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Atarkurg, Sonnabend, 16. December 1876.

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Italien gerichtet, die Worte auslegt, mit denen Fürst Dis« I marck erklärte, die Integrität des österreichischen Reichs >

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sind jene Decken - Fresken, schwarze Gyps Efflorescenzen, die lebensgroßen Poilräis des Riesen, seiner Gattin und Babys", wirklich nur ein Spiet des Zufalls? Warum haben sich diese vielfachen wammuihariigen Decorationen deS Plafonds der Riesen Ameisenbär, das vorsündflvth- liche Megatherium Alle gerade in der Nähe desgigan tischen Sarkophags" ein Rendezvous gegeben?

Und nun gelangen wir zu dem he ilichsten Wunder der Höhle, Etwas, das an Erhabenheit nur dem Nia­gara verglcictbar, von hinreißender, überwältigender Wir. kung, eine grandiose Composition im mächtigen Lapyiarstyl des Propheten I Dos ist dieSternkammer". Nüchtern erklärt, ist das ein 500 Fuß langer und 70 Fuß hoher Saal, dessen weiße, hohe, schroffe Seitenwände nicht ganz hinaufreichen bis zum Teckengenölbe, unter drffen Beklei­dung aus schwarzem Gyps zahllose weiße Punkte oder Sterne, Arabesken-Bildungen in Glaubersalz, in reizender Helle hervorschimmern. Unser vcrstänrnißvollcr Führer trägt die sämmtlichcn Lampen in einen benachbarten Felsen- Alkoven und stellt dieselben in solcher Weise auf, daß ein einziges Slrahienbündel in schräger Richtung auf die Decke fallt. Und nun ist die Illusion vollständig! Ueber uns

verbürgen zu wollen. Wir wiffen nicht, wie so schöne Auslegungen der Erklärungen des Fürsten-Reichskynzlers, von denen uns in der Thal dahier keine Gelegenheit ge­geben war, etwas zu hören, dem Pariser Korrespondenten deS größten englischen Blattes zugekommen sind. Wir glauben gleichwohl, allen diesen Voraussetzungen wider­sprechen zu können. ES ist zu bekannt, daß di« italienische Regierung niemals auch nur von ferne daran gedacht hat, Jemand zu bedrohen, daß ihre vorzüglichste Bemühung ist, mit allen Staaten die besten Beziehungen zu unterhalten und daß diese jetzt mit Oesterreich einen speziellen Charakter loyaler und gegenseitiger Freundschast haben und so lange die gegenwärtige Lage dauert, haben werden."

lichcn Stuhl und gereicht seit 1875 d-m Botschafterposten in Konstantinopel zur Zierde. Graf Chaudordy, bekannt durch seine Theilnahme an den Friedensverhandlungen mit Deutschland, seit 3. September 1874 Botschafter in Ma­drid. Weniger bekannt ist der Sekretär der Konferenz, Charles de Mony, geboren den 11. September 1834 aus einer alten picardischen AdclSfamilie. Seine historische SchriftDon Carlos et Philippe II." ist von der Pariser Akademie preisgekrönt.

Graf Corti, der Vertreter Italiens, ist außerordent» sicher Gesandter und bevollmächtigter Minister Italiens in Konstantinopel.

Die Türkei ist durch Midhat Pascha, Präsident deS StaatSraths, Savfet Pascha, Minister der auswärtigen Angelegenheiten und Edhem Pascha, Botschafter in Berlin, bet der Konferenz vertreten.

(Personalien zur Orient-Conferenz). General Jgnatieff. Rußland ist vertreten durch den Gene­ral Paul Nikolaus Grasen von Jgnatieff, geboren zu St. Petersburg im Jahre 1831; sein Pathe war Kaiser Niko­laus. Im Jahre 1864 wurde er zum Gesandten in Kon-, stantinvpel ernannt und ihm drei Jahre später der Bot­schafterrang rrtheilt. Er ist der einzige russische Diplomat, welcher an der Konferenz theilnimmt.

