XII. Zli-MIA.
Marburg, Sonntag, 28. Januar 1877.
Obcchcfsiflht Jrituiui
5.
Mb.
bürg.)
t, neue
ächtigtr ifg.
röffent- derar deshalb it des d nicht Egers . sowie es in Carl
*9, chäfi.
76.
ug VW on bca hon in Kinder,
m
estküs«
März.“
014 99$ 01$
97$ 961
931 03
55
96
03
114
534 J71
19
55
LO :
15
« 1
>94
Papstes sei, auch späterhin nicht gerüttelt werden.
Frankreich cultivirt seine Finanzen und schmückt seine r publikanischen Freih itsbäume mit goldenen Träumen von der Macht und Herrlichkeit, die 1878 der Welt die Augen blenden soll. Auch eine historische Ausstellung der Kunst aller Zeiten und eine ethnographische aller außereuropäischen Völker soll die großen Fest und Pilgertage verherrlichen. Der Senat feiert, und die Deputirlenkammer, die immer noch mit Vorbesprechungen über den BudgetauSschuß be- schäsligt ist, thut so wenig wie möglich. In der nächsten Wo^e soll cS aber in Versailles lebhafter werden. Das der Kammer vorgelegte Budget für 1878, daS sich auf 2% Milliarden beläuft, ergibt II8V3 Million mehr als der Voranschlag d-S Budgets für 1877 und 49'/z Million mehr als der von der Kammer angenommene Betrag.
In Spanien hat der Regierungsbefehl, am 21. d. mit der Rekruten Aushebung In den baskischen Provinzen zu beginnen, zu größeren Unruhen gesührt, wie sich denn rer Bürgermeister von San Sebastian geradezu weigerte, die Listen der AuSh bungspflicht>gen anzusertigen.
In England wirst die herannahende ParlamentS- Sesston schon ihren Schatten voraus. Tie Führer der beiden Parteien haben ihre Einladungen zu den EröffnungS« Sitzungen im Westminster-Palast ergehen lassen, und von ver Regierung hört man, daß sie zum Beginne der Session die Veröffentlichung deS umfangreichen Schriftwechsels über die orientalische Frage, sowie eines AbriffeS über die Con-
harrt deßhalb auf seinem Anträge, weil die jetzigen niedrigen Preise deS Rohmaterials benutzt werden müßten; jedoch wird die Opposition diesen Grund sicher nicht gelten
affen.
DaS russische Budget sür 1877, wie eS vom Kaiser bestätigt ist, setzt die Ausgaben auf 570,769 280 Rubel nur 8522 Rubel weniger als die Einnahmen) an. Gene- al Potapow, der bisher die dritte Abtheilung der kaiser« ' ichen Privatkanzlei (hohe Polizei) geführt, aber auf der Fahrt nach der Krim das Unglück gehabt hat, in Folge eines ihm ertheiltcn Verweises irrsinnig zu werden, ist zwar aus Wien, wo Prof. Leidesdorf ihn in der Cur gehabt, geheilt nach Petersburg zurückgekehrt, aber für sein bisheriges Amt unmöglich geworden, das der General Me- fentzow nunmehr übernommen hat. Der OberbesthlShaber der Südarmee, Groß'ürst Nikolaus, liegt noch immer bedenklich krank in Ksichinew; das Leiden soll nicht bloS von einer Unterleibs-Entzündung, sondern von einem bösartigen Magengeschwür herrühren; ein anderes nicht sehr glaubwürdiges Gerücht spricht von einem Kugrlschuß, den ein Soldat auf den Heerführer abgefeuert habe Den Direktionen der 54 russischen Eisenbahnen ist der Befehl zugegangen, sich so einzurichten, daß am 27. (15.) Januar der Güterverkehr durchweg eingestellt und die Eisenbahnen ganz den Militärtransporten ireigegeb'N werden können.
