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Wr. 278.

JUarßutg, Sonntag 26 November 1876.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Gqieditton d. Blattes sowie die Amwncen-Bureaux von 0. L. Daube & So. in Frankfurt a. M.i Jäger'sche Buchhandlung in Frankfutt a. M.; Jnvalidendank, A. Rete» meyer in Berlin; Sarl Schütz» ler in Hannover; S. Schlotte in Bremen.

lB«tgen nimmt entgegen: tte Expedittou d. Blattes, (g»it die Ännoncen-Bureaux »en Th- Dietrich & So. in jtoffd und Hannover; Th Dietrich in Frankfurt a. M ; Haasenstein & Logier in zmnkfutt a M , Berlin, Leip- «g, Söln re; Rudolf Moffe inSerlin, Frankfurt a.M.rc.

Erscheint täglich außer den Werktagen nach Somi» und Feiettagen. Preis für das Quattal mit der wSchentlichen BeilageJänftrirte» e,unlaaS»latt" durch die Srvedttion llkoch'fche Buchdruckere,) bezogen Sd Mark, durch btt Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«, (exl. Bestellgebühr). JrstmtionSgebühr für die gefpattene ZÄe 10 Pf« »für m der Expedition zu ettheiiende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf«, berechnet.

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und Verfassung* zu eine Leifammlung der dem Mittelpunkt der

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oder anderes vermittelndes Amendement noch immer mög Uch bleibt. Der am meisten kritische Punkt, die Verwei- ssng der Preßvergehen an die Schwurgerichte, hat Dien- stag und Mittwoch zu erregten Debatten gesührt, in wel chen besonders die Reichsboten aus Baiern ihre fast drei- ß'gjährigen Erfahrungen für die Forderung geltend machten »orauf dieselbe Mittwoch Abend schließlich mit 212 gegen 105 Stimmen in namentlicher Abstimmung angenommen wurde. König Ludwig II. hat die Ernennung des EtiftSdecanS Enzler zum Bischof von Speier nunmehr aus dessen Bitte außer Wirksamkeit gesetzt; wahrscheinlich wird derselbe sich geuölhigt sehen, hinsichtlich deS für Würzburg ernannten Bischofs Ambrosius RLS das Gleiche zu thun. Der mecklenburgische orcentliche Landtag ist am 15. d. zu Malchin in der hergebrachten Weise eröffnet worden.

Die bedauerliche Spaltung innerhalb der ö st er reich i- Ichen BerfaffungSpartei, welche in der Debatte über die

«uswärtige Politik des Kaiserstaates zu Tage getreten, hat pch vergrößert, auch auf innere Fragen ausgedehnt und sogar zur Neubildung einer Froclion, einer sogenannten Jablpenbenlenpartei, welche dem bisherigen Dualismus ge- Müber mehr zu centralistischen Gedanken hinnelgt, gesührt. Za Folge dieser Zerfahrenheit erhebt die feudale Partei loleder ihr Haupt, und cs sanden in der letzten Z it meh- «re Zusammenkünfte der Führer derselben Statt, welche Me Neubildung einer hochkonseivaliren Partei auf dem «öden der Versaffung beabsichtigen. Die Verhandlungen odei die vom Abgeordneten Göllerich beantragten Derwal- laagsreformen haben ihren Abschluß noch nicht gefunden, dagegen machte der Finanzminister am 21. November :)Mit­teilungen über den Stand der Ausgleichsverhandlungen Al Ungarn.

heute offiziös geschrieben wird:In Regierungskreisen be­stätigt sich mehr und mehr die Ansicht, daß eine Betheilt, gung Deutschlands an der Pariser Weltausstellung nicht thunlich erscheine jedenfalls nicht schon im Jahre 1878,* so ist hierin eine Schwenkung, wenigstens gegenüber dem entschiedenen Tone, der noch vor einigen Tagen angeschlagen wurde, unverkennbar.

Die beabsichtigte Interpellation in Betreff der Pariser Weltausstellung ist aufgegcben worden, weil in Aussicht gestellt worven ist, daß der BundeSrath in der allernächsten Zeit die Frage zum Austrag bringen und die bezüglichen Entschlüffe dem Reichstag vorlegen werde. Wenn indeß

überreichen. Nächsten Sonntag wird reien Protestanten in Frankfurt, als drei Provinzen, abgehglten werden.

