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XII. ZahlMt

Marburg, Freitag, 19. Januar 1877.

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nen Sitze zu bemeffen, — sondern eS kommt vor Allem I Regierung des Kaisers dem Treiben der BolkSverführer n Betracht, daß die soziale Agitation in allen größeren wirksam zu wehren entschlossen sind.

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heben Gesellschaft. Das WachSthum der sozialistischen! ihre Ueberzeugung und bisherige politische Haltung sichere Streitkräfte ist nicht an der Zahl der schließlich errunge-s Bürgschaft dafür geben, daß sie im Einvernehmen mit der

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Kassel 1877.

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Hebet die politische Bedeutung der ReichStagSwahlen läßt sich die Pe ov. Corr, folgendermaßen aus: Vorläufig fallen zwei Punkte in'S Gewicht, eineStheil» die Stärkung der rechten Seite des HaufeS, welche in der Vereinigung «lei konservativen Kräfte nahezu 80 Stimmen betragen wird, anderntheilS die stärkere Scheidung der nationalltbe- ralea Partei von der demokratischen Fortschrittspartei. Die große Bedeutung der sozialdemokratischen Wahlen liegt in der tatsächlichen Bewährung der Macht, welche der Sozialismus in weiten Volksmasien bereits gewonnen hat und in der hierin zu erkennenden Bedrohung der bihger

Anzeigen nimmt entgegen: die GÄedition d. Blatter sowie bte Annonceu-Bureaux von L Daube & So. in Frankfurt a. M.; Jiiger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete» ♦ meyer in Berlin; Sarl Schütz- ler in Hannover; E. Schlotte in Bremen.

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Preußen Pommern Prandenburg Posen Schlesien Provinz Sachsen Schleswig - Holstein Hannover Westfalen Hessen -Nassau Rheinprovinz Hohenzollern Bayern

Königreich Sachsen Württemberg

Baden Hefien Mecklenburg Thüringen Hansestädte Lippe und Waldeck Oldenburg

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verbreitete sich das Gerücht, daß an ihm ein Mord be­gangen worden sei. Holzhauer hatten nämlich zu ganz früher Tageszeit einen Pletz im Walte gefunden, welcher alle Spuren eines stattgefundenen heftigen Kampfes auf wieS. Der Rasen war zerstampft und als Corpus delicti fand man ein Jagdmesier, an besten Klinge noch Blut klebte. Der Förster wurde herbeigerufen und mt Be stürzung erkannte er in dem Jagtmester das ihm wohl­bekannte Eigenthum Benders. Seufzend ordnete er, feiner Pflicht gemäß, DaS an, was hier nothwendig angeordnet werden mußte, er ließ den Platz bewachen, nahm vorläufig ein Protokoll auf und schickte Beides durch einen besonderen Boten an das Gericht. Dann begab er sich nach dem Gute unsere« Bekannten. Dieser saß eben noch mit schwerem Kopf beim Kaffee, als Herr Erich eintrat. Bender sprang auf und wollte ihm zur Begrüßung entgegeneilen, aber der Förster wachte eine so ernste abwehrende Bewegung mit der Hand, daß der junge Mann mitten aus dem Wege erschrocken stehen blieb. —

„Was gibt es?" tief er, „sollte dem Baumeister wirk­lich Etwas passtrt sein? —"

Erich sah den Frager einen Augenblick finster an. Wie kam Bender zu dieser überraschenden Frage, welche in diesem Augenblick jedenfalls sehr verdächtig klang? — Aber er faßte sich bald, eine solche Thal durch den lebensfrohen, wegen seiner HerzenSgüte bekannten Bender ausgeführt, schien ihm ganz unmöglich, so sehr auch die Umstände gegen denselben sprachen. Seiner Pflicht sich bewußt, schritt er jedoch ernst und langsam 'auf den jungen Mann zu und die Rechte auf besten Schulter legend und ihm fest in'S Antlitz blickend, sagte er:

