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JRarÖUtg, Dienstag, 5 December 1876.
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Türkei die verlangten Garantieen unmöglich gewähren könne
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das eine ausdringen, das andere nehmen wollte.
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den deutschen Münzstätten geprägt worden: Silbermünz-n:
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’j S-Markstücke 371,710 Ml, 2-Markstöcke 3,337,476 Mk., j bO-Pfennigstücke 697 834 Mk , 20-Pfennigstücke 213,450
Mk. 20 Ps.; Kupfermünze.,: 2 Pfennigstücke 13,814 Mk.
Wtztts Mai qniS von Salisbury den Kabineten gegenüber die
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Aircheugefchichte beider Heffen.
Von Dr. Heinrich Heppe. Band II.
Leider etwas verspätet kommen wir dazu, den Schluß t trefflichen Werkes zu besprechen, über dessen ersten, in iferungen erschienenen Band wir an dieser Stelle referiren
Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel, die „Mauritianische Kirchenreform", — uirv Prof. Heppe bringt an diesem Punkte neue Zeugnisse für den gänzlichen Mangel an Exi stenzberechtigung, juristisch genommen, welchen das hessische Lulherthum seit jener Zeit bis auf den heutigen Tag abzuleugnen sich vergeblich Mühe gegeben hat. Auf der an-
Die „Neue Freie Presse" meldet, die russische Süd,rmee werde in einigen. Ta^en ihren strategischen Aufmarsch an der rumänischen Grenze vollendet haben. — Die Rumänische Eiseubahngeskllschafl trifft Vorbereitung zur Sicherstellung ihres rollenden Materials, weil sie eine russische Invasion über Serbien und Risch befürchtet. — Die „Times" sagt, die für die Dauer der Occupat,on Bulgariens bestimmten Beamten wären bereits designirt.
jener beiden Punkte geltend zu machen. Hinsichtlich der diplomatischen Lage äußerte der Reichskanzler, die deutsche Politik hätte sich die Aufgabe gestellt, den Krieg auf die Türkei und Rußland zu beschränken und England und Rußland auSeinanderzuhalten.— Der BundeSrath hat In feiner Sitzung vom 18. v. MtS. zum Zoll» und Steuerwesen beschlossen, daß Feld- oder Spannstühle, bestehend auS einem sägebockartigen Gestell von rohem, gebeiztem oder polirtem Holze mit einem auf den beiden oberen Querstäben desselben festgenagelten Spitze aus Segeltuch, als Holzwaaren in Verbindung mit anderen Materialien der Tarifposttion 13k zu unterstellen feien; ferner hat der Bundesrath in feiner Sitzung vom 18. v. Mts. beschlossen, die Bestimmungen des amtlichen WaarenverzeichniffeS unter dem Artikel „Fußkiffen" bezw. „Kiffen" feien dahin auSzulegen, daß Fvßkisscn, gepolsterte rc., welche als Fußschemel anzusehen, d. h. mit einem hölzernen rc. Gestell verbunden sind, als überzogene Möbel nach Tarifposttion 13g, dergleichen Fußkiffen ohne ein solches Gestell wie ausgefüllte Kiffen nach Maßgabe des an der Schaufelte vorherrschenden Zeug» stoffeS, sofern sie aber mit einer schwer in’« Gewicht fallenden Füllung von Sand, Blei, Gußeisen, Stein rc. versehen sind, wie überzogene Möbel zu behandeln sind. — Der Direktor im Justizministerium, Wirkliche Geh. Ober» justizrath Wentzel, ist n ch achttägigem schweren Leiden im Alter von öl Jahren heute Mittag 121/2 Uhr gestorben.
Rach einer uns zugehenden Bekanntmachung des kaiserlichen Generalpostamts sind die Fahrten auf der Postdampfschiffslinie Stettin-Kopenhagen für das laufende Jahr geschloffen.
AuS Rom kommen jetzt Kundgebungen über die dor- tigen Konferenzen des Marquis von SaliSbmy. Die )pinione schreibt: Man versicheit, daß die Erklärungen
16 Pf., 1 Pfennigstücke 1,478 Mk. Die Gesammtsaus» Prägung beträgt demnach: 1,430,552 900 Mk. Goldmünzen; 361,432,380 Mk. 60 Pf. Silbermünzen; 35,149 279 Mk. 45 Pf. Nickelmünzen; 9,318,886 Mk. 67 Pf. Kupfermünzen.
