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«n,eigen nimmt entgegen: ?. Z«editt°« d. Blatte«, u»ie die Annoncen.Bureallk ,on Tb- Dietrich & L° in Baffd »nd Hannever; Th- | Dietrich in Frankfurt a. Di-; S* 1 * * ' lein L Vogler in rta. M, Berlin, Leip» n ic; Rudolf Moffe t ^Berlin, Frankfurt a. Ak. ic.
iHarßurg, Donnerstag, 25 Januar 1877. XII. ^ajrgälg.
(Dlirthdlildjc Jrihmti.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte» sowie die Annoncen-^ureaur von @ L- Daube & So. in Frankfurt a. M.: Jäaer'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Mete» meyer in Berlin; Carl Schüß- ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.
fefÄeürt täglich außer den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage ,,31»ftrirte» Louuta««»latt" durch die Expedition («ochsche Buchdruckerei) bezogen Wort, durch die Postämter des Deutschen Reiche« 2 Wart 50 Pf,, (exl. Bestellgebühr). - JnsertronSgebübr für die gespaltene Zelle 10 Pf,.
Für in der Expedition zu ertdeilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf,, berechnet.
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Für die Monate Februar und März nehmen alle Postanstalten (auf dem Lande die Landpostboten) Bestellungen auf die Dberhessische Zeitung und deren Gratisbeilage
Zllustrirtes Sonntagsblatt entgegen. Um vollständige Exemplare, namentlich auch des Jllustrirte« Souutagsblattes, liefern zu können, ersuchen wir die Bestellungen baldigst machen zu wollen.
Die Exped. d. Oberh. Zeitung.
ÄttgrOiOericpx.
Mit obligater Reserve geben wir den Inhalt folgender Berliner Korrespondenz der „Breslauer Zeitung"; es heißt da: In den Händen der deutschen Regierung befindet sich das Material zu einer gewaltigen Anklage gegen die Häupter der Orleanisten, welche auf den Umsturz der bestehenden Ordnung der Dinge in Frankreich hinarveiten. In das gemhrliche Komplet sollen nicht nur RegieiungSwänner gezogen sein, welche das Vertrauen deS Marschall-Präsi- denten mißbrauchen; die Verschwörung verzweigt sich auch in der Armee und Marine, und vom Auslande werden die Fäden in Bewegung gesetzt, welche die künftige Action dem Prätendenten Frankreichs in die Hände spielen sollen. Ob ein Gebrauch und welcher von den Enthüllungen über das kriegerische Programm und daS sonstige Rüstzeug der Orleanisten gemacht wird, ist uns bis zur Stunde unbekannt.
Aber wahrscheinlich ist es, daß die Repräsentanten der
Macht in Frank eich gewarnt worden sind, Einflüsterungen Gehör zu schenken, welche den Frieden Europas ehrgeizigen Plänen zu opfern gedenken. Den Agenten der Orleanisten an den fremden Höfen, gleichgiltig ob sie zum Familien- derbande der Tynostie gehören, oder ob sie Minister oder G'neralsunifcrmen tragen, mag es immerhin gelingen, für die bevorstehenden kriegerischen Eventualitäten eine rfeue Gruppirung der Mächte zu erfinden, welche die Hoffnungen der Kriegspariei in Frankreich zu begünstigen scheint. Aber der praktische und gesunde Blick der leitenden Staats= männer wird Europa dafür bewahren, daß der Kanonendonner an der unteren Donau das Signal zu weiteren
kriegerischen Kompilationen geben könnte, auf welche die Kvlerie der Orleanisten ih-e Berschwörungs- und Umsturz- Pläne stützt.
Wie noch in letzter Stunde verlautet, haben die Aus- streuungen der franzüstschcn Preffe — wir sagen so, weil । sich einmal die französischen Blätter dazu hergegcben haben, em dunkles Manöver zu unterstützen, vielleicht ohne es zu wiffen — zu Erörterungen zwischen der deutschen und der französischen Regierung geführt und zwar durch Ver» mtlelung des deutschen Botschafters in Paris. Wir kon- statiren mit Befriedigung, daß die von der Anschauung der übrigen Preffe abweichende Auffaffung der ganzen Ange- legenh.it, die wir von vorrheretn vertreten haben, die richtige war, daß wir eS nicht mit dem Chauvinismus der französischen Pieffe — die in dies m Falle blos daS Mittel war — sondern mit einer ernsten Jntrique zu thun haben.