„ES ist ein sauerer Gang, der mich zu Ihnen führt. Der Baumeister ist verschwunden und der Verdacht, den selben ermordet zu haben, ruht auf Ihnen. Ich und der Forstkandidat haben allerdings besten Hülserus noch gehört,

der Boden, wo der Kamps stattgesunden hat, ist zerstampft. — Ihr mit Blut beflecktes Jagdmesser wurde gefunden. —*

Anfänglich drückte sich die höchste Ueberrajchung auf Bmder'S Gesicht aus, aber bald fammelle er sich wieder, und im ruhigen Tone fragte er:

„Trauen Sie mir wirklich eine solche Thal zu? —" „Nein," erklärte Erich mit Festigkeit, „aber Sie wer­den einer langen und schweren Untersuchung nicht entgehen können. —"

„Nun, wie Gott will, mein Gewisten ist rein und ich vermuthe, daß man ein nichtsnutziges Cowplott gegen mich geschmiedet hat, an desten Spitze Egert steht."

In dem Städtchen nahm übrigens die Aufregung immer mehr überhand und erst jetzt stellte sich heraus, wie ver­schuldet der Vermißte war, denn er hatte unter allerhand Formen überall herumgeborgt, und zwei bedeutende Wechsel, die er ausgestellt, waren gerade jetzt fällig. —

Auf die gemachte Anzeige hin wurde Bender eingezogen und erst später gelang es ihm, gegen eine hohe Kaution aus der Haft entlasten zu werden. Das Gericht verfuhr mit großer Genauigkeit und die Untersuchung zog sich in die Länge. Stark ins Gewicht fallende Verdachtsgründe waren gegen unseren Bekannten allerdings vorhanden, aber an Uebersührungsbeweifen mangelte eS und trotz aller Nach­forschungen, war die Leiche des angeblich Ermordeten nicht auszufinden gewesen. Sv mußte man denn schließlich die Untersuchung wegen Mangel an Beweisen fallen lasten, aber deS jungen Gutsbesitzers gesellschaftliche Stellung war vernich­tet. Viele glaubten an seine Schuld und wichen ihm scheu aus, und so hatte sich die Müllerin, welche allein den wahren Sachverhalt kannte, aus eine grausame Weise für - en au ihr verübten und allerdings nicht zu rechtfertigenden Uebermuth, an ihm gerächt. Obgleich es einige edele und vorurtheilslose Minner gab, welche fortfuhren mit ihm zu verkehren, weil sie nun einmal an BenderS Schuld nicht zu glauben vermochten, fo «ar von dem früheren frischen

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Dir Stäche einer Fran.

Erzählung von Karl von Kessel.

(Fortsetzung.)

Er schlug mit dem Forstkandidaten einen Seitenweg ein, «ährend die beiden Andern nun ebenfalls tiefer in da« Gehölz einbrangen. Plötzlich begann der Baumeister zu stolpern und tief: „Ein nichtsnutziger Weg, das, geben Sie mir einmal Ihr Jagdmester, Bender, ich halte eS für nöthig mit einen Stock abzuschneiden. —"

„Da haben Sie es," sagte dieser, „beeilen Sie fich, ich werde inzwischen votavgehen. —"

„Unbesorgt schritt er weiter, aber auf einmal blieb er stehen und horchte.

L „Hülse l — Mörder I Hülfe!" klang e« au« de« Bau­meisters Munde ganz deutlich zu ihm herüber und „Hülse! — Mörder!" wurde jetzt dieser Ruf so laut wiederholt, daß e« weit hin durch den Wald schallte.

s „Wa« hat denn der Narr vor?" murmelte der Guts- besitzet, „ebenso gut könnte man hier einen Löwen oder F Tiger vermuthen, wie einen Menschen, der einen Andern | nach dem Leben trachtet!' — dennoch .kehrte er etwa t fünfzig Schritte zurück und rief im lauten Tone:

„Treiben Sie keinen Unsinn — kommen Sie, oder ich fetze meinen Weg allein fort! —"

Da keine Antwott erfolgte, so kehrte der junge Hann wirklich um und begann wieder unbekümmert weites zu fchteiten. , „

„Solche Streiche hat er schon öfter gemacht," dachte er, „er kennt ja übrigen« die Wege ganz genau und morgen »Kd er diese Albernheiten al« einen köstlichen Witz aus «eben. —"

Aber bet andere Tag sollte für nnserm Bekannten ein seht inhaltsschwerer werden. Der Baumeister wat nicht «cht in seine Wohnung zurückgekehrt und io der Stadt

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Sammelpunkten der arbeitenden Bevölkerung Macht genug f eroonnen hat, um entweder ihre eigenen Kandidaten durch- jusetzen oder doch einen entscheidenden Einfluß auf den AuSgang der Wahl zu üben. Ucber die Gefahr, welche diese Wahrnehmung in Bezug auf die gesellschaftliche Ordnung und Sicherheit, sowie in Bezug aus die höchsten moralischen Güter des Volkes in sich birgt, kann für kei­nen verständigen Politiker, welcher Partei et sonst ange­höre, ein Zweifel obwalten. Zu welchen Zielen die sozi­alistische Bewegung sühtt, das ist feit den Greueln des Bürgerkrieges in Frankreich und Spanien, dem Gedächtniß der Mitwelt von Neuem eingeprägt. Vernichtungskrieg gegen die bestehende Ordnung in Staat und Gesellschast, gegen Religion und Kirche, gegen Familie und Eigenthum das war das Programm der französischen und spanischen Kommunisten, und die Sozialvemoktaten bei uns haben sich rückhaltslos zur Gemeinschaft mit jenen ausländischen Genosten in Grundsätzen und Zielen bekamt. Ge gen solche Widersacher werden Angesichts der Macht die sie bereits errungen, alle guten Kräfte der Nation zu vereinter Anstrengungen zusammen zu fasten fein, um den steigenden Fluchen der drohenden Bewegung feste Dämme entgegen zu setzen. Die engeren Wahlen, welche im Laufe der nächsten Woche in 70 Wahlbezirken stattfinden, werden den Wählern zunächst Gelegenheit geben, zu bestätigen, in wie weit sie die Erfahrungen des letzten Wahltage« be­herzigen wollen. Der bedeutende Erfolg der Sozialdemo­kraten beruht zum großen Theil darauf, daß sie alle an­deren politischen Parteien an Eiset und rühriger Thatkrast übertroffen und die Schaaren ihrer Anhänger in wirksamer Weise für den Wahlkampf zu sammeln verstanden haben. Mögen denn die guten Elemente des deutschen BürgerthumS wenigstens bei den noch ausstehenden engeren Wahlen nachholen, waS sie bei den allgemeinen Wahlen versäumt haben, — und ebenso vollzählig an die Wahlurne eilen, wie die Gegner der bürgerlichen Gesellschaft. Möge aber ferner der staatserhaltende Sinn und Geist der Mehrheit beS Volke» sich auch darin bewähren, .daß sie nicht bloS die Sozialdemokraten zurückzuwelfen, sondern ebenso sehr die vermeintlich „gemäßigten Demokraten" der Fortschritts- partei, welche ihren radikalen Genosten bewußt ober unbe­wußt die Wege bahnen und die „goldenen Brücken bauen." Wer dazu Helsen will, die Gefahren bet Zukunft zu be­schwören, der wird alle seine Kraft dafür einsetzen, die Zahl derjenigen Abgeordneten zu mehren, welche butt

Braunschweig

Außetbem in bet Provinz Preußen 3 unb in Posen 10 Bolen. In Schleswig-Holstein 1 Däne unb in Hannover 3 Partikularisten, sowie in Württemberg 1 Demokrat.

Deutsches Reich.

