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Marburg, Sonntag, 17. December 1876.

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nichts und wieder nichts veranstaltet haben möchte. Die Vorkonferenz, zu deren Beralhungen Jgnatiew zum Vor­sitzenden und ein französischer Diplomat, Graf Mony, zum Sekretär erwählt wurde, ist am 11. d. eröffnet worden und hat bereits zu einer Anzahl von Mittheilungen Vet- anlaffung gegeben, deren Bestätigung sürö Erste noch ziemlich zweifelhaft sein dürfte, die aber trotzdem zur Kennzeichnung der Lage nicht ohne Wichtigkeit sind. Jgnatiew und Sa­lisbury sollen sich beide als über Erwarten entgegenkommend erwiesen haben, und man soll dahin übereingekommen fein, daß Montenegro die Bezirke von Zubki, Banjani, Piva, Dobniaks, Choranski, Kolaschin, Vasowitsch, Drekalowitsch, Kukki, Spusch und Niksttsch, zwar ein nicht kleines Gebiet, aber trotzdem nicht die gewünschten Seehäfen erhalte, daß Serbien durch die Abtretung von Klein Zwornik, den Rück­zug der türkischen Truppen von feinem Boden und die Verlängerung deö Waffenstillstandes bis zum Friedensfchluß entschädigt werde und daß die Bulgaret einen christlichen Gouverneur erhalte. Die allgemeine Annahme ist, daß die Vorconferenz länger als ursprünglich beabsichtigt dauern und die eigentliche Conferenz nicht vor Ende dieses Monat» beginnen werde. Die DemarkationS - Commissionen haben ihr Geschäft schnell und glatt erledigt, waS ebenfalls al- günstig in friedlichem Sinne aufgefaßt wird. Aber die Rüstungen wie gesagt, nehmen ihren regelmäßigen Verlauf.

Die Prästdenten-Krist» in den Vereinigten Staa­ten dauert noch immer fort, trotzdem In Südkarolina, Louisiana und Florida die meisten Staatsämter und alle Electoralstimmen den Republikanern zugesallen sind und HaycS demnach die nölhige Mehrheit von 186 Stimmen besitzen würde, während Tilden noch immer auf 184 steht. Ob die angefochtene Wahl eines Republikaners in Oregon schließlich den Ausschlag geben wird, ist auch wieder zwet- felhast geworden, da sich nach Erledigung dieser Frage in einer Angelegenheit, bei der so viele Zntereffen Mitwirken wahrscheinlich alsbald neue Schwierigkeiten erheben werden.

Bad- »ui Schwimm-Anstalt hei Marburg. Ium 1859. ö

Deutsche« Reich.

* Berlin, 15. Dec. Heute um 2 Uhr findet unter Vorsitz dc« Fürsten Bismarck eine Berathnng der Minister statt. Mit Rücksicht hierauf hat der Minister des Inneren der an ihn ergangenen Einladung zur Hofjagd nach- nigS-Wusthausen nicht Folge geben können. Der Um­stand, daß die nationalliberale Fraction und die ihr zunächst stehenden Parteimitglieder eine vertrauliche Besprechung über die weitere Behandlung der Justizgesetze veranlaßt haben, gibt den thalsächlichen Beweis, daß ein völliger Abbruch der Verhandlungen über die Justtzgesetze, wie dies die Organe der Fortschrittspartei «streben, nicht in Absicht stehl. Die maßgebenden Parteien denken anders über die Erledigung deS Werkes als die Organe der vorgeschrittenen

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Kassel seit siebzig Jahre«, zugleich auch (reffen unter vier Regierungen, die westphälifche mitinbegriffen. Geschil­dert auf Grund eigener Erlebnisse von Kr. Müller. (Kassel, Ernst Hühn.)

