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Jliarßutg, Sonntag, 21. Januar 1877.
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Palittsche Woche« - Ueberficht.
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Ja Rußland ist das Budget für das Finanzjahr
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cher des TodtschlagcS beschuldigt worden und schließlich stellte
richt hat Herrn Bender überdem so gut wie freigesprochen
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nicht einen Besuch abstatten solll In der Ferne hat sich mein Gesichtskreis erweitert, auch in Kalifornien ist Man
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nachdem man ihn mit der Lage der Verhältaiffe vertraut gemacht, „ich sehe nicht rin, weßhalb ich uuferem Nachbar
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Unser Kaiserhaus betrauert den am 18. d. M erfolg- tra Tod der Frau Prinzessin Karl von Preußen. Fürst Wwarck war die Woche hindurch noch immer leidend, so tzgß er der Landtags - Eröffnung im Weißen Saale nicht beiwohnen konnte; der Kronprinz hat wiederholt in seiner Wohnung sich mit ihm besprochen. Der preußische Landtag hat sein Präsidium gewählt, und zwar zum Präsiden ten einen Nationallrberalen (v. Bennigsen), zum ersten Vice Präsidenten einen Fortschrittler (Klotz) und zum zweiten Bittpräsidenten einen Freikonservativen (Graf Brthusy Huc). zlS wichtigster Gegenstand ist demselben der Erar zuge- grngen. Die Conferenz in Konstantinop.l hat am Dienstag dem Vertreter der Pforte eine Zusammenstellung der erwißigten Forderungen zugestellt und erwartet spätestens bis Sonnabend die Annahme-Erklärung Seitens der Pforte. Die Vertreter der Mächte werden, falls diese Erklärung nicht erfolgt, ihren Vermittlungsversuch als gescheitert be nachten und Konstantinopel verlasien. Rußland und die Pforte mögen dann, bis die Wege für Truppenbewegungen beffer sind, unmittelbar unter sich noch weiter verhandeln, — das weitere Vermitteln durch die Conferenz würde dem grundsätzlichen UaabhängigkeilS - Standpunkte der Türket gegenüber wenig Würde und wohl auch wenig Zweck haben.
Am 15. Januar hat die Versteigerung der Bern-Lu- zerner Bahn wirklich stattgefunden und der Canton Bern hat die Bahn zu 8,475,000 Fr. erstanden. In den Weltpostverein wurden sämmtliche niederländischen und spanischen Colonieen, Brasilien, die britischen Besitzungen Ceylon, StraitS-Settlements, Labuan, Trinidad, Britisch-Guyana, Bermudas-Inseln, Mauritius ausgenommen; der Beitritt wird muthmaßlich am 1. Juli d. I. in Kraft treten; der Beitritt Hongkongs und Japans augenblicklich.
Der französische Senat hat nach einer liberalen Anrede seines Präsidenten über den Gang seiner vorjährigen Verhandlungen und nach Annahme des Auslieferungsvertrages zwischen Frankreich und England sich auf unbestimmte Zeit vertagt, während die Deputirtenkammer eifrig mit den Vorarbeiten zu der Budgetberathung beschäftigt ist. Mit Beifall wurde im Lande die Haltung deS neuen Justiz Ministers in der Sitzung vom 12. Januar ausgenommen. Du Bodan interpellirte wegen Abberufung des General- ProcuratorS Bailleul in Befantzon, der den gemischten Commissionen deS Staatsstreiches in öffentlicher Gerichtssitzung eine Lobrede gehalten hatte. Der Justizminister sprach sich im Einvernehmen mit dem ConseilSprästdenten so energisch aus, daß die Kammer mit 395 gegen 2 Stimmen unter Enthaltung der Bonapartisten eine motivirte Tagesordnung annahm, worin sie das Verfahren Martel's billigt, sich dem Urtheile über die gemischten Commissionen anschließt und ihr Vertrauen zur Festigkeit der Regierung ausspricht.
Der drohende Zwist Spaniens mit der deutschen Regierung ist durch die Freigebung deS in ungerechtfertigter Weise mit Beschlag belegten Schiffes „Minna" beigelegt worden. Die von spanischer Seite aufgestellte Muthmaßung, daß Deutschland die Gründung einer Gelenk aus den Sulu- Inseln beabsichtige, ist unbegründet.
