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Marburg, Sonntag, 10. December 1876.

XL Jahrgang.

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von beiden Seiten mit ununterbrochener Heftigkeit fortgesetzt

Im Laufschritt ging e» vor, nährend gleichreitia der

wurde. Unter der Führung des Prinzen griebrid, (äad, @ef Wonn 7 »kber au 8mk X

»a«n bk Truppen am 9., 10. unb 11. Januar bis in das Prasfetn ber Gewehrsalven fid> bamit

"T c vrr proeyen ya. t s-uszle tief auf. Wohin er seine Augen auch richtete über-

o.®e unbeiorgt , lautete 6« Antwort,sollte Dir ein lall sah er ben Tod und die Zerstörung. Mitten unter Unglück passiren, so werde ich deiner Mutter unb deiner - Leichen unb Verwundeten gebettet, hüifloS unb tedaffen

In bltsem Augenblicke sprengte em .höherer Offizier zu fachen er freudig zu ben Fahnen geeilt war, um sich 9eton* . . . . , .. ,. , leine Margarethe zu gewinnen.

Kinder , rief er, mit seinem Degen nach einem vor- Ein zweiter noch tieferer Seufzer entrang sich bei die- wärm IL-nrab»n 9RiinFt<- i»tni>nh hnrt hi» aa.*.t__ru..__r ® . . .

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Seute gekostd. Unter allen Umständen muß sie genommen dicht an seiner Seite vernehmen und eine Gestalt versuchte S'.1 . sich mühsam aufzurichten.

(Fortsetzung folgt.)

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die Nähe von Le Mans vorgerückt und am 12. bereitete sich dort abermals ein Entscheidungskampf vor, denn es galt der französischen Westarmce unter dem General Chanzy vollend« den Rest zu geben und dieselbe zum Rückzug zu zwingen.

tralität beobachten sehen. Frankreich kommt kaum in Be- tracht, Italien hält sich wohlweislich in dec Reserve, um eS weder mit Rußland noch mit England zu verderben, und auch von England hofft ja Fürst Bismarck, daß eS sich schlimmstenfalls auf eine mehr indirekte und diploma­tische Kriegführung, wie Rußland sie Serbien gegenüber anwandte, beschränken werde. Daß Rußland sich für ein Vorgehen bereit macht fei eS nun, daß Jgnatkff auf der Conferenz die Occupation verlangen wird oder nicht, das beweist die fortschreitende Concentralion seiner Süd- Armee, welche der am 5. d. Mts. in Kischenew eingetoffene Oberbefehlshaber nahezu vollendet sand, das beweist ferner die Ernennung eines Civilcommiffars für die zu cccupircn- den Landestheite, eine Maßnahme, die Rußland schwerlich im amtlichen Regierunngs-Anzeiger dicht vor dem Beginn der Verhandlungen ausposaunen lassen würde, wenn eS nicht entweder einen Druck an die Conferenz auszuüben beabsichtigte, oder aber an deren Zustandekommen gar nicht glaubt. Die Vorbesprechungen werden wir wohl binnen Kurzem beginnen sehen, ob es aber zur Conferenz selbst kommen wird, da« wird wohl zumeist von Rußland und nächstdem von dem Grade der türkisch.» Nachgiebigkeit ab- h äugen.

Heute steht uns wieder ein heißer Tag bevor", be­merkte Eschbach, während einer Gesechtspause zu einem Unteroffizier, mit dem er enge Waffenbiüverschajt geschloffen hatte,siche, bereits neigt sich die Sonne dem Untergang zu und noch dauert das Geschützfeuer auf beiden Seiten gleich lebhaft fort."

