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Sir. 281

Jliorßurg, Donnerstag, 30. November 1876

XL Jahrgang.

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anstaltcn (auf dem Lande von den Landpostboten)

willigung der dazu eventuell erforderlichen Geldmittel in

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Retten Sie mir mein einziges Kind, Doctor, rief die einen Brief von Elias, als dessen Aufgabeort der Post-

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als auch von der Unterzeichneten entgegenge­nommen.

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-sch- Zeitung" mit ihrer Gratisbeilage It- Er "bfälligen Beurtheilung unterzogen. Wir glauben ßr,r ^rr y dagegen, daß es klug gewesen ist, tn einer Frage, die Eu lsstnrtes Sonnlltgsötnll sowohl von allen Post- ropa so sehr intmffirt, nicht in Einzelheiten cinzugchen

mit einem Agio von fünfundzwanzig Thalern am folgenden Tage nieder zurückgenommen, unv bas Einwohnermeldeamt wohin sich die arme Mutter zuletzt begab, erthcilte' ihr die niederschmetternde Auskunft: Der Schneidermeister Elias Wandel ist abgemeldet nach Amerika. Dem war wirklich so. Denn noch vor Abens erhielt die untröstliche Mutter

blieben. Inzwischen haben nicht bloß die zunächst bcthei- ligten Kreise selbst ihre Meinung abgegeben, sondern auch die Presse hat die Frage nach allen Seiten hin in einge­hender Weife beleuchtet. Es ist zu konstatiren, daß der größte Theil der Blätter, welche den Gegenstand einer gründlichen Besprechung unterzogen haben, sich ganz ent­schieden negativ zu dieser Frage gestellt hat. haben ab­gesehen von den politischen Momenten namentlich auch die nur industriellen Erörterungen sich in der Richtung be­währt, daß eine Beschickung der Pariser Weltausstellung von Seiten Deutschlands nicht zu rathm sei. Diese lieber« Zeugung hat sich ganz überwiegend seit der Zett Bahn gebrochen, wo die Thatsaü e bekannt wurde, daß die preußische Regierung nicht geneigt sei, die Belhdiligung Deutschlands zu fördern und zu befürworten. Ganz besonders ist darauf Gewicht zu legen, daß in jüngster Zeit auch aus industriellen

eietgtn nimmt entgegen: ^Expedition d. Blatte», jfliie die Annoncen-Bureaux pn 16. Dietrich & So. in taffd, und Hannover; Th. Mrich in Frankfurt a. M.;

dem Anträge mit, ihr zur Beantwortung derselben durch eine Beschlußnahme über die Bctheiligung des deutschen

den Stand zu setzen. Es ist anzunehmen, daß der Bundes- rath ungehindert zur Entscheidung über die Angelegenheit schreiten wird; in folge besten wird auch der Reichstag bald über die Frage sein Votum abgeben können. Die

und daß die Thronrede die Ideen der italienischen Regie rung klar ausgedrückt hat. Wir haben schon neulich be-

De»tschkS Reich.

Berlin, 28. November. Der BundeSrath ist nunmehr auch in den Stand gesetzt, sich über die Frage der Beschickung der Pariser Weltausstellung schlüssig zu machen. Es ist ihm eine Vorlage zugezangen, in welcher der Reichskanzler die offizielle Einladung mittheilt und darauf hinweist, daß dieselbe seiner Zeit schon den ver­bündeten Regierungen mit dem Anheimstellen bekannt ge­geben sei, sich zunächst über die Stellung zu vergcwistern, welche die beteiligten industriellen Kreise zu dieser Frage einnehmen, und unter Erwägung dieses Ergebmstes die eigene Meinung sestzustellen. Nachdem der Reichskanzler nun aus den Mittheilungen der Regierungen ersehen hat, daß dieselben die angestellten Erhebungen beendigt haben, teilt derselbe fitzt dem Bundesrathe die Einladung mit

merkt, daß die italienische Orientpolitik nahe derjenigen Deutschlands folgt. Italien sucht mit allen seinen Kräften eine Versöhnung auf dem Gebiete der Reformen und Bürg schäften für die Christen. Italien ist darum in seinen Vor­schlägen zurückhaltend und ergreift niemals die Initiative, noch geht es je von einer vorgefaßten Meinung aus. In diesen letzten sechs Wochen, die uns bis zum Ende des Waffenstillstandes bleiben, werden voraussichtlich die guten Nachrichten mit den schlechten abwechseln und nenn die Verhandlungen nicht sogleich zu einem günstigen Ergebniß führen, ist Gefahr vorhanden, daß man nicht den 28. Dezember zur Wiedereröffnung der Feindseligkeiten abwarten wird. Im Kriegsfall kann man als gewiß annehmen, daß Italien vollständig neutral bleiben wird."

