Sir. 303,
JIIatButg, Sonntag, 24. December 1876.
XL
OberheMt Jalung
di- BankfragelOli-ntkrise noch nicht gewinnen. Allgemein verlautet, Ruß- Äluna nni n lf Jnu k * eine Ianb seinen Vorschlag, di- Bulgarei durch rufRf^e
@ & ? Hbln' sn k , Truppen besetzen zu lassen, aufgegeben und statt deffen eine
fahre tBundesversammlung Occupation durch eine neutrale Macht, Belgien, vorge- TQDtcn Tort. Die bilnbeATnthlifftpn 9<nrT/mpn itt . ... .f.ix___ n. n * . . 0 5 ö
Seit- in England veranstalteten Nationalconferenz -ine Ausschuß zu verweisens-ü tÄ^STvL^ conservative Antwort nicht auöble.ben werde, war von vorn nehmigt. Nur die Partei DeligeorgiS wollte nichts davon '7'"i'U-rw°rten. Kaum eine Woche^iach der Verscmm wissen. Sodann bewilligte die Kammer die Aufnahme einer ^ame® ^®Jonbe!? i®dr?lit<llieber d^ Ca° Anleihe von 10 Millionen Drachmen für die Neugestaltung der Herzog von Richmond und Sir Stafford North- der Armee und die sonstigen militärischen Maknabmen
der Armee und die sonstigen militärischen Maßnahmen.
Reich.
Hi, hi, hi!" kichert er leise
nun
-■
2.
Al« Goithold gegen Abend seine Wohnung betrat, fand er auf dem Tisch in einem rosa Couvert ein Billet mit den von Frauenhaud in zierlichen Zügen geschriebenen
cote, bei einem landwirthschaftlichen Feste bereits Gelegen- heil, in öffentlicher Rede jene Kundgebung als höchst unzeitgemäß zu bezeichnen und zu erklären, daß die Regierung an der bisher befolgten Politik f-sthalten werde.
Die russische Regierung wird, wie das halbamtliche Organ des Reichskanzlers, das Journal de St. Peters- bourg, andeutel, auf die türkische Cnkulardepcschc vom 30. November, welche als Antwort aus das Gortschakoff'sche Rundschreiben vom 13. November gelten sollte, gar nichts erwidern.
Die osfiz clle Anzeige, daß Deutschland die Pariser Ausstellung von 1878 nicht beschicken werde, hat in Paris stchtbar verstimmt und die Preffe zu höhnischen Bemerkungen veranlaßt. Jndcß ist die jetzige innere Lage Frank- r'eichS keineswegs dazu angethan, den Hochmuth zu stacheln. Der neue Minister Jules Simon brachte am 14. December beiden Häusern über die Haltung des neuen CabinetS eine Darlegung, die sich in allgemeinen, wohl gedrechselten Redewendungen erging, aber nichts Bestimmtes enthielt, als daß Simon den besten Willen hat, eine republikanische Musterregierung einzuführen, wenn Alles nach seinem Kopfe geht. Die Mehrheit der Dcputirtenkammer nahm diese Versicherungen sehr wohlgefällig auf und seit- dem ist der Conseilprästdent mit Entwerfung des Planes zur Einsetzung seiner neuen Räder in die Regierungsmaschine beschäftigt.
Im spanischen Congreß beantwortete der Minister der auswärtigen Angelegenheiten eine Interpellation bezüglich der Ausweisung der spanischen Unruhestifter aus Frankreich dahin: Spanien sei erkenntlich für die Dienste, die ihm von Frankreich erwiesen worden.
Daß der von ruffenfreundlicher und regierungsfeindlicher
fahren fort, die buudcSräthlichen Vorlagen zu berathen.