Die Komödie am Bosporus hat mit der neunten und letzten Konfererzsitzung am 20 d. einen Abschluß gefunden, welcher dem geringen Werih der vorhergehenden Verhandlungen vollkommen entspricht. Savfel Pascha erklärte, daß sein Herr, der Sultan, es auf den Rath der großen Dia« tional-Berfammlung abgelehnt habe, die zwei Hauptpunkte der Schlußforderungen, nämlich die Betheiligung der Mächte bei der Ernennung der Statthalter und den internationalen UeberwachungSausschuß, auch nur in nähere Erwägung zu ziehen. Dagegen würde sich über die übrigen Punkte em- jchließlich der Gränzregultrung mit Serbien und Montenegro wohl eine Einigung erzielen lasten. Schon früher war darauf hingewiesen worden, daß Jgnatieff den Nachgiebigen zu spielen suche, während das Amt der ungestüme» Forderungen an SaliSbuiy übergegangen sei, und auch diesmal war es der englische MaiquiS, der die Conserenz in ziemlich schroffer Weife für geschloffen erklärte. Am 21. wurde auf der österreichischen Botschaft daS Schlußsitzungs- Protokoll unterzeichnet, welches keinerlei weitere Schritte anlündet, und um den Beweis, daß die Mächte sich für den lange vorhergesehenen Fall eines Abbruchs der Verhandlungen nicht zu gemeinschaftlichem Einschreiten geeinigt haben, recht deutlich zu führen, werden die Vertreter ver
sah die Eintragungen vom 12. August; die Post von fünf und fünfzig Thalern war nicht zu finden. Er suchte weiter, den ganzen Monat durch, die Eintragungen vom Juli und September, nirgends war etwas zu ermitteln. Der Geldbrief war nicht eingetragen, trotzdem er nach dem Einlieferungsschein zur Post gelangt war — der Postschein war unterzeichnet von Wohlgemuth.
Der Kaufmann halte den Brief selbst zur Post gebracht und Wohlgemuth übergeben. Der Postmeister ersuchte ihn, die Papiere zurückzulaffen, um sofort die strengste Untersuchung einzuleiten.
Der Geldbrief war augenscheinlich unterschlagen. Dem humanen Vorgesetzten find solche Entdeckungen immer fatal. Der Postmeister war bestürzt darüber. Sollte Wohlgemuth fähig fein, ein solches entehrendes Verbrechen zu begehen? Freilich, er hatte schon einmal die Treue gebrochen __dn Postmeister dachte an Anna — warum nicht auch ein zweites Mal. Er eilte mit den Beweisstücken zum StaaiSanwalt. Das weitere wiffen wir.
Heinrich wurde nach L . . . zur Haft gebracht. Er hatte Klinger gebeten, seiner Braut schonend Mitiheilung zu machen. Bei seiner Vernehmung bestritt er auf das Entschiedenste, sich der Unterschlagung schuldig gemacht zu haben. Er erkannte den Posteinlieferungsschein an; deS Vorfalls selbst vermochte er sich nicht mehr zu erinnern, er gab ober zu, den Bries erhalten zu haben, da er sonst den Schein nicht ausgestellt und noch weniger auSgchän- digt haben würde. Daß der Bettag nicht zur Eintragung in die Controlle gelangt, konnte er sich nut dadurch erklären, daß er im Drange der Geschäfte den Bries vielleicht vorläufig bei Seite gelegt, um ihn später mit Ruhe einzutrageu. Er müsse ihn dann nicht mehr zu Gesicht bekommen haben, sonst würde er die Eintragung nachgeholt haben. Der Bries müsse ihm entwendet worden sein. Er wolle trotzdem den Betrag ersetzen, da er jedenfalls die Dienstvorschrift durch das Unterlagen der augenblicklichen Eintragung
Politische Woche» - Ueberficht
Der Ausfall der Reichstagswahlen steht in Deutschland
12
63
98
250
86
111
46
139
991
die Annoncen-Bureaur __Th. Dietrich & 60. in
Wustlirtes Soimtagsklatt entgegen. Um vollständige Exemplare, namentlich auch des Jlluftrirter» Lonntagöblattes, liefern zu können, ersuchen wir die Bestellungen baldigst machen zu wollen.
Die Exped. d. Oberh. Zeitung.
,ft.
he«
>rk
n Poft:
ebr.
. März.“
309,
„Welche Veranlassung aber — ?"