Die dänische Regierung hat die Einfuhr von Vieh, Ziegen und Schafen, und von Theilen dieser Thiere aus Deutschland verboten. Eisenbahnwagen, andere HauSthiere, animalische und vegetabilische Gegenstände, die über die Grenze ko »men, sollen dcStnfiztrt werden. Dasselbe gilt für die zum Viehtransport verwandten Schiffe.
Rach Meldung eines Berliner TelegraphenbureauS, welches hauptsächlich der Börse dienstbar ist, fordert eine Verordnung veS russischen Ministers der Kommunikationen die Eisenbahnen auf, sich vom 15/27. d. Mts. an zu neuen MilttärtranSporten bereit zu halten. Es fei wahrscheinlich, daß die Militärbezirke Petersburg, Finnland, Warschau, Wilna, Moskau und vielleicht auch Kasan mobtli- strt werden.
Dem Vernehmen nach ist die österreichische Regierung von Seiten der Türkei ersucht worden, den Frieden zwischen Serbien und Montenegro einerseits und der Türkei andererseits zu ermitteln. Es verdient betont zu werden, daß die diplomatische Aktion der Mächte, welche jüngst tn der Konferenz ihren Abschluß gesunden hat, aus Gesuch des Fürsten Milan eingeleitet worden ist. Durch die Vermischung der serbischen und bulgarischen Frage haben es die Mächte leider nicht erreicht, Serbien einen erträglichen Frieden mit der Türkei zu verschaffen, obwohl dies das leichteste Stück der Arbeit war.
Wir find stelS der Ansicht gewesen, daß alle Ausstreuungen über die Haltung des Herrn von Wcrther in Konstantinopel auf ein Manöver der türkischen Regierung zurückzusühren seien. Diese Anschauung scheint nunmehr auch die „Nordd. AUg. Ztg." zu theilen; wenigstens schreibt sie jetzt: „Wir wissen, daß die Verbreitung derartiger
Geschichten nur von türkischer Seite, gleichviel auf weffen Veranlaffung, erfolgt sein kann, resp. von einer Sette, welche ein besonderes Interesse daran hat, einen Keil in den bis heute unerschütterten Bund der drei Kaiser zu treiben." Die deutsche Preffe wird nicht müde, mit den sranzösischen Blättern über diese Angelegenheit hin und her zu streiten. Es wäre aber an der Zeit, der Sache tiefer auf den Grund zu gehen, und in objektiver Weise den wahren Thatbestand zu ermitteln. Die fraglichen Gerüchte sind zu systematisch verbreitet worden, als daß bk Urheberschaft lediglich auf journ.ltstische Kreise zurückzuführen sein dürfte. Welches Jntereffe aber konnte die Türkei daran haben, die politische Welt gegen Deutschland auszuhetz-n?
Die Gründe, mit welchen die Türkei die Conferenzbe» schlüffe ablehnt, laffen sich dahin zusammenfaffen, daß sie die Kompetenz Europas, sich in ihre Angelegenheiten zu mischen, bestrettet und den Artikel 9 deS Pariser Vertrages, wie sie denselben ouffaßt, unversehrt erhalten will. In diesem Verfahren ist jedenfalls Methode. W-nn die Pforte damit durchdringt und di Wenigen, die ihre Verfaffung bespötteln, durch die Ausführung eines Befferen belehrt, so werden ihre Staatslenker in der Geschichte einen ansehnlichen Platz beanspruchen können. Es gibt au» Optimisten, die das Alles nicht nur als möglich voraussetzen, sondern auch aiS die Signatur der Lage ansehen und oen Frieden für so gut rote gesichert erklären. Richtig ist, daß die Aussichten des Friedens noch nicht ganz abgeschniiten sind. Jetzt, wo selbst die „Times" der Türkei einen diplomatischen Erfolg zuspricht, könnte diese, ohne ihrer Würde zu schaden, die von ihr verlangten Reformen selbstständig etnzusühren anfangen und zeigen, daß es mit ih-er Verfaffung Ernst war. Dieö soll ihr ja auch unausgesetzt gerathen werden. ES ist davon die Rede, daß die Türkei auch mit Serbien und Montenegro nächstens einen billigen Frieden schließen werde. DaS setzt indessen eine Weisheit voraus, welche der Sieger selten zu besitzen pfl gt. Und eS fragt sich auch, ob Serbien und Montenegro die Erlaubniß zum Friedenöschluß von Petersburg aus erhalten würden.
