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.Marburg, Mftwoch, 25. October 1876.

XL Jahrgang.

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Änietgtn nimmt entgegen: bte @x»eMtion d. Blatte», sowie die Annonceu-Bureaux on Zch. Dietrich & Eo in Kaffel und Hannover; Lh. Dietrich in Frankfurt a- M ; haafenftein & Bögler in Frankfurt a.M.Bertm^Lew- ng, Löln u; Rudolf Moffe in Berlin, Frankfurt a. M. rc.

(DbfrljflTifdjf Jcitung.

Anzeigen nimmt entgegen: He Spedition d. Blatte» sowie die Annoncen-Bureaux von ® L. Daube & Co. in Frankfurt a. M.: JSger'sche Buchhandlung in Frankfurt a. M.; Jnvalidendank, A. Stete- rneyer in Berlin; Sari Schütz- (et in Hannover; 6. Schlotte in Bremen.

Erscheint tllglich außer den Sterlingen nach Sonn» und Feiertagen. Brei» für da» Quottol mit der wbchentlidden Seilnae . , .. _ ... , .,

Buchdruckerey bezogen Sh «art, durch die Postämter de» Dnrtschm Reiche» 3 «ort 50 Pfg 8- Se fl® flebfe3-SJrttoÄSPffffi aeSteS'Se Ä?*** Mr m der Expedition zu -rtheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 -fg. berechnet * 8etI< 10 We

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In Griechenland ist die Erregung deS Volke» eine

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8 Batterien vollständig auf Kriegsfuß gesetzt. Da» ru- tänische Kontingent würde also 56,000 Mann Infanterie, 1750 Reiter und 108 Geschütze betragen. ES ist im Kinisterrathe beschlossen worden, daß die Konzentrirung er Aimee an der Donaugrenze am 28. d. beginnen solle. Nachdem der Aufmarsch vollzogen sein wird, dürfte der chige KrtegSminister da» Oberkommando übernehmen, chaisächltch hat es bereits Fürst Karl übernommen. (D.

Also auch Du gefangen und in Banden, holde Rose l* rief Jakob,o, welchen Jammer habe ich ihrem junge« Leben bereitet."

Sei still, mein Sohn, und harre ein wmig in Ge­duld, vielleicht entreißt Euch Gott, unser Herr, aus diesen Schrecken. Ich will jetzt zum Prästdenteu gehen, mit ihm spreche», ihn bitten und Gott anflehen, daß die Wahrheit an den Tag kommen möge, damit nicht der Unschuldig« für den Schuldigen büße."

Nach diesen Worten rief der Greis dem Kcrkerknrchte zu, er solle herein kommen und thun was seines Am­tes fei.

Mürrisch trat der Aufgeforderte herein und sah den Rabbi zornig von der Seite an, indem er murmelte:Ver­worfener Mansche!, habe ich Deinetwegen so lange stehen müssen I Aber warte nur, wenn'» erst an« Hängen gehen wird l Gieb die Hände her", fuhr er dann gegen Jakob- auf,nach Seiner Excellenz Befehl muß ich das Geschmeide noch einmal anlegen, ehe Du baumelst. Nun, wa« lange währt, wird gut! Aber das weiß der Henker, warum so viel Umstände mit dem Juvenpack gemacht werden, der Teufel holt sie ja am Ende doch alle. Und nun mach fort, Aller," schnob er den Grei« an,ich habe nicht länger Zeit und Luft, das Gcmauschele mit anzuhören."

Lebe wohl, mein Sohn," sprach der Rabbi,ich kam mit dem Bewußtsein, daß Du schuldlos und scheide mit der Ueberzeugung Deiner Reinheit Gott der Herr sendet

