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XII. Jafetgaig.

Marburg, Mittwoch, 7. Fcbruar 1877.

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— Iber Bericht bet Jmmebiat EisenbahnuntcrsuchungSkommissto» hen'äs 1877 genügenbeS Material für bie Gesetzgebung gelte«

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Deutsches Keich.

»erlangten Garantt.n versteht, ist offenbar barnach beschaffen, iDoeberiv unb Graf v. b. Schulenburg-Beetzenborf folgen- bie erste Bedingung für ben künftigen FriedenSschluß — [een ÄbLnberungsantrag eingebracht: in Erwägung, a. baß

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Herr Quint sah gen Himmel, zeigte mit der linken

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en von bet Pforte selbst off-rirten Status quo ante • lasorisch zu machen. Bevor also bie serbisch - türkischen FriebenSverhanblungen ihren Fortgang werben nehmen können, wirb man sich in Konstantinopel zu einer Modifi­kation bet borkigen Auffassung bet Garantiefrage entschließen

müssen.

Aus Bukarest wirb bemselben Blatte gemelbet: Die rumänische Regierung hat neuerlich ihre Agenten im Aus anbe zu bet Erklärung ermächtigt, baß alle periobisch mmer wieber austauchenben Gerüchte über eine angebliche Allianz - Convention Rumäniens mit Rußlanb jeber that sächlichen Grunblagrn entbehren. Sollten im Falle eines Krieges russische Truppen ben Pruth überschreiten unb in Rumänien einrücken, so wirb Rumänien sich bem in Er mangelung einer von Europa bagegen erhobenen Einsprache weber widersetzen, noch dagegen protestireu. Bon einer Betheiligung Rumäniens an einer eventuellen kriegerischen Aktion Rußlands kann keine Rebe sein. Alles bürste sich darauf beschränken, baß man eventuell mit bem russischen Oberkommando eine Convention zum Schutze der Jnteresien des Landes, über bie von der russischen Armee zu okkupi tenben LanbeStheile unb zu benützenden Bahnstrecken unb Etappenstraßen abzuschließen bemüht sein wirb.

ES liegen ferner noch folgeube Mittheilungen vor. Jassy, 1. Februar. Soeben ist Don Carlos von Bu karest angekommen; nut bet russische Consul empfing ihn. Sein Reiseziel nach kurzem Aufenthalt ist baS russische Hauptquartier in Kischenew. Rach einem Berliner Tele gramme deS „Dziennik Polski" wäre bet Prinz Alexander von Hesien, bet früher in österreichischen unb russischen Diensten stand, zum Nachfolger deS Großfürsten Nikolaus im Oberkommando bet russischen Südatmee bestgnitt. In Kischenew stnb zahlreiche Serben unb Bulgaren angekom men, von benen die meisten in die Südarmee eintreten. Warschauer Berichten zufolge wirb dort die Ankunft beS russischen Thronfolgers erwartet. — Der Ezar soll nad Kischenew zum Besuch deS erkrankten Großfürsten reisen.

AnS Wien wirb gemeldet: Die türkische Botschaft theilt mit, daß ein Kaiserliches Dekret die bisher selbstständige Provinz Herzegowina mit Bosnien wieder vereinigt.

»Es gibt sich von selbst," sagte Herr Quint mit Angst, »ter Schmerz ist so groß nicht."

vandtu crmüM :ert.

Die mündliche Verhandlung in der Untersuchungssache M<0 ben Dr. Rudolph Meyer in Berlin wegen Belei- tanw deS Fürsten Bismarck findet am 14. Februar, Vor- LaS 11 Uhr, statt. Als Zeugen find vorgeladen v. »rdvlff, v. Bethmann-Hollweg, v. Bleichrödet und Ge- krallandschaftsrath v. Blanckenbutg.