Sir Henry Elliot. Marquis von Salisbmy. Sir Henry Georg Elliot, geboren 1817, ist der Sohn des zweiten Grafen von Minto. Er war sei 1863 Gesandter in Florenz und wurde 1867 zum Botschosiec in Konstan- tinopel ernannt. Robert Arthur Talbvt Gascoyne Lecil, dritter Maiquis und fünfter Graf von Saliebury, geboren am 13. F.bruar 1830; der Maiquis trat 1853 in das Parlament ein, fuccedirie feinen Vater 1859 im Hause deS Lords, trat 1866 als Staatssekretär für Indien in das Äabinit Derby und bekleidet z. Z. denselben Posten im Kabinet DiSraeli.

Freiherr von Werther. Der Vertreter Deutschlands, war bekanntlich 1866 Gesandter in Wien, 1870 in Paris und wurde 1874 an Stelle des Herrn v. Keudell zum Botschafter in Konstantinopel ernannt.

Graf Zichy. Oesterreich-Ungarn ist vertreten durch den Grafen Franz Zichy Wusonylcö, geboren 1811; zum Bot- fünfter in Konstantinopel wurde er ernannt am 11. März 1874. Er hatte vorder nur einmal eine diplomatische Mission: im Jahre 1849 wurde er nach St. Petersburg gesandt, um die Kosten der russischen Occupatio» in Ungarn zu liquidiren.

kaffel 76.

neister neister

rag« »bericht.

Die parlamentarische Lage, so weit sie die letzten Ent­scheidungen über die Justizgesetze betrifft, wird derPost" von gut unterrichteter Seite dahin charakteristrt: ES ist nicht richtig die Vorschläge der Bundesregierungen als das Projekt eines zu eröffnenden Handels anzusehen, in wel­chem aus Fordern und Bieten ein Geschäft wird. Dieses Verfahren würde auch am allerwenigsten der Würde beider Theile entsprechen. Es ist hier schon deshalb unthunlich, »eil die Vorschläge der preußischen Regierung von dieser nach den reiflichsten und in den feierlichsten Formen ge­pflogenen Berathungen beschloffen worden sind und Fürst LiSmarck in diesem Falle als Mandatar der preußiscten Regierung, dem Reichstage gegenübertritt. Mögen einzelne Eoncesstonm trotzdeffen möglich sein, jedenfalls würde man sich täuschen, wenn man annehmen wollte, daß dieselben einen großen Umfang erreichen könnten. ES scheint über baupt, als ob gerade in den höchsten Spitzen der preußi­schen Justizverwaltung die entschiedensten Bedenken gegen die Uebernahme der Verantwortung für die Durchführung brr Gesetzentwürfe herrschten, was die Situation für den Kanzler noch schwieriger gestaltet. Daß alle Bemühungen darauf gerichtet sind, doch noch eine Verständigung herbei- psühren, ist bekannt. Die Hauptrolle in dieser diploma­tischen Campagne fällt, wie wir vermuthen, wohl wieder Herrn von Bennigsen zu, welcher auf diesem Gebiete eine so lange Reihe großer Erfolge zu verzeichnen hat. Heute sanden auch im Reichstage mehrfache Besprechungen her­vorragender Parteiführer und Grvppenberathungen statt, mb Morgen wird wohl die Justizkomwisfion zusammen­treten. Die Entscheidung liegt selbstverständlich, ihrer nummerischen Stärke halber, bei der national-liberalen Wartet. Rechts von dieser darf die Regierung wohl auf Holle Unterstützung rechnen, soweit und wett sie die große »rantwortlichkeit für die Durchführbarkeit der Gesetze Mernehmen zu können glaubt.

| WieFanfulla" wiffen will, hat die rumänische Re­gierung von Berlin die ausdrücklichen Verstcherungen er­halten, daß in dem wahrscheinlichen Fall einet Krieges zwischen der Türkei und Rußland, Rumänien keine Gefahr laufen wird, kompromittirt zu werden, so lange die Haltung Rumäniens reservirt und ruhig sei» wird.

