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Anzeigen nimmt entgegen: He Expedition d. Blattes, sowie die Amumcen-Bureaux gon Th. Dietrich & Co. in Jteffel und Hannover; Th. Dietrich in Franlfutt a. M.; Haasenstein & Bögler in Frankfurt a. M, Berlin, Leip» itg, Köln ic; Rudolf Moffe in Berlin, Frankfurt a. M. rc.

Marburg, Mittwoch, 20. December 1876.

XL Iahrgaig.

ObrrhcUlht Jrilung.

Anzeigen nimmt entgegen: die E^editton d. Blattes sowie bte Amwncen-Bureauk von ®. L- Daube & Co. in

Kttmkfutt a. M.; JSger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete» meyer in Berlin; Carl Schütz, lei in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

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Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageAluftrirtes Souutagsslatt" durch.die Expedition (Soch'fche Buchdruckereis bezogen Sh Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf,, text. Bestellgebühr). JnsertionSgebühr für die gespaltene Zetle 10 Pf,. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von abreffen werben 25 Pf,, berechnet.

Zür das erste Quartal 1877 werden von allen Postanstalten Bestellungen auf die Bberhessische Zeitung nebst deren Gratisbeilage

ILustrirtes Sonntagsblatt

mtgegengenommen.

Auf dem Lande nehmen die Landpostboten Bestellungen entgegen.

Die Exp. d. Oberh. Zeit.

zu laffen, bevor nicht die Reichsjustizgesetze vollständig er­ledigt sind und bis dahin dürfte die sogenannte RetorstonS- bill ohnehin in das Plenum zurückgelangt sein.

Der Moniteur bemerkt zur Mittheilung der Prov.» Kort. betreffs der Nichtbeschickung der Ausstellung von 1878, wie folgt: »Wir wollen glauben, daß dieser Beschluß der deutschen Regierung der Politik so fremd ist, wie die Provmzial-Korrespondenz behauptet Aber wir bleiben da­bei, zu glauben, daß die Teilnahme Deutschlands an der Ausstellung den so korrekten Beziehungen, welche zwischen den beiden Ländern bestehen, einen festeren Halt gegeben haben würde." Es wird an Frankreich sein, diese Bezie­hungen wahren zu helfen, auch ohne daß wir die Pariser Ausstellung beschicken.

Bestem Vernehmen nach ist die englische Regierung entschloffen, ihre Flotte sür die Dauer des nächsten JahreS im Bosporus verbleiben zu lasten und jedwede militärische Occupation eines TheileS deS ottomanischen Reiches abzu- lehncn. Falls Rußland sich nicht bestimmen läßt, von der Occupation Bulgariens Abstand zu nehmen, wird Oesterreich in Bosnien einrücken. Heber diese Angelegenheit ist zwischen dem Wiener Kadtnet und der Pforte unterm 29. November d. Z. eine besondere Ueberei-ckunst abgeschlossen worden.

In der orientalischen Frage ist zur Zeit mehr von Rüstungen, alS von einem nennenSwerthen Fortgang der Verhandlungen in Coustantinopel zu berichten. Wie es heißt, wird die eigentliche Hauptkonferenz am 24. d. M. beginnen, vorausgesetzt, daß man bis dahin zu einer Einigung gelangt ist. Dann aber bleibt immer noch der Wiederstanv der Pforte zu überwinden l Gegenwärtig diökutirt die Presse aller Länder den Vorschlag der Einrichtung einer GenSdar- merie oder der Okkupation Bulgariens durch nichtrusstsche Truppen. Ob solche Vorschläge in der Vorkonferenz selbst schon zur Sprache gebracht worden stno oder erwogen werden, darüber liegt keine sichere Mittheilung vor. Der Pariser Moniteur, der die Ansichten des Ministers des Auswärtigen abzuspiegeln pflegt, spricht sich für die Be setzung der Bulgaret durch Truppen der neutralen Staaten aus:Eine solche Besetzung könne zum Boden für die Verständigung zwischen Rußland und England werden." Bon anderer Seite verlautet jedoch, daß England der Be­setzung durch Neutrale keineswegs geneigt sei, während, wie derft. Z" aus Paris geschrieben wird, in dortigen tür­kischen Kreisen es für ausgemacht gilt, daß die Türkei jede Besetzung einer ihrer Provinzen, selbst wenn eine solche durch England empfohlen »erben sollte, ablehnen werde.