— Berlin, 5. gebt. Die PetitionSkommission des Herrenhauses hat hinsichtlich bet Petition deS Majors a. D. v. Jena, v. Diest-Daber und Genoffen eine mott oirte Tagesordnung beantragt. Nunmehr haben v. Knebel-

fett hat, unb es sich deßhalb nicht empfiehlt, bie bezüg­lichen Ergebnisse, jetzt nach brel Iahten, nochmals zum Gegenstände einer parlamentarischen Erörterung zu machen; b. daß eS aber dessen ungeachtet sich nicht verkennen läßt, wie seht das öffentliche Mißtrauen (mit seinen Konsequenzen der Verdächtigung und beS Zweifels) bie Recht- unb Zucht­losigkeit im Laube, der wirthschaftliche Rückschritt unb bie Entfrembung vom Christenthum im Zunehmen begriffen sind, weßhalb eS erforderlich wirb, bleien Uebelstänben auf bem Gebiete bet Gesetzgebung unb Verwaltung alsbald einen weiteren Damm entgegenzusetzen, — die Petition der Herren v. Jena und Genoffen am 28. März 1876 in olgenben zwei Richtungen der königlichen Staatsregierung zur Berücksichtigung zu überweisen, daß 1. ein schleuniger Fortgang bet von der ReichStegietung in Angriff genom­menen Revision der Gesetzgebung über baS Aktien- und Gewerbewesen einerseits unb über ben UnterstützungSwohn- sttz ic. andererseits ein unabweisliches Bedürfniß geworden;

2 die Einsetzung der durch Allerhöchste Ordre vom Juli 1875 befohlenen UntersuchungSkommisston über die wirth- schaftliche Lage beS LanbeS, namentlich beS Grundbesitzes, beS Handwerks, bet Industrie und bet ihnen dienenden Arbeitskräfte im Zusammenhänge mit den Privilegien beS mobilen Kapitals wünschenSwerth erscheine. — Aus Gruub ber burch baS Gesetz, betreff enb bie Aufnahme einer An­leihe für Zwecke der Marine- unb der Telegraphenver­waltung, vom 27. Januar 1875 unb burch bas Gesetz, betrtffenb bie Ausnahme einer Anleihe für Zwecke der Tele­graphenverwaltung, vom 3. Januar 1876 erteilten Er­mächtigung hat ber Reichskanzler untetm 2. o. M be­stimmt, baß zur Bestreitung von einmaligen Ausgaben ber Telegraphenverwaltung an Stelle ber laut Bekanntmachung vom 17. November v. I. Ziffer 1 zu becr.felben Zweck

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weilen lieber am Betthimmel, als am Sternenhimmel. J och ich schreibe Euch nichts vor."

„Ihr redet", seufzte Herr Quint, „so dunkel, daß ich Euch nichts zu antworten weiß. Übrigens ist eS für mich ein argcS Ding umS Heitaihen; ich bin nicht schön, ich bin nicht reich genug, ich bin nicht verwegen genug, ich mag’s auch nicht einmal sein, unb so werb’ ich niemals zu einem Weibe kommen."

„Ei, Poffen!" versetzte Herr Pyk; „meint Ihr, baß unsere Väter alle Engel unb im Besitz von Baronieeu waren, um unS Mütter zu verschaffen? ES gibt sich in ber Welt kein Ding leichter, als die Hochzeit. Und wie­wohl unsere Even thun, als wir* untetm Himmel keine Kreatur entbehrlicher und gleichgültiger, als der Mann — verlaßt Euch auf mich, sie möchten keine Welt ohne einen Mann dazu. Wenn Ihr, statt nach den Sternen zu sehen, Eure Ohren zuweilen ans Schlüsselloch legtet, so würdet Ihr erfahren, daß, wo drei Weiber beisammen find, ihre Rede zuletzt immer vom Manne anfingt unb mit bet Kindtaufe endet. — Unb ich VerbenkS den armen Kindern nicht. Sie haben keine Staaten zu regieren, keine Schlach­ten zu liefern, keine Büchet zu schreiben, keine Predigten auswendig zu lernen, und etwas müssen sie doch thun. Sie spielen zuerst mit Puppen, bann mit Männern, bann mit Ätnbern. Ihre Bestimmung ist, erzogen zu werben unb zu erziehen."

Obgleich Herr Quint nicht ohne Genuß bad Gespräch seines Nachbars anhörte, fürchtete er doch, etwas barauf zu erwidern, denn — sie standen nicht weit von der Burg, und vor der Thür, im Schatten ber Weinranken, faß Bätely. —

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Mb. OH 99| 015 975 965 935 014 56

965 025 125 63

971 19 85 39 15 14 95

Herrn Quinl'S Berlsdung.

