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xii. Zühlgasg.

Marburg, Donnerstag, 8. Februar 1877.

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Seite wandelte.

Ohne sich zu verwundern, fühlte er, wie sehr sein In­nere» durch da» abenteuer eine» Augenblicks umgestaltet worden war. Alle Grundsätze, alle LieblingSredea, aller StoiciSwu», alle alten und neuen Skribenten, alle Weis­heit hoher und niederer Schulen Alle», wa» bisher Reiz und Werth gehabt, Alles,' worauf er bisher einigen Stolz gesetzt hatte Alle» lag auf die Seite geworfen, wie abgenutzter HauSrath, wie fade» Spielzeug.

,O du schöner, heiliger Rausch!" seufzte er, als er am Abend des Lage» auf der hölzernen Bank vor dem Haufe, im Schatten de» am röthlichen Sonnenlicht spielenden Äa-

der Etatsgruppe hat der Abg. Dr. Solberg (sub- ENS in Braunsberg) folgende Anfrage an die Regi.rung «richtet: Wir viel ist bis dahin auS dem Fond von zwei ' Millionen für katholische Geistliche verausgabt, um ihr Malt auf 1800 M zu erhöhen? Die Antwort lautet: au iShrlichen Zuschüssen behufs Erhöhung des Gehalts 1800 M. ist für die katholischen Geistlichen, welche de» Staatsgesetzen nach Maßgabe der Bestimmungen deS SesetzeS vom 22. April 1875 Folge leisten, im Zähre 1876 der Betrag von 22,969 Mack zur Auszahlung an­gewiesen. ______________

In Konstantinopel hat ein allgemeiner Ministerwechsel stattgefunden. Der eben noch sehr gefeierte Midhat Pa cha hat dem bisherigen Botschafter in Berlin Eohem Pascha Platz gemacht, lieber die Bedeutung dieses Ereignisse» M sich bis jetzt noch nichts Bestimmtes sagen, zumal die Veranlassung dazu noch nicht aufgekiLrt ist und von einer Seite gemeldet wird, daß die Verfassung ruckgLngig gemacht »erben, während nach einer anderen Miltheiiung der Sultan au» Anlaß deS Ministerwechsels die schleunige Durchfüh­rung der durch die Verfassung gewährleisteten Prinzipien dem neuen Großvezier empfohlen haben soll.

Aus Kischenew, 3. Februar, wird telegraphirt: Soeben ist Don Carlos offiziell auf dem Bahnhoie vom Groß­fürsten Nikolaus dem Jüngeren, einem großen Theile des Stabes, dem französischen Militärbcvollmächtigten, dem Gouverneur und den Behörden empfangen worden. Die Prinzen fuhren in Vierspännern zudem itturninirten Quar tiere res Don Carlo», wo eine Ehrenwache von zwei

Henn Quiat'S Berlsbuug.

Humoristische Novelle von H. Zschölte.

(Fortsetzung.)

Herrlichsein, und unsere Gelehrtheit und unser Können? Wir werden nie Götter; laßt uns einfältig, gute Men­schen bleiben. Und die großen Mafien unserer Brüder, sind sie denn glücklich, weil fie viel haben, viel wifien, viel mögen? Gewiß niLt; glücklich sind sie, weil sie sich im Arme glücklicher Täuschungen wiegen. Wa» haben wir davon, wenn wir alle unsere Lust zergliedern? Ist ein Tag voll kalter Untersuchungen einen einzigen warmen Mo­ment deS Genufies werth?

O Bäteiy, Bätely, empfändest du, wie ich! möchtest du eintreten mit deinem Herzen in den Zaubertraum, den du erregtest! Bei dir, mit dir währte er ewiglich. Da» ist nun nicht mehr die Welt, die ich noch gestern sah. Die Halme der Wiese neigen sich, um, BLtelyl deinem Fuß­tritt einen weichen T-ppich zu weben. Da» ist die Gewalt der Schönheit, daß sie immer Königin ist, wo fie ist; daß Alles In der Natur sie anerkennt, fie erwartet, ihr ver­traulich gehört; daß an ihrer Seite die Dinge bester, be­deutender, liebreicher werden."

