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Marburg, Freitag, 3. November 1876.

Nr. 2S8

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gesetzlich gleichmäßig für das deutsche Reich geregelt wird.

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mich kurz sein. Der Hochzeitstag war anberaumt, Die Pfarrerin trat in diesem Augenblicke in's Zi 102}Nt Gäste geladen; ich der Glücklichste der SterblichenI unb flüsterte Ihrem Manne einige Worte in's Ohr. islbenn ich liebte meine Braut aufrichtig traf die letzten.Meine Herren," sagte dieser ernst,mir geht eb

Die Pfarrerin trat in diesem Augenblicke in's Zimmer

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überreichte. Ich lese die Adresse und der Brief

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Freiheitsstrafen in Ansehung dir Gcsängnißeinrichtung, der Verpflegung, Beschäftigung und Behandlung der Sträflinge

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faßte, gleichlautende Resolution und die damals von dem Kriegsminister von Roon ertheilte Zusage wegen Regu- lirung des Strafprozesses für das Militär verwiesen. Die Worte und die Zuständigkeit beschränkt" wurden von einem Mitgliede beanstandet, weil die Beschränkung der militärgerichtlichen Zuständigkeit im Frieden auf die Dienst« vergehen der Miliiärpersonen nicht zu empfehlen sei und

die weitere Komp lenz in allen europäischen Ländern, außer England, bestehe. Hiergegen wurde bemerkt, daß bereits in der obenerwähnten R solution des Norddeutschen Reichs­tags diese Kompetenzfrage die gleiche Antwort gesunden habe, wie denn auch auf diese Verhandlungen behufs der Widerlegung des Einwandes, daß die Frage sehr roeit tragend sei und nicht nebenbei erledigt werden könne, Be-

Eine dunkle Geschichte.

(Fortsetzung und Schluß).

Ich war aus dem Kriege zurückgekehrt und hatte vor lllem die traurige Pflicht, nach Gut Witzendorf zu ziehen,

itn, daß wir uns immer näher kennen und ich fchließ- nicht vergebens um die Hand der Dame bat. Lasten

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Der Rath sah btn Baron überrascht an.Unb was habe ich gelitten, welche"

Schluß", bonnette der Bacon mit erkünsteltem Zorne. Kommen Sie Schwiegerpapa l Auf das Wohl Zhrer Tochter!"

Lage-bericht.

Der Reichstag war am Dienstag, da der Namensauf­ruf nur 196 anwesende Mitglieder ergab, abermals nicht beschlußfähig. Nächste Sitzung sollte Donnerstag 2 Uhr fein.

< In dem Passus der Eröffnungsrede, welcher es als die Aufgabe der deutschen Handelspolitik bezeichnete, von der heimischen Industrie Lenachtheiligungen abzuwenden, welche ihr durch die Zoll- und Steuereinrichtungen anderer Staaten bereitet werden, ist der Bezug auf Frankreich unverkennbar. Lieser Verheißung scheint die Erfüllung bald folgen zu sollen. Wenigstens verlautet heute aus bester Quelle, daß die Verhandlungen mit Frankreich wegen Erneuerung des Handelsvertrages ohne Verzug ausgenommen werden sollen.

Von der Reichsjustizkommisston ist brschlosten worden, dem Reichstage die folgenden beiden Resolutionen zur An- vahme zu empfehlen: 1. Der Reichstag wolle beschließen: den Reichskanzler aufzufordern, mit thunltchster Beschleu­nigung dem Reichstage der Entwurf einer Militär Slraf- prvzeßordnung vorzulegen, in welcher das Militärstraf- Virfahren mit den wesentlichen Formen des ordentlichen StrafprozesteS umgeben und die Zuständigkeit der Militär. Gerichte im Frieden auf Dienstvergehen der Militär Personen beschränkt wird. 2. Der Reichstag wolle beschließen:den Reichskanzler oufzusordern, dem Reichstage mit thunlichster Beschleunigung einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen unter Feststellung der im Strafgesetzbuche über die Frei­heitsstrafen enthaltenen Bestimmungen die Vollstreckung der

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Gleichheit deS Strafvollzugs in Wahrheit von einer Ein­heit der Strafrechtspflege nicht gesprochen werden könne und in der Gleichheit des Strafvollzugs eine gleichmäßige Wirksamkeit der erkannten Strafen verbirgt werde. Die Regierungsvertreter erachteten beide Resolutionen, da sie nichts Neues enthalten, für überflüffig, und zwar die er­stere um so mehr, als bezüglich der Regulirung deS Mili- tärstrafprozeffeS die Zusage des Kriegsministers von Roon vorliege.

