Einzelbild herunterladen
 

Marburg, Donnerstag, 26. October 1876.

XL Za-rgaig.

ll

igen nimmt entgegen:

M-M iJL A(fcX L * H tzsWcrMche Mutig

nimmt entgegen: dtien d. Blatter

Verkauf

. 1876.

in.

die 4 , sowie die Annoncen-Bureaux von ®. 8. Daube & So. in

* 96Är. SSL

anSpvttk-

Srschemt tSgltch außer den Werktagen nach Sonn-und Feiertagen. PrerS für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJluftrirtrS LonntaaSblatt" durch die Expedition (Äoch'sche »uchdruckere,) bezogen 21 Mark, durch die Postämter deS Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pf«. kexl. Bestellgebühr). JnfertionSgebühr str die gespaltene Znle 10 Pf«. Süt in der Expedition zu ertbeilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pf». berechnet.

M.; Jnvalidendank, A- Rete« meyer in Berlin; Carl Schütz« ler in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

lS

n.

er

ifettfgie

athe»

[2570

irzunehmen haben.

ift«

h.

70.

SN.

rb rasch oll und preisen

Erde ent).

und

-An-

d.

1

.3- .

87.1

ist Deutschland weiß, was eS der Freundschaft Rußland- zu verdankm hat, es wird von derselbm nicht lasten und wenn auch in Deutschland einzelne Blätter wie die gute Vosstn und dieKölnische Zeitung" mit den Türken lieb­äugelt; die unendliche Mehrzahl des deutschen Volke- bil­ligt durchaus da- Verhalten der Deutschen Regierung und will nichts von einer Lösung des Bundes mit Rußland wissen. UebrigenS ist wohl kein Zweifel darüber vorhan­den, daß das Verhalten des Wiener ReichSratheS zum großen Theil auf die Rechnung der Agitation derReuen Freien Presse" zu setzen ist, deren Hauptredacteur Dr. Granitsch eine hervorragende Rolle bei dieser Interpellation gespielt hat. UebrigenS wird das Vorgehen des ReichS­ratheS schwerlich irgend einen Einfluß auf die weitere Entwickelung der orientalischen Frage üben, nachdem in Wirklichkeit bereits eine Einigung zwischen der österreichi­schen und russischen Regierung erfolgt ist, kommt diese Inter­pellation nun noch jämmerlich hinter den Beschlüsten hinterher.

1 i

1

4 i i

talische Frage eine sehr bemerkenswerthe Correspondenz. In derselben heißt eS: Die Vertreibung der OSmanen aus Europa dürfte, wenn das englische Volk eS wirklich wollte, keine Utopie sein. Sind doch die Muhameban« aus Spanien, welches sie einst fast gänzlich beherrschten, völlig verschwun­den, ist doch von den Saracenen in beiden Sicilien keine Spur mehr vorhanden. Die slavischen Muhamedaner wür­den die Wahl haben, zum Christenthum zurückzukehren oder auszuwandern, die Tscherkesten wären geradezu an die Luft zu setzen und den Türken empfohlen, in das Heimathland zurückzukehren. Was soll aber aus den Trümmern deS Türkenreiches in Europa werden? Gehen wir auf die Ge­schichte zurück. Könnten die Zustände, wie sie zur Zeit Konstantin d. Gr. waren, dem europäischen Gleichgewichte schaden? Damals gab es ein byzantinisches Reich und die schon mehr oder minder durch innere Zwistigkeiten zerrütteten Königreiche Bulgarien, Bosnien unv Serbien (RascienS). Denselben würde heute entsprechen ein byzantinisches Reich mit einer unbefestigten und dem Handel aller Nationen offenen Hauptstadt Byzanz, ferner dieselben Königreiche Bulgarien, Bosnien, Setbien, sowie ein Fürstenthum Mon­tenegro mit der Herzegowina. Die Türken könnten ihren Sitz nach Brusta, Damaskus oder nach der Friedensstadt (MedinatuS Salem, Bagdad) verlegen und Europa würde Ruhe haben, die orientalische Frage wäre gelöst. England würde den Weg nach Indien sich sichern, Frankreich würde Tripolis, Italien Tunis annectiren, Rußland würde durch die Ocffnung der Dardanellen für seinen Handel nach dem Mittelmeere große Vortheile genießen und Konstantinopel würde die reichste Handelsstadt der Welt werden.