In der italienischen Kammer haben die Berathun- gen über den Voranschlag des EtatS begonnen. Mehrer- Bischöfe suchten neuerdings unter Beobachtung der erforderlichen Förmlichkeiten bei dem Ministerium direkt die Verleihung des Ex quaturS nach.
schlagen; zu gleicher Zeit hat sich der russische Botschafter in London, Graf Schuwaloff, nach Brüffel begeben, angeblich um König Leopold für jenes Projekt zu gewinnen. Zwar ist kaum Aussicht vorhanden, daß Belgien aus feiner neutralen Stellung heraustreten und sich zum Executor der Mächte machen lassen wird, zumal die Frage, wer die Kosten der Vollstreckung tragen würde, noch völlig unerör- tert geblieben ist. Jedenfalls läßt sich annehmen, daß die Türkei sich am allerwenigsten dazu bereit finden lassen wird, und die Meldung, daß die Pforte überhaupt jeder Besetzung ihrer Gebietstheile, von welcher Macht sie auch immer versucht würde, mit gewaffneter Hand entgegentreten werde, gewinnt durch die Nachricht, daß Midhat Pascha an Stelle Mehemed Ruschdi's zum Großoezir ernannt ist, stärkere Begründung uns B-dcutung. Die nächste Frage, welche der Confcrenz vorliegt, ist die der Verlängerung deS Waffenstillstandes. Man hofft, daß eine solche sich für zwei Monate werde erzielen lassen. Das serbische Ministerium hat in Folge einer ernsteren diplomatischen Verwicklung mit Oesterreich, welche durch den Angriff serbischer Schildwachen aus den vor Belgrad stationirten österreichischen Dampfer MaroS entstanden ist, feine Entlassung eing-r-icht und erhalten.
In Griechenland hat das nun doch im Amt g-, bitebene Ministerium Kumunduros die Mehrheit der Depu» tirtenkammer auf seine Seite bekommen. Zunächst wurde sein Antrag, die bedenkliche Gesetzvorlage wegen der Vorbereitung n zur Laudesvertheidigung an einen besonderen
ablässtg für die Erhaltung und Ausbreitung des Glanzes der alten Firma bereit derzeitiger Inhaber, Herr Otto Schröter. An seiner Wiege hatte man ihm nichts von feiner gegenwärtigen Herrlichkeit gesungen. Der Sohn einer atmen Wäscherin, trat er mit vierzehn Jahre in das Geschäft ein, außergewöhnliche Befähigung, Fl-iß und Treue machten ihn bald avanciren, zum Lehrling, Comm s, Buch- Halter, endlich zum Prokuristen. Sein Chef gab ihm die Hand der einzigen Tochter, deren Neigung er gewonnen, er wurde Th-ilhaber und nach dem Tode d-S alten Schiller Chef des Hauses. Seit dem vor fünf Jahren erfolgten Hinscheiden seiner Gattin lebte er nur noch dem Geschäft und seinem einzigen Töchterchen, „unjerm Gretchen."
Ans ihrem im ersten Stock neben der Wohnung des alten MajorS telegenen Zimmer hat sie heute innere Unruhe vertrieben.
Ds« Jüan wider Willen.
Humoreske von W. v. Strachwitz.
(Fortsetzung.)
Politische Wochen * Uederficht.
Der Reichstag hat am Donnerstag seine Arbeiten be- mdigt und wurde Freitag Nachmittag durch den Kaiser f-ierlich geschloffen. Die Justizgesetze sind definitiv ange nommen; die Civilprozeßorvnmtg und die Konkursordnung einstimmig, die G-richtsverfaffung und die Strafprozeß- Ordnung mit 194 gegen 100 Stimmen. Das Kompromiß, welches das Zustandekommen der Gesetze ermöglicht hat, wird von den verschiedenen Parteien v-rschicd-n betrachtet. Die Fortschrittspartei sucht die ganze Angelegenheit für die Wahlen nutzbar zu machen, das Centrum — welche» allerdings durch einzelne Beschlüsse am stärksten I betroffen wird — beschimpft die Majorität. Dagegen feiern i die Altkonservativ-n das Kompromiß als einen Triumpf. | Wie die „Kreuz-Zeitung" schreibt, ist das Zustandekommen I der Justizgesetze ein entscheidender Sieg des Reichskanzlers, i der alle die großen und kleinen Geister mit ihrem Libera | liSmuS und ihrer Selbstständigkeit richtig zu beurtheilen ’ und zu gängeln verstand; sie ist aber zugleich ein Steg ! der konservativen Sache und der konservativen Fraktion des | Reichstags, um so mehr, da die Stimmen der konservativen | Fraktion nach den MajoritätSverhältniff-n im Reichstage für die gewonnene Verständigung die auSschlaggebenv-n sind: ohne sie wäre der nationalliberale AuSgletchSv-rsuch nur ein frommer Wunsch, eine ohnmächtige Demonstration gewesen, ohne die konservative Stimmung wäre auch dem Reichskanzler sein Erfolg unmöglich gemacht worden. — Freuen wir uns der glücklichen Sachlage und lernen wir daraus für die Zukunft. Vielleicht lernen auch Andere den Werth einer bestimmten Haltung der konservativen Partei f mehr erkennen."
