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das Leiden seines Jugendfreundes nicht mit ansehen konnte, zog sein Taschenmesser heraus und schnitt dem Genossen den Kopf ab, den er dann im Grase versteckte. Hierauf eilte er in die Stadt zurück, um hier den Eltern seines Jugendfreundes bas Vorgefallene mitzutheilen. Auf Be­fehl des deutfchm Konsulats hier wurde der jüdische Knabe gleich am anderen Tage verhaftet. Eine Parere mehrerer hiesiger Arzte lautete, daß die Kugel den deutschen Knaben wirklich,'tödtlich verletzt hat. Der jüdische Knabe wird vorläufig noch in Haft gehalten.

— Der des Raubmordes angeklagte Aublain, welcher jüngst während der Fahrt von Gent nach Brüssel seinem eingeschlafenen Begleiter, einem Gendarmen, entwich, wurde vorigen Mittwoch in Lille erkannt und von der französi­schen Polizei festgenommen. \

rele,r«Ptzi?che Depesche» der vker- tzesstsche» Sritoif.

Berlin, 27. Oki. Von den Wahlen zum Abgeord« uetenhause, welches inSgesammt 433 Mitglieder zählt, sind bisher 378 bekannt, welche sich auf die einzelnen Parteien vertheilen wie folgt: 169 Nationallibcrale, 70 Centrum, 56 Fortschrittspartei, 30 Freikonservative, 17 Conservaiive, 15 Polen, 10 Neuconservative, 5 Dcutschconservative, 5 Partikularisten; bei 3 läßt sich die Parteiangehörigkeit nicht bestimmen. Noch nicht bekannt ist das Resultat auS 25 Wahlbezirken.

SBten, 27. Oct. Ueber die Nachricht hiesiger Zei­tungen, daß Serbien die Intervention der Großmächte nachgesucht hätte und daraufhin zwischen der österreichischen uud russischen Regierung eine telegraphische Correspondenz ober diese Eventualität eingeleitet worden sei, äußert die „Neue freie Presse", in diplomatischen Kreisen sei bisher nichts davon bekannt — Der „Presse" wird aus Belgrad gemeldet, die Stimmung sei im ganzen Lande sehr gedrückt, alle Zeitungen riefen nach russischer Hülfe.

Wie», 27. Okt. Die „Presse" meldet über die Ver­einbarung zwischen der Regierung und der Albrechtsbahn, daß die Regierung die Kaution von 1,200,000 fl. Priori täten der Bahn herauSgiebt, wogegen jährlich 30,000 fl. von der Staatsgarantie zurückfallen, bis gewisse concesstons- mäßige Bauverpflichtungen erfüllt sind. Die 1,200,000 fl. Prioritäten werden ebenso wie die für den Ausbau der Strecke Stryj-BeSkid bestimmten, von der Regierung gleich­falls aus dem Verschluß heraus zu gebenden 41/2 Mill. fl. Prioritäten erster Emission vernichtet werden. Die AlbrechtS- bahn erhält die Zusicherung, daß die Regierung bei dem RcichSralhe beantrage, daß die für den Fustonsfall zugesagt gewesene Erhöhung der Staatsgarantie per 42,000 fl jähr­lich bewilligt werde. 1 *

Paris, 27. Okt. In der Budgetkommisston trat der Finanzminister den finanziellen Vorschlägen Gambetta's entgegen; namentlich bekämpfte er die Besteuerung der französischen Rente, welche er als eine rechtswidrige bezeich­nete. Der Minister kündigte ferner an, er werde beantragen,

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Dr. Airy's Naturheilmethode tosgelafsen werden, hat sich dies vorzügliche populär-medizinische Werk und das darin besprochene Heilverfahren immer neue Anhänger erworben und in immer weiteren Kreisen günstigste Aufnahme gefunden, was schon daraus hervorgeht, daß dasselbe bereits in mehreren fremden Sprachen gedruckt werden mußte und schon über 60 Auflagen erlebt hat. W'r glauben daher auch nur im Interesse der zahlreichen, nach Hülfe — Heilung verlangenden Kranken zu han­deln, wenn w»r ihnen auf Grund dieser Thatsachen und der zahl- rerchen glänzenden Zeugnisse dieses, nur 1 Mark kostende Buch dringend zur Anschaffung und Darnachachtung empfehlen. Um nun aber durch ähnlich betitelte Bücher nicht irre geführt zn werden, verlange man ausdrücklich; „Dr. Airy's Ratur- bcilmetboöe", Originalausgabe von Richter s Verlags^ Anstalt in Leipzig.

»erwischte«.