®ie dem Reichstage vorgelegte summarische Ueberstcht
Ausgaben und Einnahmen der Landesverwaltung von Asaß Lothringen für 1875 ergiebt folgenden Abschluß: Vie Einnahmen betragen 44,161,515,26 Mk., die Ausgaben dagegen 41,898,064,24 Mk., mithin Bestand mit Anschluß deS eisernen Betriebsfonds von 2 Millionen Maik für die LandeShauptkaffe 2,263,451,02 Mark, nach Abzug deS Mehrbetrages an Ausgabercsten gegen die E n nohmereste von 2,198,004,80 Mk. verbleibt e n Ueberfchuß von 65.446,22 jMk. Von der im LandeShauShaltsetat rv 1875 zur Deckung deS D-fizitS bewilligten Anleihe »on 7,024 600 Mk. in Schatzanweifungen sind faktisch nur 3,500,000 Mark ausgenommen worden.
» angemeffener, als dieser vor uns liegende zweite Band d der Thal mit seiner Klarlegung der Darmstävtischen kirchengeschichte den wichtigsten Theil seiner Ausgabe er- Mit. Richt als wäre die Kirchengeschichte Heffen »Darm labte an weltgeschichtlicher Bedeutung die hervorragendste ßartie der hessischen Kirchengeschichte; wohl aber dünkt uns Httbd am meisten eigentlich Neues gegeben zu sein, diese Partie war das am meisten vernachläsfigte Ackerstück, das **® Verfasser zu bearbeiten oblag. Indessen bildet dieselbe '°ch nur einen verhältnißmäßig kleinen Theil des reichen Inhaltes, welcher die Geschichte deS hessischen Kirchenuesens «rhaupt vom Ende des 16. Jahrhunderts bis vor die Mreste Zeit hin führt, b. h. leider nur bis an die Grenze 16 Zeit, in welcher der verdienstvolle Verfaffer selber ein stvichliger Faktor bei der Weiterentwickelung der kurhesst. 4en Kirchensragen wird. Wir bedauern daS ein wenig. Bit wüßten Niemand, der berufener wäre, die Haffenpflug- bllmar'sche Periode zu zeichnen, als Herrn Profeffor Hepp e; •*t würden dabei ein einheitliches Gefammtbild jener inneren schlichen Vorgänge erhalten, deren Rachwiikungen heute in Heffen die Gemüther thcilweise in Spannung halten, «eichwohl dürfen wir darum mit ihm nicht rechten: wer Erde eine so bescheidene Selbstbeschränkung jnicht schätzen Elle», welche angesichts einer so nahe liegenden Versuchung,
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Pursten. Inzwischen ist der Verfaffer bereits vom Darm- Mr tischen Hofe aus decorirt worden, und es ist das um
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[ Lages»ericht.
Die „National Zeitung" vom 2 December schreibt über da« gestrige parlamentarische Diner beim Fürsten BiSmarck, welchem die Präsidenten des Reichstages und andere Reichs- tegSabgeordnete beiwohnten: der Reichskanzler habe für die dritte Etatsberathung eine Erklärung über die politische Lage in Aussicht gestellt nnd dabei wiederholt die neutrale Stellung betont, welche Deutschland bei kr egerischen Verwickelungen einnehmen werde. Ebenso sei das Gewicht besonders in den Vordergrund getreten, das Bismarck auf die Beziehungen zu Oesterreich lege. Bezüglich des PaffuS der Thronrede über die auswärtige Politik habe BiSmarck fein Erstaunen ausgedrückt, daß die mit den Worten „historisch befreundete Mächte" auf England gegebene Hin Weisung übersehen und mißverstanden werden konnte. — Rach einer von der heutigen „Kreuz-Zeitung" gebrachten Version, die die Meldung der „National-Zcitung" über die Seußerungen Bismarcks bestätigt, sah der Reichskanzler es str erforderlich an, daß der Krieg, falls er auSbräche. localistrt bliebe; England also bestimmt würde, sich nicht abgesondert von den übrigen Mächten mit Rußland zu äberwerfen.