Deutsch cS Reich.
Berlin, 23. Jan. Nach einem Spezialerlaß des Ministers des Innern vom 30. September v. I. ist da» AuS- spielen geringfügiger beweglicher Gegenstände bei Gelegenheit deS HausirhandelS nicht a!S eine selbstständige gewerbliche Leistung im Sinne des § 59 der Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869, sondern lediglich als eine Modalität deS WaarenverkaiftS anzusehen, welche letztere in dem Ge-
Tie Entwickelung der deutschen Städte mit besonderer Rücksicht «ns die Blüte von Nürnberg.
Vortrag des Herrn Regierungs- und Bauraths Cuno. Gehalten im Verein für nassauische Geschichts- und Alterthumskunde in Wiesbaden.
(Schluß).
Ludwig der Baier (1314—47) hatte Nürnberg zu seiner LieblingSresidenz erwählt. Unter ihm blühte der Handel der Stadt wie nie zuvor, ebenso wie Kunst und Gewerbe. Auch wurde der Meistergesang gepflegt, welcher hier wie in Straßburg und Mainz seine Hauptschule hatte Der Bau der schönen Lorenzkirche mit der symbolischen Eiebenzahl als Grundmaß wurde vollendet und mit herrlichen Thüren und Bildwerken geschmückt. AlS ein wahres Kleinod der Baukunst in dieser Blütezeit ist das Hauptchörchen deS SebalduSpfarrhauseS zu bezeichnen. Der alte Theil deS Rathhouses gehört gleichfalls dieser Periode an. Ganz besonderen Glanzes hatte Nürnberg sich zur Zeit des Kaisers Carl IV. zu erfreuen, welcher «IS seiner Kenner der Baukunst die Bestrebungen der Nürnberger Meister mächtig förderte. Dieser Kaiser war rt ja, welcher mit großer Einsicht sich in die Tiefen der Traisage versenkt und eine Darstellung deS Graldomes mit allen Mitteln der deutschen Baukunst in seiner Capelle bei Prag versucht hatte. Im Jahre 1355 hielt er zu Nürnberg dm großen Reichstag zur Einsetzung der golde- Ben Bulle und erhob die Stadt zum ersten Reichshose, wo jedesmal auch nach einer Kaiserwahl der erste ReichS- tag gehalten werden sollte Es wurde eine bedeutende Etadterweiterung eingeleitet und eine ganze Reihe der !chörsten Kunstwerk? zur Verschönerung der Stadt vusgesührt. Die Frauenkirche, der schöne Brunnm, das Haus Raff au, der Morgenchor der SebaldSkirche, schöae Malereien von Conrad Wolgemuth, G'aSzemälde, herrliche Teppichwebereien rc. Die Kaisercapelle in der grauer»
AuS diesem Lebenskreise war Albrecht Dürer hcrvor-
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berg, welches deßhalb auch die erste Reichsstadt war, die sich süe die Reformation erklärte und mit voll m Bewußtsein in die neue GeisteSaera eintrat.
kirche wurde mit besonderer Vorliebe hergestellt. Zum werden, um sofort zu erkennen, daß die alten Väter nicht Schutz gegen etwaige Eingriffe deS Burggrafen baute die, umsonst gearbeitet hatten.