Btüf. 103|

Starost, versammelt und betrachteten in tiefem Schweigen mit unwillkürlichem Schauder den Leichnam.

Jetzt öffnete sich eine Thür und die eben noch so viel­fach bewegte Menge blickte lautlos auf den Eintretenden. ES war Jakobs abgehärmte, bleiche Gestalt, die, gestützt auf den greifen Ben David, von der Wache begleitet, herein und nach der Mitte des Saales hin schwankte. Sobald er deS Leichnams ansichtig ward, wurde daS bleiche Antlitz noch bleicher und man sah deutlich, wie er zitterte.

Faffe Muth, mein Sohn", tröstete ihn der Rabbiner, wofern Du rein bist vorn Verbrechen, und gedenke.deS königlichen Säugers, der da sagt: Und ob ich schon wan­dere im finstern Thal, sich fürchte kein Unglück, denn Du bist bei mir; Dein Stecken und Stab tröstet mich."

Ja diesem Augenblicke ward auch Rebecca von der Wache in den Kreis geführt. Kaum erblickte der Gefangene seine Gattin, als er sich auch von seinen Wächtern loS- machen und auf fie zueilen wollte; allein man hielt ihn gewaltsam zurück.

Laßt ihn", sagte der Pristbent, vielleicht ist eS das letzte Lebewohl hienieden."

Nun ließen die Wachen die Unglücklichen gewähi en und bald lagen sie sich, die Welt rings um sich vergessend, in den Armen.

O, mein Weib !" sagte Jakob und Thränen des liebe vollen Schmerzes drangen aus seinen Augen,welchen Kummer habe ich Dir bereitet! Wie hat der Hauch des Unglücks Deine Schönheit vergiftet. Deine Füße zittern und Deine Arme sind schwach. Deine Stimme hat keinen Ton und Deine Augen find erloschen. Und der alles dies hervorgerufen hat, bin ich! O, weh mir Unseligen, benn mein Haupt ist dem Unglück verfallen und mein Leben dem Unheil übergeben."

Lage-derichl

Aus Berlin wird telegraphisch vom 24. Okt. gemeldet: )eute Nachmittag 1 Uhr hat im königlichen Palais unter em Vorsitze des Kaisers ein Minister-Conseil stattgefunden. )er deutsche Botschafter in Petersburg, General v. Schwei- itz, wurde gestern in längerer Audienz vom Kaiser em- ifangen und ist Abends nach Petersburg abgereist. Derselbe egidt sich von dort nach Livadia, von wo er in etwa drei Lochen nach Berlin zurückzukehren gedenkt. Das Tageblatt meldet: Der russische Finanzminister hat Livadia erlaffen und die Erlaubniß zur Aufnahme zweier Anleihen rhalten. DaS Consortium Hope übernimmt 20 Millionen Zuraten; sünfprocentige 200 Millionen Rubel find in iußland ratenweise nach Dedürfniß tmitiitbar.

Der Entwurf eines Gesetzes bett, die Feststellung des )M«haltS-EtatS deS deutschen Reichs für daS Vierteljahr sm 1. Januar bis 31. März 1877, ist jetzt bem BundeS- Nh vorgelegt werben. Derselbe umfaßt 4 Paragraphen.

/iir die Monate November und December wer­den von allen Postanstalten, auf dem Lande pon dm Landpostboten, Bestellungen auf die

Merhessische Zeitung

md deren Gratis-Beilage

Zllustrirtes Sonniagsblatt mgenommen. Wir bitten die Bestellungen bal- ,igst machen zu wollen um vollständige Exemplare, «amentlich des Jllustrirten Sonntagsblattes lie- em zu können.

«stehende Maß- und Gewichtswesen zu veröffentlichen und . um Gebrauche der rceibitenben Polizeibeamten einzurichten, t böse selche die Revisionen in einem angemessenen Turnus und märker |nter Zuziehung der betreffenden Aichmeifter letzteres Mindesten» in den Städten und verkehrsreicher«! Orten

94 102^ 52% 96

1021 131 621 981 252

85 113

48 137 95»

(Fortsetzung).