Die Kletdermühle.

Humoristische Erzählung von C. Dämmet.

(Fortsetzung.)

Der Erlaß bezeichnete als Richtschnur der österreichischen Politik die Neutralität sans phrase, die sich jedoch in eine bewaffnete umwandeln könnte, wenn die Grenzen des Reichs bedroht werden. DerPester Lloyd" nennt die Be­isetzung Bulgariens kaum mehr vermeidlich, was so viel als Krieg bedeute.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte» sowie du Annoncen-Bureauk von ©. L. Daube & So. in Frankfurr a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete- mever in Berlin; Carl Schütz» ler in Hannover; S. Schlotte in Bremen.

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97 94* 024 S3| 96 )2

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Verzögerung, welche die palamentarische Behandlung des Gegenstandes auö Rücksicht auf die vom Reichskanzler angeordnete Umfang von Seiten der verbündeten Regic- DieAgentur Stefani" bringt folgende anscheinend jungen erfahren hat, ist jedenfalls nicht ohne Nutzen für

den Monat Dezember^offiMe Note: Einige Zeitungen haben auf die auswär- die Klärung der Ansichten der öffentlichen Meinung ge­hen ans die©berfotf»'li6c Politik bezüglichen Satz der italienischen Thronreden" ' " "" ' ' > --- - -

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sprechen. Ist meine Tochter dann noch frei, so werde, ich nicht sagen, wie heute: Nein!"

Ist das Ihr letztes Wort, Madame?"

Für jetzt unw berruflich!"

Gut," sagte bleich und erschüttert Wandel, den Hut in die bebende Hand nehmend, ,^ch beuge mich, wenn auch im innersten Herzen blutend, Ihrem harten W?Ücm' Ich werde suchen, mir Güter zu erwerben, Gott gebe nur, daß es gelingt, ehe mir die Verzweiflung das Herz bricht. Möge auch Ihre arme Tochter in Geduld den SchmekL'ttrt^ift den zu heilen mir leider die Mittel fehlen. Leben Sie wohl."

Wandel hatte so tonlos und erschütternd die letzten Worte gesprochen, daß die Kanzleiräthin, als er die Thür hinter sich geschloffen, zweifelhaft wurde, ob sie ihn nicht zurückrufen solle. Dies Gefühl wich indessen schnell einem anderen, mächtigeren, der Lesorgniß um Emilie, deren Schluchzen jetzt gedämpft zu ihrem Ohre drang. Ein mark- durchdiingender Schrei enlfloh dem Munde der Murier, als diese, die Kammerthüre öffnend, ihre Tochter der Länge nach, von convulstvischen Krämpfen ergriffen, auf der Diele auSgestreckt liegen sah.

Mein Kindl mein Kind!" war das Einzige, was sie hervorbrachte, intern sie die Ohnmächtige, welche Alles ge hört, ergriff, auSkleidetc und in das B:U legte.

Zwei Tage später sah es in der sonst so hettergemüth lichen Häuslichkeit der Kanzleiräthin sehr düster und trau­rig aus. Der Arzt, welcher kopfschüttelnd mit der bit­terlich wein-nden Mutter am Belte Emiliens stand, hatte daS gleich einer geknickten Lilie bleiche Mädchen zwar durch unausgesetzte Bemühungen wieder in das Leben zurückge- rufen, aber dem eigentlichen Sitze der Krankheit, dem Hirzen vermochte er keine heilende Arznei zuzuführen. Kühlende niederschlagende Mittel waren das Einzige, was er hierbei verordnen konnte, i

