XII.
Marburg, Freitag, 9. Februar 1877
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^^beint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „Jluftrirte» LamttagSülatt" durch die Sxpedition (Koch'fche *IW Buchdruckerei» bezogen 2i Wort, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf,. (e$(. Bestellgebühr». — JnfrrtionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf».
Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf«, berechnet.
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„Wo der lahme Gottlieb nur bleiben mag?"
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«nsasiungSgesetz vom 27. Januar c , 1U0U «kozchordnung vom 30. Januar und schließlich die Straf-
Lrrzeßoidnung vom 1. Februar.
ysfig mit 93 Zöglingen. Durch den Staatshaushalts ot des Jahres 1877/78 sind vorgesehen: 108 Lehrer- Lehrerinnen - BtldungSanstalten mit 8963 Zöglingen, igltche Präparanden-Anstalten sind vorhanden 27. Die der in denselben befindlichen Zöglinge beträgt ca.
2219 Zöglingen) Hierzu kommt die dem Ministerium ittelbar unterstellte Lehrerinnen - Bildung« - Anstalt zu
schäft seiner Tage noch nicht ganz hinter ihm lag. — Acht' undzwanztg Jahre alt! — ein schönes Alter. Noch zehn Jahre machen achtunddreißig. Auch noch nicht so fürchterlich. Roch zehn Jahre, dann achtundvierzig l — „£), Bätely, Bätely, da weht der Winter das Laub ab, und die Säfte versiegen, und die Zweige verdorren."
Er hatte sich wirklich zierlich gekleidet, über Gewohnheit. Schwarzseidene Unterkleider und ein meergrüner
Hier blieb kein Zweifel weiter. Herr Quint legte eS einen Herzentsturm an.
Alle seine Hausleute verwunderten sich deß; besonders
Entwickelung der Parteiverhältnifle sich als vollkommen richtig und wohlbegründet erwiesen haben. Es darf der „Prov.-Corresp." überdies zur Beruhigung gereichen, daß das Schlimmste, was man ihr nachzusagen gewußt hat, der Abdruck einiger Artikel aus zwei der bedeutendsten liberalen Blätter war. Wenn die Mittheilung derselben zur Kennzeichnung der Parteistellungen im betreffenden Augenblicke zu dienen schien, so ist doch nicht zu verkennen daß der Ton, wie er damals unter den liberalen Blättern herrschte, gegenüber der Haltung, welche man von der „Prov.-Corresp." zu erwarten berechtigt und gewohnt ist, allerdings zu stark war, und daß besonders der Abdruck gewisser persönlicher Angriffe zu mißbilligen war. Während die Fortschrittspartei mit ihrem Widerspruche gegen die RegierunzSpreffe, wie gesagt, grundsätzlich konsequent verfährt, ist dagegen di« Mitwirkung der ultramontanen Partei bei den in Rede stehenden Angriffen nur aus dem rücksichtslosen Walten deS augenblicklichen ParteiintereffeS zu erklären. Unter den Zeugnissen für die unbedingte Nolhrvendigkeit einer RegierungSpreffe steht au grundsätzlicher Bestimmtheit gerade das Wort eines der ernstesten und bedeutensten Führer der katholischen Partei voran, welcher in bewegter Zeit sich dahin aussprach, daß die Regierung durch ihre Unabhängigkeit von den einzelnen Parteien und deren Blättern erst zu einer freien Stellung als Beratherin und Organ der Krone gelangen könne, und daß daher das Abgeordnetenhaus jeder Regierung die Mittel zu bewilligen habe, die unentbehrlich seien, um ihren Ueberzeugungen und Ansichten eine zuverlässige Vertretung in der Preffe zu sichern, auch wenn dieselben den parlamentarischen Parteien nicht zusagen. Der Abgeordnete, der dies aussprach, war der verewigte v. Mallinckrodt, ein Mann, der bei allem Feuereifer für die katholische Kirche doch auch mit politischen Grundiätzen so leichtfertig und frivol nicht umzuspringen pflegte, wie gewiffe feiner Nachfolger in der Führung der ultramontanen Partei.