Ob der Petersburger Herold autoristrt ist, es als äußer­stes Zugeständniß Rußlands zu bezeichnen, daß es die Occupation durch neutrale Truppen acceptire, darf wohl bezweifelt werden.

Dnckschr« Reich.

** Berlin, 18. Dec. Die Kaiserin hat dem Profestor Lüders, dem Verfaster der preisgekrönten Schriftdie Gen­fer Convention", welcher der hohen Frau sein Werk in französischer Hebersetzung übersandt hatte, ihren Dank und Anerkennung aussprechen lasten. Än die einfache und noch nicht einmal zuverlässige Nachricht, daß in Straßburg und Metz die Gemächer für den Kaiser hergerichtet werden, hat man sofort eine Reise des Monarchen nach dem Reichs­lande geknüpft. Bekanntlich werden nicht im Winter be­reits die Dispositionen für die Frühjahrsreisen des Kaisers geknüpft. ES tst daher eine Conjunktur die aller festen Basis entbehrt. Der Minister des Innern hat in einem Erlaß ausgesprochen, daß gegen eine Betheiligung der Mit­glieder deS RegierungS-CollegiumS und der AbiheilungS- Dirigenten bei der Bearbeitung derjenigen Angelegenheit, deren Entscheidung durch die neue Gesetzgebung dem Re­gierungspräsidenten zusteht, sich nichts einwenden laste, da­gegen sei eS nicht angemesten, daß Mitglieder deS Re­gierungs-Collegiums, welche dem Bezirksrathe nicht ange­hören, an den Sitzungen deS Letzteren als Assistenten des Präsidenten der Regierung Theil nehmen und als Refe­renten fungiren. Die Spannung des definitiven Votums des Reichstages über die Justizgesetze ist heute noch eine lebhafte, wiewohl mit Genuglhuung konstatirt werden kann, daß die nationalliberale Fraktion am Sonnabend in ihren Erörterungen dem Reformwerke eine sichere Basis gegeben hat. Man darf wohl annehmen, daß diese Beschlüste der vertraulichen Besprechungen einen weiten KreiS von *2ln-_ hängern gewinnen werden. Die Thetlnahme des Fürsten Bismarck und Dr. Leonhards zeigen den Willen der Re­gierung, ihre Bereitwilligkeit zur Lösung beizutragen.

Hamburg, 17. Dec. Für die russische Regierung ist in der letzten Woche ein auffällig gewordenes Quantum von allen möglichen KriegSauSrüstungeo, Tornister, Arma­turstücke, Bleiscndungen rc. hier durchbesördert worden, so daß die Hamburg-Lübecker Bahn vollauf zu thun hatte. Die günstige Witterung machte eS möglich, die Sendungen bisher noch auf dem Seewege biS Kronstadt zu befördern.

Detmold, 15. Dez. Der Landtag genehmigte heute den Ausgabeetat für 1877 (ven letzteren jedoch nur so weit, als er nicht von dewjenigen für das laufende Jahr abweicht) für die nächsten drei Monate, also bis zum 1. April k I. und vertagte sich dann bis Mitte Januar.

LageSbertcht.

Die Soiröe bei dem Fürsten Bismarck am letzten Sonn­abend war wiederum sehr zahlreich besucht nnd die Stim­mung, da die guten Aussichten sür die Justizgesctze bekannt waren, sehr gehoben. Der Fürst hat sich, wie verlautet, mehrfach in dem Sinne geäußert, daß nachdem der Kamps zur Sicherstellung der Rechte des Staates gegen die Kirche seinen Höhepunkt überschritten und das große Werk des gkneinsamen Rechtes in den Hafen gebracht fei, er sich, wenn er in seinem Amte und gesund bleibe, mit wiithschaftlichen Fragen eingehender befassen werde, vorausgesetzt, daß er dabei die Hnterstützung seiner Kollegen im preußischen Mi­nisterium (von denen übrigens mehrere u. A. der Kriegs Minister und der Minister der landwirthschaftlichen Ange­legenheiten auf der Soitsc anwesend waren) erhalte.