In der Woche vom 19. bi« 25. November sind in
fiuetgen nimmt entgegen: He Expedition d. Blatte«, ovie die Annoncen-Bureaux gen Th. Dietrich & So. in gaffet und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; Wenftein & Vogler in kentfurt a. M, Berlin, Leip» >iz, Cöln rc; Rudolf Moste tiBedin, Frankfurt a. M. ic.
3bee eines Krieges von Seiten Englands ausschlöffen. daS Wort ergr ifen. Man würde zu den süddeutschen Man sehe einen russig - türkischen Krieg voraus, da die Staaten in eine schiefe Lage gerathen, wenn man ihnen
Anzeigen nimmt entgegen: die «ttedition d. Blatte« sowie bte Amwncen-B ureauj von S L. Daube & So. in Frankfurt a. M.-JLgerstche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete» ▲ meyer in Berlin; Sait Echüß- ” ler tn Hannover; S. Schlotte in Bremen.
DentfcheS Reich.
— Berlin 2. Decbr. In Abgeorgnetenkreisen kursirt eine Aeußerung deS Reichskanzlers über seine Stellung zu den Justizgesetzen, die nicht verfehlt Sensation zu machen. Bekanntlich gab Fürst BiSmarck gestern dem Vorstände des Reichstags ein Diner. Bei dieser Gelegenheit bemerkte Fürst BiSmarck gegenüber einem Mttgliede deS Vorstandes, daß sein Jnter- effe durch die auswärtigen Angelegenheiten von der inneren Politik leider ganz abgezogen sei, er hätte deshalb an der zweiten Berathung ger Justizgesctzc nicht theilnehmen können und werde aber bei der dritten Berathung erscheinen. Auch würde ec keinesfalls für den Zeugnißzwang und die gegen die Kompetenz der Schwurgerichte in Preßsachen die eigene Person in den Vordergrund zu schieben, die Feder niederlegt. Vielleicht daß wir an diesem Orte we nigstenS den Wunsch aussprechen dürfen, dereinst einmal eine Biographie VilmarS nach Heppe'ichen Aufzeichnungen in die Hand zu bekommen.
Abschnitt IV., mit welchem der vorliegende zweite Band beginnt, reicht bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts. Ec umfaßt die Zeit, in welcher die hessische Kirche schroff in zwei Lager auseinander klafft, das resormirle Hesien-Kaffel und daS luthrische Heffen Darmstadt. Das KukukSei, welche« AegiviuS HunniuS in den Melanchtho- niSmuS der hessischen Kirche gelegt, trug die Schuld daran. Und doch dünkt es uns aiS eine geschichtliche Nvthwendigkeit, daß der bisherige Charakter der hessischen Theologie vor den schneidigen Gegensätzen im übrigen Protestantismus nicht bestehen bleiben könnte. — Ob HunniuS die Schuld daran trug oder ein Aube er, — gleichviel. So steht denn auf der einen Seite die energische Ausrottung aller lutherischen Velleitäten im Bereiche der Herrschaft des
Ausland.
Pest, 2. Dec. Im Unterhause erklärte Ministerpräsident v. TiSza bei Beantwortung einer Interpellation; e« sei nicht seine Aufgabe, da« Verfahren der österreichischen Regierung zu kiitisiren; solche Kritik würde außerhalb seiner Befugniffe liegen. Die im Mai mit der gedachten Regierung getroffenen Vereinbarungen seien seines Erachten« vortheilhast für Ungarn und werde er daher keine Veranlaffung suchen, diese Vereinbarungen rückgängig zu machen. Bezüglich der Frage, ob die Regierung geneigt sei, mit der gegenwärtigen österreichischen Regierung tn Unterhandlungen zu treten, äußerte Tisza folgendermaßen: jum Zwecks einer Aendernng der Grundprinzipien der getroffenen Vereinbarungen werde er mit der österreichischen Regierung allerdings nicht uuterhandeln, indessen sei e« feine Pflicht, bei solchen Angelegenheiten, welche beide ReichShälften betreffen, mit der Regierung in Verbindung zu Marburg 1610, daneben die Manritianischen Schulreformen im Sinne von Johannes Sturm und Ratich, endlich der etwas unfreiwillige Ausgang deS Wege«: Die Heber- leitung zum CalviniSmuS der Tortrechter Synode. Hüben die Begründung der Universität Gießen als einer Burg dcS LutherthumS und der Anschluß Hessen Darmstadt« an die Politik der katholischen Liga, die ihm theuer genug zu stehen kommen sollte, dir Betheiliguog an der Occupation von Oberheffen (Marburg), welche« lutheristrt wurde — da« gelehrte Schulwesen der Heffen Kaffeler Lande schrumpfte auf die Kaffeler Akademie zusammen —, die Bestrebungen Landgraf Georg« II. — Jetzt aber rafft sich Heffen Raffel auf, in kurzem Kriege erringt e« den größten Theil dcS Verlorenen wieder, und unter den energischen Händen der klugen Amalie Elisabeth regelt sich die hessische Erbschaftö- frage wie von selbst; die Folge in kirchlicher Beziehung ist die Sanctivnirung de« Status quo. Der „Dank vom Hause Oesterreich" aber für die schweren Opfer Darmstadts__
bleibt aus.