laffung zu nehmen; am 4. erschien die Nachricht im Jour­nal Osficiel, und zur Stunde ist im Elyssc derrecht­schaffene Soldat" noch zu keinem weiteren Beschluffe ge­kommen, als daß er wieder, wie früher, die Minister des Krieges und des Auswärtigen alsaußerhalb der parla­mentarischen Schwankungen" gestellt reiften und also im Amte behalten will, obgleich beide, und besonders Berthaut, bei der liberalen Mehrheit der Deputirtenkammer kein Ver­trauen genießen. Eine Unterredung mit Audiffret-PaSquier führte den Präsidenten der Republik zu keinem Ergebnisse: der Präsident des Senats zieht es vor, zu bleiben was er ist, zumal auf das rechte Centrum kein Verlaß für ein liberales Cabinet ist. Grevy theilte Mac Mahon eine Er­klärung der drei Gruppen der Linken mit, die am 4. be» liessen, nur ein wirklich parlamentarisches Ministerium zu unterstützen, das entschlossen ist, den Widerspruch zu be­seitigen, der zwischen dem Geiste der Mehrheit vom 20. Februar und einer zu großen Anzahl der Beamten besteht." ES sind dies freilich Ansprüche, die sich in einer liberalen Republik von selbst verstehen sollten, die aber in der Re publik Mac Mahon's geeignet find, die Schwierigkeiten zu vermehren.

Die Bel egung gegen die Orientpolitik derenglischen Regierung scheint abermals neue Kraft zu gewinnen. Mit großem Eifer betreiben die Veranstalter derNationalen Conferenz über die orientalische Frage" ihre Agitation; täglich werden zahlreiche Namen gemeldet, welche ihre Be thciligung zusagen. Daß Gladstone damit nicht fehlen werde, war schon von vorn herein anzunehmen. Dieser Staatsmann hat abermals einen größern Aussatz veröffent­licht, ^welcher die Forderungen der Griechen der Türkei gegenüber vertheibigt und von der Conferenz verlangt, daß sich dieselbe der hellenischen Frage insbesondere annehme.

Die Rede des deutschen Reichskanzlers über die orten- ta lische Frage hat zwar keine wesentlich neuen Thatsachen ans Licht gefördert und die schon früher verbreiteten An­sichten über Deutschlands Haltung nur bestätigt und er­weitert ; von größter Bedeutung aber ist die aus dem Munde der ersten politischen Autorität der Jetztzeit her vorgegangene Versicherung, daß die Beschränkung des Krie­ges wenn ein solcher unvermeidlich werden sollte auf Rußland und die Pforte als wahrscheinlich zu be- trachten sei. Wenn Rußland also, trotzdem friedliche Re- formen in den der tüitifdjen Herrschaft unterworfenen Provinzen den übrigen Mächten, England nicht ausge nommen, gewiß nicht minder erwünscht fein dürsten als ihm selbst, dennoch versuchen sollte, die angebliche Befreiung der slawischen Christen zu seinen eigenen und ausschließ­lichen Nutzen unb Ehrgeiz auszubeuten, so würden wir jedenfalls Deutschland und wahrfchelnlich auch in dessen Gefolge die österreichische Monarchie eine friedfertige Neu»

«S liegenden Punkte zeigend,dort die feindliche Batterie macht uns viel zu schaffen, sie hat unS bereits eine Menae

fern Gedanken feinem Herzen. Diesmal blieb derselbe aber nicht unbeantwortet. Ein leiser Schmerzensruf ließ sich

Das hülst Alles nichts", entgegnete dieser,an die Kugeln find reit schon gewöhnt und siegen müssen wir auch diesmal, darauf hat unser Prinz sein Wort gegeben unb du weißt, daß et baftelbe zu halten gewohnt ist."

Na", entgegnete unser Bekannter mit einem ruhigen Lächeln,wir werden auch heute unsere Schuldigkeit thun und wenn ich fallen sollte", setzte er ernst hinzu,b* weißt du waS tu mir versprochen hast.*

EsLbach und einige Zwanzig Mann folgten sofort der Aufforderung; .in Offizier übernahm das Kommamo

Saldatettgluck.

Eine Dorfgeschichte von Carl von Kessel.

(Fortsetzung.)

rrtttsche» Reich.