,0, du mein lieber Gott!" rief Frau Hoberecht,dann iefltzen Sie aber doch wenigstens einiges Vermögen? denn Eie werden doch von einer so anständig erzogenen Beamten. Wer, wie die meine es ist, nicht etwa verlangen, dieselbe !°l!e mit Ihnen für das liebe Brod arbeiten 1"

»Zur Zeit, Madame," entgegnete, ebenfalls sich erbe» , ter bis über die Ohren errithende EliaS,besitze ich leider nicht mehr Kapital, als zur Etablirung eines indigen HandwerkgeschästeS erforderlich ist. Dieses ige verdanke ich ebenfalls nur meinem eigenen Fleiße, st» indessen bet meiner stets sich vermehrenden Kundschaft mit dem Glücke, welches mir die Liebe Ihrer theureu bereitet, vollständig zufrieden sein zu können."

»Sie hoffen da«, mein Herr!" rief entrüstet die Kanz älhin,ich aber weiß es, daß eine Ehe, in der man Nahrungssorgen zu kämpfen hat, nimmermehr eine Mckliche werden kann. Die Flitterwochen, während welcher vom Mondenscheine leben zu können träumt, währen ewig, und alSdann verlangt der Körper, oft gar durch ^nkheiten arbeitsunfähig, Brod, und täglich Brod! äp hätte sonst nichts gegen Sie einzuwenden," fuhr die Mau gemäßigter fort, als sie den auffallenden Faibenwechscl |bem Gesichte Wandels bemeilte,aber meine Tochter den ^WrifäHen einer so dürftigen Lage auSzusetzen, wie die, ? ber Sie sich gegenwärtig befinden, das ist meinem für

Lebentzglück meines einzigen KindeS verantwortlichen ^utterherzen nicht möglich. Um Ihnen jedoch nicht völlig ^Aussicht auf Ihr vermeintliches Glück zu rauben, et» 'S* ich, sobald sich Ihre Lage in Zukunft einmal glück- gestaltet haben sollte, wieder einmal bei mir vvrzu-

Kreisen, wo man wohl ehrenhalber eine Beschickung der Ausstellung nicht ablehnen zu dürfen glaubte, kaum noch eine Stimme an dieser Ansicht festgehalten hat. Darin dürfte der einleuchtende Beweis zu finden sein, daß die an­fänglich bejahenden Gutachten aus diesen Kreisen der eigentlichen Kunrigkeit entbehren und unbedingt an die Voraussetzung einer starken Unterstützung aus Staats» ober Reichsmitteln geknüpft waren.

Posen, 28. Nov. Der Chefredakteur desKuryer poznanSki", Dr. Kantecki, wurde gestern Abend wegen Ver Weigerung der Angabe tes Verbreiters der bekannten Ver­fügung der Bromberger Oberpost-Direktion verhaftet.

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Wien, 28. Nov. Der Polit. Corresp. schreibt man über die Sendung SaliSbuiy's:Es deutet Alles darauf hin, daß in englischen Regierungskreisen in diesem Augen­blicke die Eventualttät einer Verwicklung Englands in einen Krieg mindestens in die Ferne gerückt angesehen werde. Ganz übereinstimmend mit dieser Sachlage verhält sich die Sendung Salisbuiy's, die kaum etwas anderes in ihrem vorkonferenzltchen Theile bezwecken dürfte, als den continen- talen Höfen, an welchen er vorzusprechen beauftragt sei, nochmals den Standpunkt Englands ungleich genauer, als dies auf dem bisherigen Wege des diplomatischen Veikehrs der Fall gewesen, darzulegen. Eine solche klare Darlegung eer englischen Gestchispunkte ist der dieffeittgen Regierung nach den russischen Eröffnunzen, wie selbe in der bekannten Unterredung des Kaisers Alexander mit Lord A. Loftus ihren Ausdruck gefunden, ganz besonders wünschenSwerlh erschienen. Wenn die unumwundenen russischen Erklä­rungen den Zweck einet Annäherung für die Conferenz vor Schmerz bis in das innnerfte Lebensmark erschütterte Mutter, al« sie diesem daS Geleit bis zum Corridor gab denn ich wäre 'nicht im Stande, dcffen Verlust durch meine Unvorsichtigkeit herbeigeführt, auch nur eine Minute z» überleben."