W in bet Srpedttrvn zu ertfeetlenbe Auskunft und Annahme von Adreffen werben SS Pf,, berechnet/ «ew<u«ne fleue iv Vft.
unb weil ^ unwahrscheinlich sei, daß sich die Türkei einer Sinn der Aeußerung war der, daß der Reichskanzler nicht ÄL? mit den Waffen in der Hand geneigt fei, seinen Einfluß auf den Reichstag in Betreff
widersetzen werde. In diesem Falle aber werde England die *-— m — » - - ■----- "
Idee der Besetzung einiger wichtigen Punkte in Egypten zugeschrieben. An einen zwischen England und der Türkei existirenden Vertrag glaube man nicht. Der „Liberia" zufolge hat der Marqu S von Salisbury während feines hiesigen Aufenthaltes erklärt, er gehe mit den versöhnlichsten Absichten nach Konstantinopel und hoffe auf ein praktisches Ergebniß der Konferenz. Da« Blatt bemerkt weiter: der englische Delegirte habe keine Spezialmission für die italienische Regierung und derselben keinen besondern Vorschlag zu machen gehabt; derselbe habe erklärt; der Hauptzweck seiner Reise habe darin bestanden, von den Ansichten der verschiedenen Regierungen Kenntniß zu nehmen und sie über die Ansichten Englands zu unterrichten. — Der „Diritto" meint, der Minister Melegari und der englische Delegirte zur Konferenz hätten bei ihren Besprechungen beiderseits die Ueberzeugunz zu erlangen vermocht, daß die Absichten Italiens und Englands unter den gegenwärtigen Verhält niffen lediglich auf Erhaltung des europäischen Friedens durch eine auf ernster und dauerhafter Grundlage erfolgende Pae fikation der infurgirten Provinzen gerichtet feien. Die versöhnliche Sprache des Marquis v. Salisbury habe im Allgemeinen ei' en sehr befriedigenden Eindruck gemacht. — G-stern ist der Maiqnis von Rom abgereist.
Es folgt die Reorganisation in Oberheffen, insbesondere die definitive consesflonelle Scheidung zwischen Marburg und Gießen, weiterhin eine neue Schulreform nach Amo« ComeniuS und eine Kirchenreform, mit urttonistischer Tendenz auf die älteste Grundlage dec hessischen Theologie - n - , „ . -------. zurückgreifend; der Anfall schau mburgischer Lande an
deren Seite aber setzt eS Landgraf Ludwig V. mit allen Hessen-Kassel bereichert dasselbe geradezu um eine Univer Mitteln durch, daß Heffen Darmstadt völlig dem Gnesto- st'St (Rinteln), welche Hauptsitz der HelmstL'ter Calirti« LucheranismuS der sächsischen Kirche in die Hände fällt. Nischen VermittelungStheoogie wird. Auch die Wiederauf- Drüben die Einführung der Verbefferungspunkte (die nicht richlung Gießens und die Publizirung der Heffen-Darm» ohne gcwaltlhätige Opposition zu ermöglichen war) in städtischen Kirchenordnung von 1662 hat nicht den Erfolg Ober- und Niederh.ffen, die Sanktion der veränderten Sach- das darmstS tische Lulherthum wieder aggressiv ru machen ' läge durch Synoden, die Errichtung deS LandeSconststorivmS es baut sich in Ruhe aus. Ueberau« reich ist dann da«