ÄeMlexM.

Wien, 22. Nov. Wenn auch

Der bleibende Ausschuß des deutschen Handelstages hat an das Reichskanzleramt die Bitte gerichtet, bei den Ver­handlungen über neu abzuschließende Handelsverträge Sach, verständige auS den Kreisen der Industrie und des Han­dels zuzuziehen.

Durch Verfügung des Ministers deS Innern ist be» stimmt worden, daß die kürzlich angeordnete Revision der Standesämter bis nach erfolgter Durchsicht der nach Schluß des Jahres eingehenden Nebenregister ausgesetzt werden soll. Die Berichte über das Ergebniß der Revision sollen dem­nach erst bis zum 1. April 1877 an den Minister ge­langen.

für den Monat Dezember v werden ans dieOderhes-

ßsche Zeitung" mit ihrer Gratisbeilage II- ülstrirtes Sonntagsölatt sowohl von allen Post­anstalten (auf dem Lande von den Landpostboten) als auch von der Unterzeichneten entgegenge­nommen.

Dnttscheß Reich.

Berlin, 24. Nov. Die Re chsschuldenkommission hat den dritten BeriLt über ihre Thäligkcit, sowie über die Ergebniffe der unter ihrer Aufsicht stehenden Verwaltung dcS Reichsinvalidenfonds, des FefluugsbaufondS und de» FondS für Errichtung des ReichstagSgebäudeS dem Reichstage erstattet. Die Zusammenstellung ist ganz gleichlautend mit jener, die dem Reichtage vorgelegt worden ist. Seit dem letzten Jahrerbertchie ist die RetchSschuldcnkommisston sür die Wahrnehmung der ihr übertragenen Geschalte durch das Gesetz vom 23. Februar d. I. durch fünf Mitglieder verstärkt worden, wovon zwei vom Bündesrath und drei vom Reichstag ge­wählt worden sind. Als vom BundeSrath gewählte Mit­glieder sind der Unterstaalssekretär Dr. Friedberg und der Geh. LegationSrath von ProlliuS, als vom Reichstag gewählte Mitglieder die Reichstagsabgeordneten von For-- cade de Biaix, Dr. Wehrenpiennig 'und Duncker in die Kommission eingetreten. Die Betheiligung dieser Mitglie- der an den Geschäften der ReichSschuldenkommisston erstreckt sich nicht nut auf den Reichsinvalidensonv, sondern auch auf den Reichs FestungSbausond und den ReichStagSgebäude» fond, wogegen sie an den sonstigen Geschäften der Kom­mission nicht Theil nehmen. Die von dem Rechnungshöfe reviditten und fcstzestellten Rechnungen des ReichSinoali. densondS für das Jahr 1874 und dcS ReichSfesturrgSbau- fonds, sowie des Fonds für Errichtung deS ReichStagSge- bändeS für das Jahr 1871 hahen bei der vorgenommenen Prüfung derselben zu Bemerkungen keinen Anlaß gegeben. Die Kommtsston überreicht diese Rechnungen mit dem An­heimstellen, für dieselben Decharge zu ertheilen. Auf die von dem kaiserlich statistischen Amte den deutschen Handels­kammern bearbeiteteten Vorschläge betr. die Herbeiführung einer verbefferten Waarenstatistik sind die verlangten Gut­achten in der überwiegenden Mehrzahl bereits eingelaufen. Die Vorschläge werden von den Handelskammern im Wesentlichen für praktifch eine Strafandrohung für Verweigerung der richtigen Deklaration und die Eröffnung der Waarentabellen in zweifelhaften Fällen jedoch für zu weitgehend erklärt. Ueber einzelne noch nicht genügend er­örterte oder streitig gebliebene Punkte wird das kaiserlich statistische Amt den Handelskammern neuerlich eine Vor-

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tage unterbreiten Den LandrathSämtern find nunmehr von Seilen des königl. statistischen BüreauS die Ergebniffe der Volkszählung für die einzelne Kreise übersendet worden. Die Resultate der Gewerbezählung werden später zur Mittheilung gelangen.