Pofe«, 7. Februar. Der heutige Termin vor dem KreiSgericht gegen Graf LedochowSki wurde vertagt, weil noch nicht alle BehändigungS > Scheine über Vorladungen eingegangen waren.
Hamburg, 6. Febr. Die erste Synode der evangelisch-lutherischen Kirche im Hamburgischen Staat wird am Donnerstag, den 8. Februar, mit einem Gottesdienste in der Michaeliskirche eröffnet werden. Zunächst tritt äußerlich nichts weiter ein, als eine Erweiterung des sog. Stadtkonvents. Derselbe bestand auS 40 Abgeordneten der 7 städtischen Gemeindevorstände und 2 Präsidiaimitgliedern
tete er und das in einer Weise, daß Alles um ihn her tief gerührt wurde und in höchster Bewegung tief zu schluchzen begann.
Er hatte so seine eigene Art und Weise, das Gefühl der Hörer von der rechten Seite zu packen und die Stute im Dorfe sagten nach dieser Richtung von ihm:
„Der lahme Gottlieb ist doch ein Mordkerl l Der verstehtS und kannS bester, wie der Pfarrer Sonntags auf der Kanzel!"
DaS Allerärgerlichste, waS einer Spinnstube pafstren konnte, war das, wenn der eigentliche Erzähler über die gewöhnliche Zeit hinaus wegblieb und auf sich warten ließ.
Da» geschah aber an dem heutigen Abend, den wir mit unfern Lesern in der Spinnstube zu Trotha verbringen wollen.
DaS Reich- Gesetzblatt hat die Publikation der Reichs -iustiigesktze begonnen. Zuerst bringt eö da» GerichtS- ™ , rr----»..Ute 97 C|fAM„Ar n daun die Civil
Hause geben." Die Andern meinten, es wäre in der Welt nichts unmöglich; und wo es Gelegenheit gab, schielten ste durch Fenster und Thür und durch Hof und Hans ihrem verwandelten Herrn nach.
Herr Quint, welcher weder auf den Glanz der schwarz- seidenen Unterkleider, noch auf die geschmackvolle Form deS neuen Haarbeutels bei seinem vorhabenden Angriff zählte, glaubte sür jeden Nothfall noch anderer Waffen vonnöthen zu haben. — Ein schönes Buch auS seiner Bibliothek, ein duftiger Strauß aus seinem Blumengarten mußten mit ihm. — Beide konnten wenigsten- als unschuldige Gelegen- heitSmacher und Kuppler, Dienste thun.
(Fortsetzung folgt.»
9*. Staat-Unterstützung nicht erhalten.
„Er wird vielleicht über Land zu einem Kranken gerufen worden sein!"
DaS war so eigentlich die Quintestenz aller Bermu- thungen, da der lahme Gottlieb sonst der pünktlichste Kommer war und im Gegentheil lieber eine Stunde zu früh al- «ine Minute zu spät kam.
„Da- wäre aber niederträchtig!" rief Anne-Marie, die Magd deS Silber-Müller-, ärgerlich in ihrer Weise aus.
„Na, na, waS haste dmn, Anne-Marie," entgegnete Jürgen, ein feister Bursche, „thu' nur nicht so grausam gefährlich, Silber Rösel ist ja auch noch nicht da und hat nicht so weit wie der Gottlieb, braucht ja nur die Thür auszumachen, wenn'- kommen will."
„DaS weiß ich selbst, da- brauchst mir »sicht vorzu»
grn Mmmt entgegen: on b. Blatte«,
Herrn Lnint's Verlobung.
Humoristische Novelle von H. Zschokke.
(Fortsetzung.)
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12.
Die ersten Sonnenstrahlen, welche über da- In falbem ust zerronnene Hochgebirge am folgenden Morgen herüber- •ätn, fanden Herrn Quint dem Spiegel gegenüber. Er te hier die unschuldige Bemerkung, daß die Frühling--
beren Nationalität unbekannt ist. In der Gesammtzahl sind 13 Fahrzeuge eingeschloffen, die vermißt werden. Von Dampfern sind 14 untergegangen, und zwar 10 englische, 2 amerikanische, 1 holländischer und einer, deffen Nation» lität unbekannt ist.
