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Marburg, Dienstag, 13. Februar 1N7.
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Honen und Aufhebungen der Zölle, ins Ausland getriebenen! türkisch zu sprechen versteht. Ist das nicht außergewöhnlich? Arbeit, für die wir jährlich Hunderte von Millionen an Und wird man noch immer wagen zu sagen, daß die Türket die Gewerbtreibenden Englands, Belgiens und Frankreichs schlecht regiert sei?* „Dann (sagen die „DsbatS") hat befahlen, müssen wir jetzt in Winterszeit Straßen-, Eisen- er an allen finanziellen und ökonomische« Kommissionen
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msead Bergarbeiter entlasten und weitere bedeutende Ent- jenige Christ zu sein, welcher am besten Türkisch versteht." Ä jungen stehen bevor. An Stelle der durch die Reduk >Nun sagt der „Nord": „Sin türkischer Minister, welcher
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Wie man vom Rhein schreibt, war für Sonnabend »ch dem Hansasaale des Rathhauses zu Köln von den stden Präsidenten der landwtrthschastlichen Vereine von Malen und den Rheinlanden sowie hervorragendenMännein krschiedener Berusskiaffen eine Versammlung zunächst der tiger der Gewerke, wozu entschieden auch Land- und nstwirchschaft zu rechnen sei, berufen worden, um eine Mische BafiS zu gewinnen, aus welcher alle Gewerke isammen gehen können, um die Mittel zu suchen der noch ns intensiver auftretenden allgemeinen wirthschaftlichen -lamität entgegen getreten. Man erwartet auch zu dieser ersammlung hervorragende landwirthschaftliche Vertreter ft Provinz Hannover. In einem Citkular, welches von stm Somit e Industrieller der beiden westlichen Provinzen Isgcht und eine praktische Förderung bet Interessen der ««Olafen Arbeit anregt, wird die Lage am Rhein, welche »ch zu jener Versammlung Anlaß giebt, in folgender fielst geschildert: „WaS seit Iahten gefürchtet und prophe wurde, waS seit Monaten vorherzusehen war, ist ein- eireten; eS vollziehen sich vor unseren Augen die äußersten vnsequrnzen einer unerhörten, durch eine höchst Unglück che Handelspolitik bis zum Unerträglichen verschärften Die milde Temperatur der letzten Wochen war er Tropfen, der ben vollen Sinter überlaufen ließ und die lohlenbergwerke, die letzten lohnenden Arbeitsstätten un tret Gegend, zu bedeutenden Reduktionen der Betegschasten «r der Arbeitszeit nvthigte. Zn einem verhältnißmäßig idhtn Bezirk sind im Laufe der letzten Monate über fünf
Anzeige» nimmt entgegen: MeeäeMtb* d. Blattei sowie btt Amwncen-Bureauk von ®. 2. Daube & 6o. in
bezahlen, müssen wir jetzt in Winterszeit Straßen-, Eisen- »ahn unb Kanalbauten sorciren, nur um ben Hunger fern ju halten von bet Hütte auch des fleißigen Arbeiters und um die Sicherheit unserer Städte und deS platten Landes
theilgenommen, die in ben letzten Iahten gebildet worden lud." „Wahrhaftig (entgegnet „Nord") ein schönes Anrecht auf Ruhm! Man kann nichts anderes sein, als ein vortrefflicher Minister, wenn man theilgenommen hat an den Maßregeln, welche getroffen worden sind, um die türkischen Finanzen in die brillante Lage zu versetzen, in der
ie sich befinden."
In der orientalischen Frage befinden wir unS äugen« »llcklich wieder in einer Vorbereitungsperiode, in welcher bet öffentlichen Meinung baS biplomatische Material zur weiteren Beurtheilung bet Lage bekannt gegeben wird; man will daraus wohl neue Kraft für die fernere diplomatische Aktion gewinnen. In diesem Sinne ist wohl die Veröffentlichung bet biplomatischen Aktenstücke durch England auf- znfaffen, und denselben Zweck soll wohl auch die Veröffent« lichung des türkischen Rundschreibens dienen. Auch von Paris ans wird die Publikation diplomatischer Schriftstücke in Aussicht gestellt. Neue biplomatische Schritte stub nicht bekannt geworben, es scheint auch, baß bie Mächte, nach bem inzwischen eingetretenen Wechsel im Großvezirat, sich nicht beeilen werben, bas russische Runbschreiben schnell zu beantworten; jebe will abwarten, wa» die anderen thun.