£ür das erste Quartal 1877 werden von allen \ Cr Postanstalten Bestellungen auf die
Bberhessische Zeitung
nebst deren Gratisbeilage
Zllujirirtes Sonntagsblati
entgegengenommen.
Auf dem Lande nehmen die Landpostboten Bestellungen entgegen.
Die Exp. d. Oberh. Zeit.
Ach, wie gern möchte er jetzt zu seinem Gretchen eilen. Aber ste rst nicht da. Wo mag sie weilen?
Ja, wo weilt ste? Grethe, des alten Majors Gold- kmd von vierzig Jahren, mit der unser H-ld veriobt worden, sie ist mit Frau von Langen auSg-fahr-n, wie vorhin Johann gemeldet. Aber das andere, wahre Gretchen, s »unser Gretchen", wie die Gaffe eS nennt, Gotthvlds Gretchen — wo steckt denn sie?
Suchen wir nochmals die uns schon bekannte Brüder- gaffe auf. Neben der Hausthür deS alten respectabelen f Hauses, welches feine Giebelseite d-r Straße zukehrt, und fd.ffen ersten Stock der alte zur Höllen bewohnt, bemerken wir ein kleine» Porzellanschild, welches in einfachen, schwarzen Buchstaben die Inschrift trägt: „I. G. Schillers selige Mttwe". Die nach der Straße hin sich öffnenden Parterrefenster de» Gebäudes sind mit starken Eis-nstäb-n verwahrt und schwere eiserne Läden dienen zum nächtlichen Verschluß. Hier liegen die ComtoirS der alten, ehrwürdigen Leinenwaarengroßhandlung I. G. Schillers selige Wittwe, in weiten geschäftlichen Kreisen geachtet. An den an die Hinterfront deS Gebäudes stoßenden, großen, park- ähnlichen Garten schließt sich ein umfangreicher Hof, umgeben von hohen Speichern mit den Lagerräumen d-s Geschäft». Hier waltet von früh bis spät bunte», reges Leben Schwer beladene Frachtwagen kommen und gehen durch da» nach der Badergcffe führende EinfahrtSih-r, geschäftige : Commi» mit wichtigen Mienen, flinke, naseweise Laufburschen eilen ab und zu, und riesige Hausknechte spielen mit eisigen Waarenballen. Um so stiller ist -S in den ComtoirS, wo man Tage lang nichts vernimmt als da» Rauschen der । Über das Papier hinfliegenden Federn. Hier arbeitet mit >
hing hinweg auf fein einzige», geliebte« Stint», so verändert! seit einiger Zeit, balv voll auSgelaffener Fröhlichkeit, bald- zerstreut unv in sich versunken Ein trüber Schatten zog über fein ernstes, doch mildes Gesicht.
Berlin, 22. Dez. Die gestern im Auszug telegraphisch gemelvete Thronrede, mit welcher Sc. Majestät der Kai er die Session deS Reichstage» geschloffen, lautet vollständig: »Geehrte Herren! Bei dem Schluffe der vierten und letzten Session der zweiten Legislaturperiode de» Reichstages darf ich Sie auffordern, mit mir einen befriedigen- «L «-*-• w.