Die Wahlen znm Abgeordnetenhanse haben durch ihr Gesammtergebniß die bisherige Zusammensetzung der Ver­sammlung die Stärke der einzelnen Parteien nur sehr wenig verändert, schreibt diePrev.-Corresp." Während das vorige Haus unter 432 Abgeordneten zuletzt 5 Altconser- vative, 24 Neuconservative und 33 Frciconservative, zu­sammen 62 Conservative, zählte, sind jetzt (außer 4 Ministern) 37 Conservative und 32 Freiconservative, zu­sammen 69, gewählt, also eine Gesammtverstärkung der rechten Seite des HauscS von 7 Stimmen. Die na tional-liberale Partei, welche nach dem letzten Verzeichniffe ihrer Mitglieder 172 Abgeordnete zählte, dazu noch 3 er ledigte Mandate, im Ganzen 175, kehrt in einer Stärke von 180 Mitgliedern, also mit einem Zuwächse von 5 Mitgliedern, zurück; während auch die 3 Abgeordneten des liberalen Centrums wiedergewählt sind. Auch die Fort­schrittspartei hat ihren letzten Bestand von 68 Mitgliedern unverändert erhallen (nach anderen Angaben noch um 2 vermehrt), wobei jedoch noch 8 Mitglieder mitgezählt sind die sich in mehreren wichtigen Fragen von der Partei ge­trennt hatten. Das katholische Centrum hat von seinen bisherigen 88 Sitzen 8 (in Düsseldorf, Neuwied, Beruhen, o. s. w.) verloren, dagegen 7 (in Glatz, Ratibor und Hohcnzollern) wiedergcwonnen und wird mithin 87 Mit­glieder zählen.. Dagegen haben die mit dem Centrum ge­wöhnlich verbündeten Polen von ihren 18 Sitzen nur 15 behauptet. Die Zahl der dänischen Parttkularisten und der zunächst keiner Fraktion angehörigen Abgeordneten be­trägt, wie früher, etwa 12. In dem nach Hinzutritt eines Abgeordneten für Lauenburg, nunmehr 433 Mitglieder zählenden Hause gehören zur absoluten Mehrheit 217 Stimmen.

Anzeigen nimmt entgegen: die @xptbitüm d. Blatte» sowie die Annoncen-Burrartk von L. Daube & So. in Frankfurt a. M.: Jäger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Stete- meyer in Berlin; Carl Schaß» ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

........ _ _ sagte dieser ernst,mir geht eben die

angements in unserer neuen Wohnung, um die Gattin j Nachricht zu, daß der Kranke, den wir vor Kurzem ver- llich empfangen zu können, al» zwei Tage vor unserer laffen, sanft hinübergeschlummert ist. Friede seiner Asche chzeit der Postbote mir einen Brief, der für sie bestimmt unb Gnade vor Gottes Thron!"

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Erscheint t Sgl i ch außer den Werktagen nach Eonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BerlageJLuftrirteü LonntaaSdlatt" durch die Srveditiou (fl o ch'fche Buchdruckere.) bezogen 25, Mark, durch b.e Postämter deS Deutschen Reiche- 2 Kart 50 Pfg. lexl. Bestellgebühr) - ZnsertionSgW str die gespaltene Me 10

Für rn er Sxpedrtron zu -rtheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pf,, berechnet. 1

DerHavaS" zufolge ist bas russische Ultimatum an bk Pforte Dienstag Abenb durch Jgnatieff überreicht worden.