Machen Sie Ihre Handlungsweise auf zartem Wege möglichst bald wieder gut, liebe Räthin, und ich stehe für Alles," sagte, der Schluchzenden die Hand zum Abschiede schüttelnd, der Arzt. \<;-r

« UU-MtrMTatze' ging es, wenigstens äußerlich, mit der armen Patientin insoweit bester, daß die Mutter es wagen durfte, was fie so sehnlichst wünschte, das Bett ihier Tochter für einige Zeit zu verlassen. Mit fast jn» gendlicher Rührigkeit machte Frau Hobereckt daher schnell Toilette, rind sie, die in den Wowentagen so selten die Straße betrat, eilte heute rüstig über deren Pflaster. Auf ihrem vor Kummer gewelkten Gesichte ruhete während des Lausens sogar ein Hauch von Freude, denn wollie sie nun nicht Alles wieder gut machen den abgewiesenen Brautwerber selbst in die Arme ihrer ungebetenen Tochter zurück- führen?

Drei Stunden ununierbrochen war Frau Hcberechk auf den Beinen, doch als sie, geistig und köiperlich ge- brochen; ihr Domicil wieder betrat, entr ing sich ihrer vor Schmerz krampfenden Brust nur das eine Wort:Ver­gebens!"

EliaS Wandel hatte feinem Hauswirthr noch am i.ähn­lichen Tage seiner Abweisung für das lausende Quartal die volle Miethe bezahlt, der Möbelhändler seine Möbel

Die Exp. d. Oberh. Zeit.

Der gestern erwähnte, dem BundeSrath vorgelegte Ent- tcutf eine« Gesetzes bett, die Erhebung von AuSgleichungS- abgaben bei der Einfuhr ausländischer Waaren, bestimmt, daß Gegenstände, deren Ausfuhr in einem anderen Lande tatsächlich durch Ausfuhrprämien begünstigt ist, durch kaiserliche Verordnung mit Zustimmung deS BundeSraths bd der Einfuhr in das deutsche Zollgebiet mit einer AuS- gleichungSabgabe belegt werden können. Die AuSgleichungS- gbgabe darf den Betrag der Ausfuhrprämie nicht über- ßrigen. Die Erhebung der Ausgleichungsabgabe kann ent­weder für die Erzeugnisse eines bestimmten Landes oder ohne Rücksicht auf den Ursprung der eingehenden Waaren für alle ober bestimmte Grenzftrecken ungeordnet werden. Die Anordnung der Erhebung einer Ausgleichungsabgabe foH der Regel nuch wenigstens vier Wochen vor dem Zeit- punfte, mit welchem sie in Kraft tritt, zur öffentlichen heimtniß gebracht werden.

DieNutionul-Zeitung" ist von competenter Seite in die Luge gefitzt, die Mittheilung deSWiener Fremden- ; Blatte«", Fürst Bismarck habe dem Marquis Salisbury Wgenüber kein Hehl daraus gemacht, daß der Gedanke der Besitzung Bulgariens als einzige wirkungsvolle Garantie - der Conferenz mit Gewalt ausdrSngen werde, als voll- jBnWg an« der Luft gegriffen zu bezeichnen.

AuS Wien wird telegraphisch gemeldet: Wie verlautet ..... ..........____ .

sind die Vertreter Oesterreichs jüngst in einem vertraulicheMReichS an der ^gedachten Ausstellung "und über die'H- Eriaß über ihr Verhalten im Kriegsfall inftruirt worden, willigung der dazu eventuell erforderlichen Geldmittel in

Srscheint tüg 1 ich außer bm^Werftagen nach Sonn» und Feiwtugen. Preis für da» Quarts mit der wöchentlichen BeilageJlustrirteS eonntagSblatt" durch die Expedition (Ko ch'sche Buchdruckerer) bezogen 34 Wett, burd) bte Postämter deS Deutschen RercheS 2 Wart oO Pf«, (ejL Bestellgebützr). Jnsertionsgedübr für die gespaltene 8«[e 10 Pf«.

' , "ür tn der Expedition zu ertbeilenbe Auskunft und Annabme von Adressen werden 25 Pf«, berechnet.