(Fortsetzung folgt)

DerMeichSanzeiger" bringt die Allerhöchste Vcrord- .«na betnffeub die Einberufung des Reichstags. Nach Su wird der Reichstag berufen, am 22. F-bruar Me« JahrleS in Berlin zusammenzutreten.

Die Publikation der großen Reichs - Justizgesetze steht ..mittelbar bevor. Wie dieNorddeutsche Allgemeine sÜtung" hört, hat der Kaiser das Gerichts - VersastungS- Hrsetz bereits am 27. v. M. vollzogen.

Wie die königliche StaatSregierung auf eine Anfrage Abg. Dr. Röckerüth erklärt, ist bisher der Beschluß die Akademie in Münster zu einer vollständigen Universität zg erweitern, nicht gefaßt worden.

Silber. SttSche».

Sine Dorf-Novelle von Rudolph Mellnau.

(Fortsetzung.)

Die Hebe Geistlichkeit, die mit ihrer llnduldsamkeit dem Volke schon so Vieles genommen, waS oft Jahrhunderte lang tief in demselben gewurzelt, al- eine Hebe Gewohnheit, die eS von den Vätern überkommen und wieder vererbt von Geschlecht zu Geschlecht, hat in unseren Gegenden dem biederen Landvolk auch bi se urgemüthlichen Winter-Abend- Unterhaltungen vergällt und verbittert.

Die frommen Herren fanden in ben Spinnstuben eine Beförderungsstätte der Unsittlichkeit, Frivolität und Un­moral, eine Pflanzschule von Sünde und Aberglauben und mott en in der besten Absicht und löblichsten Meinung die- selben zum Gegentheil, zu Stätten der Frömmigkeit und Tugend umwandeln.

Thallandschast. und den Weg am Strom, und die beiden Freunde erblicken konnte.

Ihr Herz schlug laut. Sie sah den Herrn Quint, und gleichsam von Amts wegen nur ihn.WaS wild er von dir sagen?" dachte sie.O, wie unartig bist du gegen ihn gewesen! Er kann dir» nicht verzeihen, daß du auf ihn fielst. Richt einmal abgebeten hast du. Und nun beim Abschiede so davon zu laufen! Er muß dich verach­ten. Er wird nicht mehr hieher kommen. Du verdienst eS. O Herr Quint, leben Sie wohl! tausend, tausend Mal l Ich habe Sie nicht tränten wollen I Und Sie haben Recht, mir nicht zu verzeihen."

Indem sie so in Gebauten zu ihm redete, waren ihre schönen Augen mit Thränen bedeckt.

11.

Am folgenden Tage sah man Herrn Quint sehr nach- deutend. Die Begebenheiten in der Burg waren nicht von gemeiner Art gewesen. Bätely'» Gestalt, Mienen und Anzug hatten sich seinem GedSchtniß allzu tief eingeprägi. Er wollte sich zerstreuen. Er wollte schreiben und zeichnete Bätelh'S schönen Kopf zwanzig Mal aufs Papier hin; er trat an» Klavier, und alle Saiten hallten ihm unbetannte Stimmen zurück; er besuchte s ine Spaziergänge, und hielt förmliche Unterredung mit Bätely, als wenn fie ihm zur

fegen wollte.

Eure Nichte," sagte er, scheint mir zu zürnen. Viel­leicht mit Recht.Ich bin heut' eine Art Tölpel."

Ach, schwatzet dock nicht so!" entgegnete Herr Pyk; warum denn zürnen? Ich hab'» ihr abgemerlt, das baare, klare, wahre Gegentheil. Aber dazu muß man Er sahrung haben. Und ich sag'S Euch noch einmal, Herr Nachbar, und vergeßt'» nicht; wer die Welt kennen will, muß mehr durch» Schlüfielloch, al» durch die Fern- und EternglLser sehen."