Der Sturz de- Großvezier- Midhat Pascha ist eine Thatsache von so großer Tragweite, daß man in diesem Augenblicke die Folgen derselben kaum noch absehen kann. Uebertriebene Befürchtungen braucht man indeß wohl kaum an das Ereigniß zu knüpfen. Die Pforte bedurfte für die Dauer der Konferenz einen energischen und freisinnigen Großvezier. Midhat Pascha mit seiner Constitution hat seine Schuldigkeit redlich gethan, nun kann das alle Regiment L Is Ruschdi wiebec beginnen. Die „Prov.-Corresp." bemerkt hierzu: der bisherige erste Minister, der Großvezier Midhat Pascha, ist vom Sultan abgesetzt und der frühere Botschafter in Berlin, Edhem Pascha, zu seinem Nachfolger ernannt worden. Da der bisherige Großvezier der Urheber und geistige Träger der gesammten inneren und äußeren Politik während der letzten Monate war, so darf sein Sturz als das Anzeichen einer erneuten inneren Umwälzung und möglicher Weise einer veränderten Stellung zur europäischen Politik angesehen werden. Doch fehlm bis zum Augenblicke alle bestimmteren Anhaltpunkte zur Beurtheilung der neuen Lage.
Silhrr-NsSchnt.
Eine Dorf-Novelle von Rudolph Wellnau.
(Fortsetzung.)
Doch nicht allein und ausschließlich lustige Stücklein erzählte er, daß seine Zuhörer bersten mußten vor Lachen, 0 nein, auch gar traurige und tief ernste Historien berich
alte Haushälterin Anne-Marie gerieth außer stch. Wei- haben in solchen Angelegenheiten seinen Takt. Anne- Marie lachte heimlich vor sich hin, und flüsterte Allen vertraulich in- Ohr: „Es wird große Aenderung im
Diese Frage war fast schon über alle Lippen wesenden gegangen und milden verschiedenen Vermuthungen über da- Ausbleiben Gottliebs beantwortet worden.
ÖO. Privat-PrSparanden-Anstalten, welche vertragsmäßig e Staatsunterstützung erhalten, sind vorhanden im Ganzen mit 2247 Zöglingen (zusammen 3347 Zöglinge) Im re 1875 betrug die Zahl der Präparanden im Ganzen 9. Die Zahl ist sonach im Jahre 1876 um 908 ge- jen. Außerdem ist noch eine Zahl von Privat-Prä- S'jsrranden-Anstalten vorhanden, welche eine vertragsmäßige
Die Stunde, mit welcher die eigentliche Unterhaltung beginnen sollte, war bereits vorüber und noch Hauptperson, der lahme Gottlieb, keine Spur
DrulfchkS «eich.
Berlin, 7. Febr. Die „Prov.-Corresp." schreibt mit Bezug auf die Angriffe, welche im Abgeordnetenhause von der Forischrittspartei im Bunde mit den Ultramontanen wider die „RegierungSpreffe" gerichtet worden sind: „Tie Fortschrittspartei handelt grundsätzlich folgerichtig, wenn sie die RegierungSpreffe an und für sich bekämpft; denn d» ihr gesammteS Streben auf Schwächung des Ansehens urtb der Kraft der Regierung gegenüber den parlamentarischen Parteien gerichtet ist, so muß ihr auch daran gelegen sein der Regierung alle Mittel wirksamer Vertheidizung in der .Oeffenttichkeit möglichst zu entwinden. Wenn stch die Schärfe des Angriffs diesmal besonder- gegen die „Prov.- Corresp." gerichtet hat, so hat dieselbe eS durch ihre entschiedenen Bestrebungen gegen die Fortschrittspartei während des letzten Jahres gewiß redlich verdient, — und für die Leidenschaftlichkeit deS Angriffs ist ste durch das Bewußt fein entschädigt, daß jene Bestrebungen, wie auch der Minister des Innern betonte, durch die neueste
Frack. Die Haare wohlgekräuselt, schneeweiß gepudert;
Haarbeutel schmal und zierlich nach der neuesten Form.
