft über den Stand der Verhandlungen, betreffend den Ucbergang der preußischen Staatsbahnen an das Reich, der RegierungSkommistar, Ministerial-Direktor Weishaupt, er-
darf nicht glauben, nicht hoffen — Bäteiy kennt mich ja nicht!"
„Pah! da geht Ihr irre! Sie kennt Euch längst!" rief lachend Herr Pyk. „Weiberlein haben Luchsaugen, und ihnen ist die Gestchtskunde angeboren, wie den Bienen die Pflanzenkunde. Ihre Blicke, die sie in aller Beiläufigkeit auf den Mann werfen, find wahrhafte Leuchtkugeln, die ihnen unser AllerinuersteS zum Hellen Mittag machen. Ihr erstes Unheil, welches sie über uns fällen, ist daher auch immer das richtigste; die guten Kinder sind nachher meistens zu bescheiden, daß sie unfern Worten mehr glauben, als ihrem AhnungSsinn. Zum Beispiel: Bätely hat Euch geschildert und konterfeiet, wie eine fünfzigjährige Bekanntschaft."
„So, hat sie von mir gesprochen?" fragte Quint mit angenehmem Erstaunen.
„Ei, so redet doch, wie Ihr denkt; — habt Jhr'S denn dem Bätely nicht angesehen, daß eS durch Euch halb verwirrt worden? Sie hat es zwar abstreitcn wollen mit aller Gewalt, sie denke nicht an Euch, aber sie hat bis zum letzten Augenblick, da sie heim ging, von nichts als Euch gesprochen, und um nicht» als Euch gestritten. — Bei ihrer Tante macht sie e» zweifelsohne kein Haar bester. Die Tante hat'S ihr auf den Kopf zugesagt diesen Morgen: du bist verliebt! und ich habe hinzugesügt: er ist'S desgleichen!"
„Um GotteS willen I" schrie Herr Quktt, und war außer sich; „was habt Ihr gethan? Ihr macht mich elend. WaS wird Bätely von mir denken?"
„Narrenposten l" entgegnete der Oheim; „was wird sie den km? Ihr seid, wie fich'S gebührt, wird sie denkm, und das ist ihr schon gelegen. — Und ich gestehe eS Euch, ihr jungen Leute seid mir lieb. Es ist ein Plänchm von mir gewesen, euch zusammm zu bringm. Und würdet ihr einander gefallen haben, so hält' ich den Handel gleich in Richtigkeit gebracht. Bätely hat dn ganz artiges Ber-
Herr Pyk lachte schelmisch. — Er zündete die Pfeife '—[.bM einmal an und sprach: „So schnell?"
" Quint bückte sich und hob ein Papierschnitzel vom Bo- ® auf. — Der Rubikon war überschritten; rückwärts »rste er nicht mehr gehen.
«Hab' ich'« doch wohl bemerkt!" setzte Herr Pyk seine » "de fort. „Das Mädel und Ihr — Ihr seid keine Ko- 50 b. ßidianten, sonst müßtet Ihr Euch bester verstellm. Ihr wie verhext, Beide verh-xt — daS hatte ich auf den >7" Mm Blick. Kurz und bündig, Alle» zusammen genommen Quint unterbrach ihn: „Meinet Ihr,
In der von uns bereit» erwähnten, am Sonnabend in In stattgehabten Versammlung der Vertrauensmänner der adwirthschaftlichen Centralvereine, deS Handels und der eu ei* idustrie wurden einstimmig folgende Resolutionen gefaßt: e Anwesenden erklären: 1) daß angesichts der wirth- :rde i Etlichen Gcsammtlage Deutschlands, wie sie stch thcils Mich, theil« auch zur Zeit herauSgcbildet hat, eine jderung der staatlichen Austastung mancher wirthjchaft- jn Verhältnisse geboten ist; 2) daß bei gründlicher fcfung der einwirkenden Faktoren eine Solidarität zwischen ldwirthschaft, Industrie und Gewerbe unverkennbar und Salb eine in Angriffnahme der Vertretung der gemein- un Interessen dringend und eiligst geboten ist; inöbeson- e mit Rücksicht auf Sie bevorstehenden Handelsverträge,
■Ommt äriAänt täglich außer den Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. [33 r Buchdruckerei) bezogen Mark, durch die Postämter be
— B. „Ei," rief Herr Pyk, „so lastet mich doch nur auS- Ich betrachte da» Ding wie eine abgemachte, vol-
',40 ► Wdete Sache."
_ g, «Desto bester!" sagte Herr Quint. Ihr seid fein, und 3b b»??* wohl in der ersten Stunde, daß ich Euer Bätely —-*vavrsprechlich lie$ hatte . . . allein, liefet Himmel, ich
Die öffentliche Meinung Italiens über „Ein wenig mehr! widert, daß die preußische Regierung gegenwärtig noch da- • mit beschäftigt sei, den genauen Werth der Staatsbahnen
- und Eisenbahntarife; 3) daß die Formulirung be- ntcr Anträge im Sinne der ad 1 unb 2 aufgcfaßten ärungen nur in einem kleineren Kreise befriedigend zu l ist und zu diesem Zwecke der Zusammentritt der u-vtfert bet verschiedenen wirthschaftlichen Gruppen gewünscht 95 |rt>, Ferner wurde beschlossen, die Resultate dieser Be Mtthunzen dm weitesten Kreisen der Interessenten zur Be-
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Lütgen nimmt entgegen: c-, a ngäebitto* d. Blatte«, ■ie die Annoncen-Bureaur ‘ietrm i Th. Dietrich & So. in
M und Hannover; Th- wlech, in Frankfurt a- M.; tU aßi Mfenftein & Bögler in «ntfurt a- M, Berlin, Leiv- eben L Mn rc; Rudolf Moste pjj । Berlin, Frankfurt a. M. rc.