Humoristische Novelle von H. Zschokke.

(Fortsetzung.)

10.

Sobalb als immer möglich, rüstete er sich zum Abzüge aus bet Burg. Er schwur in seinem Herzen, biefe Gegend nie wieder zu betreten; verloren für die Welt, wollte er sich in seine Einsamkeit vergraben, unb mit ben einfachsten 8«uben sich begnügen, welche er selbst, wie Blumen auf <igenen Beeten, ziehen könnte.

Herr Pyk fonb seinen Nachbar bieSmal wunderlich. Er bemühte sich, ihn auf alle Art zu ermuntern; umsonst! Man machte einige Lustgänge im Schatten der Kastanien- ^etyen; in ber Ferne wandelte Bätely; Herr Quint schielte seitwärts dahin und — klagte über Schmerzen am linken Buge.

„Meine Nichte," antwortete Herr Pyk, „versteht sich kesser auf die Medicin, als ich. Sie hat’S von ihrer tante, von welcher sie erzogen wird. Die Weiber taugen vortrefflich dazu, und bester als die Männer. Wir Män-

Silder-Röschen.

Sine Dorf-Novelle von Rudolph Wellnau.

(Fortsetzung.)

Hier nun hatten sich bie jungen Herzen sehr halb gefunben, aber bie Lippen mußten schweigen, benn ber PächterSsohn war arm unb ber Silber - Müller War ein gelbstolzer Mann, ber, wenn er auch sein Kind über AlleS liebte, jedenfalls doch nie feine Einwilligung zu einer Heicath desselben mit einem so bettelarmen Burschen gegeben haben würde.

Nur das kleine stille Gehölz am anderen Ufer der Saale, der Mühle gegenüber, war Zeuge der Liebe zwischen Röschen und Niklas. Hier konnten fie sich ungestört aus« sprechen, durften sie sich unbelaustt ihren Gefühlen und Empfindungen überlasten.

Buchfink und Amsel verrielhen nichts, sondern trällerten ein lustiges Liedlein zu und hüpften fröhlich über. ihren Häuptern von Ast zu Bst. Die großen Glockenblumen, die Men Veilchen und Vergißmeinicht gehörten auch nicht zu den KlatsLschwrstem; von denen beS Dorfes ober waren keine in ber Nähe, um bie Liebenden belauschen zu können. Die wilde Rose aber, bk im Verein mit Veilchen und Bergißwe nvich» in der Nähr blühte, wo die Liebenden ihr

77777* außer ben Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. * t*e

^«uchdru “teil b«°gen25«ark, durch die Boftäml« deS Deutschen Reiches S «ark 50 Pf,, (exl. vestellgebichr). - ArsertronSgebühr für die gespaltene Zecke 10 Pf,.

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Anzeigen nimmt entgegen: die EÄeditton d. Blattes sowie oie Arnroncen-Bureaur von ® L- Darche & Ko. in Frankfurt <u M.: JSger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- ♦ meyer in Berlin; Lari Schüß» ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

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„ .Desto bester," entgegnete Herr Pyk; „ober sehet künf- Herr Quint sah gen Himmel, zeigte mit der linken *•8 weniger nach den Sternen. Die Sternseherei mag ihre Hand auf die untergehende Sonne, indem er mit ber rech- JMeile haben, so lange man unverheirathet ist. Ich ten ben Hut abzog, um sich bem Nachbar zu empfehlen.

4 °»chte aber, Ihr hinget mit (guten Augen allgemach zu- — Da war kein Hallen mehr. Herr Qnint wurde zu

snforte ruhen. Die entgegenstehenben Meldungen des je .jmif±tn Correspondenien ber „Times" sinb unbegründet. H Ueber ben GesundheitSzustanb beS Papst-S wird ber ** fjnbonet medicinischen Wochenschrift „Lancet" von ihrem tbrik- wischen Cottesponbenten geschrieben: „Wie die Mehrzahl