Berlin, 23. Okt, Die Erweiterung und Vervoll­kommnung des StaatSeisrnbahngrsetzeS ist, wie die mehrfach erwähnte Denkschrift deS Finanzministers hervorhebt, in den Jahren nach dem Kriege Gegenstand ganz besonderer Fürsorge gewesen und e« sind für diesen Zweck durch be­sondere Gesetze, neben dem Etat, sehr bedeutende Kredite bewilligt worden. In den Jahren 1872 bi« 1874 wurden, für den Bau der Eisenbahnen von Tilsit nach Memel, von Bebra nach Friedland rc., für die Erwerbung der TannuSbahn, ferner, um den schon lange vermißten Zu-

bei 1600 verwundete Türken angekommen." Fort Medun hat nach 31/2 monatlicher Einschließung durch die Mon­tenegriner kapitulirt. E« liegt an der montenegrinisch- albanesischen Grenze, im Kucigebiet, ungefähr eine Meile nordöstlich von Podgorizza, und e« ist bezeichnend für die Ohnmacht Derwisch PaschaS, daß er, trotzdem er zwischen Podgorizza und Spuz angeblich 60,000 Mann coneentrirt hot, nicht im Stande war, der Garnison von Medun zu Hülfe zu kommm.

Telegraphisch wird noch gemeldet:

Wien, 23. Okt. Die plötzliche Abreise de« König« von Griechenland hat hier großes Aufsehen gemacht. Die Reise de« Lord Loftus nach Livadia wird hier unangenehm vermerkt. Der Jagdausflug de« Kaisers nach Böhmen dürfte verschoben werden.

Pest, 23 Oktbr. Von ausgezeichneter Seite werden die bisherigen Angaben über Oesterreichs definitive Stellung­nahme in der Orientsrage und über Vereinbarungen mit Rußland in der Orientfrage entschieden angezweifelt. In dieser Beziehung ist noch nichts Positive« bejchlosien wor­den. Oesterreich wird sich auf alle Fälle vorsehen, am Dreikaiserbund festhalten und Andere« erst erwägen, wenn Ereignisie eintreten, welche die Bast« de« Dreikaiserbunde« alteriren könnten. Die neuesten Nachrichten aus Konstan- tinopel melden eine bedingte Nachgiebigkeit der Pforte. Graf Andraffy befürwortet weitere Verhandlungen.

Pari«, 22. Okt. In einem vom Univer« veröffent­lichten Drohbriefe an die türkischen Minister wird gesagt, daß man sie pfählen würde, wenn sie Frieden schlöffen. Die schmutzigen Giaur« verdienten gezüchtigt zu werden. Rußland müsse die Kriegskosten bezahlen und sämmtliche europäische Staaten müßten das feierliche Versprechen ab- geben, sich nicht mehr mit den Angelegenheiten der Türkei beschäftigen zu wollen.

Rein, mein Vater," rief Jakob,wie da« Licht der Sonne! daS schwöre ich Dir hier bet dem Gott unserer Väter, der Himmel und Erde gemacht hat und Herzen und Nieren prüft."

Wohl gut, mein Sohu," erwiderte der Rabbi,Du hast Dich aber doch zur That bekannt?"

Ja, von Folterqual gemartert, gab ich alles zu, was man verlangte."

Aber Du hast doch später freiwillig die« Gcständniß laut vor Gericht wiederholt?"

O mein Later, ich bekenne jetzt, daS war Sünde, denn ich wich von der Wahrheit. Aber die Gewißheit, man werde mich, wenn ich meine Aussage zurücknähme, von neuem der Folter unterwerfen, der Gecanke, daß doch keine menschliche Macht im Stande sei, mich zu retten, die lieber zeugung, daß mitoer letzten Qual de« Tode« auch jede andere für immer vorüber fei, die« alles bewog mich dazu, meine Aussage zu bestätigen und mich so wiffentlich dem Tode zu überliefern."

Du hast sehr gefehlt, 0 Sohn," sagte ernst der Greis, nicht bloS gegen Dich, indem Du Dein Leben zu verkürzen strebtest, nicht bloS gegen Deine Richter, welche Du beinahe zum Morde verleitet hättest, sondern sogar gegen Gott, Deinen Herrn, durch Deinen Kleinmuth; Er, der allmächtig ist, kann Dich auS den Klauen Deiner Feinde retten; auf ihn sollst Du trauen allezeit, aber nicht im Drangsale ver­zagen. Wenn Du so leichtsinnig, so keck mit Deinem Leben spielen und so kleinrnüihig an Golt, Deinem Herrn, ver­zagen willst, wie kann ich Dir da, Mann, meine Tochter zur Obhut anvertrauen, die nichts hat, als Dich, ihren 1 St cken und Stab l" 1

chreibt man der Pol. Korr.:Es ist bereits ein überwun- enrt Standpunkt, von einfachen Manövern zu sprechen. « ist ein offene« Geheimniß, daß die rumänische Armee hi Winter in Bulgarien zubringen werde. Die Art der