Die nunmehr vorliegenden VermittelungSanttäge bezüg­lich der Justizgesktze sind von den Abgg. Miquel, Lasker, v. Bennigsen, Dr. v. Schwache und Thilo unterzeichnet und von dem größten Theil der Nationalliberalen, den Frei- lonservativen und einem Theile der Gruppe Löwe unter Mtzt. Die Altkonservativen haben von vornherein sür die »erlag« gestimmt und kann eS daher nicht zweifelhaft sein, fcuf welcher Seite sie bei der dritten Berathung stehen weisen. Es wird in weiten Kreisen überraschend sein, daß nicht bloS die Kompetenz der Schwurgerichte im Preß­vergehen, sondern auch die Bestimmungen über den Zeugmß Zwang dem Kompromiß zum Opfer gefallen sind.

In Folge einer Rücksprache mit dem Präsidenten deS Reichstage« hat sich der Abg. Lucius (Erfurt) entschloffen, seinen Antrag auf Zurückziehung der RetorsionSbill aus der Kommission nunmehr schriftlich einzubringen. Der An­trag dürfte iudeß nicht von dem beabfijjtigten Erfolge be­gleitet sein, da die Majorität deS Hauses fest entschloffen iist, den Antrag Lucius nicht auf die Tagesordnung setzen

lich gegen die Grethe. Doch als ich ihm einst beim Glase

gescheut Mit Euern verfluchten Sentimentalitäten 1 Wäret

die Haube mnß sie kann die alten Jungfern nicht lei-

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:1816.

Der geehrte Leser wird in ihm bereits unseren Helden

genug üb» ben dürren Aktenschlukker geärgert. Wär'n Er hatte in der Thai soeben die Nachbarschaft des Schwiegersohn für mich gewesen. Bin ihm wie ein Vatermöbelirteu Zimmers wegen einer Musterung unterworfen,'

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Ihr, Du und Deine Mutter Gott hab' sie selig! mir damals mit Euren Narrheiten vom Leibe geblieben, so ließen wir uns nicht den Lieutenant von köckeritz von »er Hexe der Seelen wegschnappen, und Du wärest jetzt Ue Frau Oberstlieutenant. Aber j-tzt laste ich mich nicht »ehr am Narrenseil führen, bin doch mit einer ganzen Tscadron durchtriebener Kerls fertig geworden. Unter

den ! bei meines höllischen Vetter- gräulichem Pferdesuß! sie muß unter die Haube, ehe sie das neue Jahr wieder zur Ruhe leuten!

entgegen gekommen, habe ihm wie er als junger Referendar herkam, erst savoir vivre beigebracht und in« adelige Casino eingeführt. Das hat dem jungen Laffen auch ge­fallen und er that herzlich zu mir und benahm sich rittet-

ptieß, da Donnerwetter! da lachte mich der fchlot- terbeinlge Aktenwurm höhnisch über die funkelnden Brillen­gläser an stürzte sein GlaS hinunter und wünschte mir einen guten Abend. Und seitdem that der Kerl, als wäre

Rhein ging, und ich der armselige Federfuchser, warte, wenn Du erst einmal mit Deinem klapprigen stell bei meinem höllischen Herrn Vetter einfährst, Dir ich das Licht halten!"

Dabei hatte ober der alte Herr das Fenster nicht

Ds» Z«M wider Wille«.

Humoreske von W. v. Strachwitz.

(Fortsetzung.)

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den Augen verloren.Nun schütteln sie sich die Hände, es ist abgemacht. Jetzt tritt er anS Fenster, aha! er re cognoScirt, er lächelt herüber. Echockschwerenoth! ob das wohl meinem Mädel galt. Das ginge ja verflucht schnell. Nimm die Gelegenheit beim Schopf, Aller keck nach Hu sarenart!"

Und rasch reißt er das Fenster auf und mit seinem wunderlichen Gesicht hinaus. Er schwingt fein Käppchen und als ob er seine Schwadron kommandirte, ruft er mit dröhnender Stimme hinüber:n Morgen junger Freund, wünsche ein gesundes neues Jahr und gute Nachbarschaft!"