In der orientalischen Frage ist seit 24 Stunden schon wieder ein Umschlag gekommen. Alle Welt gab sich noch der Hoffnung hin, diesmal werde die Sache noch friedlich verlaufen, die Pfotte, hieß es, habe den sechswöchentlichen Waffenstillstand angenommen und y>enn es überhaupt noch zum Kriege komme, so werde derselbe jedenfalls nicht vor dem Frühjahr auSbrechen. Diese Nachricht hat sich jetzt als durchaus trüglich erwiesen. Die Türkei hat bisher keineswegs sich bereit erklärt, auf Rußlands Bedingungen einzugchen; vielmehr hat sie alle Kräfte angestrengt, um noch einen militärischen Triumph über hie Serben davon zu tragen. DaS ist ihnen eben auch gelungen, am 28. v. Mts. haben sie die Serben bei Tjunis vollständig ge- schlagen und ihren Widerstand so gut wie gebrochen. Die Lage der Serben ist geradezu verzweifelt; sie können pen Andrang der Uebermacht nicht mehr zurück halten; da- Land geht einer vollstänbigen Zerstörung entgegen. Unter dem Eindruck dieser Nachricht hat der russische Gesandte in Konstantinopel ein Ultimatum gestellt; nach welchem Rußland binnen 48 Stunden die Annahme deS Waffen, stillstandes verlangt oder alle diplomatische Verbindung mit der Pforte abbrechen wird. Mithin wird sich die Sache in kurzer Zeit entscheiden. Wenn also die Pforte bis znm 2. d. Mts. nicht nachgegcbcn hat, so ist die orientalische Frage auf die Spitze des Schwertes gestellt und der Krieg zwischen Rußland und der Pforte unvermeidlich.

Anzeigen nimmt entgegen: Mt Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureanx von Th- Dietrich & So. in staffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a. M.; baasenstein & Vogler in Frankfurt a- M, Berlin, Leip- ,ig, Cöln ic; Rudolf Moffe in Berlin, Frankfurt a. Al. rc.

schen 3 Beto ff der ersten Resolution wurde von den Antrag hellern auf die, bereits im Jahre 1870 von dem Reichs-

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Mt mit aus der Hand, denn die Handschrift war die Daß d!e Fama in der^UniversitätSstadt auch mit un- Wn« Freunde-, war die Ihrige, Baron! ferer geheimnißvollen Reife sich viel zu schaffen machte,

Wäre ich ruhiger Überlegung fähig gewesen, vielleicht versteht sich von selbst. ES dauerte sehr lange, ehe sie ein Sitte die Treue über das e gene Interesse den Sieg davon j neue« Schlachtopfer würdig genug befand, das alte dahin »ttragen, aber ich will mih nicht bester machen, als fahren zu lasten.

H bin ich sah mein Unglück vor Augen: Sie so! Ob sie selbem meine Freunde dort in Frieden gelasten, Hlvß ich kehren demnächst zurück, erneuern bereits f weiß ich allerdings nicht, da ich kurze Zeit später die Stadt ^cch diesen Brief da« Verhältniß zu meiner Braut, die verließ, aber das kann ich nach zuverlästigen Mittheilungen <ich nun fallen läßt, mich aller Hoffnungen beraubt unb' behaupten, daß das Leben, welkes der Baron von Geldern W Mm Gespött der Gesellschaft macht. Ich ergriff da- mit se ner jungen Gemahlin unb btm Medicinalrath mit

Unter dem Titel einer diplomatischen Kuriosität darf wohl angeführt werben, baß am 31. Januar 1790 zu Konstantinopel zwischen Preußen unb ber Türkei eine Defen- stvallienz gegen Rußland unb Oesterreich abgeschlosten wor­ben ist. Art. 3 bcS bezüglichen Vertrages besagt: Falls Rußland oder Oesterreich in ber Folgezeit dem ottomani schen Hofe den Krieg erklären würbe, sollte ber preußische Hof bies so ansehen, als ob ihm selbst ber Krieg erklärt wäre unb dem verbündeten Hofe mit allen Kräften deistchen. Es ist nicht sehr unwahrscheinlich, meint dasMsmorial diplomatique", daß die Pforte den Versuch machen wirb, bei Herrn v. BiSmarck aus diesem Vertrage Nutzen zu ziehen, her btn Brief, ohne seinen Inhalt zu kennen unb zerriß ihn uncröffnet.

Und Sie hätten ihn gerabe erst lesen sollen, Sir kurzsichtiger Thor," rief ber Baron lächelnb dazwischen, ber Brief enthielt keine neue Anknüpfung bes alten Ver­hältnisses, sondern im Gegenlheil eine völlige Entsagung, zu ber mich mein bamalS gänzlich ruinirter Körperzustand zwang."