Der Burgherr hatte diesmal gewiß Recht. Bätely hatte kaum bemerkt, daß Herr Quint sich zum gänzlichen Abzüge rüste, als fie an ihrer muntern Stimmung verlor. Sie stand auf, fie wollte unter einem Vorwande sich dem Onkel nähern, um dem Gaste noch einmal nahe zu sein. Aber der Oheim verdarb Alle», indem er fie tief. So sich zeigen wollte fie nicht. ES lag ihr darin etwa» Entwür­digendes, oder fie glaubte, Quinf'S Aufmerksamkeit mehr zu fefieln, wenn fie ihm auSwich, als wenn sie ihm auf allzu gewöhnlichem Wege begegnete. Genug, fie lief, so viel fie konnte, um dem Oheim zu entgehen, zwe», drei

.Da» Mädel ist närrisch!" sagte Herr Pyk;aber laßt e« gut sein. Ich will ihr schon das Evangelium und die Epistel lesen. Sie geht erst übermorgen nach Hause zurück."

Damit wanderten Beide von der Burghöhe hinab in die Ebene. Herr Quint war voller Mißmuth. Er Über­häufte sich selbst mit den unglimpflichsten Vorwürfen, sich gegen Bätely so hölzern, so albern, so ungelenk betragen und eine Verachtung verdient zu haben, die fie offenbar an den Tag gelegt hatte, indem fie nicht einmal Lebewohl

Eomvaanien mit ReaimcniSfahne und Musik aufgestellt war ist. Die ersten Anfänge der Bildung der Fond» reichen und die Generalität ihn erwartete. Nach dem Defilirenlin das 17 3^A"dert zurück. Die letzten Mannsstrftet erfolgte die Vo.st llung der Generäle. Don Carlos soll sind im Jahre 1848 aufgehoben uno deren Vermögen dem bis Dienstag bleiben allgemeinen Klostersond überwiesen. Ueber die staatsrecht-

Von der Insel Kreta wird neuerdings eine Gährungi liche Stellung des allgemeincr> Klosterfonds flnb bie analisirt Wie man sagt, hat der türkische Gesandte inlstimmungen deS königlichen Patents vom 18. Mai 1818 Rom, Efiad Bey, an die Pforte telegraphisch berichtet, daß noch gegenwärtig maßgebend. Auf Grund dieser Bestim­in Italien Ankäufe von Mafien und Munition stattfinden,! mutigen ist bet der Verwaltung und Verwendung der Ein welche für die Insel Kreta bestimmt sind. In Folge dieser I kaufte des Fonds Seiten» der Staatsregierung verfahren. Nachrichten und anderer selten» der Jnselbehörden einge- Rach der (Smoerleibung be8 D0tmali)en ^nigreichS Han- troffenen Meldungen beschloß die Pforte, nach Kandien nover in die preußische Monarchie find die in dem 8. 79 brei Bataillone regulärer Truppen zur Verstärkung ber s beS LandesversafiungSgesetzeS vorgeschriebenen Mitthetlungen dortigen Garnisonen zu entsenden, deren Stand erst letzt- den hannoverschen Provinzialständen gemacht worden. Die bin rebucirt wurde, indem ein Theil derselben die Bestim- im Schooße der DtaatSreglerung gebenden Verhand- mung erhielt, nach Rumelien detachirt zu werden. ! langen haben etne Acnderung in der staatsrechtlichen Stel-

* ' * _________________ llung des Klosterfond» nicht zum Gegenstände.

- -TT I Hamburg 4 Febr. Die Neuwahl in Altona für

DtMsHtS mttch. «den ReichStagekandibaten (eS war dort Dr. Lasker gegen

-- Berit», 6. Februar. Da« Gesetz vorn 9. März Hfienkiever ausgestellt) findet am 15 d.M. statt und ist 1874 stellt über bie Entschädigung der Geistlichen für den alle Aussicht vorhanden, baß ber Professor Äaiftcn8 au» Ausfall an Stolgebühren ein besonderes Gesetz in Aussicht. Kiel gewählt werde. Die Soeialbemokraten hattenDchuh- Mie nun ber Kultusminister in der Etatsgruppe erklären I machet Hartmann oufgeftettt, scheinen devfelben j.tzt aber £ befindet sich eiü solche» nicht in be? Vorbereitung, au» Anlaß n<ner Zwch.gketten in der Parte., wieoer fallen «lick' kann ber Aeitvunkt wenn eine bezügliche Vorlage an I lafien zu wollen. Die Rinderpest, welche zwar in Ham- sm -Nm M »OW W-I w?.dm nf°Hm I».--.dr-»., M I-»-- °°ch M.M--