Darmstadt, 21. Nov. Der ervangelischen LandeS- Synode ging von Seiten des OberkonststoriumS der Entwurf eines KirchengesktzeS in Betreff der Wahlen der evangelischen Kirchengemeinde - Vertretungen und evangelischen Kirchen- Vorstände zu. Morgen wird, Wormser Blättern zufolge eine Deputation der aus der evangelischen Landeskirche ausgetretenenfreien Protestanten" hier eintreffen um dem Ministerpräsidenten v. Stark persönlich das Gesuch um Bestätigung ihrer neuen RcligionSgenoffenschaft mit einem Abdruck derGrundzüge der Lehre

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, von Petersburg aus versichert wird, die Pforte habe den Conferenzvorschlag ohne alle Reserve angenommen, so verlautet doch hier in

König Viktor Emanuel hat die neue ParlamentSsitzßng A> 20. d. mit einer Thronrede eröffnet, welche die allge- fc, Oeine politische Lage nur äußerst vorsichtig berührt. Zwar Mkeiu.Gennd vorhanden, sich durch die bedrohlichen AuS Wen von den nützlichen Aufgaben der inneren Politik Olenken zu lassen, doch werde Italien, getreu allen seinen «ttpflichtungen, niemals vergeffen, daß es bei Uebernahme ct Großmachtstellung gleichzeitig die Aufgabe bekommen Abe, für den Forts a. ritt der Civilisation thätig zu sein. Der Achtigste Punkt der Thronrede ist jederttalls die Zusiche- A»g einer Ergänzung des Garantiegesetzes, damit die Frei Den der Kirche die nationale Souveränetät nicht mehr V beeinträchtigen vermögen.

L 3n den französischen Kammern geht eS bei Weitem 'ä?1 tu^9 jn, als man von der jetzigen außerordenl- Wpn Arbeitssaison erwartet halte, denn die Reaktion der Duarchisch klerikalen Parteien ruht, und rastet nicht und

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Richter bezwecken, sowohl hinsichtlich der dienstpragmatischen Stellung des Richterstandes wie hinsichtlich der Compe- tenzkonflicte und der Competenzgerichte, der Zusammensetzung der Kammern uno Senate, der stcllveriretcnden Richter (Assessoren), nach den Bors.', lägen der Commission ange- nommen. Man hat den Eindruck empfangen, daß an noch diesen Beschlüssen das große Werk nicht mehr scheitern ' rwerbe, zumal zwischen der zweiten und dritten Lesung em

die berüchtigtemoralische Ordnung" erscholl sogar wieder aus dem Munde des Ministerpräsidenten, als er in der D putirtenkammer wegen des doppelten Gewichtes bei Be­handlung der republikanischen und der reaktionären Blätter : in die Enge getrieben wurde. Aehnlich war Dufaure's l Haltung in der Kammer am Dienstag bei der Jnterpella- ticn wegen der Civilbegräbnisse, wo er sich auf den abwe­senden Kriegsminister berief. Diese Frage wurde brennend, als der Senat am 19. Ncvember die für das Leichenbe

. gängniß Baze'S verausgabten 1800 Franken bewilligte, dagegen dieselben für die Begräbmßfeier deS Senators EsquiroS strich, weil letzterer die Mitwirkung der Geist

1 lichkeit sich verbeten hatte. Flcquct wis am 21. bei Be- rathung des Budgets für die Ehrenlegion darauf hin, daß das Gesetz verletzt werde, wenn Rittern der Ehrenlegion die militärischen Ehren verweigert und Maires abgesetzt würden, weil sie einem bürgerlichen Begräbnisse beigewohnt hätten.

Der spanische Ministerrath hat eS für nothwendig erachtet, ausdrücklich zu erklären, daß Spanien sich an den europäischen Wirren nicht betheiligen werde, da das Blut seiner Söhne nur zu nationalen Zwecken vergossen werden dürfe.

In Folge der Nachricht, daß die Pforte dem engli­schen Conferenzvorschlage zugestimmt, hat sich die öffent­liche Meinung in England, melde in der vergangenen Woche durch die Reden Beaconfield'S und deS Kaisers Alexander eine sehr erregte geworden war, einiger Maßen beruhigt. Die Rüstungen freilich werden kräftig fortgesetzt; die Admiralität hat Befehl zur Ausrüstung der Thurm schiffe Hydra und Cyelop erlassen; die indische Regierung trifft Anstalten, um im Falle des Ausbruchs des Krieges in Europa starke Truppenkorps nach Aegypicn zu senden.