DaS dänische Felkethmg will auch die StaatSab rechnung vom drittletzten Finanzjahre nicht ungeschoren lasten und hat das Verfahren der Regierung beim Verkauf des Grundstücks der alten sogenannten Marmorkirche und bei der Einrichtung deS königlichen Theaters entschieden gemißbilligt, weil es darüber nicht vorher befragt worden fei. ES handelt sich dabet lediglich um das Princip deS Bewilligungsrechtes, das die vereinigte Linke bis in die kleinsten Einnahme- und Ausgabeposten gtwahrt wisten will.
Der schwedische Reichstag ist am 17. d. vom Kö tilge Oskar in Person eröffnet und durch die Thronrede davon in Kenntniß gesetzt worden, daß er sich in der bevorstehenden Session mit den die neue HeereSordnung vorbereitenden Gesetzvorlagen (Erweiterung der Mtlitärvienst-
Auzeigeu nimmt entgegen: die LÄedttton d. Blatte« sowie bte Aimoneen-Bureaux von ®. L- Daube & ko. in »rt a. M.: JLger'sche nblung in Frankfurt a. M.; Jnvalibenbant, 11. Rete» ♦ meyer in Berlin; Carl Echüß»
ler in Hannover; E. Schlotte in Bremen.
1877 in der Einnahme auf 570,778,000 Rubel (640,000 Rubel mehr als im vorigen Jahre) und in der Ausgabe auf 568,770,000 Rubel (2,282,000 Rubel weniger als im vorigen Jahie) veranschlagt, indesten für die ordentlichen Ausgaben, die im voiigen Jahre 532,705,120 Rubel betrugen, jetzt ein Mehr von 3*/2 Million Rubel in Ansatz gebracht worden.
Die Konstantinopeler Conferenz geht anscheinend hrem Ende entgegen, indem sie vorläufig noch wenig Aussicht darbietet, daß man ihre Wirksamkeit demnächst als eine vollkommen gelungene werde bezeichnen können. Es läßt sich jetzt mit Gewißheit behaupten, daß mit der Aufstellung des überreichen Programms der Vorkonferenz ein politischer Fehler begangen wurde, der durch die späteren Abschwächungen nicht vollkommen wieder gut gemacht werden konnte. Die Kräfte der Türkei sind zu niedrig angeschlagen worden, während man die Energie Rußlands übertrieb, und nun, da die Pforte allen Zumuthungen eine unerwartete Festigkeit gegenüberstellt, steht Rußland sich trotz der anscheinenden Einigkeit und Uebereinstimmung unter den Conferenz - Mitgliedern noch keineswegs an der Schwelle feines Zieles, als der Bevollmächtigte Europas handeln zu können. Gerade das gemeinschaftliche Vorgehen mit den übrigen Mächten bindet Rußland die Hände, und eS ist wohl nicht ohne Grund auf die eigenthümliche That- fache hingewiefen worden, daß von den Vertretern mancher Mächte, wie beispielsweise Englands, der eine die Forderungen Jgnalieff'S wo möglich noch überbietet, während der andere der Pforte gegenüber eine ganz verschiedene Rolle spielt. Von Jgnatieff hinwiederum wurde behauptet, daß er seine eigene scheinbare Wllährigkelt durch die größere Hartnäckigkeit des französischen Vertreters Chaudordy auszugleichen suche.
Die griechische Deputirtenkammer ist in die Weih- nachtSfcrien gegangen und wird wohl erst am 10./22. Januar wieder beschlußfähig fein.
^lenstem & Vogler in Ittirtfttrt o. M, Berlin, Sem» Mn re; Rudolf Moffe j, ßerliu, Frankfurt a. M. re.
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und an Borurtheile kehre ich mich nicht: kurz und gut, ich werde ihm einen Besuch machen. — „Hedwig blickte den Bruder mit dem nuverkennbaren Ausdruck deS Dankes an und auch die Eltern erhoben keine besonderen Einwendungen, denn im Stillen zweifelten sie ja ebenfalls nicht an der Schuldlosigkeit des ehemaligen Freundes, obgleich freilich fein Ruf einen schweren Stoß erlitten hatte. So ließ sich also Martin eines Tage» bei unserem Bekannten anmelden und eine Stunde später saß er demselben schon gegenüber und plauderte von seinen Abenteuern in fremden Landen.