B>S i<6, fehlt ein -e-ü-mder A-hsit für ben Eibflntz bet | weiter auf hem Lamgebiete unb in tialllelu So muff» reiKtiHnnbLpfi-he Auf bie kirchlichen Handlungen, einens gestern wieder ein Kommando von 50 Soldaten nach ^lche^könm^nur" mchrjLhü^ ^sa^ungen"^unter Au-1 einem benachbarten Orte Bramstedt, geschickt werden, um grmibelegung der statistischen Ermittelungen an die Hand! die Absperrung vorzunehmen. Die Faischmünzerei geben Hierzu kommt, daß inzwischen eine neue Organi-s scheint jetzt in ter Blüthe zu stehen. Aus all n Thailen strtion der evangelischen Kirche in den meisten LandeStheilen I der Umgegend kommen Meldungen über Falsifikate. In in Angriff genommen und theilwetse bereit» zum Abschluß Hemelmgen bei Bremen ist eme ganze Werkstatt ermittelt, gebracht worden ist und daß daS in Frage stehende Gesetz die Falschmünzer sind jedoch en flcheu.

ebne Mitwirkung der neuen kirchlichen Organe nicht wirv| Stuttgart, 6. Febr. H>.ute Mittag um 12 Uhr ,tfcen Mnnen _ Die Denkschrift Aber ben hau-!eröffnete ber König bi# Ständeverjammluug mit folgender 'Äb« Etatsgruppe Thronrede: Siebe Getreue! Ich he'ße Sie bei Ihrem erst, für den ÄultuSetat von Seiten der Regierung erklärt! maligen Zusammen tritt in diesen Räumen freundlich will- worden ist noch nicht vorgelegt werden. ES läßt sich! kommen. Meinem köntgl. Hause ist in den jüngsten Tagen indeß nach ber gegenwärtigen Lage der Erörterungen, eine schmerzliche PrÜsung w.derfahren durch den raschen welche über die in der Denkschrift zu behandelnden prin! Hingang eine» ihm tbeuten, engverbunbenen Prinzen, zipiellen Fragen zwischen den betheiligten Refiort» schweben, I de» Herzog» Eugen von Württemberg. Ich darf aber auch onnebmen, baß dieselbe ffic den nächsten Etat werde fertig-1 eines EreignifieS, welches für mein Haus wie für da« gestellt werden können. Der allgemeine hannoversche I Land hocherfreulich ist, an dieser Stelle gedenken eS ist Klosterfond ist au8 dem Vermögen der aufgehobenen Klöster I bie Verlobung des meinem Throne nächststehenden ügnaten, : und SMtet im vormttigen Königreiche Hannover gebildet deS Prinzen Wilhelm von Württemberg mit der durch, worden soweit daS Vermögen derselben nicht zum Staat»-Ilauchttgen Prinzessin Marie von Waldeck. Mein Volk i gut gezogen ober einzelnen Ge-rciaden zu Gute gekommen list gewohnt, Freud und Leid seine» FurstenhaufrS^mttzu-

Änjeigen nimmt entgegen: die EÄedMon b. Blatte» sowie bte Amwnren-Bureanr von G L- Daube & 6o. in Frankfurt a. M.: Jiger-sche Buchhandlung in Frantfutt a. M.; Jnvalidendanl, A- Sete- mepet in Berlin; Earl Schüß- ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

ureigenntemt entgegen: rSkeebitto* b. Blatte», JLe die Anno«, en-Bureaur Th. Dietrich & ®°n

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