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XII. MiMß.

Marburg, Mittwoch, 24. Januar 1817.

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Wickelung unseres deutschen SläLtea-esc- S gehabt haben, ist

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der« ragen die reichen Kausmannsgtlden die Weber- und Tuchmacherzünsre hervor. E-ne besondere Lusaah-r.estellung

ftimWUNg in der Treue sür Kaiser und Reich die Begei­sterung für die Werke der Baukunst deutlich bekundet. Daß

Die Pariser BlStter sahren fort, gegen Deutschland zu Hetzen und es zu beschuldigen, daß es den Krieg wolle. Lo läßt sich die Rspublique Frartziise aus Straßburg schreiben:Die FestungSbautcn werden gegenwärtig au allen Punkten mit vielem Eifer fortgesetzt und die Eisen bahnen beendet, welche die HauptsortS in Verbindung setzen sollen. Daß die deutsche Regierung sich beeilt, diese Werke, Ee die Vertheicigung von Straßburg vervollständigen sollen, zu beenden, begreifen wir jedenfalls; es sind weise Vorsichtsmaßregeln! Aber es erstaunt und k-------

dir fieberhafte Thätigkeit, mit welcher man

für jeden kundigen Forscher unverk-nnbar und hiermit wolle man cS freundlich entschuldig! n, wenn wir wiederholt auf dies Verhäilniß zurückzukcmm n uns ^erlaubten.

Weniger für die Städte als für die Hebung der Lan- deSkulrur kam damals dir Wirksa leit der geistlia en Orden in Betracht, wie wir in unserer Gegend besonders an dem Beispiel der Abtei Ebcrbach erkennen, einer Tochtcrstiftung des heiligen Bernhard, dieses großen, weitschaucnden Theo­sophen, unter dessen Obhut sich ohne Zweifel auch tine erhebliche Anzahl solcher Conversen begeben hatte, welchen als geübte Baumeister ihre Kräste dem Dienste des Heiltg- thumS widmeten, wie ihre feinen Arbeiten an den Bau»

zu wollen scheint.

DieNationalzeitung* schildert in dem Leitartikel ihrer Sonntags Nummer die Situation, in welche Europa durch

wie in Metz Munbvorräthe, Munition und sonstiges Kriegs-l l geräth anhäuft. Ganz kürzlich brachten Elenbahnzüge von Codlcnz und Mainz die in Rede stehenden Vorräthe. In Mainz besteht eine ungeheure Fabrik, welche Lebensmittel tür die Armeen im Felde zubercitet. Diese Züge kommen n Metz und Straßburg Abends an, werden Nachts abge- aden und sofort auf die einzelnen Forts und die Stadt magazine vertheilt. Wir glauben nicht zu irren, wenn wir rgcn, daß es in diesen beiden Städten hcute Lebensmittel genug gibt, um die Bevölkerungen und die Besatzung zwei Jahre lang zu ernähren. Eine solche Anhäuiung von Borräthen ist nicht allein auf eine Belagerung berechnet. Sie beweist, daß Deutschland sich in den Stand setzt, kriegerischen Eventualilälen die Stirn zu bieten, und ob­gleich man zuweilen ziemlich laut sagt, daß man die Rache gedanken Frankreichs fürchte, könnte man vielleicht nicht warten, bis ter Erbfeind, wie man die Franzosen nennt, sich militärisch reorganisirt hat *

DerReichs- und Staats-Anzeiger" schreibt: Nach Meldungen aus Konstantinopel hat ter Kaiserliche Bot­schafter Frhr. v. Werlher alle Vorbereitungen getroffen, um nach der am 20. d. M. erfolgten Ablehnung der Kon- ferenzvorschläge durch die Pforte gleich seinen Collegen die türkische Hauptstadt zu verlaffen. Freiherr v. Werther, der an Bord Sr. M. AvisoPomerania" die Rückreise Über Syra anzutreten beabsichtigt, wird wahrscheinlich gleichzeitig mit dem General Jgnatteff abreisen. Als der Erste wollte der Marquis von Salisbury abreijen, gleich nach ihm Sir Henry Ell'vt.