„Und jetzt, Herr Bender," sagte er schließlich, „nach- dem ich Sie näher kennen gelernt habe und nachdem mir von Ihnen mitgetheilt worden ist, daß Sie eigernlich nur durch eine leichtsinnige Wette auf die Anklagebank gebracht worden sind, zweifle ich vollends nicht daran, daß Sie durch ein Zusammentreffen verschiedener scheinbar gegen Sie sprechender Umstände in diese verwünschte Lage versitzt wurden. Aber Eins haben Sie mir doch noch nicht m t- getheilt, wie heißt denn der vertraute Kerl, durch dessen unaufgeklärte« Verschwinden diese« Unglück über Sie kam ?"
„ES war ein gewiffer Egert, seines Stande« Baumeister in Wolfenburg. —"
„Egert? — Baumeister in Wolsenburg s" hoch em- porsahrend, „der Bursche ist mir bekannt! Hurrah, und nochmals Hurrah!" und dabei ergriff er die halbgefüllte Weinflasche und warf sie im Uebermuth an das Fenster, so daß die zerschmetterte Scheibe klirrend zu Boden fiel.
Die R«che einer Fr«».
Erzählung von Karl von Kessel. (Fortsetzung und Schluß).
UebrigenS hatte sich bei der sonst so braven und rechtschaffenen Laurenz'schen Familie schon vor Jahresfrist ebenfalls noch etwas Anderes ereignet, was zwar ihre Ehre nicht verletzte, aber doch das Herz der Eltern in Unruhe versetzte. Zu jener Zeit, in welche unsere Erzählung fällt, stand nämlich das kalisornifche Goldfieber in fchönster Blüihe und aus allen Ländern eilten Abenteurer dorthin, um, wie ste meinten, reich mit Schätzen beladen später nach bet heiwath zurückzukehren. Auch Martin, dem Bruder Hedwigs, ließ e« keine Ruhe, die Arbeit zu Hause, die strenge Zucht des Vaters liebte er nicht, und obgleich von Herzen gut, war er doch leichtsinnig und flatterhaft. Mit leichter Mühe und mit vollen Händen wollte er verdienen und dazu erschienen ihm die kalifornischen Goldfelder der geeignetste Ort. Halb ertrotzte, halb erbat er die Erlaubniß hierzu und der alte Laurenz, welcher meinte, es könne ihm am Ende nichts schaden, wenn er sich in der Femde etwas die Hörner ablaufe, gab schließlich nach und stattete ihn zu der weiten Reise mit einer angemessenen Summe aus. Jetzt waren nach anderthalbjähriger Abwesenheit Briefe von ihm eingelaufen, nach denen er sich auf der Rückreise befand und etwa vier; hn Tage nach dem erschütternden Er- stgniß mit Bender, traf Martin auch wirklich munter und
gesund im elterlichen Hause wieder ein.
Hedwig hatte der Bruder stets geliebt und Lindenberg . War ihm immer verhaßt gewesen. „Ach was", rief er,
1877
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Festigkeit, die sich vom ersten Tage feiner Verwaltung an treu blieb, kaum weniger entrüstet als Koffuth, der TiSza za großer Nachgiebigkeit zeiht und Lonyay als den richtigen Mann des Ausgleiches anrühmt. Die Anwesenheit des Reichs - Finanzministers Hofmann in Pest hat keinen Erfolg gehabt, weil jedes der beiden Ministerien durch die Beschlüsse der Mehrheiten, ans die ste sich stützen, gebua- ....
dm tst; der Kaiser aber, von dem die EiSleilhanier den pflicht, Dauer der Truppen UebungSzeit, Herabsetzung der
«nstcß zur Lösung erwarten, trägt bis jetzt Bedenken, Grundsteuer) zu beschäftigen, Geldmittel für die Flotte zu
diesen Anstoß zu geben. Die Bankfrage hat in Lerbin- bewilligen und ein Gesetz zum Schutze be« literarischen
düng mit der Orientfrage die oft schon angedrohte Mi- Eigenthums festzustellen haben werde.
rmeiii miietgen nimmt entgegen. iantoeS ^ebittan b. Blatte«, als b,3 Mie die Aunoncen-Bureaux Auchl ff »- Dietrich & 6a. in irti ■ > ■■ unb Hannsver; Xb- ’ Ech in Frankfurt a.M,;
lSaßk 1877 ranke. -
; den ott setnfieti . anders
eiten t ^enn sich der deutsche Botschafter, Herr v. Weither, in trb 9C« biefem Sinne ausgesprochen haben sollte, so hätte er wohl mtetty nur xtwaS gesagt, waS sich ihm sehr natürlich ausbrängte txpedim l un6 eg roar tendentiöse Entstellung, daraus, wie beson- [1 -- - - - - •
*XZbeint täglich außer den Werttagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit bet wöchentlichen Beilage „znuftrttte« Sonutagsvlatt" durch die «rpedition (Koch'sche Buchbruckerei) bezogen 2i Wart, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Wart 50 Pf,, (exl. Bestellgebühr). - JnferttonSgebühr für bte gespaltene Zeile 10 Pf«. Für in bet Expedition zu ettbeilenbe Auskunft und Annahme von Adrefleu wetben 25 Pf«, berechnet.