DieLiberts" von Rom bringt folgende intereflante LtSlaffung:Der Pariser Korrespondent derTimes" telegraphirt diesem Journa'e, daß nach Notizen, die ihm! aus Rom zugekommen sind, man in unserer Stadt als an

Anzeigen nimmt entgegen: die G^edttto« d. Blatt«» sowie btt Annoncen-Bureaux von G L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.: JSgerffche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Stete» meyer in Berlin; Carl Schuß­

ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJiluftrirteS konntaa»blatt" durch die Srveditton lKock'lcke Buchdrucker-!) bezogen 24 «-rk, durch di- Postämter d-S Deutschen R-ich.S 2 Wart 50 Pf, l-rl B-st7llg-bühr).-^ionSgL^r st' dtt gesJem Zette lO Pf, Für tn der Expedition zu srtheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf,, berechnet.

Dir Mammuth» Hohle.

Bon Paul Oeker.

(Schluß.»

Nachdem wir in deSTeufels Lehnsessel", der thron- «Ilgen Aushöhlung eines gewaltigen TrcpfsteinbaumeS, ge­iaht, was alle berühmten-und unberühmten Besucher nicht P uiiterlaffen pflegen, kehren wir noch der Haupiallee zuiück

Unz-tgen nimmt entgegen: Ke Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux gon Th. Dietrich & Co. in gaffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; Haasenstein & Vogler in Frankfurt a. M.Berlin, Leip» «ig, Cöln ic; Rudolf Moste » Berlin, Frankfurt a. M. ic.

Deutsche« Reich.

Berlt», 14. Dec. Der Handelsminister hatte unter dem 4. Mai d. I. angeordnet, daß die Oberberg­ämter über die Lethciligung ausländischer Werke bei in­ländischen Submisstonen auf Eisen und grobe Eisenwaaren Notizen über die Betheiligung der Behörde zugehen sollen. Zur Behebung etwaiger Zweifel spricht sich daS Handels­ministerium in einer neuen Verfügung dahin aus, caß diese Notizen für die Folge quartaliter den Oberbergämtern der­jenigen Provinz, in weicher die b zügsiche Verwaltung ihren amtlichen Wohnsitz habe, zugehen sollen, resp. denjenigen Oberbergämiern, welche die bergbaulichen Interessen der Provinz wahrzunehmen haben, eventuell den Oberbergäm- tern die Mitiheilung zu machen, daß eine Beiheiligung ausländischer Werke nicht stattgefunden hat. Die Er­örterungen der heimischen Pr-fse bewegen sich hauptsächlich um die beiden TageSsragen: Orient und Justizgesetze. Für die Besprechung der orientalischen Politik liegt zur Zeit kein Novum vor, die diplomatischen Verhaudlungen sind in daS Stadium getreten, welches man als den Moment des Waffenstillstandes bezeichnen kann. In Bezug aus die Gesichtspunkte der deutschen Politik sind von maßgebender Seite Erklärungen ergangen. Wenn die liberale Presse und die OppostlionSpreffe die Wichtigkeit der Justizreform anerkennt, so kann sie doch nicht umhin, dem BundeSrath Vorwürfe wegen seines starren FesthaltenS an den Dlffe- renzpunktcn in den streitigen Paragraphen zu machen. Dieser Vorwurf ist aber total ungerecht, denn der BundeSrath hat gegenüber den Beschlüffen des Reichstags In vielen Punkten feine Bedenken fallen laff.n, u d es wäre daher um so verantwortlicher, durch einseitige Eonßqaenzmacherel das blick.« noch eine Steigerung, wenn auch in negativer Weise erfahren. Unser Führer gemahnt uns zu lautloser Stille und verschwindet langsam mit den Lampen in einem Sei­lengang. Ein magisches Licht- und unvergleichliche Szene den schönen Augenblick, den wir gleich Faust, für ewig halten möchten. Schwarze Wolken Übelflulhen allmälig die Silbe, flut ob unseren Häuptern. Ein Sturm scheint herauszuziehen, der Sturm deS Weltuntergangs, die Rück­kehr zur lichtlosen Nacht des ChaoS zu nahen. Jetzt um­hüllt uns totale Finsterniß, sternen- und wolkenlose, grau« senerregende Finstermß. Eine schwarze Leere, ein unbe- greisbareS Nichts Ist nun unsere Welt. Kein Wort kein Laut wird hörbar. TodcSschrecken, GrabeSschweigen um- ringt unS. Doch plötzlich schwankt über dem östlichen Horizont fast unmetklicher, grauer Streif, der Immer lichter wird, immer weiter sich ausbreitet. Der erste Hahnenschrei, gefolgt von dem zweiten und dritten, dann eine ganze Thierstimmensywphome deS er­wachenden V ehes (AllcS Virtuosenleistungen unseres Wil­liam I) verkünden das Anbrechen deS neuen Morgens, bis endlich der ganze Osthimmel von Aurota'S Pnrpurroth übergcffcn ist.