Berlin, 8. Dec. Die Nachricht, daß die Minister des Innern und der Justiz eine Verfügung wegen Be­handlung der sozial-demokratischen Wahlagitation erlassen hätten, ist als völlig grundlos zu bezeichnen. Der Bun desrath hat beschlrften, den Petitionen, welche auf SuS- Pension oder Befeitigung der den Wegfall von Eiscnzöllen betreffenden Bestimmung des Gesetzes vom 7'. Juli 1873 gerichtet sind, keine Folge zu geben. Ebenso scheint die RetchStagSmehrheit entichioffcn zu sein, die Vortage betr. bk AusgleichungSabgaben nicht anzunehmen. Somit bürste der 1. Januar heran kommen, ohne daß ben zahlreichen unb immer von Neuem hervortretenben Wünschen deS HandelSstandeS und ber Industriellen eine Folge gegeben ift. Es bleibt für bk Schutzzöllner nut noch bk letzte ©Öffnung, vielleicht dem künftigen beutschen Reichstage ein Gesetz wegen Erhebung von Retorsionszöllen abzuringen. Der nach ben Beschlüssen der zweiten Lesung tetigirte (sntreurf ber Strafprozeßordnung liegt nunmehr vor. Gegen die ursprüngliche Regierungsvorlage, welche aus 428 Para- grophen bestand, hat der Entwurf um 83 Paragraphen zugenommen. Auch die Ordnung der Abschnitte hat ver­rückt werden müssen. Als erster Abschnitt des 1. Buches erscheintSachliche ZusiSndigk.it ber Gerichte," als britier abfänitt deS 3. BuchesBeru-ung." Beide Abschnitte sind bekannliich von der Justizkommisfion eingefügt worden.

Anzeigen nimmt entgegen: die Schebittv» d. Blatte» sowie bte Annoncen-Bureaux von G L- Daube & Co. in Frankfurt a. M -JLger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A- Stete«

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux een Th. Dietrich & Co. in jtaffel und Hamwver; Th Dietrich in Frankfurt a- M.; Blein & Bögler in rt a. M Berlin, Leip« ln k; Rudolf Moffe är Berlin, Frankfurt a. M. ic.

Oesterreich » Ungarn steht vor einer doppelten MinistcrkrifiS. Die zwifchen der Regierung beider Reichs- Mien gepflogenen Verhandlungen über den Ausgleich sind W in letzter Stunde an dem Einspruch der Direktion t Nationalbank unb bern Wiberstanbe der Berfassungs. ittd im österreichischen ReichSrath gescheitert Letztere will m einer bualistischcn Bank nichts wissen unb Ungarn nchans nicht von derselben abgehen. Im Laufe der ver- mgenen Woche haben in Pest mehrere Zusammenkünfte der beibcrfeiligen Minister Statt gefunden, bk, wie eS scheint, p keinem Ergebnisse geführt. Beibe Cabinette haben da- er dem Kaiser^ ihre Entlassung angeboten, von einem irmlichen EnihebnngSgesuch aber vorerst noch Abstand ge- lommen, da ber Kaiser burch ben Reichöfinanzminister Hofmann noch einen Vermittelungsversuch machen will.

P.littfche Woche«. Ueherfichl

DaS Ergebniß der Woche ist, daß endlich der deutsche Reichskanzler in Bezug auf seine Politik zur orientalischen Frage sich bestimmt ausgesprochen hat, unb zwar zu reichen holten Malen, zunächst im engeren Kreise ber Taselrunbe, nämlich am Freitag voriger Woche, reo er ben Vorstand des Reichstages eingcladen hatte, unb am Sonnabend Abend auf seiner ersten diesjährigen parlamentarischen Soirse und nochmals am Sonntag, reo er nach einer Conferenz meh­rere Reichstags-Mitglieder zum Diner bei sich behalten hatte, zuletzt öffentlich im Reichstage, nämlich am Dienstag bei Beantwortung einer aus der Fortschrittspartei gestellten Interpellation über die für den 1. Januar 1877 von Rußland verfügte Zollerhöhung (Zahlung der Zölle in Gold). Die Erklärungen des Reichskanzlers waren in hohem Grade befriedigend, insbesondere hat die Art, wie Oesterreichs gedacht und dessen lebenskräftige Erhaltung als ein gegebenen Falls zu schützendes europäisches und auch pezicll deutsches Interesse bezeichnet wurde, in ganz Deutsch­land und besonders in Süddeutschland beruhigt und Vielen sehr wohlgethan. Der deutsche Reichstag hat am vorigen Sonnabend die zweite Lesung der drei großen Justizgesetze zu Ende gebracht, durchgängig unter Zustimmung zu ben Vorschlägen seiner Commission unb Abweisung fast aller ton rechts ober von links gegen biefelben eingebrachten Ab- inderungS-Anträge. Bis zur dritten Lesung, welche nicht tor dem 13. d. MtS. beginnen dürfte, wirb ber BundeS- tach in Betreff ber noch vorhandenen Differenzpunkte seine Ratschlüsse zu fassen und kund zu geben haben. Die neuen MeichStagswahlen sind durch kaiserlichen Erlaß auf ben pO. Januar k. Js. angeordnet.