i Stadt aber auch den sogenannten Luginsland mit seinen! Durch niederländischen Einfluß wurde der Nürnberger 4 Thürmen. Ferner entstand daS Karthhäuserkloster und'Kreis zuerst auf die neuen Wege der sogenannten Renais-
tincpel im Jahre 1453 erfolgte bekanntlich eine tiefgreifende Erregung der Geister. Die alten Bahnen mußten verlass n w rden, neue Einflüsse machten sich von allen Seiten geltend, es erwachte Die Erinnerung an die verlorenen Schätz ■ bet klassischen Vergangenheit, zu deren Hebung sich insbesondere auch die deutschen Meister Nürnbergs anschickten, weil hier alle Eiemente einer gedeihlichen Entwickelung vor Händen waren. ES dürfen nur die Namen der Baumeister HanS Bauer, Conrav Heinzelmann, HanS Beer und Hans Lehaiw, des Steinmetzen Adam Kraft, deS ErzgiegerS Peter Vischer, deS Maiers Mich. Wolgemuth, deS Buch- druckers DraSdorf, des Astronomen Zoh. Müller UNS Beruh. Walther, vor Allen aber der Name unseres großen Künstlers, des deutschen Misters Albrecht Dürer, genannt' gegangen, we'chen wir aU ben lebendigen R Präsentanten
Maria in der Landauer Bruderhauskipelle, die Rosenkranz- tasei in der Burg, Adam Kraft's jüngstes Gericht an der SebaldSkirche, die sieben Fälle Christi an der Seilergaffe, daS Weißbrodgehäuse in der Lorenzkirche, sowie endlich die zahlreichen Kunstarbeiten der Erzzießecfamilie Vischer.
Dm geistigen Mtltelp mkl dieses McisterkreiseS bildete in der ReformationSzeit Pirkhcimer, der gelehrte Staatsmann und Freund Düeer's, im Bunde mit CamerariuS, dem gelehrtesten Manne Deutschlands. Ferner wirkten damals Osiander, der Lehrer deS Hochmeisters Albrecht von Hohenzollern, Veit Dietrich, Luther's Freund und Pfarrer an St. Sebaidus, Probst Pfinzig, der Staatsmann Scheuert und Hieronymus Baumgarten in Nürn-
Burggrafen halte sich im Ganzen recht freundtlch gestaltet und wurde noch günstiger, als Kaiser Sigismund demselben tn Anerkennung seiner echtdeulschm Treue und Tüchtigkeit 1417 die brandenburgische Kurwüde übertragen hatte und in Folge deffen die Burg von der Stadt erworben werden konnte.
Doch nun müssen wir dem Ziel dieses Vortrages, der Schilderung jener Zeit näher treten, wo die Reformation sich' vorbeieiiet und die eigentlichen Früchte der ganzen früheren Entwickelung des deutschen Bürgerthums zur Reise kommen sollten. — Nach bet Eroberung von Konstan-
derte hier jene Ausschreitungen, welche anderwärts zu schnellem ^Verfall sühren mußten. Als Beispiele ruhiger
Überleitung der neuen Elemente sind auf dem Kunstgebiete zu erwähnen: die Grabkapelle im Hofe des H iligen Geist- spitalS, der Chor der Lorenzkirche, zahlreiche Wohnhäuser tn seinem Holzstil, bet sogenannte gläserne Himmel mit dem Marienbilde an der Ecke und dem Drudenfuß als Wahrzeichen, die großartig ausgeführten Malerwerke von Wolgemuth, insbesondere das bekannte jüngste Gericht, der Altarschrank bet Kaiserkapelle, die Himmelfahrt und die Kreuztragung in der SebaldSkirche, d:S Meisterwerk in der Moritzkap.lle, das weltberühmte Standbild einer betenden
sas ZwötsbrüderhauS für Werke barmherziger Liebe. Jm'sance hingelenkt, aber die ächt deutsche Grundlage der vor- Allgemeinen entfaltete sich das bürgerliche Leben der Stadt j hergegangenen tüchtigen künstlerischen Entwickelung verhin-
wShtend dieser Zeit sehr erfreulich, die künstlerische Go werbthätigkeit nahm einen stetigen Fortgang, man belhei- ligte sich lebhaft an allen neuen Erfindungen, z. B. an der Formschnetdekunst, Papierfabrikation, Pulverbereitung Geschützgietzerei. DaS Verhäiiniß zu dem Zollernschen