8.

Nicht sehr lauge Zeit nach diesen Vorfällen sah man och in den spätesten Abendstunden ganz Warschau in un- ewöhnlicher Bewegung; zahlreiche BolkSmaffen strömtm ach dem Saale des CriminalgerichtS. Das unaufhörlich rauseude Gemurmel der Rede verrieth die Theilnahme der »enge au demjenigen, waS vorging und man sah deutlich t den GestchtSzügen der Versammelt«!, wie gespannt alle »f die Dinge waren, welche sich ihrer Entwickelung nahten, uit ward die Seltsamkeit besprochen, daß die Sitzung, auf efonberen königlichen Befehl, beinahe zur Mitternacht- nabe gehalten werben sollte und unter mannichfachen Vn- vthungm über die Ursachen dieser sonderbaren Anord«

lag, wälzte sich Alles mit immer steigender Neugier zum kerichtshofe hin. Hier waren zahlreiche Wachen von den iniglichm Garden zur Ei Haltung der Ordnung auf den repp-n und au den Thüreu vertheilt, während andere den «ichtssaal selbst besetzt hielten. Dieser bot einen wunder» »ren, tief ergreifenden Anblick dar. Auf ihren gewöhn- heu, twas .erhöhten Sitzen sah man den Präsidenten und k simmtlichen Räthe feierlich versammelt, welche die ganze 1 bem Saale hart in einander gedrängte VolkSmaffe voll- tzurnm überschauen und auch wiederum von Jedermann tseheu werden konnten. In der Mitte deS Saales, welche ttch eine doppelte Reihe Soldaten steigehalten ward, stand I offener Sarg, worin die Leiche des unglücklichen Hein- ch's lag, durchaus eben so bekleidet, wie er sich bei feiner ttnotbung trug, und sogar den Stab hatte man neben 6 gelegt, welchen er zu führen pflegte. In einem Halb- fife um den Tobten warm die sämmtlichm Bewohner von

Der Seher lau CoSuieza.

i Erzählung aus bem polnisch-jüdischen Volksleben von Dr. W. Bernhards.

fortdauernden und in 3,764,149 M. an einmaligen ,Ausgaben. ...' .

Raffelf " -------------

i79. «\ Die BezirkSregierungen sind angewiesen wordm, eine ommö<<jhifammenfteUung bet wesentlichen Bestimmungen über baö

Ueber die russischen Rüstungen «fährt man: DaS eine 120 000 Mann starke He«, unter bem Kommanbo deS Großfürsten Nicolai soll in Bulgarien einrücken unb bie türkischen Donaufestungen cerniren. DaS zweite Heer, 340,000 Mann, unter dem Großfürsten Thronfolger wird von der türkischen Grenze bis nach Süd-Polen aufgestellt : werden, und das dritte, 240,000 Mann, unter General SoruS-Melschow soll in die asiatischen Provinzen der Türkei einbringen. Die Kosaken bilben ihre Reserve-Regi meuter. Große Vorräthe an Halbpelze, warmen Stiefeln u. s. w. für einen Winlerfelbzug sind bereit Der Geist der Truppen ist vorttefflich. Kein Mann, kein Offizier will bei den Reserve Bataillonen zurückbleiben.

ES verlautet, daß England mit dem Plame umgeht, Aegypten von der Türkei loszulösen und sich anzueignen, indem b« Khedive alsdann zugleich erblicher Statthalter und Viceiönig von Aegypten würbe.

Die Nachrichten auS Griechenland lauten sehr kriegerisch. Der Ministerpräsident KommunduroS hielt in d« Kammer eine sehr kriegerische Rebe. Er forberte in betfelben die Kammer auf, endlich zu handeln statt zu reden und zwischen Krieg und Frieden zu wählen. Die Rede wurde mit großem Beifall ausgenommen. Die Opposition erklärte, der kri­tischen Lage gegenüber mit dem Ministerium gehen zu wollen Reichliche Nationalspenden laufen von allen Seiten ein' Freiwilligencorps, die sich selbst bewaffnen, haben sich be* ausstich. Endlich wurden auch ihre Empfindungen laut und sie sagte unter heißen Thränen, während fie Jakob« Hände an ihren Mund preßte:

O, nicht Du, nicht Du, armer Verfolgt«! Du bist dahin und verschmachtet, ober faffe Muth, der Herr wird Dir helfen. Ich will Dein warten und pflegen, daß Du wiederum blühest, wie die Rose des Frühlings."