„Der Elende!" stöhnte Bender, „wo« habe ich seinetwegen leiben müssen! —"
„Ja, ein durchtriebener Kerl war er stets, aber jetzt befindet er sich auf dem Wege, ein reicher Mann zu werden und seitdem ist er ein ordentlicher Mensch geworden."
„So werde ich also meine Unschuld darthun können?"
„Ohne Zweifel. Sie müffen die Vermittlung der Regierung in Anspruch nehmen. Egert muß vernommen werden und ich zweifle nicht, daß er durch ein offenes Le- kenntniß wenigstens zum Theil das gegen Sie begangene Unrecht wieder gut zu machen suchen wird. —"
Der Leser wird sich denken können, mit welcher Freude die Laurenz'sche Familie die hier eben mitgetheilten überraschenden Enthüllungen aufaahm und was namentlich Hedwig dabei empfand.
Bender zögerte natürlich nicht, sofort die einleitenden Schritte zu thun, um mit Hülfe deS auswärtigen Amte«
Nr. 281 rmiethe« iard.
>. d. R
Ritter
Deutsches Reich.
Berlin, 19. Jan. Aus dem Staatshaushaltsetat pro 1877/78 ergibt sich folgender Aufwand für kirchliche Zwecke. Evangelischer Oberkirchenrath, evangelische Konsistorien, Geistliche und Kirchen 2.349,329 M. 50 Pf. Katholische Bisthümer und die zu denselben gehörenden Institute, katholische Konsistorien Geistliche und Kirchen 2,608,709 M. 20 Pf. Die Dotation der „unterdrückten" katholischen Kirche beträgt also in dem protestantischen Staate Preußen rund eine Birtelmillion mehr, al« die der evangelischen Kirche. Einen Mehraufwand gegen den vorjährigen Etat erfordert der Evangelische Oberkirchenrath. Die Ausführung deS Gesetzes vom 3. Juni 1876 bett, die evangelische Kirchenverfassung in den acht älteren Pro-
„Hat nichts zu bedeuten," bemerkte Martin, der Schaven läßt sich wieder gut machen und aus irgend eine Welse
in, mein, K atze« tarnen z : mehr | Zahlim • 1877. raas.
ie Dm oder u kabine acht.
ber« In französischen Blättern geschah, auf ganz befondere Instructionen deS Reichskanzlers und auf dessen Wunsch nach Krieg schließen zu wollen.
Die Bankfrage, die den Regierungen in Cis- und Transleithanien so viel zu schaffen macht, war Gegenstand bcS MinisterratheS, der am 14 Januar in Pest unter be« Kaiser« Vorsitz stattfand; aber an eine Entscheidung für die allernächsten Tage, von der man in Pest wieder , Kamm einmal fabelte, wird in Wien schon deshalb nicht geglaubt, well diese Frage im ungarischen Mlnlsterrathe nicht gelöst «erden könne. Die CiSlclthanier sind über Tisza'« ruhige
cher des TodtschlagcS beschuldigt worden und schließlich stellte mußte ich auch äußerlich meine Freude, In kräftiger Weise e« sich doch heraus, daß er unschuldig war! — Da« Ge> zu erkennen gehen! — Nun, wie ist Ihnen? Goddam, ich * “ " ' ......glaube gar, die Thränen laufen Ihnen über die Wangen?
„Bester Herr Laurenz," preßte Bender heraus und erfaßte und drückte dabei die Hand deS jungen Mannes, „bester Herr Saurenj, treiben Sie keinen Scherz mit mir, es wäre wirklich zu grausam! —"
„Aber wie sollte ich denn das?" fragte Martin fast unwillig. „Ich wiederhole Ihnen, ich kenne den Egert, er hat in Kalifornien neben mir in einer Grube gearbeitet, das Glück suchte ihn auf famose Weise heim, denn erfand ein paar ganz respektable Goldklumpen und jetzt hat er sich in San Francisco niedergelassen unb treibt fein alte« Metier al« Baumeister. —*