Red.) Die Frequentanten der Bukarester medicinischen Schule find eingelanden worden, in den Sanitätsdienst der Armee einzutreten. Hier wird ein großes Centralspital errichtet. Für die Herstellung der Ambulanzen wird eifrig vorgesorgt. Die rumänische Gesellschaft zumrothcn Kreuz" macht gleichfalls mobil. Sie fordert die Mitglieder auf, Charpie zu sammeln und Verbandszeug vorzubereiten. Delegirte der Gesellschaft reiften nach Braila und Turn- Severin ab, wo Spitäler der Gesellschaft errichtet werden sollen."

Die russischen Zuzüge nach Serbien dauern fort. Um nu. eine Idee von der stet« wachsenden Zahl der russischen Freiwilligen zu geben, mögen hier ziffermäßig die betreffen­den Zuzüge während der letzten Tage aufgeführt werden. Am 13. Oktober kamen 160, am 14. gegen 600, am 15. gegen 480, am 16. kam eine Eskadron Kosacken und am 18. wurden 1000 Russen, darunter 120 Offiziere, erwartet. Die Serben staunen selbst über die großartigen Verstär­kungen, welche der serbischen Armee aus Rußland zukommen. General Tschernajeff hat vor mehreren Wochen seine Freunde in Rußland gebeten, ihm nur Leute von Metier zu schicken, so daß thatsächlich diese Freiwilligen fast ausschließlich aus Militärs bestehen. Bei 200 junge russische Offiziere, die erst die Kriegsschule absolvirt haben, find in den letzten Tagen angenommen und wollen die ersten Lorbeeren auf den serbischen Schlachtfeldern pflücken. Sie sind, wie die Polit. Correfp." berichtet, sämmtlich bereit« eingekeilt worden.

O, mein Weib, mein holve« Weib", tief hier Jacob, »wa« macht sie? Sprecht, Vater, gedenkt fie meiner?"

Sie sitzet und weinet", entgegnete der Greisin der Gefangenschaft, sie zerreißt ihre Kleidet und streuet Asche aus ihr Haupt. Doch, fie möge sich gedulden, auch ihr Leid wird sich umwandeln in Freude und ihre Trauet wer­den zur Fröhlichkeit."

- Zur die Monate November und December wer- 5 den von allen Postanstalten, aus dem Lande von den Landpostboten, Bestellungen auf die

Dberhessische Zeitung

und deren Gratis-Beilage

o General Jgnaiieff der russische Botschafter wird heute 3 eine Kreditive dem Sultan überreichen. Wahrscheinlich j \ toirb er zugleich der Pforte die von uns telegraphisch stg- nalistrte Svmmation übergeben. Lange kann also die

Entscheidung nicht mehr aus sich warten laffen. Inzwischen vird von der Wiener Montagsrevue die Aussicht gebracht, die Türkei nachgeben werde. Was man wünscht, das staubt man; daher hat die Meinungsäußerung der Mon-

' > agSrevue, die übrigen« vor acht Tagen in hochoffiziöser § Leise deSavouirt wurde, nur insofern Jntereffe, al« man, Denn fie diesmal die Intentionen der leitenden Kreise vtedergiebt, daraus fieht, wie sehr man in Oesterreich DÜnscht, daß Rußland möglichst schnell jeder Borwand zu tnem Kriege genommen werde.

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krem Unheile und so wird er Dich aus Deiner Trauer herrlich hinau« führen zur Freude, wofern Dein Herz rein ist vom Greuel des Mordes."

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Austrittes Sonntagsölatt

i I angenommen. Wir bitten die Bestellungen bal- ! tagst machen zu wollen um vollständige Exemplare, ' * namentlich des Jllustrirten Sonntagsblattes lie- ^ffern zu können.