Die Conserenz ist nun wirklich geschloffen, ohne daß sie etwas von der Pforte erreicht hat. In London und Paris gibt man sich der Hoffnung hin, daß nun keine weiteren Verwickelungen eintreten werden, fbnbein daß mau erst abwarte, wie die Pforte ihre Versprechungen erfüllen werde. Etwas AchnlichcS hat Jgnatirff in der Schluß­sitzung gesagt: wenn die Pforte jetzt etwas gegen Serbien und Montenegro unternehmen werde oder wenn die Christen auch ferner unter ihrer Herrschaft zu leiden hätten, dann , dann eist? wurden die europäischen Mächte davon Kenntniß nehmen. Wie diese Kenntnißnahme zu denken sei, läßt sich nicht bestimmen, und offenbar werden bezüg- i Uch dieses Punktes jetzt die Verhandlungen zwischen den , Kabinetten selbst fortgesetzt, zumal sich Rußland nicht von den Mächten, speziell nicht von den Kaisermächten trennen

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LageSdsricht.

Der Finanzminister hat unterm 3. d. M. eine neue Instruktion bett, die Feststellung deS der Kleff.n- bezw. klassifizirten Einkommensteuer unterliegenden Einkommens* erloffen. Da diese Jnstrukeion nicht nur für die Bezirks- Regierungen selbst und die Landräthe (Kreishauptleute) die sonstigen Vorsitzenden und die Mitglieder der Kommis stoven zur Einschätzung der klassifizirten Einkommensteuer, der Bezirks- und der Klaffensteuer-Reklamations-Kommis fionen bestimmt ist, sondern wenigsten« in den größeren Städten und überhaupt auch für Vorsitzende und Mitglieder von Klaffensteuer Einschätzungs Kommissionen und Gemeinde- Borstände re., deren Thätigkeit für Aufstellung der Ein­kommens - Nachweisungen und Begutachtung von Steuer- beschwerden in Anspruch zu nehmen ist, so wird der Abdruck derselben im Amtsblatte oder als einer besonderen Beilage dazu erfolgen und außerdem da'ür Sorge getragen werden, daß die Landräthe rc. nach Bedürsnitz jederzeit in der Lage sind, den betreffenden KommisstonSmilgliedern die erforder­lichen Exemplare unentgeltlich zur Benutzung zuzustellen.

für die Monate Februar und März nehmen 3 alle Postanstalten (auf dem Lande die Land- postboten) Bestellungen aus die Dßerhessische Zeitung und deren Gratisbeilage

Illuftrirtes Sonntagsblatt entgegen. Um vollständige Exemplare, namentlich auch des Jvttftrirte« Simrrtagsblattes, liefern zu können, ersuchen wir die Bestellungen baldigst machen zu wollen.

Die Exped. d. Oberh. Zeitung.

.ili* außer den Werktagen na» Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchenllichen BeilageJlnftrtrteS EouutagSdlatt" durch die Ssvedition («och'sche ^Buchdruck-re" be,oge^U «ar?, durch die PostSmter des Deutschen Reiches 2 Watt 50 Pf». (ejL Bestellgebühr). - Jns-rtionSgedübr für di- gespaltene Seife 10 Pf«.

Sür in der Expedition zu eetbeiknbe Su^tu^ft und Annahme von Adressen werden A5 Psg. bereckuet.

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unictflrn nimmt entgegen.

b. Blatte«, £,te die Annoncen-Bureaux ,on L». Dietrich & So. rn und Hannsver; Th. riettich in Frankfurt a. Al.; Lafenftein & Bögler in ?«nkfuria.M, Berlin, Lew- Eöln rc; Rudolf Moffe ^Hrrlin, Frankfurt a. M. rc.