Greift genommen wurde. Anlangend die zweite Resolution, c* so wurde ebenfalls auf eine frühere Resolution des R.ichS

Brgf tag» deS gleichen Inhalts, welche bei der Bcrathung des , deutschen Strafgesetzbuches gefaßt worden ist, verwiesen. ) o r. Für die selbe wurde wiederum geltend gemacht, daß ohne

im eine Mittheilung über Sie zu machen. Daß ich mit «^.aufrichtig herzlichem Tone von Ihrem vermeintlichen Tode 102t sprach, brauche ich wohl nicht zu versichern. In dem 1021 Herzeleid, das die Ungarin und ich um Sie trugen, begeg- 98|ptien wir uns, so daß wir oft stundenlang von Ihnen 971 »beten. Vielleicht in diesem Umstande ist der Grund zu 94 dab wir uns immer nÄh.r Fmium »nh I* (

DnHfchc, Reich.

«« Berlin, 31. Oktober. Der Eindruck, dm die Eröffnungsrede gemacht hat, ist ein durchaus günstiger. Die einheimische und auswärtige Prrffe giebt dieser Auf­fassung Raum und ist vollständig einverstanden, daß die Reichsregierung die Grundlage der Gesichtspunkte, auf welchen die weitere Entwickelung der schwebenden Fragen weiter geführt werden sollen, bezeichnet. ES wird besonders Werth darauf gelegt, daß die Reichsregierung durch große ver­mittelnde THStigkeit gewillt ist, den europäischen Flieden aufrecht zu erhalten. In Bezug auf die industrielle Lage hält man die Worte der Rede für vollkommen befriedigend, denen man mit wahrem Vertrauen begegnen müffe. Die seit längerer Zeit in der Preffe batikte Nachricht von dem Rücktritt des Leiters der Justizadtheilung im Reichskanzler­amte, v. Arnsberg, hält man in unterrichteten Kreisen nicht für unumstößlich richtig. Der Minister des Innern hat, nachdem Über ein Jahr seit der Revision der Standes­ämter ve>floffen ist, eine abermalige Revision derselben an- geordnet. Nach dem Bundesgesetz über den Unterstützung-, wohnsttz muß jede« Grundstück, das noch zu keinem OrtS- armenverband gehört, entweder einem angrenzenden OrtS- armenverband zugeschlagen werden, oder als selbstständiger Ortsarmenverband installirt werden. In Folge besten ist seiner dritten Frau führte, geradezu ein beneidenSwertheS uaßannt werden darf.

Sine fürchterliche Gespenstergeschichte.*)

Was der Aberglauben und die Vorurtheile nicht wir­ken können! Was eine, durch Furcht betäubte Pfantasie nicht alle sehen und glauben kann, beweist die nachstehende Geschichte.

Ich ward zu einem zwei Meilen von hier wohnenden, auf den Tod kranken Prediger gebeten. Da mir bk Ge­fahr sehr groß vorgestellt wurde, entschloß ich mich, noch deS Abends um 9 Uhr zu Pferde dahin zu reisen. Denn ich konnte wegen meiner vielen Patienten in der Stadt, wo ich daS Physikat habe, am Tage nicht leicht ab- kommcn. Der Mond schien sehr hell, unb die Gegend war mir als irgend einem so gut bekannt. Deswegen nahm ich Niemanden zur Begleitung mit, so sehr mir auch meine Frau deßhalb anlag. Ich kam in ein ziemlich freie» Gehölz, daS eine Meile von unferm Städtchen liegt. Kaum war ich 20 bis 30 Schritte hinein, so stutzte mein Pferd. Ich gab ihm die Sporn: umsonst, eS wich nicht von der Stelle. Ich lenkte es um, unb ritt durch einen Nebenweg auf die ordentliche Straße. Plötzlich stand eS wieder still. Ich machte die Pelzkappe vom Gesichte, unb weil eS sehr Helle war, so konnte ich alle» ziemlich^ deutlich bemerken: Himmel was sah ich! Einen Todtm mit einem mit Blut und Beulen deckten Gesicht in einem Sarge, unter einer Eiche an einem Busche. Ich gestehe, daß mit ein eiskalter Schauer durch

) Aus dem Marburger Anzeiger vom Jahre 1803.