«r Römer hat der Papst in hohem Grabe burch ben ex mnen Fall ber Temperatur gelitten. Am 24. ult litt er, »ütenb er eine Aubienz erteilte, so augenscheinlich an ifeM iiem Katarrh, verknüpft mit Heiserkeit, bie zuweilen zur uätiBen Sprachlosigkeit würbe, baß Cardinal Bilio ihn et, sich in seine Gemächer zurückzuziehen. Dies that ber japst unb Dr. Cercaselli, der ihn kurz darauf besuchte, «pfähl ihm das Bett zu hüten, bis die Symptome nach- ;tt“'af}en hätten. Am nächsten Morgen stand er wieder f, las Messe und ertheilte eine Audienz, mußte sich aber ro™.ra nach 3 Uhr wieder zu Bett legen. Der Husten fuhr ihn zu belästigen und seitdem führte bet zwei Ge- Wo beiten, in dem Versuche Audienzen zu geben, die durch ib ka Husten verursachte Gchirnkongestion einen Anfall von früh windel mit Bewußtlosigkeit herbei, der es nöihig machte, [2 nach seinen Gemächern zu bringen. Dort fuhr er oie. ^befi fort, die vorliegenden Geschäfte zu erledigen unb bem Iber fiÄatbinal Simeoni, seinem Staatssekretär, Audienzen zu Mheilea. Er ist nun wieber gänzlich hergestcllt."

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„.„taen nimmt entgegen: P ft s^Mtton b. «attes, * •< 5jIdie»nnontt»-Bureaur 1 „ xh. Dietrich & 6o. in

•M jj und Hannover; Th.

onSgefertigten, am 23. Januar b. I. fällig geworbenen Reichs - Schatzanwetsungen anberweit verzinsliche Schatz- anweifungen im Gefammibetrage von 6 Millionen drei» hunderttausend Mark, unb zwar in Abschnitten von je Eintausenb, Zehntausend unb Emhunderttousend Mark, aus­gegeben werden. Der Zinssatz dieser Schatzanweisungen ist vom Reichskanzler aus 3pCt. für baS Jahr unb bie Dauer ihrer UmlausS'ähigkcit aus vier Monate, nämlich vom 25. Januar biS 25. Mai 1877, festgesetzt. — Der Reichskanzler hat die Bestimmung des § 30, 2f ber Er- satzorbnung dahin einer Deutung unterworfen, daß bie vor­läufige Zurückstellung ber dort erwähnten Militärpflichtigen nut bann als zulässig bezeichnet werden kann, wenn diese sich in der Vorbereitung zu einem bestimmten Lebensberuf

Haufe von allzu dringenden Geschäften erwart.t. Er mußte diesmal scheiden. —

Pyk entschloß sich, ihn zu begleiten. Er drehte sich um und tief Bätely. Bätely, als hätte sie nichts gehört und gesehen, statt nähet zu kommen, lief ins HauS zurück. Herr Pyk hatte gut tujeu und pfeifen; sie kam nicht Wieder.

„Ich bitte, mich ihr zu empfehlen," stammelte Quint, und ihm war, als sollt' er sich hinstelleu und bitterlich weinen.

(Fortsetzung folgt.)

uer handeln immer en gros, dir Weiber immer en detail. SSir beurteilen die Dinge im Ganzen, sie aber nur in einzelnen Thellen. Wir sind fähig, Neues, Großes, Gan- g® zu schaffen; fie hingegen sind geschickter zum Verzieren, olicken und AuSbessetn. Man sollte den Weibern bie tut Dttndarzneikunst ganz überlasten. — Kommt mit Suetm - - linken Auge, lastet Bätely Hineinschaum."

. Die Verhandlungen zwischen bem päpstliche» Stuhle Pforte bezüglich beS neuen ConeordatS stnb bem Mluffe nahe. Daflelbe wirb im Wesentlichen auf ber ar< !asiS ber früheren Beziehungen zwischen bem Vatikan unb

Zu ben serbisch türkischen FliebenSverhandlungen schreibt , AM die „Pol. Corr.": Rach einer unS zukommenben Mitch.'« stung wäre bie Antwort ber Pforte auf bie durch Vermitt lang deS Wiener türkischen Botschafters Aleko Pascha an ße gerichtete Anfrage Serbiens über baS W sen der ver- lanztcn Garantien bereits eingelangt. Die Auskünfte der Pforte sollen so geartet sein, baß bie serbische Regierung die eingeleiteten Verhandlungen fortzns tzen vorerst nicht in ?er Lage fei. WaS die Pforte unter den von Serbien