Stumm fiel sie nach diesen Worten von neuem in seine Arme und vergoß heiße Thränen. Da trat der Rabbiner zu ihnen heran und sagten

Faflet Euch, meine Kinder, benn Eurer wartet Große-. Höret, was Euch geboten wird und, so Ihr'- vermöget, vollbringt eS."

ES entstand eine tiefe Pause, Jakob begab sich an feinen früheren Platz zurück und die ganze «schütterte Versammlung blickte mit gespannter Erwartung auf bat Präsidenten, al« dieser zu sprechen begann.

»Ihr seid," sprach er mit feierlichem Tone,deS ent­setzlichen Verbrechens angeklagt, jenen Unglücklichen, dessen irdische Ueberreste Ihr dort seht, welcher bei Euch Herberge, Sicherheit und Ruhe suchte, schrecklich «mordet zu haben. Ihr habt beide während der Untersuchung oftmals bethcuert, vaß Ihr Eure Unschuld an diesem gräßlichen Verbrechen an dem Grabe deS Tobten mit den furchtbarsten Eiden beschwören wollitt. Nun wohlan, Euer Begehren, obwohl an sich durchaus unstatthaft, soll Euch dennoch völlig auS. nahmSweise, auS ganz besonderen Gründen, gewährt werden. Dort seht Ihr dm Körper deffcn, der unter verruchter Mörderhand fiel, tretet hin wenn Ihr eS vermöget, leget Eure Hand auf die erstorbene Brust des Unglücklichen und leugnet ihm, in der geheimnißvollen Stunde der Mittn- nacht, welche bald von allen Thürmen hnab tönen wird, gleichsam ins Angesicht die furchtbare That durch Eidschwur ab. Aber bedenket wohl, wen Ihr als Zeugen in diesem grauenhaften Augenblick anruft I Gott ruft Ihr an, den allwissenden, der die vnborgenen tiefen der Vergangenheit,

Rebekka konnte vor Thränen nicht antworten, stumm

............... vv» drückte fie krampfhaft ihren Gatten wieder und immer wieder

istrowo, der ärmste Bauer de« Orts nicht minder al- d« an sich, während ihr Mund nur unverständliche Laute

Welch traurige Impotenz Oesterreich beherrscht, hat in dm letzten Tagen die antirussische Agitation deS österreichi­schen ReichSrathS gezeigt. Eine Interpellation ist an das Ministerium gerichtet, welche den Zweck hat, Oesterreich an jeder Action, sei es Intervention, Occupation oder Annexion zu verhindern. Man weiß nicht, was man zu diesem unreifen und unfähigen Gebühren sagen soll. Man hätte doch von dem österreichischen RetchSrathe mehr Selbst­ständigkeit «wartet, als daß derselbe ganz und gar in die Fußlapfen der Magyaren tritt und bereit Geheul gegen die Ruffen wiederholt. Noch alberner und kindischer ist bie Harmlosigkeit, mit bet bie Herren ReichSräthe über Deutschland verfügen. Sie wollen ein festes Bünbniß mit Deutschland schließen, waS ja sehr freundlich von I ihnen ist, aber gegen Rußland, wovor Deutschland ge> I fäfligft dankt. In Deutschland theilt man eben die Slaven

DiePost," bie bekanntlich stet» intime Beziehungen zu I furcht nicht, welche in Österreich zur fixen Idee geworben bemAuswärtigen Amt" unterhält, enthält Über bie orten»* i" ~ - .....

ebitton 1 balancier in Ausgabe unb Einnahme mit 102,416,569 Ht. und zwar zerfallen die Ausgaben in 98,652,420 M.

er,

73.___

Btubr u Der i auch ? lagt [2510 . Pr«,

HauS n Spe­nd den kigend, Offert, b. DH [2527 rrtheili Ht im n.La»