Solcher Art find die uns hier gebotenen Jllusstonen und SlimmungSefiekte, welche die kurze Zeitspanne ihrer Tauer mit ihrem Wechsel von Tag und Nacht zu einem gangen Sa öpfungStage voll nie genoffener, nie geahnter Eindrücke verwandeln.

Wenn wir uns nun zum Sarkophage de« Riesen zu­rückbegeben, so treten wir die sogenannte lange, eine zweite TageSreise erfordernde, Route der Höhlenwanderung an. Allerdings ist dieselbe mühevoller, ausgedehnter und 6er# hältnlßrnäßig weniger lohnend, als jene kürzere, doch immer noch reich an intereffanten, ja wunderbaren, poesievollen Einzelheiten, und von einem glänzenden Finale gekrönt. Ein verdeckter Paß hinter dem Sarkophag führt uns tiefer In die Eingeweide der Erde, zunächst in daswüste Gr#

«ad begeben uns zuGorin'S Dom". Vom seitlichen Thor - Emporium blicken wir durch ein natürliches Rund- smster in einen prächtigen, 200 Fuß hohen, 60 Fuß breiten, «en senkrechten Wänden eingeschloffenen Raum. Bel dem trüben Licht unserer Lampen erkennen wir uns gegenüber tiae riesige Felsbildung, welche die Gestalt eines falten- vlchen Vorhanges zeigt und mit Stalaktitenfranzen garnirt * Unser Führer hat stch heimlich entfernt, und welche Ü berraschung bereitet er vnSl Mit der Plötzlichkeit eines dedankms vollzieht stch ein jähes Licht. Wunder. Alles ^r uns ist mit blendender Helle übeifluih t: die ovale togel der Decke, die lifenen- und pilaster-belebten, funkcln-

Wände, die gähnende Tiefe unS zu Füßen, die sta-

-ügmitischen Piedistale dtS Fußboden«, während b<r |um. uu» »«,» q, nc ^uupvn vvusianvigI uecet uns ^ig - bestrahlte Vorhang, wie von unsichtbaren Händen lunkett das Sternen»Flimament der Außenwelt In seiner Moegt, zu erzittern und stch heben zu wollen scheint von ganzen Pracht und Glorie: die Milchstraße, die verschie. «a verhüllten Mysterien des Aller heiligsten. Und nun lenen, Heller madirten Konstellationen, ja selbst ein Komet -lllend« erst die furchtbare Erhabenheit deS benachbarten, nebst Schweif. Vor un« und hinter un« keine Schranke jtafmol so großen Mammnth Dome« mit unvergleichlichen de« anscheinend unendlichen Raume«, Überall das dunkel Minthischen Säulen Monumenten, deffen erleucht te« Bild blaue, sternen übersäete Himmelszelt, auf beiden Seiten sich «zauberhaftesten PhantaSmagorien eine« Opiumrausches sanft zum Horizont cbdachend. Recht« und IftkS schne,- f m weiße Salkfelsen, die eln.n wild#romantlschen Engpaß, in

Bei unserer Weite,Wanderung in der Hauptallee Ir.ffen dem wir un« befinden, zu bilden scheinen, überzittert wie *>r zunächst auf denSarkophag de« Riesen," in täuschend von bleichen Mond Refl xcn und geheimnlßvoUen Schatt n- Akilicher Nachbildung auf hohem Katafalk In einsamer streifen. Zn unseren Füßen endlich, soweit die Blicke reichen Wnlichkeit thronend, umgeben von ausrechtstehenden Fel« ein stein,rn.s Meer in wüsten Trünimerwogen herabaesallener . Mkin, welche ebenso viele andere Grabstätten zu bezeichnen Felsblöcke.

ptnen, - ächteFelsengräber Beni Hassan'S". Und U d doch sollte da« Unbeschreibliche diese« hehren An-

[freit, naen