Allen Freunden hessischer Erinnerungen dürfte auch das vorliegende Buch eine willkommene Gabe fein. In 25 größeren Abschnitten theilt der Verfaffer die in Hessen und besonders in Kaffel seit dem Jahre 1806 bis in den An­fang der dreißiger Jahre vorgekommenen wichtigeren Er- eigniffe alsSeibsterlebteS" aut. Seine Schilderungen erinnern nicht allein an Bekanntes, sondern bieten auch vieles Neue, und dürften namentlich zur Klärung mancher Verhältniffe und Zustände beitragen, die mit entstellter Feder bereits vielfach verbreitet sind. Einen ganz beson­deren Werth hat das Buch eben darum, daß es nicht au- anderen Büchern geschöpft ist, sondern daß e- auf Grund eigener Erlebniffe diese Schilderungen wieder gibt. Möge es daher die ihm gebührende Aufnahme finden bei Allen, die für die vaterländische Vergangenheit noch ein offene- Herz haben, selbst dann, wenn deren Aufzeichnungen einer Zett gelten, die der trüben Tage mehr al- der heiteren zählt.

kommen lasten, wonach die Unterpräfectnren wegfallen und nur eine gewiste Anzahl von Beamten ins Parlament wähl­bar sein sollen. Der Minister des Auswärtigen ist kurz nachdem er die bulgarischen Sympathie Reisenden Bala­banow und Zankow empfangen hatte, an einem Schlag- Anfall erkrankt.

Die französische Ministerkrists, die am 23. Nov. bei der Interpellation über die Begräbnisse der Ehrenlegion begann und zu Anfang Dezember einen acuten Charakter annahm, ist nach langem Winden und Drehen endlich durch einen Compromiß zum Abschluß gelangt.Weg mit den klerikalen Ministern!" lautete die Parole der Deputirien- kammer;weg mit Dufaure und Berthaut l" Wir wollen fortan nur eine parlamentarische liberale Regierung unter­stützen l ... Aber Mac Mahon wollte Berthaut als Kriegs- Minister nicht opfern und bestand hartnäckig auf besten Aus­nahmestellung während der Dauer der Organisation der Armee, wie er es früher bei Cistry gethan; auch war Du­faure, der eifrige Katholik, ganz der Mann nach dem Her­zen des Elys«.-. Nach wiederholten Demüthigungen zog Dufaure sich dann schließlich zurück, und nun schwankte die Wahl zwischen einem Cabinet der Rechten, daS zur Auflösung der Deputirtenkammer hätte schreiten müsten, und einer liberalen Regierung, die in der kirchlichen Politik stramm aufzutreten hätte. Die Verhandlungen dauerten unter den trübsten Aussichten bi- zum Abend deS 12 December fort: da entschloß man sich von der einen Seite, Berthaut sich gefallen zu lasten, von der anderen, es mit Jules Simon zu versuchen. Dieser Übernahm die Führer­schaft und das Port.fenille deS Innern und gesellte sich den jetzigen ViceprSstdenten der Deputirtenkammer Märtel zu, der Justiz und CultuS erhielt; Dufaure und Marcs:e sind also «setzt, der Rest der Minister bleibt

In Spanien ist der Streit um die baskischen Son­derrechte wieder einmal in den Vordergrund der Ereignisse getreten. Die drei Provincial-Landtage von Navarra, Vi»- caya und Alava wollen weder an der Gesammt Rekrutirung, noch an den Kosten zur Unterhaltung des Heeres beitragen, und auch die Regierung scheint nicht mit der Aufhebung dieser Begünstigungen in allzu schroffer Weise Ernst zu machcn.

DaS neueste Entrüstungsmeeting, dem ton seinen Ver­anstaltern der prunkende NameNational Conferenz* bei­gelegt wurde, ist am 8. Dezember in zwei Auszügen über die Bühne des politischen Lebens in E n g l a n d gegangen. Reden und Beschlüste entsprechen genau denjenigen, welche in den zahlreichen ähnlichen Versammlungen früherer Mo­nate gehalten und gefaßt wurden.