Der Kaiser von Rußland, dem soriwShrend aus den größeren Städten seines Reiches Zustimmungsadrcssen auf die in Moskau gehaltene Ansprache zugehen, hat am 15. bei einer großen Truppenschau auf dem Petersburger Marsfelde zu den um ihn versammelten Generälen und Stabsoffizieren gesagt:Wir wünschen dem Oberstkomman- direnden (nämlich dem Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch, der sich am 23. d. nach Kischinew auf seinen Posten begibt und an die Spitze der Südarmee stellt) den besten Erfolg!" Die Mobilmahung der sechs Armeekorps ist in vollem Gange.

In Griechenland hat das Ministerium Kummun- duroS von der Deputirtenkammer ein (freilich nur von 88 Stimmen gestütztes, dagegen von 74 Stimmen bekämpftes) Vertrauensvotum erhalten, welches die Regierungspolitik und die Rüstungen billigt. Außer den Ministern hatten noch 19 Deputirte nicht mitgestimmt.

Die orientalische Conferenz scheint trotz aller Hin dernisse, die das einseitige Vorgehen einzelner Mächte ihr in den Weg legte, dennoch zu Stande kommen zu sollen. Mit der bedingungslosen Annahme Seitens der Pforte um einem sofortigen Kriege mit Rußland auS dem Wege zu gehen ist auch der letzte formelle Hinderungsgrund hin- »eggerüumt. Die fremden Dip omaten sind theilS schon in Konstantinopel eingetroffen, theils noch auf der Reise begriffen. Der MaiquiS von Salisbury wird schwerlich vor dem 1. Dezember zur Stelle jein, so daß die Verhand langen wahrscheinlich erst zu Anfang des nächsten Monats beginnen werden.

Laaesdertcht.

Aus London wird ein Telegramm mitgetheilt, das einiges L-cht auf die soeben staltgehadten Unterredungen des Fürsten Bismarck und des Marquis von Salisbuiy wirft. Da­nach hat die Times erfahren, daß Fürst BiSmarck dem Marquis erklärt habe, Deutschland würde neutral bleiben. Zugleich finden wir in derA. A. Zkg." eine Privat- Depesche von der russischen Grenze des Inhalts:Aus­einandersetzungen neuesten Datums zwischen der deutschen und der rnlsischen Regierung sollen letzterer die Gewißheit verschafft haben, daß Rußland während deS Krieges aus eine wohlwollende Neutralität, eventuell moralische Unter­stützung von Seiten Deutschlands rechnen könne." DaS entspricht vollkommen der bisherigen Haltung Deutschlands und die kürzlich in der Depesche des Lord Loftus d d Aalta, 2 November veröffentlichten Erklärungen des Czaren i werten Deutschland hierin bestärkt haben.

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Die Exp. d. Oberh. Zeit.

Politische Woche« - Ueterpcht.

Kaiser Wilhelm ist von seinem in voriger Woche ange« tretenen JagdauSfluge nach Schlesien in gutem sWohlbe- finden am Sonntag Abend nach Berlin zurückgekehrt und wollte sich Donnersstag nach der Göhrde begeben, um dort, wie alljährlich, eine Hofjagd abzuhallen. Der Reichs­tag ist am Freitag in die zweite Lesung der drei großen Justizgesetze eingetreten und hat dieselbe seitdem in langen Sitzungen fortgesetzt. In Betreff der Handelsgerichte ist der Vermittlungsvorschlag der Commission, bei welchem der BundeSrach sich ohne Zweifel beruhigen wird, am Freitag durchberathen und angenommen, und darauf am Sonnabend die Enblockannahme der von allen Seiten des Hauses sehr anerkannten Eivilprozcßordnung beschlossen worben. Sosann wurde noch am Sonnabend auch die Berathung des GerichtSversaffungsges-tz S begonnen. Hier wurden mehrere bis dahin vom BunveSrathe beanstandete Forderungen, welche eine gesicherte Unabhängigkeit der