Jerusalem. Das hier Jin armenischer Sprache er- fyinenbe Blatt Zion erzählt ein mysteriöses Ereigniß, «« sich vor einigen Tagen in der heiligen Stadt zuge- kagen haben soll, folgendermaßen: Die hiesige Judenge- >einde feierte bekanntlich Mittwoch den 27. September den Vorabend ihres Versöhnungstages. Tags vorher, gegen Uhr Abends, ging ein junger Israelit im Alter von 16 fahren mit seinem christlichm Jugendfreunde einem beut- chrn Knaben von ungefähr 15 Jahren spazieren unb nah Kn sie dabei ihren Weg durch das Jaffathor. Nachdem k so eine Zeit längs der Straße, die nach Jaffa führt, «lustwandelt waren, fühlten sie sich sehr ermattet und htm sich unweit eines leerstehendm Gebäudes nieder, ür zog nun der deutsche Knabe seinen Revolver hervor >d wollte ihn abfeuern, wo» aber durchaus nicht ging, r versuchte die- noch einigemale, aber stets ohne Erfolg, erbost über fein Mißgeschick, näherte er den Lauf des Re- VlverS feinem Munde und blieb hinein, um sich zu über» 'g«n, daß nichts darin liege, in diesem Augenblicke aber llg der Schuß los und zertrümmerte den Kopf deS paben, der jedoch noch einige Zeit lebte, und sich auf r* Bogen hin und her wälzte. Der jüdische Knabe, der

hatten Strike gemacht und nur der Mühlenbesitzer Const. Reinhard, der als liberaler Candidat aufgestellt war, hatte fich veranlaßt gefühlt, Herrlein feine Stimme zu geben. — 3» Hünfeld hat auch die ultramontane Partei gesiegt, der Herr Oberamtsrichter Rübs am ist mit 96 Stimmen gewählt worden, und der Herr Landrath Ochs von Gers­feld ist mit 65 Stimmen durchgefallen. (H. B.)

Ha»a», 27. Okt. Bei der heute stattgehabten Wahl erhiett der Candidat der Nationalliberalen Herr H. [ Ziegler 226 Stimmen, der Candidat der Fortschrittspartei Herr H. Nickel 37 Stimmen und der von einigen länd­lichen Wahlmännern aufgestellte Herr Domainenpächier SchuppiuS 27 Stimmen. (H. Ztg.)

zSic-badc«, 27. Okt. App-llrath Petri wurde ein­stimmig wieder gewählt.

granffurt, 27. Okt. Bei der heute Morgen im LeinwandhauS stattgehabten Wahl zweier Abgeordneten für den Landtag wurde im ersten Wahlgang Herr Stadtgerichts- Rath Dr. Schrader mit 238 gegen 140 Stimmen, welche auf Herrn Carl Holthof fielen, gewählt. 18 Wahlstimmen würben für ungültig erklärt, 17 Wahlmänner fehlten, 7 enthielten sich der Abstimmung. - Im zweiten Wahlgang würbe Dr. Lasker mit 208 Stimmen gegen 149 (Holthof) gewählt.

O Biedenkopf, 27. Oct. Bei bet heutigen Land- tagSwahl siegte der liberale Kandidat, Herr Oberamtsrichter Bork dahier mit stebenzig Stimmen gegen 64, welche auf den conservativen Gegenkandidaten Herrn Polizeidirektor von Strauß in Wiesbaden fielen. Drei Stimmen erhielt der Kandidat der fortschrittlich-demokratischen Partei.

Ua»b, 27. Oktober. Heute Morgen 7 Uhr riefen die Feuerglocken unsere Einwohnerschaft, die zum großen Theil schon in der Dämmerung in die Weinberge hinausgezogen war, zur Rettung aus Feuersnoth. Wie durch einen Zauber standen innerhalb weniger Minuten in der Rheinfette der Metzgergasse an dem Hospitalgäßchen vier Doppelhäuser, deren Bewohner sich zum Theil in den Weinbergen befanden, in Flammen. Unsere rührige Feuer­wehr war mit ihren Geräthschaften sofort zur Brandstätte. Ihrer umsichtigen Leitung und den energischen Anstrengungen gelang es alsbald, dem weiteren Umsichgreifen der Flammen zu wehren. Nur noch das Dach eines anstoßenden HaufeS ist von dem Feuer erreicht, hoffentlich wird es gedämpft. 6in daran stoßendes altes Gebäude wurde wegen feiner Feuergefährlichkeit abgelegt. Von St. Goarshausen und Weisel sind soeben 8V2 Uhr Feuerwehr unb Feuerspritzen zur Hülse eingetroffen. Bis zur Stnnbe ist noch nicht alle Gefahr beseitigt. Ueber die Ursache der Entstehung des Feuers ist nichts bekannt.