„Ich bedauere, mein Herr, Ihnen keinen weiteren Aufschluß geben zu können; auf telegraphische Requisition deS Kreisgerichts zu L... habe ich Sie zu verhaften; bitte, begleiten Sie mich.*
Heinrich bestieg mit dem unerwünschten Gesellschafter die Droschke, nach welcher der G'päckttiger bereits den Koffer gebracht. „Nach dem Polizeibureau!* rief der Beamte dem Kutscher zu, und fort ging e« im Droschkentrab.
Am Morgen vorher hatte der Wagenmeister Koch in L. . . . dem Herrn Postmeister den Kaufmann Hirschheim zu melden.
„Was steht zu Ihren Diensten, Herr Hirschheim?" empfängt der über die Störung einigermaßen unwillige Postmeister den Eintretenden.
„Verzeihen der Herr Postmeister, ich habe am 12. August einen Bries mit fünf und fünfzig Thaler für Freuden stein u. Sohn in Grünburg gegeben zur Post, welcher nicht gelangt ist an seine Adrcffe.*
„Sollte da nicht ein Jrtlhum versiegen, Herr Hirsch- Heim. Es ist immer gewagt, eine solche Behauptung auszusprechen, wenn man seiner Sache nicht sicher ist.*
„Der Herr Postweister verzeihen, ich bin meiner Sache sehr sicher. Die Herren Freudenstein u.Sohn haben nicht erhalten meine Sendung. Ich habe sie gebeten, nachzu- ftagen aus dem Postamt in Gtüpburg, da sie würden ver- geffen haben, den Posten zu buchen. Hier ist die Auskunft des Postamts in Grünburg, daß der Geldbrief dort überhaupt nicht angekommen ist, und hier ist der Einlieferungsschein.*
Dec Postmeister nahm beide Schriftstücke entgegen. Sie bestätigten deS Kaufmanns Vortrag. Er klingelte. „Koch*, befahl er dem eintretenden Wagenmeistcr, „bringen Sie mal die Geldbrief Controlle vom August.*
Koch brachte das Verlangte. Der Postmeister durch-
noch immer obenan auf der Tagesordnung der politischen Unterhaltung, zumal da feit einigen Tagen täglich engere Wahlen entschieden werden, deren volle 70 bis zum Sonn tag (28 Januar) zu entscheiden sind. Eine genaue Ausstellung über das Stärkeverhältniß der Parteien im nächsten Reichstage wird frühestens nach Sonntag möglich fein, »ach Entscheidung sämmtlicher Stichwahlen, ober eigentlit nst nach Beginn der Session deö Reichstages, in welchem vielleicht einige Neugestaltungen der Fraktionen zu erwarten fein mögen. Die ersten Tage dieser Woche haben, unter Aussetzung der Plenarsitzungen des Abgeordnetenhauses die Truppen Commiffare des Hauses dem Studium der Etats gewidmet, wobei die Regierung bereitwillig jede begehrte Auskunft ertheilt hat. Am Mittwoch halte wieder eine Plenarsitzung Statt, und ein Beschwerde-Antrag des Cent- ntmS gegen eine Verfügung des CullusministerS vom 18. Februar 1876 über die Ettheilung des ResigionSunterrichtS in den Volksschulen führte zu einem sehr lebhaften Rede kämpfe und nach einer scharfen und glänzenden Vertheidigung seiner Maßregel durch den Dr. Falk zu einer Beseitigung deS Antrages mittels Annahme der „einfachen Tagesordnug* mit überwältigender Stimmenmehrheit. — Donnerstag und Freitag fanden ebenwohl Plenarsitzungen statt, in denen der Justizetat in zweiter Lesung erledigt wurde.
Die Bankfrage ist in der h a b S b u r g i f ch e n Monarchie ' brennend geworden, und sie bedroht noch immer den häus- lichen Frieden der beiden Reichshälften, aber der wirkliche Ausgleich ist noch immer ein frommer Wunsch und die ungarische Regierung arbeitet jetzt aus ein P.ovisonum hin,,......... v~., — „ — ------
auf eine Vereinbarung wegen Regelung der Valuta, nach Lichts wiffen, sondern nur kleinere zur Küstenvertheidigung
KB
102
95
9?
94
108
58
96
103
68 ist eine alte Geschichte.
Novelle von W. v. Strachwitz.