Die „Köln. Ztg." meldet auS Wien: Savfet Pascha erließ ein neue« Rundschreiben an die Vertreter der Pforte im AuSlande, welches mittheilt, daß aus Befehl deS Sultans die Wahlen znm Parlamente und der Zusammentritt des letzteren beschleunigt werden soll.
»kik die Annonceu-Bureaux EJS- Dietrich & So. irr Urf unb Hann»»«; X» ‘Enifc in Frankfurt a. SR.;
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nicht zu gefährden."
Der Brüffeler „Nord" fährt in seinen höchst ergötz- ichen Kommentaren zur Tagesgeschichte — die unleugbar mit Witz und Verstand geschrieben find — fort. Heute geißelt das belgische Blatt die Manier französischer Blätter, neu austauchende Sterne am politischen Himmel der Türkei zu glorifiziren und in deren Glanz immer nur einen R-flex der französischen RuhmeSsonne zu erblicken. Wir heben folgende« pikante Stück aus den Erörterungen des „Nord' heraus. Da« Pariser „Journal de« DsbatS" schreibt: „Destk-Sffendi, der Präsident der künftigen Deputirten« kammer, ist eine Persönlichkeit von sehr hoher und sehr bemerkenöwerlher Gelehrsamkeit. Zu ben Zeiten bet syrischen Affairm war er Botschafter in Paris. Er spricht und schreibt ein vollendetes Französisch, ebenso Englisch und hat gründliche Studien in den klassischen Sprachen gemacht. Man betrachtet ihn in Konstantinopel als eine lebendige Bibliothek, weil er über alle Gegenstände äugen« blicklich Ausschluß zu geben vermag, mit einer nahezu unfehlbaren Treue de« GedächtniffeS und Sicherheit der Jn- fotmatlon. Er hat einige Stücke von Molisre ins Türkische übersetzt u. s. w." Dazu bemerkt der „Nord": „Meherned Ruschdi, der frühere Großvezier, ben bie „DsbatS" in Verbacht haben, an bem Sturze Mibhat's theilgenommen zu haben, unb ben sie mit ihrem ganzen Grimme überschütten, hat für seinen Theil den „Telemaqne" übersetzt. DaS hat man vor einigen Monaten gesagt. Heule ist ein Uebersctzer be« Molivce an ber Reihe. ES scheint, daß die Mehrzahl der tü kischen Staatsmänner eine „Traduktion" von dieser Art in ihrer Bagage hat. DaS nimmt sich gut anS in ben Artikeln, welche ihrem Auftreten gewidmet sind. Gewiß ist, baß zwei Monate später die „Traduktion" vollständig vergeffeu ist. Wir begegnen einem neuen Han delSrninister. „OhanneS - Effendi - Tfcharniisch" (sagen die „TöbatS") ist ein armenischer Katholik, welcher einer der ersten armenisch - katholischen Familien in Konstantinope angehört unb er ist einer ber Häupter bet anti-haffunistischen Partei ... Er spricht unb schreibt Französisch mit einer bemerkenSwerthen Leichtigkeit unb ist dafür berüchtigt der- 1___k- fFt.-IQ am U1m kM«f4ia«< Am fiaftan firFtiik harftokf **
»ages»ericht.
Die „Norbd. «Ogern. Ztg." schreibt: Der Kaiser hielt । oer gestern stattgesundenen Einführung beS Prinzen «Helm in den aktiven Militärdienst eine längere hochbe- utfame Ansprache, welche auf alle an dem feierlichen Akte «heiligten den tiefsten Eindruck machte und in den be« fffenben Sphären lebhaft commentirt wird. Der Wort st ber Ansprache soll, bem Vernehmen nat, ber Oeffcnt- bleit nicht vorenthalten bleiben. Der Kaiser entwickelte rin ein Bild der Wirksamkeit dcS preußischen und be« Men Heere«, vom großen Kurfürsten an bi« in bie jwfie Zeit, dabei die Grundsätze andeutend, welche dem Michr in die Armee tretenden Enkel für diesen Theil brr Lebensaufgabe voranleuchten sollen. In der richtigen larbigung be« scheinbar Kleinen liege bie Bürgschaft für K Große, das sei die Richtschnur für die preußische Ar itt gewesen unb soll es auch bleiben.