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i. Obüt " — Herrn Quint schwindelte, wenn er den Gedanken Wttt spinnen wollte.
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8 25bG-i halben Stunde Aramäisch, als binnen vier Wochen i-P wohlbesetzte Liebeserklärung zu lernen.
Anzeigen nimmt entgegen: die Spedition d. Blatte» sowie bte Amwncen-Bureaux von ®. L- Daube & So. in Frankfurt a. M.: Jäger'fche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Rete- ♦ rneyet in Berlin; Earl Schütz-
let in Hannover; S. Schlotte in Bremen.
Mitten in feiner Seligkeit blieb ihm aber noch eine Me Bürde von Angst und Furcht zu tragen. — ES ließ N unter allen möglichen Voraussetzungen nicht hoffen, ^Bätely jemals feine frommen Wünsche erhören würde; "bm er sühlte lebhaft, daß eS ihm leichter sein würde, in
l877. Hannover 10 (3), Westfalen 8 (1), Heffen-Naffau 6 (1), -rmanr ^„Provinz 13 (8) Im Ganzen also 103 Seminare irt- ait 6945 Zöglingen (gegen 1870 mehr: 27 Seminare bet Äi _u 99,n QÄnurtaynl ftteriu kommt die dem Ministerium
Man steht au- Allem hell und klar Herr Quint stand sich selbst nicht mehr auf dem alten Fuße. Er dachte Aertelstunden über die Verwandlung und die seltsamen, krher nie gehabten und nie gekannten Träumereien nach, ■ ub konnte mit dem besten Willen nicht ergründen, ob er N)t klüger geworden sei, oder närrischer.
Datum nahm er sich vor, seine Gedanken und Einfälle Mu aufzuzeichnen, in der Meinung, er müffe doch auch 50,256. dnmal wieder nüchtern werden, gleich andern seiner ^üder.
J," „Das Mädel geht erst übermorgen nach Hause!" halte l» Nein Herr Pyk sich ziemlich deutlich verlauten lasten. — 2,10 b Daraus folgte ganz natürlich, daß Bätely morgen eine Reise J -*1- blrch bie Länge deS ThaleS, vom Onkel, dem Beredsamen, 8 60b« M wirthlichen Tante machen werde. — Man konnte oo 50 b Eitely unterwegs sehen ohne Mühe, und sie anreden ohne
G. Nicht, und alles Vergangene vergessen machen durch seine fcben, und ihr zartes Herz prüfen, und vielleicht — hoffen
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56 Nach den Statistiken de- „Büreau VeritaS" find im 9«i Nvnat Dezember nicht weniger als 205 Segelschiffe auf ^.„..ler See zu Grunde gegangen. Davon waren der Flagge IZ «ch 63 englische, 23 norwegische, 24 französische, 23 ame- 98 tianifdjc, 20 deutsche, 5 holländische, 5 italienische, 5 dä- chhe, 4 schwedische, 3 österreichische, 2 russische, 1 belgisches, ! brasilianisches, 1 spanische-, 1 portugiesische- und 10,
Die „Prov.-Corresp." schreibt: Nach dem bisherigen Kerlauf der EtatSberathungen im Abgeordnetenhause ist zu besorgen, daß auch diesmal die Session des Landtage- noch in Mar Tage neben der des Reichstages fortvauern werde, t’schei Hoch konnte für den Reichstag mit Rücksicht auf die noth- «eadige Feststellung des Reichshaushaltes vor dem 1. April mg voi Merer Termin nicht angesttzt werden.
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m Auf- Ende des Jahres 1876 bestanden im Königreiche Preußen (03 Lehrer-Seminare, die stch auf die einzelnen Provinzen '„ii folgt vertheilen: Provinz Preußen 1876: 13 (gegen Ä , 1870 mehr: 3), Brandenburg 9 (2), Pommern 8, Posen KW« Schlesien 17 (7), Sachsen 9 (1), Schleswig 4 (1), Mnover 10 (3), Westfalen 8 (1), Heffen-Naffau 6 (1),
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