= Berlin, 17. Jan. In dem von der königlichen Generaldirektion der SeehandlungS-Sozietät für das Jahr 1875 erstatteten BerwaltungSbericht heißt es: Die Nach­wehen der fieberhaften Spekulation, welche fich nach Bern» bigung beS französischen Krieges aller Verkehrsgebiete be­mächtigt hatte, haben noch nicht ihr Ende erreicht, sich viel­mehr in bem verflossenen Jahre, bem brüten ber KristS, empfindlicher fühlbar gemacht als vorher. Die Schwan­kungen auf bem Gelbmarkte waren ungeachtet beS geringen Ansprüche«, welchen bad regelmäßige Geschäft an benselben stellte, nicht unerheblich; ber PrivatbiSconto hob sich all« rnälig bis auf 4% unb 5 Prozent, hauptsächlich in Folge der Befürchtungen, die sich an die großen Veränderungen in unserer Bank- und Münzzesetzzebung knüpften, Befürch­tungen, die sich schließlich als illusorisch erwiesen haben. ES sind die ungünstigen Verhältniffe deS verfloffenen Jahre« auch für das Seehandlnngsinstttut nicht ohne Folgen ge­blieben unb bleibt deshalb das Resultat des verfloffenen Jahres hinter bem beS Jahres 1874 nicht unerheblich zurück. Namentlich hat sich im Effeklenverkehr durch wei­teren CourSrückgang bei verschiedenen Effektengattungen — insbesondere bei Eisenbahnaktien und Prioritäten — ein Verlust von 1,235,547 M. 37 Pf. ergeben. Derselbe ist indessen durch Gewinnrealistrungen bei anderen Effekten, insbesondere bei solchen aus Consortialgeschästen herrühren- ben, von 753,929 M. 27 Ps. auf einen Verlust von 481,618 M. 10 Ps. herabgemindert. Ferner ist ber Zinsenüber­schuß be« Jahres 1875 von 1,767,255 M. 57 Pf. gegen bea des Jahres 1874 von 2,250,039 M. 77 Pf. um 482,784 M. 20 Pf. zurückgegangen. Dennoch dürfte der für da» Jahr 1875 erzielte Gewinnüberschuß von 1,498,242 M 77 Pf., obgleich er gegen ben für ba« Jahr 1874 erzielten bebeutenb zurückbleibt, im Hinblick aus die überaus ungünstigen Zeitverhältniffe noch als zufriedenstellend an­gesehen werden. — Die preußischen Staatsbahnen ergeben

Nach der nunmehr im „Reichs Anzeiger" vorliegenden Liste der bis jetzt definitiv zum Reichstag Gewählten ergibt stch folgendes Resultat-

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Mit einem bewundernSwerthen Eifer wird das Thema „öerifiberten Orientpolitik" Deutschlands in der englischen Presse weiter gesponnen. Nunmehr meldet be­reits der „Daily Telegraph", daß zwischen Kaiser Wilhelm und dem Fürsten Bismarck ernstliche Meinungsverschieben- jeiten in der orientalischen Frage beständen, ber Kaiser sei ür bett Czar, währenb Fürst Bismarck ber Politik Rnß- anbS sehr feindlich gesinnt sei!

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bei ' ««ingen nimmt entgegen: stein Jt&bitto’i b. Blatte«, r j ^.-Tbie Annoncen-Bureaux ——Dietrich & So. in

J ’ Lafenftetn & Segler tn Wart a-M, Berlin, Letz- A Mn ic; Rudolf Moste

_^Berlin, Frankfurt a. M. re.__________________________________________________________________________________________

_— . ... . 777 «jurf.-n naA Sonn, unb Feiertagen. Preis für bas Quartal mit der wöchentlichen Berlage „JlustrirleS Conntagbllatt" durch die Expedition (K o ch'fche

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Buchdrnaerei) --zogen m Z^^n zu -rtbeilende Auskunft und Annabme von Abresten werben S5 Pf«, berechnet.

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