Deutsche» Reich.
Berlin, 10. Februar. Der „St.-Anz." schreibt: Zur Beleuchtung der bei Verlustsällen von Briefe« so häufig gegen die Postverwaltung erhobene« Beschuldigungen ist erst kürzlich in diesen Blättern über die Unterschlagung einer großen Anzahl von Briesen durch einen HandlungS- lehrling in Bielefeld Mittheilung gemacht worden. Schon wieder ist ein ähnlicher Fall in Erfurt vorgekommen. Auch hier hat ein für durchaus zuverlässig gehaltener Lehrling Monate hindurch unbeargwohnt die ankommende und abgehende Korrespondenz seine« Hanse« in solchem Umfange unterschlagen, daß nach seiner Verhaftung noch mehrere Hundert unterdrückter Briefe bei ihm vorgefunden wurden. Der Verdacht hatte fich auf ben jugendlichen
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Krt o. M. , ISaer'scht nbtung in Frankfurt a. M.; Jnvalibendank, A. Stete- ♦ rneyer in Berlin; Carl Schütz- (et in Hannover; 6. Schlotte
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täaTiZ außer ben Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage ,,JIuNrtrte» k»nnta«»blatt" bmch dieAfpedttion (K0ch fche M durch bie «Nutte? de« Deutschen Reiche- 8 SO Vf,. »estellgeb^r). - für die gespaltene Zette 10 Vf«.
Für in der Expedition zu ertbetteade Au-kunst unv Annahme von Adreffen werden 8a Vf«, berechnet. ________________
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Herr» Quint's Lerloiumz.
Humoristische Novelle von H. Zscholke.
(Fortsetzung.)
„Er hat auch Blumen in seinem Garten," dachte sie, »und wie man sagt, soll e« ein schönet Garten sein."
Ihre Hände sanken in den Schooß auf die kühlen Llüihen hin; ein zitternder Seufzer hob langsam ihren Vustn.
Unwillkürlich, denn wer nimmt sich dergleichen vor? ^dachte sie fich die Hausfrau da drüben unb meinte: bie derbe bann auch für bie Küche pflanzen, wie für die Äugen. ~ Die Lage ber HauSthür, der Fenster, beS Schornstein« tot ebn ihr phystognomisch ba« Innere deS Wchngebäude«, ba« Veihäliniß bet Zimmer unb Kammern, ber Küche be« Keller«, ber Treppen und Säle. Da, meinte sie, sei doch viel zu putzen und zu schmücken; schön wäre e«, Winter unb Sommer schneeweiße Vorhänge vor den Fen Imi zu haben, denn sie zieren auch von außen ba« Hm«. Und b<6 Abends im Sommer muffe man in einer heiteren ®artenlaube zu Nacht speisen, unb im Winter sollte das Bübchen, mit Aussicht gegen bie Landstraße, gewärmt »erben; ba nüffe auch da« Klavier stehen. Herr Quint tarnte c« trefflich spielen; die Hausfrau würbe bann dazu tat gelben Flach« spinnen.
„Und an wen denkt er?" dachte sie weiter. „O, ich Okiß es wohl, an ihn denkt Manche. Er ist reich, jung tob artig. Daß mich arme« Kind doch immer da« Un« fllüj »erfolgen muß! Wäre nut ba« Tisch uch nicht ge- ’fcfa’l Wie «ar ich doch so ungeschickt! Ich werde mich pitlebm« schämen. Nie darf ich die Augen wieder zu ihm Aufschlagen. — Aber wahr ist'« doch, er warf zuweilen freundlichen Blick auf mich; einen Blick so wunber- i"’1» so hell unb durchdringend, daß ich ihn kaum ertragen ttume. und ich möchte viel darum geben, zu wissen, wa«
er zum Oheim Pyk gesagt hat. — O der Oheim, ich kenn' ihn gar wohl. Glaube -hm nicht«, atme« Bätely, et hat dein nur gespottet. Mag ein so reicher Mann, ein so glücklicher, den Alle lieben, an dich arme«, unwissende« Mädchen denken? Er soll ein gelehrter Herr sein, er wird sich eine gelehrte Frau nehmen, vielleicht ein Mädchen au« ber Stabt. Denn bu bist sein nicht würdig. Unb er kennt dich nicht, — hat dich seit vorgestern gewiß vergeflen."