' der > Ihre und der verbündeten Regierungen gemeinsame Arbeit
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte» sowie die Annoncen-Blweanx von ®. L. Daube & To. in Frankfurt a. M.-Jäg-ttsch- Buchhandlung in Frankfutt a. M.; Jnvalidendank, A. Sete« a meher in Berlin; Carl Schüß- ” ler in Hannover; C. Schlotte in Bremen.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Th. Diettich & Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfutt a. M.; Haasenstein & Bögler in Frankfutt a. M, Berlin, Leipzig, Cöln ic; Rudolf Moste in Berlin, Frankfutt a. M. rc.
e!”i.6e„n ^ Dienst des Hauses ergrauten Buchhaltern un-,Worten: „Erwarte Sie heut Abend 9 Uhr auf dem' Markt am Gas Candelaber vor dem Rathhause. M." „Von Gretchen I" jubelte Gotthold. ,So ist sie früher zurückgekehrt, ste ahnt meine Ungeduld, sie zu sehen, da» liebe Kind! O, Gott, wie danke ich Dir für mein Glückt
Um 8 Uhr schon, obwohl er nut 5 Minute« bis zum Rathhause zu gehen hatte, trieb unseren Helden die Sehnsucht hinaus nach dem Markte. Voll Ungeduld umkreister unzählige Male das alte Rathhaus, von Zeit zu Z tt auch einmal der Abwechselung wegen in eine ter Straßen einbiegenb. Einigemal glaubte et im Dämmerlicht @ret« <ten zu erkennen und verfolgte sie einige Schritte weit, bis er seinen Jrrthum erkannte; seit einer halben Stunbe
I folgte ihm, leise, unhörbar, wie ein Schatten, eine vierschrötige Männetgestalt in Uniform mit karmoistntothem Kra- (s-, o,. . . , . , ... Igen und Seitengewehr. AuS seinem schnapsseliaen Gesicht
Sie sitzt an einem der nach dem Garten führenden leuchtet über einer dicken, kupferrothen Nase und einem N'' ^s Wohnzimmers und starrt hinaus. Sie be- fürchterlichen, brandrothen Schnauzbarte ein paar halb“ metft ni$t die ersten Boten des Frühlings, di- verstohlen füge, halb duselige Augen. _Hi bi bi I" kick-rt er keik, Lon?n" ®nb ®?"eed‘5?*cn «ne- vo? sich hin, if? n, Jr -inm7l auf der Jagoda» BüS
monen. Eine Thräne verschleiert ihr duak.es Auge. Bist chen. Na, komm' Du mir nur auf falsches Revier Dio tOtt? BSo bleibt Gotthold? Schon wollen wir schon noch rnores beibringen." *
lft eS spät am Nachmittag und er kam noch nicht, trotz der M-r ...... -
Verabredung am letzten Sonntag.
DaS österreichische Abgeordnetenhaus setzte in der verfloffenen Woche die Betathung der Budgetvorlage fort und hat bis jetzt di-Etats der Ministerien des Innern,, Vll ;
bet Finanzen, le» Handels, de» CultuS und des Acker-Klaffen bis jetzt einen klaren Einblick in den Stand
Uns" Held schlendert arglos weiter. Der Mond, der smi, r.- - . Y o. , , , inzwischen aufgegangen, wirft sein unsicheres Licht auf den
Wc beredt hatte er von seiner Liebe gesprochen, und stillen Marktplatz, nur hin und wieder vernimmt man bald ^.? ?lich- Vater blickt besorgt über die Zei- verhallende Tritte, sieht man mystische Gestalten im Schatten
6 f in " k» H8us„ huschen. Die Uhr auf dem verwitterten RM.
hauSthurm schlägt breioiertel, von ber Wache hex klinM melancholisch die langgezogenen Töne deS Signals tu W laue Abendluft. Immer engere Kreise zieht Golthol^l^ den Gas Candelaber, in zehn Schritt Entfernung gefe^T- i von seinem treuen Schatten. M
Noch fehlen fünf Minuten zur feftgef-^en Zeitk'U' na^ in bet Richtung von ber Brüdergaffc per aufSnu,! ben Markt umgebenben Trottoir in trippelndem MW