. rberritungen und Rüstungen deutet auch daraus hin. JRG. >« werden 4 Divisionen Infanterie, 16 Eskadronen und

S3om montenegrinischen Kriegsschauplatz wird unter dem 21. Oktober gemeldet:Die Kapitulation von Medun be stätigt sich. Die Besatzung, bestehend auS 470 Nizaws, 5 Stabsoffizieren und mehreren Subaltemosfizieren, hat sich den Montenegrinern auf Diskretion ergeben. In Folge dieses Zwischenfalles räumten die Türken unter Derwisch Pascha fluchtartig ihre Positionen am Maljat- und am Visocicaberge. Die Montenegriner verfolgten die zurück- sehenden Türken bis Spuz und nahmen ihnen eine Menge Pserde, Waffen und Zelte ab. Hiermit ist das montene gtinische Gebiet von den Türken vollständig geräumt, und ist diese Räumung die nothwendige Folge der Kapitulation von Medun, da durch diese das montenegrinische BelagerungS- korp« frei geworden ist, und sowohl Podgorizza und Spuz, wie überhaupt die RückzugSlinie Derwisch Pascha'ö arg : iesährdet erschien. In Folge deS Falles von Medun war Ccltinje die letziverfloffene Nacht festlich beleuchtet, und er­hält der Fürst unaufhörlich allseitige Glückwünsche. Wie ..................... lwvll ötuniKlcn

Sudarmce gemeldet wird, hat in! sammenhang zwischen dem westlichen und östlichen Eiftn- Podgorizza eine große Pulvcrcxplosion stattgefunden, wo-jbah-metz deS Staate« herzuflellen, zum Bau einer Ei en, rüber jedoch die Details noch fehlen. In Skmari sind bahn van Berlin nach Wetzlar und von der ReichSgtenze

roße und rüstet man daselbst eifrig; die beschleunigte Abreise <« Königs von Wien giebt natürlich Stoff zu neuen t'tgerischen Kombinationen. Das rumänische Heer hat llovbr. yne Ordre de bataiUe bekommen. Aus Jaffey 16. Ott.

Der Sehe, bin Eosutcza.

Erzählung au» dem polnisch-jüdischen Volksleben von vr. W. Bernhards.

(Fortsetzung).

Di« Räthe blickten verwundert bald auf den Präsidenten bald auf den Rabbi, welcher immer noch ruhig und chweigsam dastand.

Wollt Ihr mir," begann der Rabbi,0, Herr, gnä- igst erlauben, diesem Armen den Trost der Religion zu ringen und mir gestatten, noch einige Zeit hier zu weilen?"

Handelt ganz nach Eurer Ansicht, Rabbi." entgegnete « Präsident in einem Tone, dem man deutlich anhörte, ne sich Ehrfurcht und Schrecken in ihm mischten,und nun Ihr Eurem Herzen genügt habt, dann kommt zu tr, damit wir un« weiter besprechen mögen."

Hierauf befahl er dem Kerkerknecht, so lange vor der W i u warten, bi« ter Rabbiner den Gefangenen ver- >ffen haben werde und gebot auf da« Strengste, den Greis icht zu stören. Dann gab er den Uebrigen einen Wink »d entfernte sich mit ihnen.

Sobald Jakob sich mit dem Rabbi allein sah, stürzte f ihm weinend in die Arme und rief einmal über da« Äere:O, mein Vater, mein theurer Vater I Muß es kommen, müffen wir un« auf diese Weise, an diesem

ite, unter solchen Umständen Wiedersehen!"

Die Abstchten de« Herrn," antwortete der Greis,sind tobetbar! Bedenke, daß er spricht: Meine Wege sind ty Eure Wege, und meine Gedanken sind nicht Eure »banken. Dorum trage, wa« Gottes Rathschluß Dir chieden, in Gehorsam, Furcht und Zittern preise seinen tone«, denn er lhut Großes an Dir. Er, der die Herzen ^Menschen lenket wie die Wafferbäche, hat schon diese , litt verwirret, daß sie schwankend geworden find in 1