den Verlauf der Conserenzen gekommen ist, als unhaltbar. Daß etwas Gerades, Gesundes, Vernünftiges auS dieser chlechteu Situation erwachse, laffe sich nicht eiwarten. DaS Journal de St. PeterSbourg", fährt sie fort, vergleicht in treffender Weise die Türkei mit einem Pestkranken. DaS autorifirte russische Blatt hätte seinen Vergleich noch etwas weiter spinnen, es hätte hinzufüg n können, daß die Pest bekanntlich ansteckk, daß etwa« von dem orienkaltschen Pest­gift in das politische Leben deS Occitentes übernommen worden ist und darin btrdt« leise spukt. Daß die Wir­kungen einer solchen Jff.ktion sich an der Stelle zuerst zeigten, wo die europäischen Verhältniffe an schwierigsten liegen, in der Stellung, die Frankreich gegen Deutschland einnimmt, konnte Niemand wundern. Ucn so weniger, wenn man den Leiter in daS Auge faßt, der zwischen Paris und Kor.stantincp l in fctr letzten Zeit besonders wirksam gewesen ist. Wir glaub n uns nicht zu irren, trenn wir daS, was in den lctzten Tagen in französischen und deutschen Blättern in dieser Beziehung ge'pukt hat, eher für den AuSklang einer abgespielten Episode als wie für den An­fang einer neuen Verwickelung halten. Allein, daß solche Regungen stattfinden und zumckgew esen werden mußten, ist doch ein Zeiten von bet Verbreitung, die der orienta­lische AnsteckungSstcff schon gewonnen hatte, und von der Gefahr, die er immer noch mit sich sührt. Das Blatt weist sodann auf das Verdienst Deutschlands hin, bisher die Verständigung der nächstbetheiligten Mächte aufrecht erhalten zu haben, bemerkt dann aber zum Schluß:Allein es wat eben diplomatische Arbeit, die gethan wurde, das Papier ist geduldig und nahe bei einander wohnen die Gedanken. Nun ist der Augenblick da, wo das weitere Wort gilt,doch hart im Raume stoßen sich die Sachen*. Und hier werden sich Aufgaben von ganz anderer Schwie­rigkeit und Tragweite aufwerfin So lange die russischen Armeen sich noch sammeln und verstärken, so lange die Türkei ihre Rüstungen betreibt, so lange an der Donau und Drina noch feindliche Vorposten sich gegenüberstehen, bleiben die Markzeichen der OrienlkriflS bestehen und scheinen nur Dorne entfernt, die deren rasches Abrollen bisher ver­hinderten."

Anzeigen nimmt entgegen: die Gxvebition b. Blatte« sowie die Annoncen-Bureanr von ®. L- Daube & «so. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalibendank, A. Rete- mever in Berlin; EarlScküß- ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

Sie Entwickelung der deutschen Städte mit bef-nderc, Rücksicht aus die Blüte van Nürnberg.

Sorttag des Herrn Regi-rungs- und Bauraths Cuno. Gehalten im B-rein für nassauische Geschichts- und Alterthumskunde in Wiesbaden.

(Fortsetzung.)

In solcher Weise gestaltete sich da« städtische Leben besonders in WotmS vorzugsweise günstig und harmonisch während z. B. in Mainz die Entwickelung curch die herrsch süchtigen Bestrebungen der Geistlichkeit gestört wurde, wie dies leider auch an vielen and.ren Pnmttn geschah. Die Störungen wurden noch bedenklicher, als die Erzbischöfe Md Bischöfe mit den Fürsten und Herzögen gegen den Raffer conspirirten, wie dies Heinrich IV. im Jahre 1073 erleben mußte, wo tr durch den Aufstand der Sachsen von Goslar vertrieben wurde und nach dem Rhein flüchtete. Hier beriechen die Fürsten in Mainz unter der Führung deS stolzen Erzbischofs den beabsichtigten Kampf gegen bat flüchtigen Kaiser, währenb nur bie Bürget von WotmS in beutscher Treue sich erhoben, um kampfbereit für Kaiser und Reich einzutreten. In kürze- fln Frist rüsteten sie ein stattliches Bürgerheer aus und zogen ihrem Kaiser unter lauten Freudenbezeugung.it ent­gegen. ES war da« erste Mal, daß bet deutsche Bürger- stand selbstständig und bcwußtvoll in die politische Action eingreifen konnte und eS beginnt damit eine neue Epoche in der deutschen Städteentwickelung. Da« christliche La!- tothum tritt in dm Vordergrund und beginnt jene edlen Früchte zu tragen, welche wir getrost als des Himmelreichs Früchte bezeichnet dürfen, von denen unser Herr und Heiland redet, wenn a auf die zu erwartende Christiani- fl »ng der H.idenvölker hindeutet. Der Wormser wohlge- pntzteS Bürgerheec schwur d.m Kaiser, so lange sie das Seien hätten und einen Finger regen könnten, seine Ehre tu verfechten. Heinrich stellte sich an die Spitze und zog

Deutsches Keich.