Die diplomatischen Verhandlungen über die orienta­lische Frage sollen angeblich einen guten Fortgang neh­men, stehen aber in eigenthümlichem Widerspruch zu den fort schreitenden rufsischen Rüstungen, die man schwerlich für

Herr Goldammer, bet dicke Mann, Auch der thut eben was er kann. Im ganzen CH« herrscht Harmonie, Umgtänzt vom Strahl der Poesie, Und in dem silberhellen Strom. Da spiegelt sich des Himmels Dom. Und wo am Strand die Fluth sich bricht, Blüh'n liebliche Vergißmeinnicht, Daneben wogen grüne Saaten; Ja, hier ist's wirklich schön zu baden.

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1876.

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,on starker Einwirkung auf dir bevorstehenden ReichtagS- »ahlen und überhaupt auf die Fortdauer deS Cowpro- itsteS vom Herbst 1867 fein. Auf dem mecklenburgi- tzen Landtage wurde von 27 Mitgliedern der Antrag ge- ifcflt, die Regierung möge dahin wirken, daß im Deutschen »eiche an Stelle der obligatorischen Civilehe die sogenannte Mmltativ« eingesührt werde, der Antrag sand indeß nicht M Zustimmung der Landschaft.

F In den streitigen Ausgleichsverhandlungen zwischen den eiben Regierungen bet österreichisch - ungarischen Monarchie ist eine Entscheibung bis jetzt noch nicht gefallen.

11 Benn die Ministerkrists auch noch keine offizielle ist, so ;' «steht sie nichts desto weniger. Da die Krone sich noch < nchst bestimmt «klärt hat, und zwar, wie es scheint, bis > itzt vergeblich durch den Reichs-Finanzminister Hofmann tmitteln sucht, sühren die beiderseitigen Ministerien bis 1; ms Weiteres die Geschäfte fort.

Die beiden Rälhe der schweizerischen BuudeSver-

len,!! e. ::

Vor allen Bädern in der Welt r Das Bad in Marburg mir gefällt; Nicht Teplitz und nicht Baden-Baden, Die können seinem Rufe schaden. Auch über Norderney und Spaa Singt Marburg noch Victoria, Und seinem Kursaal weit und breit Gleicht nichts an Pracht und Herrlichkeit. Wiesbaden ist nicht zu vergleichen, Und Karlsbad muß die Segel streichen; Der beste Juwelier der Welt Ist bei dem Bade angestellt: Herr Mergenthau ist stets vorhanden Mit seinen hellen Diamanten.

Brau Flora schmückt den großen Saal ttt schönen Blumen ohne Zahl,

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit bet wöchentlichen BeilageJluftrtrte» tenntaatllatt" durch die Ervedition tKoch'sche Buchdruckerei) bezogen Sb Warf, durch die Postämter des Deutschen Reiche- S Warf 50 Pf, (exl ^stlllgebühr). -MdonSgLühr str die gespatte« Me 10 Pfg

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 35 Pf,, berechnet

Rollt auf den Teppich ohne Ende, Und Berge sind des Saales Wände. Die Wölbung, die ist azurblau, Schattirt mit Wolken roth und grau. Dazwischen schimmern aus der Ferne Mit Hellem Strahl viel goldne Sterne. Was Moskau, London und Paris Noch von Concerten hören ließ, Sie bleiben alle weit dahinten: Hier kann man sie viel schöner finden. Herr Doctor Spatz vom hohen Rohr, Der dirigirt das ganze Chor;

Die Lerche ist die Prima-Donne, Sie singt von Lieb und Frühlingswonne. Direktor Bachstelz, grau befradt, Schlägt mit dem Schwanz dazu den Takt; Herr Stieglitz und die Frau von Wachtel, Die singen Duo in sechs Achtel. Dann hebt in seltenem Sopran Herr Buchfink schön zu singen an. Die Freischütz-Arie: .Leise, Leise' Trägt herrlich vor die Fräulein Meise. Herr Ritter Staat vom Eichenhorst Und Frau von Amsel aus dem Forst, Erscheinen oft beim großen Feste, Und das sind gar zu liebe Gäste. Professor Kuckuck in dem Tann, Der schreit Dacapo was et kann. Und selbst das Herne muntre Zeischen Singt schön Discant aus grünem Reis'chen. Herr Entiich der singt wundervoll: .Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll'. Herr Reiher und die Fräulein Ente, Sie klatschen luftig in die Hände.