Der junge Mann drüben läßt erschrocken sein Lorgnette sinken und trit. verlegen vom Fenster zurück.

er Seiner Majestät Oberstwachtmeister von den Ziethen- Husaren von und zur Höllen, der mit Blücher über

Donner und Dorla I Wen hat benn die alte Setter» hilft, die Rumpeln, da drüben? Wohl gar ein neuer Diiether? Ist denn der Astestor anSgezogen? Nicht schade vn den Kerl! sah aus, wie eine Rachlenle, wenn er mit gttVu feinen blauen Brillengläsern herüber grinste. Hab mich erkannt haben.

DaS alte Friule n hatte während der langen Rede des gutmüthigen Polterers unbemerkt die Thür erreicht und »ar still durch dieselbe verschwunden.

AIS bet Alte bemerkte, daß ste ihm entschlüpft, wetterte er noch mit einigen Ken flächen über das verdammte Weiber­volk und zog sich endlich auf seinen Lehnsestel am Fenster zurück, um nach seiner Gewohnheit die Sttaße und die Nachbarschaft zu mustern.

L Er knurrte unb murrte noch ein Weilchen. Dann zog «twaS im dritten Stock des gegenüberliegenden Hause» seine Aufmerksamkeit auf sich.

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Papperiappapp l lange Haare kurzen Verstand 1, 1^ gegen vu ^mye. iyu> emn ueim öiaje

Cv'n Frauenzimmer wird nicht einmal im Schwabenalter!Wein in traulicher Stunde zu erkennen gab, das Mävel wäre noch zu haben, und als mir« Herz überging, daß ich ihm näher rückte und die Tugenden meines Goldkindes

dessen außerordentliche Vorzüge ihm die geschwätzige Frau Rumpeln geläufig auseinandersetzte. Da hatten von da drüben ein Paar dunkle Augen herübergeleuchtet, schnell hatte er seine blöden Augen mit der Lorgnette bewaffnet, und waS er nun erschaute, erschien ihm wie ein Zauber. Ein unbekanntes Etwa« machte sein Herz höher klopfen, die Sonne leuchtete so wunderbar, die Schneeflccken gli­tzerten wie eitel Diamanten und wie ein Frühlingshauch zog eS durch'« Zimmer. Und da drüben saß die kleine Fee, von der das alle« auSging, ein kleine«, dunkle« Köpfchen beugte sich über ein Buch, ein Paar tief braune, große Augen schauten träumerisch vor sich hin au« einem Gesichtchen so lieblich, wie er noch keine« erblckt. Die Frau Rumpel predigt tauben Ohren. Da plötzlich klirrt ein Fenster, eine rauhe Stimme poltert herüber. Der Zauber verschwindet, erschrocken läßt Gottholo sein GlaS sinken, et ist in die Wirklichkeit zurückversetzt.

Wie die eigenen Kinder halte ich Sie meine jungen Herren, H^rr ReferendariuS, als ob ich sie selbst unter dem Herzen getragen; ich versichere Sie, werthester Herr Aktuariu«, so ein schönes Quartier finden Sie nicht wieder. Sehen Sie mal blo« das Sopha, Herr Affeffor, ihnen Sie mir den einzigsten Gefallen, setzen Sie sich dranf, Sie sitzen wie im Himmel, Herr AkruariuS."

Nun ja, meine Frau Rumpel, ich werde das Zimmer behalten und noch heut mein G päck aus dem Gasthofe herbringen laffen. Er sagte nichts mehr von den fünfzehn Groschen monatlich, um die er vorher gefeilscht.

Schön, mein gutfier, bester Herr AktuariuS, ich werde Sie Alle« recht schön in Ordnung bringen. Unb nicht wahr, Sie rauchen mir die Gardinen nicht zu sehr ein und schonen mir das schöne, neue Sopha."

Herr Gotthold Leberecht Treuherz versprach Alles und hätte noch mehr versprochen er hätte st h dem Teufel verjchrieden.

iFortsetznng folgt)