Berit«, 22. Januar. Die große Verschiedenheit und Willkür welche sich in neuerer Zeit vielfach bei der Her- ri.'ttung und Ausst-llung von Fahnen und Flaggen zum Zweck öffentlicher Kundgebungen bemerkbar gemacht haben, lassen eS zweckmäßig et^einer, auf die gesetzlichen Bestim- mungen, Anordnungen und internationalen G dräuche hin» aber behielten die Bauhütten jue Vereinigung der Maurer, Zimmerleute und Stetnhaur, welche eine innige Bruder­schaft bildeten, die so sehr von frommem Ernst und sittlicher Würde durchdrungen war, daß sie als ein Mitglied zwischen oen Zünften und geistlichen Orden gelten kann. Die gewaltigen Dombauten erzogen diese schlichten Handwerker zu einem großartigen künstlerischen Schaffen und ertheilten ihrem Berufe eine besondere Weihe. Ihre Macht beruhte auf einer Summe mathematischer, mechanischer und physikalet Gesetze, bie sie mit theosophischem Einblick erkannten und beherrschten, indem sie eS zugleich verstanden, den spröden Stoff deS Baumaterials in ihren erhabenen Bauwerken mit künstlerischer Innigkeit und im Ge sie der echt christlichen Mystik erklärend zu gestalten, wodurch wir noch immer zu andächtiger, staunender Bewuuberuug hingeriffen werden. Diese herrlichen Männer standen ohne Zweifel auch in inniger Gemeinschaft mit ihren großen Zeitgenossen Alber­tus MagnuS, Meister Eckhardt, Tauler rc. sowie mit un­seren Minnesängern, namentlich Walther von der Vogel­weide und d-m Sänger dcS Parcival, wie die Ueberein-

am 18. Januar 1084, einem für Deutschland nachmals so denkwürdigem Tage in Worms ein, die in Mainz ver­sammelten Fürsten aber gingen bestürzt auseinander und wählten keinen ©egenfaiier. Die Wormser empfingen nun zum Dank ein kaiserliches Privilegium, worin sie für die würdigsten Bürger deS Reichs erklärt wurden und Zoll sreiheit zu Frankfurt a. M , Boppard, Hammerstein, Dort­mund und GoSlar erhielten

Die kühne Thal der Wormser wirkte anregend auf alle andern deutschen Stätte uns darin liegt ihre große geschichtliche Bedeutung. Die freien Gemeinden richteten fortan ihren Blick auf daS Reich und sahen den geistigen Herrn nur als V.rtceter des Kaisers an. Es folgte bet Kampf mit Gregor VII, in welchem bie Städte zum Kaiser hielten. Ja bet Haltung bcrfelben prägte sich die große Idee von der glci^berechtigten Stellung aller ReichSglteoer zu dem ReichSoberhaupte, dem Kaiser, auS, wie auf einem anoern heiligen Gebiete, dieselbe Idee nach unserer obigen Darlegung gerade in dem Wormser Kreise ,chon durch daS ChristophoruSbtld symbolifirt war. Es waren bie corpativ gegliederten, zu einem großen GusttS- werke geeinigten christlich.n Individualitäten, welche in den , . ,

städtischen Verbänden gegen jede falsche Ausbeutung eines dieselben etmn maßgebend-« Ei- flaß auf bie große Ent- traditionellen Autoritä-Spetuz-ps reagirten unb dem oent-ifi sch.a VolkSwesen fortan sein ureignes G.präge gaben, wel­che- in bem 400 Jahre später zu WotmS gesprochenen Mannesworte:Hirt stehe ich, ich kann nicht anver», Gott helfe mir* seinen mächtigsten. Ausdruck fand.

AuS den ursprünglichen, einfachen, vom Vogt beherrsch­ten HandwerkSinnungen entstanden zu jener Zeit in den Städte« auch die freien, f.in organifuten Zunstgeneff-n- schafien, welche die Reche ter früheren Bruderschaften, Schutzgildrn und Eidgenoffcnschasten sortsetzten. Die Ge werbetreibenden traten neben die Grundbesitzer. JnSbeson

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