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die Post- und Telegraphen-Gebühren vom 1. Januar 1877 an zu ermäßigen, glaube ober nicht, daß vor dem Jahre 1878 sich noch andere finanzielle Erleichterungen ermög­lichen lassen würden. Sobald eS thunlich fei, werde er ben Vorschlag machen, die Abgaben von den Eisenbahn-Fracht- sendnngm von geringer Geschwindigkeit aufzuheben und die Steuer aus Oele, Seifen und Papier zu ermäßigen. Was die Conversion der Rente betreffe, so sei solche zwar nicht unmöglich, aber in der nächsten Zukunft noch nicht durchführbar; den daraus zu erzielenden Ertrag werde man zu einer beträchtlichen Amortisation verwenden müssen.

Valencia (Irland), 27. Okt. Die britische Nord­polexpedition unter Kapitän Rares ist hierher zurückgekehrt, nachdem sie die Unmöglichkeit erkannt hatte, den Nordpol zu erreichen.

MoSka«, 27. Okt. (Prozeß Stroußberg.) Heute fand die Besichtigung der von Seiten StronßbergS gege­benen sogenannten Frachtbriefe statt. Es wurde constatirt, daß dieselben äußerlich als nicht wirkliche Frachtbriefe kennt» lich gemacht waren.

Cairo, 27. Okt. England, Frankreich, Deutschland und Oesterreich haben ihre Zustimmung zu dem Prozeß­verfahren deS internationalen Gerichtshofes gegen die Daira- Verwaltung notifkirt. Egypten hat auf diese Notifikation noch nicht geantwortet.

Marburg, 28. October. Der heutige Wochenmarkt war gut besucht. Butter kostete per Pfund Mk. 1,40—1,25, Eier per Stück 7—8 Pfg., Käse per Stück 8—10 Pfg., Käsematte per Stück — Pfg-, Tauben das Paar 50—60 Pfg., Hähnchen das Stück 60—70 Pfg., Hühner per Stück 70—90 Pfg., Hasen per Stück Mark. 2,50-3,50, Gänse per Stück iWarf 3—5, Weißkraut per Kopf 5-6 Pfg., bergt-100 Köpfe M. 4,50—5,50, Aepfel 6—12 Stück 10 Pfg., Birnen 3—9 Stück 10 Pfg., Zwetschen per Pfund 20 Pfg., desgl. getr. per Pfund — Pfg., Nüsse 100 Stück 40 Pfg., Kartoffel 2 Liter 15 Pfg., desgl. 170 Pfd- Mk. 3,80—4,00, Sellen per Knolle 3—5 Pfge., Kohlraben 5-7 Stück 20 Pfge.

Hamburg, 26.Okt. DasHamburg-NewyorkerPost-Dampf- schiff „Gellert", Capitän Barends, welches am 11. ds. von hier und am 14. ds. von Havre abgegangen, ist am 25. ds., 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

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AuSzug uuS Den Registern des Standesamts der Stadt Marburg,

bestehend auS den Gemeinden Marburg, Ockershausen, Marbach, Cappel, Ronhausen unb Wolfshaufen.

Vom 21. biS 28. Oktober 1876.

Verehelichte.

I 1) Zimmermeister Karl Arnold und Christiane Christine stlrmlarius. 2) Kaufmann Friedrich Christian Hermann Klenke von Hameln und Wittwe Emma Rachel Stratton. 3) Post- chaffner Karl Müller und Dorothea Wilhelmine Semmler. 4) tordmacher Konrad Martin «Schneider und Katharine Kuhl.

Geborene.

1) Jean, des Maurers Georg Scheldt S- 2) Katharine, des lckermanns Konrad Schrodt II. von Ockershausen T- 3) Elisa­beth, des Taglöhners Johannes Becker von Ockershausen T.

Gestorbene.

1) Näherin Charlotte Weller. 80 I. 2 M. 16 T. alt. 2) Alhelmine Sames, Frau des Feldmessers Conrad Sames. 20 s. 6 M. 1 T. alt. 3) Gertrude, des Lohgerbers Adam Wein- taut T. 24 T. alt. 4) Schneidermeister Bernhard Pfusch. 42 $. 10 M. 12 T. alt.

Kirchliche Nachrichten der Stadt Kirchhai». Ev.-luther. Gemeinde.

Vom 18. bis 25. Oktober 1876.

Getaufte:

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