Mit diesen Worten fiel eine ägyptische Nacht über ihre Träume.
Sie faltete die Hände zusammen, streckte fle mit weh- müthigem Blicke gegen da« Wohnhaus des Herrn Quint und sprach (denn sie glaubte sich unbelauscht) mit bebender Stimme. „Ach! Herr Quint . . ."
Herr Quint in seiner glückseligen Verborgenheit hatte, obgleich unter tausend Besorgnissen wegen seiner schlechten Haltung, mit Vergnüge« die Geliebte gegenüber gesehen. Er war voller Entzücke«. Aber als fle bie schönen Arme gegen seine Wohngegenb hinstreckte, unb al« über ihre kleinen Purpurlippen der verrälherische Seufzer: „Herr Quint!" hinflog ... da riegelte sich der Himmel vor ihm auf; ba wollte er zu Bätely'« Füßen; nie lächelte ba« Glück holder; er breitete ihr seine Arme entgegen, unb . . .
Mit bumpfem Geräusch lösete sich unter ihm ber Kiessand; der lockere Bode« rollte piaffelnd hinunter; Herr Quint unaufhaltsam, mit Allem, wa« ihn au« bem Mineral reiche umgab, verzweifelnd nach. Er fluchte unterwegs; vergebens. ES hätte ihm nicht geholfen, wenn er auch mit größter Andacht gebetet haben würde. Die Gefahr ward ärger, al« je. Erd' und Schult rollten ihm, ba die Grundlage gewichen, von oben her saufend, nach, und drohten ihn zu begraben, ör sah besorgt hinauf, hinunter. E« blieb keine andere Maßnahme, als dem Willen des Verhängniffe« zu folgen, und die Reise in die Tiefe zu vollenden. (Forts, folgt.)
Silber -MSchr».
Sine Dorf-Novelle von Rudolph Wellnau.
(Fortsetzung.)
„Na," sagte freundlich lächelnd da« holde Mädchen, „da« kannst Du thun, Du mußt mir aber versprechen, nicht auf dem halben Wege umkehren, sondern ganz mit mir zu kommen."
„O gewiß liebe- Mädchen," tief der glückliche Bursche entzückt auS, „ich folge Dir bi« an« Ende der Welt!"
„Na, na," sagte ba« liebe Mägdelein schelmisch lächelnd unv drohte dem Geliebten mit ihrem Lilienfinger, „versprich nicht zu viel, mein Freund, wer weiß, ob e« Dich nicht gereut!"
„Nimmermehr!" versetzte mit fester Stimme der Bursch und legte die Hand aus'« Herz.
Da« junge Mädchen nahm jetzt den jungen Burschen bei ber Hanb unb führte ihn in eine Gegend, wo gar kein Dorf log. —
Der volle Silberschein de« Monde« ergoß fich zwar in lichten Strömen und erhellte Alle« ring« umher, aber ber junge Sch äset erkannte die Gegend nicht, sie erschien ihm vollkommen fremd unb er fragte feine Begleiterin bald sehr ängstlich, ob fle denn auch den rechten Weg kenne und wiffe, ihm komme e« vor, al« müßten sie sich verirrt haben.
„Nein, nein," antwortete sie zuversichtlich, „komm nur mit mir unb fürchte Dich nicht; ich werde Dich schon den rechten Weg führen.
Sie gingen immer weiter über Wiesen unb Felder und tarnen endlich an einen See, wo ba« Mädchen von ben Weden, die am Ufer standen, eine Gerte abbrach unb bamit dreimal auf ba« Wasser schlug.
Al« man endlich damit zu Ende war, beschäftigten sich Beide in dem Gärtchen vor dem Hause unb brachten bie herrlichen Abende in ba prachtvoll schimmernden rochen