(Fortsetzung.)
Der Zug fliegt weiter und weiter, die letzte Zwischenstation liegt bereits hinter ihm. Die Funken der Lokomotive stieben am Fenster vorbei, daS Dampfroß ächzt und stöhnt, der kalte Nachtwind schlägt gegen die Scheiben. Heinrich dehnt stch wohlig auj den weichen Polstern, er hat sich eine frische Havanna ungebrannt. Die Signalpfeife grellt. Lichterreihen werden sichtbar. Die Fahrgeschwindigkeit vermindert stch, die Bremsen knarren. Die Lahnhossglocke läutet, noch ein Ruck, der Zug steht, er ist am Ziel.
Draußen ist bunte» Leben. Die vielköpfige Menge drängt stch an die Waggons, Gepäckkarren knirschen im Sande, Beamte rennen auf und nieder, Zurufe und Com- »andoworte schallen hin und wieder, hinter dem Empfang« gebäude glänzen die blauen Lichter der Droschken. Schaffner teigen die Thüren auf: „Station S. l* Heinrich erhebt sich bequem von seinem Sitz. Geschäftige Hände strecken sich nach seinem Koffer aus, um ihn zur Droschke zu befördern. Er überschreitet den Perron, sich Bahn durch die Menge brechend. Da legt sich eine Hand auf seine Schulter. „Ihr Name, mein Herr!* Unbeirrt schreitet Heinrich weiter. „Bitte, mein Herr, Ihr Name!" wiederholt die Stimme dringender. Etwas ennuyirt durch solche Zudringlichkeit wenoet stch Heinrich um; er erblickt einen höheren Polizeibeamten. „Wohlgemuth 1* antwortet er tt»a8 indignirt.
„Postassistent auS Liegnitz? — I« Namen des Gesetzes verhafte ich Sie!*
„Mein Herr —l* braust Heinrich auf.
„In Ihrem eigenen Interesse,* entgegnet höflich der Beamte, „ersuche ich Sie, mir zu folgen, ohne Aufsehen ft erregen.*
deren Durchführung die selbstständige ungarische Bank er- dienliche Fahrzeuge bewilligen wolle. Der Minister be. richtet werden soll; bis dahin soll daS Privilegium der'' ‘ —1 “ "-*■ " -- ------
ssterreichischen Nationalbank verlängert werden, etwa mit Erhöhung der Dotation und Vermehrung der ungarischen Filialen und ähnlichen Reformen, gegen welche stch jedoch daS Wiener Cabinet anscheinend sträubt.
Die italienische Abgeordnetenkammer beschäftigt stch mit einer Vorlage deS Justizministers Maneini, welche gegen die Uebergriffe des Eierns gerichtet ist und im Be- ondern die niedere Geistlichkeit vor den Anmaßungen ihrer Bischöfe sicher stellen soll Ein Gesetz über die Verwaltung diS Kirchenvermögens ist zur Ergänzung in Aussicht gestellt worden, dagegen soll an dem Garantiegesetz, welches ein unantastbares Unterpfand für die Unabhängigkeit deS
Anzeigen nimmt entgegen: die eäebitlo* b. Blatte« sowie bie Annoncen-Bureaur von ® L. Daube et Co. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Stete« rneyer in Berlin; Carl Schütz» ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.
fetenz Verhauelungen beabsichtige.
Daö schwedische Budget für 1878 ist aus 87Mill. Kronen veranschlagt. Für die Bedürfnisse der Flotte fordert der Marinemlnister Frhr. e. Otter 8,456,000 Kronen (752,000 Kronen mehr als im Vorjahr), und zwar zwei Millionen für Beschaffung von großen Panzerschiffen, ob- 1 schon der Reichstag bereits bekundet hat, daß er davon nichts
Für die Monate Februar und März nehmen J alle Postanstalten (auf dem Lande die Land-
und Hannover; 16- Urich in Frankfurt a. M.; lenstem & Vogler in L°nkfutta.M,Berlm,Leip. £ Cöln rc; Rudolf Stoffe ^Berlin, Frankfurt a. M. re.
91 postboten) Bestellungen auf die
»»Bberhessische Zeitung
und deren Gratisbeilage