daS Pcaftetn der Gewchrsalven sich damit vermischte. Doch dkS hinderte die braven Burschen nicht, todeSmuihig ber feinblichen Batterie entgegenzustürmen. Freilich sank Dieser und Jener zu Boden unb färbte die Erde mit feinem Blute ttofeeem aber stürzte sich die heldenrnüthige Schaar mitten in die feuerfpeknben Geschütze und jetzt kam eS dort zu dem letzten verzweifelten Kampfe mit ber blanken Waffe. Jin mit furchtbarer Gewalt geführter Kolbenschlag streckte Eschbach nieder und schon im nächsten Augenblicke lag der junge Mann, seiner Sinne nicht mehr mächtig, auf dem blutgetränkten Felde.

Es war tiefe Nacht und der Mond beleuchtete jetzt das verövete Schlachtfeld, als unser Bekannter zum ersten Mal wieder die Augen aufschlug. Seine Sinne kehrten allmälig zurück und nach unb nach war er im Slanbe, sich beften ju erinnern, was sich ereignet hatte. Zwar fühlte er sich no$ betäubt, aber er überzeugte sich doch, baß fein Kopf noch ganz sei; er vermochte sich sogar aufzurichten unb ben bann 104 zu überblicken reo er sich befand. Der junge Solbat

seufzte tief auf. Wohin er seine Augen auch richtete, über«

_______der Expedition zu ettherlende Auskunft und Annahme von Abreffen werden 35 Pfg. berechnet. 9 * o IV Vf».

Frankreich ist endlich zu der CabinctSkrisis gelangt, ie eigentlich feit dem 20. Februar jeden Augenblick drohte, fit Folge wiederholter Niederlagen kam Dufaure am Abend tt 3. Dezember zu dem bestimmten Entschlüsse, seine Eni-

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Aber der junge Mann vermochte darauf keine Antwort 1 geben, denn eine Kugel hatte ihn in demselben Augen- kih- ick selbst niedergestreckt. Er sah nur noch wie ein höherer Wer mit mehreren Adjutanten heransprengte, er erkannte inen DiviflonS - Kommandeur, er hörte noch wie sein auptmann, auf ihn zeigend, zu diesem sagte:Excellenz, »liegt mein Lebensretter, ich schlage ihn auf dem Schlacht­er zum eisernen Kreuz vor", und bann wurde eS dunkel « feinen Augen und die Sinne schwanden ihm.

Etwa vierzehn Tage nach dem heißen Kampfe bei Spie- ttn verbreitete sich in dem Geburtsorte unseres Bekannten itzlich die Kunde ber Hermann Eschbach liege im Lazareih i Saarbrücken, aber er befinbe sich bereits wieder auf « Wege ber B sserung, er habe in ber Schlacht' seinem «uptmann baö Leben gerettet, es sei ihm für ben an ben 68 gelegten Muth baö eiserne Kienz verliehen worben » seine Beförderung zum Unteroffizier stehe in Aussicht

Alles war schwarz auf weiß in einem Briese enthai- »> welchen bte Mutter unseres Helden soeben empfangen ^r unb ben sie Jedem, ber ihn lesen wollte, mit freube» Wendern Gesicht zeigte, und deren waren nicht Wenige

In der That beruhte Alles auf strenger Wahrheit unb vier Wochen später befand sich unter Held wieder > seinem Regiment und drang mit diesem siegreich immer kt in daS Innere von Frankreich ein. ES war mitten 1 Winter, aber dies verhinderte nicht, daß der Kampf

DaS war brav, Eschbach", tief sein Chef,ich ver- <mke Ihnen mein Leben Hmd werde Ihnen dies nie Ver­chen i"

OimhcMc Jriluna.