Die stolze Frau von Nachtigall, Die ist verreist nach Portugall; tsrr Schwarzkopf auch vom alten Adel, tagt seine Solis ohne Label.

[3016 o müßten nach bet Meinung in ben herrschenden parla» nentarifchen Kreisen bie Gesetze als gescheitert betrachtet »erben. Die nahenbe Entscheibung wird ohne Zweifel

«nietgen nimmt entgegen: it Expedition d. Blatte», ,eit die Annoncen-Buteaux

Th. Dietrich & Co. in : taflet und Hannover; Th. «jetrich in Frankfurt a. M-; taafenftein & Vogler in ejantfurt a. M, Berlin, Leip* ja, Cöln ic; Rudolf Moste »Berlin, Frankfurt a. M. rc.

Politische Woche« - Ueßerficht.

Für ben brutschen Reichstag ist bie eatscheidungSvolle dtte Lesung bet Justizgefktze herangerückt, nachdem sich m Dienstag daS Plenum deS BundcSrathS unter bem «fönlichen Vorsitze des Reichskanzlers über bie nach bet »eiten Lesung noch bestehen gebliebenen Differenzen ist au« chlüffig gemacht und der Reichskanzler am Mittwoch dem leichstage schriftlich die Punkte nicht weniger als acht- b Ru- chn, augezeigt hat, welche die Bundesregierungen für tiag den.»oannehmber" erkläten. Wäre dieses einstweiligeUlti- ,atumN wirklich daSUltimatisstmum" der Regierungen,

Zur das erste Quartal 1877 werden von allen 3 Postanstalteu Bestellungen auf die ' Bderhessische Zeitung lebst eren Gratisbeilage

Austrittes Sonntagsölatt

«tgegengenommen.

Auf dem Lande nehmen die Landpostboten Bestellungen entgegen.

Die Exp. d. Oberh. Zeit.

Literarisches. I

L

nnerung an Warburg und feine Umgebungen. Bon' Dietrich Weintraut. Vierte Auflage. (Marburg, Elwert'fche Verlags-Buchhandlung.) Mit Stahl-' sticheu.

In den vorliegendenErinnerungen" begrüßen wir alten lieben Bekannten in neuem Gewand. Noch

zeitig, um auf feinem Weihnachtstische zu fehlen, ist fe neue Auflage erschienen. Der Inhalt dieses Büchleins wohl vielen Marburgern und Freunden Marburgs be­tont, und eS sei deshalb nur noch ganz besonders aus It j. tzige sehr schöne äußere und innere Ausstattung deS Buches ifmetffam gemacht, die es zu Fest, und Gelegenheits- tfchenken ganz besonders geeignet «scheinen läßt. Um bei auch an den Inhalt deS Buches zu erinnern, lassen ßr einen Gesang deS Dichters von seinem Lieblingsplatze,

sowie bie Annoncen-Bureaux von G L- Daube & Co. in Frankfurt a. M.; Jägerische Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalibendank, A. Siete* meyer in Berlin; Carl Schüß- let in Hannover; C. Schlotte in Bremen.

! fammlung berathen in täglichen Sitzungen bie bundesrath. ichen wichtigen Gesetzvorlagen, u. A. über bie Rechte bet | Niedergelassenen unb Aufenthalter, über bie bnndeSräthlichc fserpolizei in ben Hochalpen rc.

Die italienische Regierung hat bet Kammer zwei esetzentwürse übet bie BetwaltungS* unb Wahlreform zu-